Gotham 2x20

Nachdem wir in der letzten Episode Azrael das neue Alter Ego Theo Galavans (James Frain) kennenlernen durften, nimmt dieses in Unleashed sein altes Ziel Bruce Wayne (David Mazouz) ins Visier. Widmet sich die Folge dabei auch größtenteils leeren Morddrohungen und mit der heißen Nadel gestrickten Verbrüderungen, so bekommen wir neben ein paar neuen Schurkenandeutungen am Ende eine Überraschung serviert, die wohl amüsanter kaum sein konnte. Leider schafft sie es nicht, die vorherigen Schwächen auszumerzen.
Gotham Tag Team Tournament
Zwar hat sich Gotham wohl doch nicht so schnell von ihrem aktuellen Captain (Michael Chiklis) verabschiedet, wie wir es vom Anfang der Staffel durch den Besuch der Maniax noch kennen. Trotzdem erkennt auch der neue Aushilfe-Captain Bullock (Donal Logue) langsam ein Muster darin. Auch ihm fällt auf, dass es das GCPD seinen Gegnern nicht allzu schwer macht, den ganzen Laden im Handumdrehen aus den Angeln zu heben. Zum Glück schafft es der aktuelle schwarze Ritter Gotham Citys jedoch nicht, mit seiner stumpfen Klinge jemanden direkt ins Jenseits zu schicken.
Das führt dazu, dass auch Galavans Schwester Tabitha (Jessica Lucas) recht unmotiviert auf dem Krankenbett landet, nachdem ihr Bruder sie leider nicht mehr erkennen konnte. Dafür lenkt sie dessen Blick weg von Jim Gordon (Ben McKenzie) und nun gänzlich auf den jungen Wayne. Dieser schickt schnell noch die sich gerade aus Emotionsgründen auf dem Taubendach ihrer einstigen besten Freundin Bridgit (Michelle Veintimilla) befindenden Selina Kyle (Camren Bicondova) nach Arkham Asylum, wo sie sich im Lüftungsschacht mit dem flüchtenden Edward Nygma (Cory Michael Smith) verbündet.

Dabei wirft sie nicht nur einen Blick auf einen kurz angeteaserten Killer Croc, sondern trifft natürlich am Ende der Episode auch noch auf die ebenfalls per Gehirnwäsche ausgeschaltete Firefly. Wie zuvor schafft es die stiefmütterlich erzählte Beziehung zwischen Selina und Bridgit nicht, irgendeine eine Emotion bei mir wachzurufen. Ähnlich sieht es für mich auch bei dem plötzlich emotionalen Butch (Drew Powell) aus, der jedoch zusammen mit Oswald (Robin Lord Taylor) das letzte und erfolgreichste Bündnis gegen Galavan darstellt.
Kill Bruce Wayne
Doch bevor sich dieses mit einem explosiven Gruß vom Racheengel Azrael verabschieden darf, werden mal wieder sämtliche Batman-Charaktere mit dem Leben bedroht. Es tut mir wirklich leid, aber wenn nicht nur Bruce, sondern auch Oswald und Alfred mit dermaßen ernster Miene und dramatisch-musikalischer Untermalung bei mir irgendeine Form von Spannung erhaschen wollen, indem damit gedroht wird, dass sie ins Gras beißen könnten, wirkt das auf mich ebenso nach Effekthascherei wie die sehr mühselig hingedrehten Team-Konstellationen der Episode.
So gesehen bleibt auch der gesamte Einsatz von Azravan recht blass. Er schafft es lediglich, zwei Charaktere ins Krankenhaus zu bringen und nicht einmal, sein Ziel zu erreichen. Natürlich könnte eine Serie wie Gotham auch noch einmal den per Raketenwerfer zerfetzten Schurken wieder ins Leben zurückholen. Jedoch wäre das sogar für die Logik beziehungsweise Unlogik dieser Serie zu viel des Guten. Auf Erzählweisen wie die Treffsicherheit von Schüssen auf Galavan, die von 0 % in der letzten Episode zu 100 % bei Gordon in dieser Episode wechseln, gehe ich jetzt mal nicht weiter ein ...
Fazit
Zwar schafft es die Episode Unleashed, einen Schurken auf äußerst amüsante Weise aus dem Weg zu räumen. Jedoch stellt sich durch den angedeuteten Schichtwechsel mit der ihn nun ablösenden Firefly die Frage, ob man nicht mehr von dem einstigen Strippenzieher aus dem „Rise of the Villains“-Arc hätte erwarten dürfen. Stattdessen hinterlässt er nach seiner explosiven Verabschiedung lediglich zwei Krankenbettbesucher und einen Haufen neue Bündnisse zurück, die eventuell im weiteren Kampf gegen Hugo Strange (BD Wong) noch genutzt werden könnten.

Gepaart mit den immer wieder hervorgezogenen Morddrohungen gegen feste Charaktere aus dem Batman-Universum entsteht dabei der Eindruck, dass Gotham sich nur an kurzweiligen Erzählmomenten entlanghangelt, um ernsthafte Entwicklungen im Vorfeld auszubremsen. Wie in den letzten Wochen bleibt auch heute die Erkenntnis die gleiche: Wer puren Fanservice ohne Konsequenzen mag, erfreut sich an der Serie. Jeder, der etwas Konsequenz oder nachvollziehbare Handlungsstränge sucht, ist hier an der falschen Adresse.
Trailer zur kommenden Episode von „Gotham“: Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 10. Mai 2016Gotham 2x20 Trailer
(Gotham 2x20)
Schauspieler in der Episode Gotham 2x20
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?