Grey's Anatomy 17x12

© zenenbild aus der Episode Sign o' the Times der Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Sign o' the Times finden Black Lives Matter-Bewegungen statt, was viele Mitarbeiter des Grey Sloan Memorial Hospital nicht nur emotional mitnimmt. Diese lösen auch eine erhöhte Welle an Notfällen aus. Währenddessen macht sich Maggies (Kelly McCreary) Verlobter Winston (Anthony Hill) mit dem Auto auf den Weg zu ihr und durchquert dabei das halbe Land. Als er von der Polizei gestoppt wird, macht sich Maggie große Sorgen um ihn. In der Zwischenzeit hat Bailey (Chandra Wilson) einen Corona-Leugner als Patienten, der an COVID erkrankt ist.
I'm not good. I just need to breathe.
Wieder einmal zeigt „Grey's Anatomy“, dass es wichtige, aktuelle Themen der Gesellschaft authentisch und real behandeln kann. Dabei macht das Drama auch immer wieder auf die Missstände aufmerksam, mit denen vor allem afroamerikanische Menschen konfrontiert sind. Leider sind diese im Laufe der Staffel nicht weniger aktuell geworden. Dieses Mal geht es um die Black-Lives-Matter-Bewegung, die letztes Jahr durch den Tod George Floyds ausgelöst wurde. Die Dramaserie nutzt die Proteste, um die Diskriminierung von Afroamerikanern aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Einen zentralen Punkt nimmt Winston ein, der von der Polizei auf seinem Weg zu Maggie angehalten wird. Da Maggie weiß, was solch ein Moment für einen Afroamerikaner in den USA bedeuten kann, möchte sie am Telefon bleiben. Das verweigert ihr die Polizei jedoch. Daraufhin macht sie sich große Sorgen und ist kaum fähig, ihrer Arbeit nachzugehen - so aufgelöst ist sie. Leider waren ihre Sorgen berechtigt. Winston wurde zwar nicht erschossen - leider ist dies tatsächlich eine Möglichkeit -, sondern bis aufs Letzte gedemütigt: Er musste all sein Besitztum auf der Straße ausbreiten, so dass dieses durchsucht und Drogen et cetera erschnüffelt werden können. Rassismus ist leider im Denken der Menschen noch sehr verankert. Tode wie der von George Floyd stellen dabei nur die Spitze des Eisberges dar.
Why don't we have scars, Mom?
Ist hier eine Entwicklung zu erkennen, die Jackson (Jesse Williams) momentan durchmacht? Erst hat er letzte Episode mehr Interesse für das amerikanische Sozialsystem gezeigt und demonstriert, dass er sich diesbezüglich mehr engagieren möchte. Durch seine aktuelle Patientin, die regelmäßig an Märschen teilnimmt und auch schon Martin Luther Kings berühmte Rede „I have a dream“ live miterlebt hatte, wird in ihm ein Tatendrang frei: Er muss etwas tun. Daraufhin begibt er sich auf eine elfstündige Autofahrt. Vielleicht zu seinem Vater, der in Montana wohnt. Fazit: Ich kann nicht abwarten, was sich aus Jacksons Storyline entwickeln wird...
I know it's not real
Es war nur eine Frage der Zeit, bis „Grey's Anatomy“ in dieser Corona-Staffel die Corona-Leugner zu Wort kommen lässt. Als einem Corona-Leugner die Diagnose „Corona positiv“ gestellt wird, nutzt das Drama die Chance, um die Logik und die Art des Denkens der Corona-Leugner den tragischen Tatsachen gegenüberzustellen. So werden die Ärzte (in diesem Fall leider) nicht dafür bezahlt, Corona-Patienten im Krankenhaus noch kränker zu machen und sich nicht um deren eigentliche Erkrankung zu kümmern. Das erkennt man extrem in einer Szene, die die Verzweiflung des gesamten Gesundheitpersonals zum Greifen nahe bringt, ohne zu übertreiben. Mich hat diese Stelle durchaus auch an die vor kurzem veröffentlichte Dokumentation von Joko & Klaas erinnert.
So hat Bailey ihre Mutter an COVID verloren und sieht noch täglich die Trauer in den Augen ihres Vaters, während sie täglich unerbitterlich gegen dieses Virus kämpft - zu oft leider ohne Hoffnung auf Erfolg. Teddy (Kim Raver) merkt an, dass sie alle regelmäßig Nervenzusammenbrüche erleiden oder kurz davor stehen, weil sie sich so machtlos fühlen und eben die volle Macht dieser Krankheit zu spüren bekommen.
She was the most influential teacher I ever had.
Was nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die überaus bemerkenswerte Entwicklung von Schmitt (Jake Borelli). Er hat sich von „Glasses“ zu einem richtigen Arzt gemausert, der auch in Notfällen einen kühlen Kopf bewahrt und diesen auch ganz alleine lösen kann. Dabei hilft ihm Merediths (Ellen Pompeo) Stimme in seinem Kopf, die ihm sagt, was zu tun ist. Sie hat ihm über die letzten Jahre das nötige Werkzeug mitgegeben, um auch selbständig das Leben eines Patienten retten zu können. Übrigens: Merediths Gesundheitszustand hat sich zwar verbessert, jedoch immer noch nicht so weit, dass sie richtig aufwacht. Es gibt also Grund zur Hoffnung - es bleibt allerdings die Frage, wie berechtigt diese ist.
Fazit
Wie so oft widmet sich Grey's Anatomy in der aktuellen Episode äußerst wichtigen aktuellen und gesellschaftskritischen Themen. Dadurch wirkt die Folge überaus real - manchen mag das besonders gut gefallen, anderen - denen die Realität schon real genug ist - wiederum nicht. Ich finde, dass das Drama hier mal wieder gezeigt hat, welches Potential zur Entfaltung und welche Macht in ihm steckt. Insgesamt eine sehr gelungene Episode.
Hier abschließend der Trailer zur nächsten Folge, Good as Hell (17x13), der Serie „Grey's Anatomy“ auf dem US-Network ABC:
Verfasser: Maike Karr am Samstag, 17. April 2021
Grey's Anatomy 17x12 Trailer
(Grey's Anatomy 17x12)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?