Gotham 2x11

Während Bruce (David Mazouz) endlich dem Orden von Dumas zum Opfer fallen soll, bildet sich rund um Cobblepot (Robin Lord Taylor) und Jim (Ben McKenzie) ein Expertenteam, das sich um die Befreiung des jungen Waynes kümmert. Darüber hinaus pflanzt sich Jim fort, während Galavan aus dem Weg geräumt und der nächste big bad eingeführt wird. Gotham feuert im Mid Season-Finale alle Raketen ab und liefert die bisher wohl beste Episode der Serie.
Hey guys, fixed the hard drive!
Das beginnt bereits damit, dass Lucius Fox (Chris Chalk) endlich die Festplatte des geschrotteten Geheim-PCs repariert, welcher jedoch keinen allzu großen Fokus bekommt. Stattdessen macht er sich auf die Suche nach dem gefangen gehaltenen Bruce sowie dessen Butler Alfred (Sean Pertwee). Letzterer befindet sich jedoch immer noch auf der Flucht vor Tabitha (Jessica Lucas) und muss dafür sogar in einen alten Kühlschrank und polizeiliche Elektroschocker laufen. Sowohl Fox als auch Pennyworth sorgen in der heutigen Episode für einen gelungenen Anteil an humoristischen Anteilen, wobei ich ein bisschen Angst habe, dass Alfred langsam zum Clown der Serie abdriftet.
Derweil wacht Jim in der überraschenden Obhut des neuen Traumpaars Cobblepot und Nygma (Cory Michael Smith) auf, welche sich mit ihm gemeinsam auf die Jagd nach dem korrupten Bürgermeister Galavan (James Frain) machen wollen. Captain Barnes (Michael Chiklis) verteidigt jedoch weiterhin die Position dessen und macht stattdessen per Fahndung Jagd auf den immer weiter abdriftenden Jim.

Das Ganze mündet schließlich in den Oswald's Eleven, die gemeinsam mit der aus dem Nichts reinspringenden Selina (Camren Bicondova) die Höhle der Dumas-Mönche infiltriert, um dem Ganzen den Garaus zu machen. Auch wenn es etwas enttäuschend ist, dass Nygma dieser Gruppierung nicht angehört, macht es tatsächlich großen Spaß, Bullock (Donal Logue), Pennyworth, Gordon, Cobblepot und Co als äußerst homogenem Team zuzusehen.
Jesus Bruce Superstar
Doch bis diese ihn endlich aus der Geiselnahme befreien können, darf sich Bruce noch einmal ein bisschen Liebesdrama widmen, wenn Silver (Natalie Alyn Lind) von Theo dazu eingesetzt wird, diesen wieder einmal um den Finger zu wickeln. Doch nach den letzten Ereignissen hat sie ihre eigene Maskerade satt und offenbart ihm stattdessen ihre wahrhaftige Liebe.
Bruce selbst wird uns dabei eher nach Jesus-Muster gestrickt, wenn er im weißen, weiten Gewand seine innere Ruhe findet, seinem eigenen Tod selbstsicher entgegengeht und schließlich auch Silver all ihre Sünden vergibt. Langsam frage ich mich dabei, ob der zukünftige Batman vielleicht ein bisschen unreifer sein müsste, um sich als Ausweg zum Superhelden aufschwingen zu müssen. Insgesamt kann er bezüglich seines Reifestadiums eigentlich mit sämtlichen Erwachsenen der Serie mithalten.

In dem sich überschlagenden Ende werden die Mönche genauso schnell aus dem Weg geräumt wie einst die GCPD durch die Maniax. Tabitha und Silver raffen sich zusammen, lassen Theo hinter sich und liefern diesen somit dem immer noch ambivalenten Jim ans Messer. Zwischen moralisch vertretbarer Festnahme und abtrünnigem Mord entscheidet sich dieser zunächst für Ersteres, schafft es schließlich jedoch mithilfe Cobblepots, seine innere, düstere Seite rauszulassen und Galavan per Pistolenschuss hinzurichten.
Teaser, Teaser, Plot, Plot
Doch neben dem Kernplot der Episode sind es vor allem die angedeuteten Informationen und Charaktere, die die Spannung auf die zweite Hälfte der Staffel ins Unermessliche steigern. Neben dem reparierten Bat-Computer, der nun endlich den Batcave-Plot vorantreiben konnte, bedeutet besonders die Schwangerschaft von Leslie (Morena Baccarin) einen potentiellen Charakter, über den hier schon viel spekultiert wurde.
Nicht nur, dass somit die reale Schwangerschaft Baccarins in die Serie einbezogen wird, viele spekulierten bereits über die spätere Tochter Gordons, die den gleichen Namen wie seine Exfreundin trägt. Bekommen wir also vielleicht bald die kleine Barbara Gordon zu Gesicht, die durch gewisse Gründe nach Barbara Kean (Erin Richards) benannt werden könnte und später zu Batgirl wird?
Weitere Teaser werden darüber hinaus in den letzten beiden Szenen präsentiert. So besuchen wir ein weiteres Mal das berüchtigte Labor der „Indian Hills“, wobei auch das erste Mal der Name des mit BD Wong besetzen Huge Strange als Leiter dieser Abteilung fällt. Doch nicht nur Galavan soll hier trotz seines formhübsch verschluckten Regenschirms wiederbelebt werden - trauen wir den Bildern, scheint auch Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) ihren Weg unter die Erde gefunden zu haben.
Doch damit immer noch nicht genug, wir bekommen zuletzt noch einen Mann zu Gesicht, der eventuell Oswalds Vater sein könnte, erinnert das Profil doch an den bereits für diese Rolle besetzten Paul Reubens. Doch nicht irgendein namenloser Schurke ist ihn auf den Fersen, sondern der bereits für die zweite Hälfte angepriesene Victor Fries (Nathan Darrow). Zwar erinnert er The Flash-Fans vielleicht ein bisschen zu sehr an Captain Cold (Wentworth Miller), doch ich bin sehr gespannt auf dessen eiskalte Taten in der zweiten Hälfte.
Fazit
Nicht nur die musikalische Untermalung, auch die sich endlich zuspitzenden Plots sowie die neuen Informationen und charakterlichen Momente in Worse Than A Crime schaffen es, die Winterpause mit der wohl größten Spannung zu hinterlassen, die die Serie bisher aufbauen konnte. Wen scharrt Hugo Strange noch alles um sich, wann bekommen wir Jims Kind zu Gesicht und welche Rollen werden noch Nygma, Cobblepot und Fries einnehmen?

Im Gegensatz zum letzten Mid Season-Finale, das auf unglaubwürdige Art und Weise die Verbindung zwischen Cobblepot und dem ehemaligen Mafioso Falcone (John Doman) aufdecken sollte, macht die heutige Episode alles richtig und unterhält in ganzer Breite. Sicherlich sind ein paar Elemente wie die Vergebung des jungen Waynes oder die plötzliche Emanzipation Tabithas etwas überspitzt, doch vor allem „Oswald's Eleven“ und die gekonnt inszenierte Ambivalenz Jims reißen das locker wieder raus.
Es ist dabei immer wieder schade, dass die Serie sich mit ihren packendsten Episoden und Aufklärungen immer so viel Zeit lässt und es leider nicht immer schafft, die Aufbauepisoden spannend zu gestalten, wie wieder anhand der letzten Episoden deutlich wurde. Sicherlich bleibt dabei auch viel Spekulationsraum, welche Experimente Hugo Strange in „Indian Hills“ treibt, wie er seine Insassen wiederbeleben wird und was im Zuge dessen mit diesen passiert.

Was den gesamten Galavan-Plot angeht, so hat mir dieser aufgrund der sich lange aufbauenden Stringenz und der Verbindung zum „Court of Owls“ prinzipiell besser gefallen als alles, was Gotham bisher geboten hat. Der ganz große Wurf bliebt dennoch nach wie vor aus. So wurde der zu Beginn als übermächtig inszenierte Strippenzieher von Episode zu Episode schlampiger und dessen auf Rache ausgelegter Charakter blieb dann doch etwas flach. Es bleibt festzuhalten, dass der „Rise of the Villains“ im Großen und Ganzen den Schritt in die richtige Richtung geht, jedoch weiterhin Luft nach oben ist.
Verfasser: Henning Harder am Dienstag, 1. Dezember 2015Gotham 2x11 Trailer
(Gotham 2x11)
Schauspieler in der Episode Gotham 2x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?