Fringe 5x09

Was ist passiert?
Das Radio aus der EpisodeThrough the Looking Glass and What Walter Found There (5x06) gibt auf einmal Töne von sich. Die Nachricht, die sich wie ein Morsecode anhört, lässt sich aber nicht entschlüsseln. Daher beschließen Olivia (Anna Torv) und Peter (Anna Torv), den Sender ausfindig zu machen. Über einen kleinen Umweg (und mehrere alte Leichen, unter anderem die von Sam Weiss) führt das Signal zu einem Haus auf einer Insel. Dort treffen sie zusammen mit Astrid (Jasika Nicole) und Walter (John Noble) auf Richard (Tom Butler) und Carolyn (Maria Marlow), die sich um das Observerkind (Roman Longworth) kümmern, welches Teil des Plans sein soll, an den Walter sich nicht erinnern kann. Michael, wie das Kind von Richard und Carolyn genannt wird, wird schließlich in die Obhut des Fringe-Teams übergeben.
Für Walter ist die gesamte Folge Black Blotter ein einziger, großer LSD-Trip. Er hat sich anfangs dabei erwischt, wie er abermals das Labor alleine verlassen wollte, und im Lagerraum LSD der Marke Black Blotter gefunden („a good batch“). Fortan halluziniert er, wobei es offensichtliche Halluzinationen gibt und solche, die sich erst später als welche herausstellen. Für ihn ist der Trip gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit, wobei ihn seine ehemalige Assistentin Dr. Carla Warren (Jenni Blong) und eine junge Nina Sharp (Blair Brown) zur Seite stehen. Carla zeigt ihm, was für ein Mann der alte Walter war und Nina warnt ihn, dass er dieses Kapitel seines Lebens nicht wieder öffnen sollte. Dabei ist dieser Einblick in die Vergangenheit notwendig, um das Passwort aus dem Radiosignal zu entziffern, welches Walter nach einer Monty-Python-artigen Halluzination auch im passenden Moment auf die Reihe bekommt. Es ist aber auch eine gefährliche Reise, denn der alte Walter droht wieder die Oberhand zu gewinnen - und vor nichts hat Walter mehr Angst.
Peter und Olivia
Nachdem Peter das Observerimplantat dank Olivia Ende der letzten Episode wieder entfernt hat, leidet er noch unter den Folgen: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Reue Olivia gegenüber, die er erneut verlassen hatte, um an den Observern Rache für den Tod von Etta zu nehmen. Auch für die beiden werden einige Erinnerungen an die Vergangenheit wach, als sich eine aufgefundene Leiche als die von Sam Weiss (Kevin Corrigan) entpuppt, den der Zuschauer zuletzt in der dritten Staffel gesehen hat.
Sam nahm offensichtlich teil am Kampf gegen die Observer und kannte vermutlich den mysteriösen Donald, der zusammen mit Walter am Plan gegen die Observer gearbeitet hat und weiterhin einen Auftritt schuldig bleibt. Da Sam vor allem für Olivia eine wichtige Rolle spielte, ist die Erkenntnis über seinen Tod ein weiterer Schlag in die Magengrube. Die Autoren schließen damit den Handlungsbogen um diese Person ab.
Gespannt sein darf der Zuschauer nun, wie Michael als Teil des Plans fungieren wird. Es sieht am Ende der Episode Black Blotter so aus, als ob Olivia und Peter ihn bereitwillig in die Arme schließen. Sie haben nun wieder ein Kind, um das sie sich kümmern können. Aber wird er ein Teil der Fringe-Familie bleiben?
Walter vs. Walter
Mit der Halluzination von Dr. Carla Warren, seiner ehemaligen Assistentin, die ihren letzten Auftritt in der Episode Peter (2x16) hatte, hat Walter die Folge über gut zu tun. Versuchte sie zu Lebzeiten noch, den alten Walter zur Besinnung zu bringen und ihm Grenzen aufzuzeigen, indem sie zum Beispiel von der Brücke zwischen den beiden Universen abriet, weil diese zerstörerische Auswirkungen auf beide Welten hätte (was ja auch eintraf), spielt sie als Halluzination die böse Fee, die es darauf abgesehen hat, den alten Walter zurückzubringen. Das Schlüsselobjekt, was Walters Erinnerungen an die alten Zeiten und seine alte Persönlichkeit mit starkem Gotteskomplex schließlich wieder hervorbringt, ist ein altes Laborjournal. Die gute Fee in Form der jungen Nina Sharp warnt Walter noch vor dessen Öffnung, aber er kann nicht widerstehen. Am Ende sieht es zunächst so aus, als wenn er den inneren Kampf doch gewonnen hätte, und er verbrennt das Journal. Mit Entsetzen muss er aber feststellen, dass das Journal selbst eine weitere Halluzination war.
Es bleibt vorerst offen, wie es mit Walter weitergeht. Einige Gedächtnislücken wurden geschlossen und die Gefahr, wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, ist enorm gestiegen. Auch das angedeutete Ziel seines Ausflugs, die Observer-Zentrale in Manhattan, lässt nichts Gutes ahnen. Dabei erwähnt Carla übrigens, dass Walter einst vorhatte, sein eigenes Universum zu erschaffen - eine klare Anspielung auf den Plan von William Bell (Leonard Nimoy) am Ende der vierten Staffel. Es ist daher wichtiger denn je, dass der Plan gegen die Observer - wie immer der am Ende auch aussieht - möglichst bald und erfolgreich durchgeführt wird.
Es wird fleißig gestrickt
Die Autoren haben tief in die Häkelkiste gegriffen und unzählige Referenzen auf die bisherige Geschichte von Fringe in diese Folge eingebaut. Dabei werden viele Erinnerungen beim Zuschauer wach, einige Erzählstränge weiter gesponnen, andere beendet und vor allem der alte Walter erneut beleuchtet.
Mutete die Entfernung eines Teils seines Gehirns in den alten Folgen vielleicht noch nicht ganz schlüssig an, wird hier gezeigt, wie groß Walters Gotteskomplex bereits war. Vor allem die wiederholte Betonung „There is only one God in this lab and it's not yours“ aus dem Mund des alten Walters, liefert den Grund für die Angst des jetzigen Walters vor sich selbst. In der letzten Szene steht er sich selbst gegenüber. Kann er die Oberhand behalten?
Das Ende der fünften Staffel rückt näher und näher, und damit der Abschluss der Serie Fringe. Vier Folgen stehen noch aus und die Spannung ist groß. Walters innerer Konflikt wird dabei sicher eine wichtige Rolle spielen.
Fazit: Black Blotter ist eine Walter-Folge, die den Zuschauer am inneren Kampf Walters mit teilweise absurden Szenerien teilhaben lässt. Das Auffinden von Michael treibt als Nebenhandlung die Geschichte voran und beendet die Suche, die in Episode Through the Looking Glass and What Walter Found There (5x06) startete. Nach den beiden Folgen, die Peter als Observer-Nemesis zeigten, wieder eine ruhigere Episode, die vor allem von John Nobles Schauspielkunst lebt und viele Einblicke in Walters Vergangenheit gewährt. Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 17. Dezember 2012(Fringe 5x09)
Schauspieler in der Episode Fringe 5x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?