Gotham 2x21

Nachdem sich Gotham zuletzt von Azrael aka Galavan (James Frain) verabschiedet hat, werden in A Legion of Horribles die nĂ€chsten Monster aus dem Keller des Arkham Asylum losgelassen. Neben einem ominösen Gestaltenwandler gehört vor allem die Reinkarnation Fish Mooneys (Jada Pinkett-Smith) dazu. DarĂŒber hinaus wird noch schnell eine Verbindung zu dem aus den Comics bekannten „Court of Owls“ aufgebaut, wĂ€hrend sich Selina mit ihrer feuerfesten Freundin herumschlagen darf.
My name is Fish Mooney, bitch.
Die RĂŒckkehr der einstigen Grand Dame von Gotham kommt zunĂ€chst mit recht wenig Tamtam aus, da Fish Mooney anscheinend etwas von ihrem riesigen Ego wĂ€hrend ihrer Zeit im Jenseits einstecken musste. Nichtsdestotrotz stellt sie das erste gelungene Experiment von Hugo Strange (BD Wong) dar. Die Erinnerung ĂŒber das frĂŒhere Leben konnte dabei mit ins neue ĂŒbertragen werden. SelbstverstĂ€ndlich wird zudem auch noch ihre DNA etwas erweitert und muss bei ihrem Namen natĂŒrlich einen maritimen Touch bekommen.

So wird aus ihr schnurstracks Tintenfish Mooney, die neben einem schicken Aqua-Woman-KostĂŒm auch noch die FĂ€higkeit besitzt, ihre Gegner in bester Austin-Powers-Manier um den Finger zu wickeln. Wenn man diese FĂ€higkeit mit dem Umstand vergleicht, dass Mooney in der ersten Staffel genau diese eine FĂ€higkeit nutzte, um sich aus den FĂ€ngen von Dr. Dulmacher (Colm Feore) zu befreien, bleibt also eigentlich alles beim Alten. Ich persönlich freue mich darĂŒber, dass das unertrĂ€gliche Overacting aus Staffel 1 zunĂ€chst etwas reduziert wurde.
Strange is losing control.
Der Hauptplot der Episode dreht sich jedoch um eine Rettungsaktion von Selina Kyle (Camren Bicondova), die nicht nur die beiden Trojaner Bruce (David Mazouz) und Lucius Fox (Chris Chalk) sowie den schlecht verkleideten Jim (Ben McKenzie) auf den Plan ruft, sondern zum Ende der Episode noch die neue Position Bullocks (Donal Logue) ausnutzt, um die gesamte „Strike Force“ hinterher zu schicken. So simpel der Plan auch klingt, so sehr ist er natĂŒrlich zum Scheitern verurteilt.
Das fĂŒhrt dazu, dass wir mal wieder dabei zusehen dĂŒrfen, wie unser MilliardĂ€rssohn um sein Leben kĂ€mpfen muss, wofĂŒr sich der nun auch zu den Schergen Hugos zĂ€hlende Edward Nygma (Cory Michael Smith) die Methode einer Gaskammer ausgesucht hat. WĂ€hrend wir also darauf warten dĂŒrfen, dass dieser selbst fĂŒr Gotham-VerhĂ€ltnisse ĂŒberzogene Schurkenzug aus den Angeln gehoben wird, muss sich Jim einem weiteren neuen Bösewicht stellen.
Imitation of Life
Dessen plumpe Verkleidung als Mitarbeiter des Arkham Asylum wurde ihm nĂ€mlich von vornherein nicht abgekauft und fĂŒhrt dazu, dass unser Held zum Versuchskaninchen des neuen Gestaltenwandlers Basil (Brian McManamon) wird. Mag dieser zunĂ€chst auch keine allzu groĂe Ăhnlichkeit zu der Comicbuchvorlage haben, so handelt es sich anscheinend tatsĂ€chlich um die Gotham-Version von Clayface. Nachdem wir zuletzt auch noch den Mad Hatter angedeutet und Killer Croc bereits gesehen haben, wird die Liste der noch nicht gezeigten Batman-Bösewichte immer kĂŒrzer.

Doch damit nicht genug, greift Gotham nach der Familiengeschichte der Dumas nun wieder Elemente des „Court of Owls“ auf, indem Hugo Strange selbst zum Mitglied wird, das dafĂŒr sorgen soll, dass die Reinkarnationsformel gefunden wird. Neben einer wirklich merkwĂŒrdigen Nutzung des veralteten Röhrenfernsehers als Medium der Videokonferenz, kommt der âCoOâ insgesamt recht comicnah daher. Sicherlich stellen die Monster aus âIndian Hillsâ die Gotham-Version der Talons dar, wenngleich noch offen bleibt, wie sehr die ehemaligen FamilienhĂ€user mit diesem Plot verstrickt sind. Sollte dies der Fall sein, hĂ€tten die Galavans eigentlich bereits in der ersten HĂ€lfte der zweiten Staffel von den Experimenten wissen können.
Someone sure scrambled your eggs.
Der wohl langatmigste Plot der Episode dreht sich jedoch um Selina und ihren Versuch, ihre einstige Freundin Bridgit (Michelle Veintimilla) aus ihrer Isolationskammer zu befreien. Nicht nur scheinen die stundenlangen Flammenwerfereskapaden dermaĂen sinnlos zu sein, dass man sich fragen muss, warum Selina nicht mal nach einem Plan B schaut. Vor allem ist es wieder der ĂŒberzogene Umgang mit der GehirnwĂ€sche, der bei mir eher Fremdscham als Interesse weckt. So wird Selina zur neuen Dienerin, die die Rolle der Feuergöttin namens âFireflyâ fĂŒr sich ausnutzen möchte.
Fazit
Gotham weiĂ, wie man kurz vor dem Staffelfinale noch einmal das Interesse der Zuschauer weckt. Dabei helfen vor allem die Kaninchen Fish Mooney und Clayface, die Strange aus seinem Hut zaubert und seinen Plot mit einer Schar von Eulen garniert. Zusammen ergibt das also mal wieder einen Plot, der alle bisherigen Elemente miteinander verbinden soll, jedoch leider nicht ganz so unbeholfen daherkommt, wie er sicherlich wirken soll.

Neben so manch fragwĂŒrdigem Plotelement (wie dem Fernseher von Hugo Strange oder der neuen Rolle von Edward Nygma) fĂ€llt fĂŒr mich vor allem mal wieder der Beigeschmack der heiĂen Nadel negativ ins Gewicht. Ich werde das GefĂŒhl nicht los, dass Gotham mal wieder versucht, mit der Erhöhung des Fan-Services davon abzulenken, dass innerhalb der Staffel immer wieder HandlungsstrĂ€nge angefangen und in Nichtigkeit versenkt wurden.
Daher fĂ€llt es mir sehr schwer, mich diesen neuen Charakteren und mystischen ZusammenhĂ€ngen mit voller Inbrunst hinzugeben. Zu oft wurde ich enttĂ€uscht, wenn groĂe Plotelemente angedeutet und nicht befriedigend fortgesetzt wurden. FĂŒr diese Episode schafft Gotham es zwar, durchaus spannende Momente und interessante Charaktere zu zeigen. Dennoch wird das kommende Staffelfinale mein letztes Review zu dem Batman-Prequel darstellen. Also freue ich mich noch einmal auf ein fĂŒr Gotham-VerhĂ€ltnisse fulminantes Finale, wĂ€hrend meine Erwartungen an die Serie als Ganzes schon lange versiegt sind.
Trailer zur kommenden âGothamâ-Episode: Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 17. Mai 2016Gotham 2x21 Trailer
(Gotham 2x21)
Schauspieler in der Episode Gotham 2x21
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?