Grey's Anatomy 15x07

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „Anybody Have a Map?“ / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode Anybody Have a Map? reisen Meredith (Ellen Pompeo) und Tom (Greg Germann) nach LA, um dort Catherine (Debbie Allen) zu untersuchen. Währenddessen macht Webber (James Pickens Jr.) eine schwierige Zeit durch und Jackson (Jesse Williams) und Maggie (Kelly McCreary) haben einiges aufzuarbeiten, was ihre Beziehung angeht.
Jaggie
Jackson wurde nach seiner Nahtoderfahrung bewusst, dass er eine Menge zu verarbeiten hat (Verlust eines Kindes, Scheidung...) und entschied sich dazu, Seattle zu verlassen, um sich über einiges klarzuwerden. Seit kurzem ist er wieder zurück und bisher schien er kaum verändert. In der aktuellen Episode wird sich nun ihm und der Veränderung, die in ihm vorgeht, gewidmet. Diese wird dadurch ausgelöst, dass Maggie eine Nachricht von einer Frau namens Kate auf Jacksons Handy liest und die Situation falsch interpretiert. Während sie annimmt, dass er eine Affäre hat, ist die Lage (meines Erachtens) noch viel schlimmer als das. Denn er hat mit Kate keine körperliche Beziehung, sondern vertraut ihr vollkommen seine Zweifel, Sorgen und Ängste an. Außerdem stellt sich heraus, dass er sich diesbezüglich auch an April (Sarah Drew) wendet.
Das sind alles Dinge, über die Jackson eher mit Maggie und nicht anderen Frauen sprechen sollte. Und genau das ist der entscheidende Knackpunkt. Hier entdecken wir den Riss in der Beziehung von „Jaggie“, die diese zum Einstürzen bringen könnte. So hat Jackson nicht das Gefühl, dass er sich Maggie gegenüber in dieser Richtung öffnen kann, da sie immer so gefühlskalt und verschlossen ist. Er schildert ihr die Situation und im ersten Moment scheint es auch so, als ob dieses Gespräch die beiden näherbringen würde. Stattdessen schüttet er ihr jedoch sein verwundbares Herz aus und sie läuft einfach davon - so wie er es vorher beschrieben und kritisiert hat. Am Ende der Folge steht die Beziehung zwischen Maggie und Jackson auf der Kippe. Sollten sie sich nicht darüber einig werden können, wie offen sie miteinander sein wollen und diesbezüglich das richtige Maß füreinander finden, werden es die beiden wohl nicht mehr lange miteinander schaffen.
In Szenen wie diesen fällt auf, wie unterschiedlich die beiden doch sind. Er ist ein gefühlsbetonter Mensch, der sich seinem inneren Leben stellen muss, damit er seine Sorgen nicht in sich hineinfrisst. Hierfür braucht er jemanden an seiner Seite, der entweder genauso fühlt oder zumindest für diese Seite von ihm da ist. Im Gegensatz dazu mag sie es lieber, sich auf sich selbst und ihre Arbeit zu konzentrieren, da sie es nicht gewohnt ist, über ihre Emotionen zu sprechen und sich dabei nicht wohl fühlt. Sie hatte nie besonders viele Freunde und hat sich deshalb gefühlstechnisch zurückgezogen, um sich diesen Situationen gar nicht erst stellen zu müssen.
Dr. Richard Webber
In den letzten Staffeln und Folgen entwickelte sich Dr. Webber, der insbesondere in den früheren Staffeln eine der Hauptfiguren dargestellt hat, immer mehr zu einer Randfigur. Umso schöner ist es zu sehen, dass er nun wieder mehr in den Mittelpunkt der Handlung gestellt wird. So begleiten wir ihn für eine kurze Zeit und erfahren hierdurch schnell, wie es ihm in seinem Leben geht.
Es ist doch immer wieder faszinierend, wie es „Grey's Anatomy“ schafft, uns innerhalb weniger Szenen von einer Figur emotional abhängig zu machen und um deren Tod zu trauern, obwohl wir sie noch gar nicht so lange kennen. So verhält es sich auch im Falle der schwangeren Krankenschwester, zu der Webber eine persönliche Bindung hegt. Als diese bei der Geburt des Kindes stirbt, trifft uns ihr Verlust insbesondere daher so sehr, da wir mit ihm mitfühlen und -leiden.
Dieser Verlust wirft Richard so sehr aus der Bahn, dass er ein AA-Treffen aufsucht und kurze Zeit später in einer Bar landet, in der man ein Jahr seiner Trockenheit gegen einen Drink eintauschen kann... Diese Szene ist äußerst stark aufgeladen, da sowohl wir uns als Zuschauer als auch er selbst sich nicht sicher sein können/kann, ob er rückfällig wird oder nicht. Letzten Endes tut er jedoch das einzig Richtige und bleibt stark. Anstatt der Versuchung nachzugeben, entscheidet er sich dazu, dem Barkeeper zu zeigen, was er von dessen Geschäftsmodell, das man, gelinde gesagt, einfach nur als menschenverachtend beschreiben kann, hält. Dabei wird er jedoch gewalttätig, was ihm noch teuer zu stehen kommen wird...
Diese vergleichsweise unbedeutende Leidens- und Verlustgeschichte wird so stark emotional aufgeladen, dass sie eine große Auswirkung auf unsere Gefühlswelt hat. Dieser Handlungsstrang hat aber auch die Aufgabe erfüllt, uns Webber und seinen immerwährenden Kampf mit sich und seiner Krankheit vor Augen zu führen. Durch diesen Verlust wurde uns verdeutlicht, wie instabil Webber (aufgrund seines Alkoholismus) ist. Dieser Tatsache ist sich auch Catherine (Debbie Allen) bewusst.

Dr. Catherine Fox
Aus diesem Grund hat sie ihrem Ehemann noch nichts von ihrem fatalen Gesundheitszustand erzählt. Zuerst wollte sie sich im Klaren darüber sein, wie es um sie steht. Um das herauszufinden, hat sie zwei ehemalige Kollegen zu sich nach LA an die neu errichtete Klinik der Catherine-Fox-Foundation kommen lassen - Dr. Tom Koracick und Dr. Meredith Grey. Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich noch mal kurz betonen, wie toll ich es finde, dass es „Grey's Anatomy“ doch immer wieder gelingt, auf Vorfälle zurückzugreifen, die schon lange her sind. Angefangene Handlungsstränge wie der, dass die Stiftung von ihrem Mann Harper Avery nun ihren Namen trägt und ihr übertragen wurde, werden bei dem Drama stets weitergeführt und beendet - ein Attribut, das man bei weitem nicht jeder Serie zuschreiben kann. In der Richtung müssen sich noch einige Dramen eine Scheibe abschneiden.
Zurück zu Catherine Fox. Wie sich herausstellt, hat sie eine schwer zu besiegende Art von Krebs erwischt. Merediths und Toms Sicht auf ihre Lage lädt nicht gerade zum Optimismus ein. Zuletzt führt uns aber Catherine erneut vor Augen, was sie schon alles durchgestanden und gemeistert hat in ihrem Leben. Dabei beweist sie, dass sie mehr als gewillt ist, sich dem Kampf gegen den Krebs zu stellen und dabei alles zu geben. Es bleibt zu hoffen, dass Webber diese Neuigkeit gut aufnehmen wird - so gut, wie man das in so einer Situation nun mal kann. Zudem sollte man alle Daumen drücken, dass seine Frau diesen Kampf gewinnt. Eine weitere Frau, die er liebt, zu verlieren, wird er wohl nicht überstehen. Durch den Tod von Ellis und Adele musste er schon genug durchmachen...
Fazit
Indem man sich in Anybody Have a Map? auf einzelne Figuren konzentriert, kann ihr Innenleben besser dargestellt werden. Dadurch können wir diese besser verstehen und das Drama gewinnt an Tiefe, die diesem zugutekommt. Die darin erzählten Handlungsstränge deuten jedoch eine nahende düstere Zeit an. Sowohl für Webber und seine Frau als auch für Maggie und Jackson wird es nicht einfach werden...
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Verfasser: Maike Karr am Freitag, 9. November 2018Grey's Anatomy 15x07 Trailer
(Grey's Anatomy 15x07)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 15x07
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