Good Trouble 1x01

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Gestern Abend feierte das The Fosters-Spin-off Good Trouble bei Joyn Primetime seine Deutschlandpremiere. Dabei werden die 13 Folgen der Debütstaffel jeweils wöchentlich auf der Streaming-Plattform erscheinen. In unserem Pilot-Review erfahrt Ihr, wie das Leben von Callie (Maia Mitchell) und Mariana (Cierra Ramirez) in Los Angeles weitergeht und wie die Serie sich von „The Fosters“ unterscheidet.
Das passiert in der Pilotepisode von Good Trouble
Nach fünf Staffeln wurde „The Fosters“ beendet und Callie und Mariana ziehen von zu Hause aus und begeben sich in die Stadt der Engel. In „Good Trouble“ verfolgen wir sie nach ihrem Universitätsabschluss auf ihren ersten Schritten im Berufsleben: Wie erwartet, hat Mariana das Studium am MIT erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun in einem hippen Software-Unternehmen in LA. Callie absolvierte ihr Jurastudium an der staatlichen Uni von San Diego magna cum laude. Sie wird bei einem konservativen Richter als Referendarin arbeiten. Die linksliberal eingestellte Callie hofft, den Richter Schritt für Schritt von ihren Weltansichten überzeugen zu können.
Unter ihren Kollegen herrscht hohe Konkurrenz und die Privatuni-Absolventen sind mehr vorgegaukelt höflich als authentisch nett. Diese geben ihr gegensätzliche Ratschläge, wie sie sich zu verhalten hat. Letzten Endes geht Callie, als ihr Vorgesetzter den Fall Thompson zugeteilt bekommt - ein junger Afroamerikaner, der von Polizisten erschossen wurde -, ihren eigenen Weg und ergreift die Chance, die liberale Seite des Falls aufzuzeigen. Damit fährt sie sowohl gut als auch schlecht. Zum einen wird sie zur leitenden Referendarin in dem Fall ernannt und kann somit ihre liberale und progressive Sichtweise einbringen. Zum anderen wird ihr das nicht viel nützen, da Richter Wilson ihre liberalen Argumente nutzen wird, um sich darauf vorbereiten zu können.
Zu Hause läuft auch nicht alles so rund, denn die zwei Schwestern sind in eine Kommune eingezogen, was zumindest Callie nicht bewusst war. Zudem werden ihre Klamotten und Möbel aus ihrem Umzugswagen gestohlen und sie müssen für das Parken in der gelben Zone eine Strafe zahlen. Vor allem aufgrund des Umstands, dass sie sich Bad und Küche mit rund einem Dutzend Menschen teilen müssen, fühlt sich Callie äußerst unwohl und möchte aus der preiswerten Kommune aus- und in eine überteuerte Wohnung einziehen. Das Problem hierbei: Callie ist diejenige, die sich die teure Wohnung nicht leisten kann. Für Mariana wäre es kein Problem, woanders zu wohnen.
Zu ihrem Unwohlsein in der Wohnung trägt auch der Umstand bei, dass sie mit dem äußerst attraktiven Gael einen One-Night-Stand hatte. Dieser wohnt nicht nur in der gleichen Kommune wie sie, sondern ist auch der Arbeitskollege von Mariana, auf den diese total abfährt. Als Callie das erfährt, möchte sie die Affäre mit dem Grafikdesigner beenden. Das gelingt ihr jedoch erst, nachdem sie noch einmal schwach wird. Als Callie Mariana die Lage erklärt, ist diese gar nicht mal besonders wütend oder enttäuscht und die beiden müssen feststellen, dass Gael sich schon mit jemand anderem, einem Mann, begnügt.
Bei Mariana läuft auch nicht alles rund: Ihre ersten Arbeitstage verlaufen mehr schlecht als recht. Ihre Entwicklerkollegen nehmen sie nicht ernst, weil sie in einem roten Kleid anstatt in legeren Klamotten bei der Arbeit auftaucht. Sie machen sich über sie lustig und geben ihr Aufgaben, für die sie viel zu überqualifiziert ist. Beim Mittagessen macht sie außerdem vor Nervosität nur peinliche Kommentare. Dank des Rats einer weiblichen Entwicklerteamchefin ändert sie ihren Kleidungsstil und spricht den CEO der Firma an, um ihm eine App zu pitchen. Letzteres geht total nach hinten los und sie wird vor versammelter Mannschaft von der Personalchefin rundgemacht.
So kommt die Pilotepisode von Good Trouble herüber
Der Streit beziehungsweise das Drama, das zwischen Callie und Mariana konstruiert wird, erscheint mir nötig, um der Pilotfolge den nötigen Pepp zu verleihen. Dadurch sollte demonstriert werden, dass zwischen den zwei Schwestern nicht immer heile Welt ist und sie auch durchaus mal auf den Putz hauen können. Dass jedoch alles bei den beiden zu Beginn schiefläuft, erscheint mir doch wie ein billiger Trick, um Drama zu erzeugen. Auch die sich entspinnende Dreiecksbeziehung zwischen Callie, Mariana und Gael hat man schon viel zu oft gesehen. Diese wird jedoch glücklicherweise zum Ende der Episode abgeblockt.
Nicht nur zwischen Callie und Mariana entbrennt ein Streit, der für Drama sorgt, sondern auch bei den neuen Arbeitsstellen geht es nicht optimal her. Bisher wirkt der Einstieg, gerade bei Marianas Job bei den Software-Entwicklern, doch sehr klischeehaft. Hier bleibt es abzuwarten, ob es den Machern nach diesem wenig kreativen Start gelingt, eine Kehrtwende zu machen und eine originelle Handlung zu etablieren.
Die Entwicklung, dass Richter Wilson den Fall Thompson - auf die eine oder andere Art - zugeteilt bekommen würde, war vorherzusehen. Die Frage ist nun jedoch, was aus dieser Storyline gemacht beziehungsweise wie mit ihr umgegangen werden wird. Somit greift Good Trouble wie seine Mutterserie wichtige, brandaktuelle gesellschaftspolitische Themen auf und verpackt diese in seinen Storylines. Inwiefern dabei in die Tiefe gegangen wird, das sei mal dahingestellt. Fest steht jedoch, dass auch The Fosters solche Elemente beinhaltete.

Für mich gibt es jedoch auch Positives hervorzuheben: Mir erscheint es schon jetzt so, als ob Callie und Mariana ein Zuhause fernab von zu Hause in dieser Kommune gefunden haben. Ich bin mir sicher, dass sich die Mitglieder dieser Wohngemeinschaft mit der Zeit zu einer richtigen Familie entwickeln werden. Dabei ist schon jetzt zu spüren, welches Potential in diesem Zusammenleben steckt: Es wirkt beinahe wie eine neue, frische, junge und hippe Variante der chaotischen Adams/Foster-Familie. So ist auch dieses Zuhause voller Leben und voller Menschen, die nicht unterschiedlicher sein können. Hier treffen verschiedene Meinungen und Lebensweisen aufeinander, von der alle Mitglieder nur profitieren werden. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es dadurch auch immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommen wird, die dann wiederum für das nötige Drama sorgen werden.
Somit wird an dieser Stelle für mich Altes mit Neuem verbunden: Das Spin-off ähnelt doch sehr der Mutterserie, wirkt allerdings durch die Verlegung in ein neues Umfeld - neuer beziehungsweise erster Job, neue Stadt und neue beziehungsweise erste eigene Wohnung - doch sehr jung, frisch und lebendig. Dadurch empfiehlt sich „Good Trouble“ für all diejenigen, die gerne „The Fosters“ weiter gesehen und Callie und Mariana bei ihrem Lebensweg verfolgt hätten - oder auch einfach für diejenigen, die eine neue, hippe Serie suchen. Denn, um „Good Trouble“ schauen zu können, muss man beim besten Willen nicht vorher „The Fosters“ gesehen haben. In anderen Worten: Man benötigt kein Vorwissen, um sich die neue Serie auf Joyn Primetime anzusehen.
Übrigens ist für die Zukunft der Serie auch schon gesorgt worden: So wurde „Good Trouble“ bereits bis zu einer dritten Staffel verlängert. Diese wird jedoch erst Ende 2021 an den Start gehen.
Fazit
Wie erwartet, steckt die Pilotepisode von Good Trouble voller Chaos und Drama. Das erinnert sowohl im positiven als auch im negativen an die Mutterserie The Fosters. Manchmal wirkt das Drama zu konstruiert, doch die familiäre Atmosphäre sorgt für eine lebendige Stimmung. Durch den Umzug von einer großen (Adoptiv-)Familie in eine große gemischte Kommune wird Altes mit Neuem gemischt. Dadurch wirkt „Good Trouble“ wie eine jüngere Version von „The Fosters“ und ist dadurch sowohl etwas für Fans des letzteren als auch für Neueinsteiger, die eine hippe Serie suchen.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Good Trouble“:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 30. Oktober 2020Good Trouble 1x01 Trailer
(Good Trouble 1x01)
Schauspieler in der Episode Good Trouble 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?