Game of Thrones 2x09

Game of Thrones 2x09

War is Coming - so lautet der Slogan für die zweite Staffel von Game of Thrones. In Blackwater ist der Krieg nun angekommen. Die Lannisters und Stannis Baretheon kämpfen um King's Landing.

Bronn (Jerome Flynn) startet ein kleines Feuer... / (c) HBO
Bronn (Jerome Flynn) startet ein kleines Feuer... / (c) HBO

Während Stannis (Stephen Dillane) mit seiner Flotte immer näher rückt, bereitet man sich in King's Landing auf die bevorstehende Schlacht vor. Die Chancen stehen sehr schlecht, da Stannis mit seinen Truppen zahlenmäßig haushoch überlegen ist. Cersei (Lena Headey) macht sich deshalb schon mal auf das Schlimmste gefasst - und lässt sich eine Ampulle mit Nachtschatten bringen. Lebend soll sie niemand gefangen nehmen.

Ihr Bruder Tyrion (Peter Dinklage) hat jedoch einen Plan, wie er Stannis aufhalten will. Er lässt dessen Flotte ungehindert in die Bucht segeln. Dort lauert er ihnen jedoch mit einem unbemannten Schiff auf, welches kielhoch mit Wild Fire (Phosphor) beladen ist - und von Tyrion wie eine gigantische Seemine eingesetzt wird. Tatsächlich gelingt es ihm damit, einen Teil von Stannis' Flotte zu zerstören. Dieser setzt den Angriff auf King's Landing jedoch ungebrochen fort...

Die Schlacht zieht herauf

Blackwater ist in jeder Hinsicht eine ungewöhnliche Game of Thrones-Folge. Nicht nur, weil es diejenige Episode in der zweiten Staffel ist, die von Romanautor George R. R. Martin höchstpersönlich verfasst wurde, sondern vor allem, weil die Episode sich ganz auf ein einzelnes Ereignis, die Schlacht um King's Landing, konzentriert. Alle anderen Plots werden dafür in dieser Woche ausgeblendet. Was sollte auch schließlich in der Aufmerksamkeit der Zuschauer mit diesem spannungsgeladenen Höhepunkt konkurrieren? Da handeln die Macher dramaturgisch schon sehr richtig.

Die Folge fängt perfekt die (Un-) Ruhe vor der Schlacht ein; die sichtliche Nervosität auf der einen und die vermeintliche Siegesgewissheit - von Matthos (Kerr Logan) - auf der anderen Seite. Gesteigert wird diese Unruhe akustisch durch die Signale der heraufziehenden Schlacht: die Glocken an Land und die Kriegstrommeln auf See, welche auch die Anspannung des Zuschauers nochmals erhöhen.

Wild Fire

Eine erste Lösung erfährt diese Anspannung bei Tyrions kleinem Seemanöver mit dem Wild Fire, was - da gibt es wohl kaum eine Diskussion - eine der spektakulärsten und aufwändigsten Actionszenen ist, die je in einer Fernsehserie zu sehen gewesen sind. Nichts gegen das spritzende Blut, die eingeschlagenen Schädel und die abgehackten Körperteile in der anschließenden Schlacht. Das macht ebenfalls Einiges her - und hilft Game of Thrones dabei, den Leichenschnitt wieder etwas anzuheben „40491“. Die Schiffsexplosion gehört jedoch definitiv und uneingeschränkt in die Kategorie „wie im Kino“. Und das ist in diesem Fall keine Übertreibung, sondern eigentlich sogar schon fast schmeichelhaft dem Kino gegenüber.

Natürlich bergen ausgibige Actionszenen immer auch das Risiko, dass sie trotz aller audiovisuellen Opulenz den Zuschauer nach einer Weile kaltlassen, weil ein langanhaltendes Effektfeuerwerk auf die Dauer seinen Reiz verliert. Siehe dafür als Paradebeispiel die beiden „Matrix“-Fortsetzungen. Blackwater umgeht dieses Problem jedoch sehr geschickt dadurch, dass die Actionszenen unmittelbar mit der Dynamik der Figuren verwoben sind.

Der Löwe

Über den reinen visuellen Schauwert hinaus macht die Schiffsattacke schließlich deshalb so viel Spaß, weil Tyrion damit seinem vorlauten Balg von einem Neffen / König (Jack Gleeson) sein strategisches Geschick unter Beweis stellen kann.

Und während Joffrey sich auf Wunsch seiner Mama mit eingekniffenem Schwanz - o, was hatte er sich vorher aufgespielt, als er Sansa (Sophie Turner) sein Schwert hat küssen lassen! - vom Schlachtfeld verkrümelt, erweist sich Tyrion als eben jener „Löwe“, wie er von Shae (Sibel Kekilli) ohnehin schon genannt wird, und schart mit einer feurigen Rede nicht nur die demoralisierten Truppen um sich, sondern gibt auch in der Schlacht eine sehr gute Figur ab. Während selbst der sonst vermeintlich so mordhungrige Sandor (Rory McCann) auf einmal mitten im Kampf so jegliche Lust am Weitertöten verliert, säbelt Tyrion munter Beine ab - und kämpft bis zum sprichwörtlichen Umfallen.

Rettung in letzter Sekunde

Was Blackwater so spannend macht, ist natürlich nicht zuletzt die Erinnerung an Baelor, die vorletzte Folge der ersten Staffel, als Ned (Sean Bean) den Kopf verlor. Entsprechend nervös konnte man sein, ob - Vorlage hin oder her - nicht eine oder mehrere weitere Hauptfiguren würden dran glauben müssen.

So fiebern wir ja nicht nur mit Tyrion, dessen Kopf in der Schlacht einer Klinge schon bedrohlich nahe kommt, sondern auch mit Sansa, die von ihrer Schwiegermama in spe einen Weinbecher nach dem anderen gereicht bekommt, was uns angesichts der alles andere als heiteren Stimmung von Cersei besorgt fragen lässt, ob sie nicht vielleicht noch eine andere Substanz ins Getränk gerührt hat. Dazu kommt natürlich auch noch die Sorge um Shae, welche sich zwar kämpferisch gibt. Aber ob ihr dieser kleine Dolch wirklich helfen würde, falls sie als Tyrions Geliebte enttarnt werden würde?

Am Ende bleibt das große Sterben auf Seiten der Hauptfiguren allerdings aus - dank Opa Tywin (Charles Dance), der also doch nicht losgezogen ist, um es mit Robb aufzunehmen, sondern lieber erst seinen Kindern im Kampf gegen Stannis beistehen wollte. Wenn es etwas gibt, das man an der Folge kritisieren kann, dann ist es dieses Ende, das ein wenig nach deus ex machina schmeckt (auch wenn wir natürlich schon wussten, dass Tywin mit seinen Männern in Harrenhal losgeritten ist). Natürlich bringt es auch einen Vorzug mit sich: So ist Tywin endlich wieder mit dem Rest seiner Familie (minus Jamie) vereint, was insbesondere in einer Hinsicht amüsant zu werden verspricht: Denn viel Geduld wird der alte Herr mit seinem Enkel auf dem eisernen Thron sicher nicht aufbringen.

Fazit

Ohne wenn und aber die bislang stärkste Folge der Staffel, vom ersten bis zum letzten Augenblick hochspannend. Man muss sich nur fragen, wie das Staffelfinale das denn überhaupt noch toppen will.

Promo zum Staffelfinale 2x10 „Valar Morghulis“

Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 28. Mai 2012

Game of Thrones 2x09 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 9
(Game of Thrones 2x09)
Deutscher Titel der Episode
Schwarzwasser
Titel der Episode im Original
Blackwater
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 27. Mai 2012 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 19. Juli 2012
Autor
George R.R. Martin
Regisseur
Neil Marshall

Schauspieler in der Episode Game of Thrones 2x09

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?