Frequency 1x01

Frequency 1x01

Bei der nächsten Zeitreisegeschichte, deren Pilot jetzt draußen ist, handelt es sich um eine Serienadaption des Spielfilms Frequency. Peyton List nimmt darin via Funkgerät Kontakt mit ihrem verstorbenen Vater aus der Vergangenheit auf.

Peyton List in „Frequency“ / (c) The CW
Peyton List in „Frequency“ / (c) The CW

Nachdem schon NBCs Timeless diese Woche sein Debüt feierte, geht mit Frequency von The CW und Supernatural-Produzent Jeremy Carver gleich die nächste Serie zum Trendthema Zeitreise an den Start. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine Originalgeschichte, sondern um die Adaption des gleichnamigen Spielfilms mit Dennis Quaid und Jim Caviezel aus dem Jahr 2000. Wie in der Vorlage wird streng genommen weniger durch die Zeit gereist als vielmehr durch die Zeit kommuniziert.

I just called to say I hate you

Die Polizistin Raimy Sullivan (Peyton List) ist nicht besonders gut auf ihren verstorbenen Vater Frank (Riley Smith) zu sprechen. Abgesehen davon, dass er die Familie verlassen hat, war er als Cop wohl nicht ganz sauber, was ihn im Jahr 1996, zwei Tage nach Raimys achten Geburtstag, einholte und ihn mausetot im East River landen ließ. Raimy teilt diese intimen Informationen mit ihrem Freund Daniel (Daniel Bonjour), denn langsam wird es ernst zwischen den beiden und es sieht so aus, als sei der Heiratsantrag nicht mehr fern.

Zeitreise ist ziemlich funky. © The CW
Zeitreise ist ziemlich funky. © The CW

An ihrem Geburtstag kommt das in der Garage verstaubte Funkgerät zum Vorschein, das sie und ihr Dad damals zusammen benutzt haben. Raimy bittet Daniel es stehen zu lassen, doch während eines Gewitters reaktiviert der Apparat sich und stellt Verbindung zum selben Gerät in der Vergangenheit her. Nach ein paar Takten Smalltalk über Baseball muss Frank bald darauf feststellen, dass die Spielvorhersage seines Funkkontakts wahr wurde und die zunächst unglaubwürdig wirkenden Karten kommen auf den Tisch. Darüber hinaus beweist ein in der Vergangenheit erzeugter Brandfleck, der plötzlich in der Gegenwart sichtbar wird (ganz wie im Film), dass sich der Ablauf der Geschehnisse ändern lässt.

Unheimlich ulkig ist es, wenn Raimy versucht, ihren Freund in die Anrufe durch das Zeittelefon einzuweihen und der als Erklärungsversuch fast zusammenhangslos die Techno-Babble-Stichworte „Einstein“, „Quentenmechanik“ und „String-Theorie“ in die Luft wirft, so als würde dem Science-Fiction-„Quatsch“ allein durch die Macht der komplizierten Wörter Legitimation verliehen werden. Aber gut, wenigstens fangen sie in „Frequency“ nicht an, Papierblätter zu rollen, um das Biegen von Raumzeit zu demonstrieren.

Da die Zeit an jedweder Seite des Funkgeräts parallel verläuft, bespricht Raimy während einer hitzigen Aussprache die Details von Franks Ableben, denn schon am nächsten Tag steht jene nach hinten gehende Undercover-Operation an, die ihn das Leben kostete. Sein Stolz lässt nicht zu, die Operation abzusagen, denn er möchte sich seiner enttäuschten Familie beweisen, aber immerhin lässt ihn die Warnung aus der Zukunft Vorkehrungen treffen. Es handelte sich nämlich tatsächlich um einen Hinterhalt, den Kollegen von ihm zu verantworten haben, doch dieses Mal geht die Sache anders aus und Frank kommt knapp mit dem Leben davon. In der Gegenwart wird Raimy deshalb mit einem neuen Set an Erinnerungen ausgestattet. Sie erinnert sich nun an beide Realitäten, vor und nach der Änderung (just go with it). Frank ist allerdings nach wie vor tot. Er starb bei einem Autounfall vor fünf Jahren. Doch das ist nicht das Einzige, was sich geändert hat.

Daddy ist in Schwierigkeiten. © The CW
Daddy ist in Schwierigkeiten. © The CW

Zufälligerweise untersucht Raimy unter Franks altem Partner Satch Rayna (Mekhi Phifer) derzeit den Fall des sogenannten Nightingale-Killers, der es in den 90er-Jahren auf Krankenschwestern abgesehen hatte und eine Kollegin der Mutter umbrachte, deren Leiche nun gefunden wurde. Durch Franks Weiterexistenz in der Zeitlinie haben sich die Umstände allerdings dementsprechend verschoben, dass der Serienkiller jemand anderen ins Visier nahm und die gefundene Leiche entpuppt sich als die seit über 20 Jahren verschwundene Mutter (Devin Kelley). Das kann das Vater-Tochter-Gespann natürlich nicht auf sich sitzen lassen, womit uns wohl ab Folge zwei eine Parallelermittlung auf zwei Zeitebenen erwartet.

Fazit

Frequency wirkt weitaus hochwertiger, inspirierter und persönlicher als der direkte Zeitreiseserienkonkurrent Timeless. Die Handlung kommt äußerst rasch in die Gänge, Peyton List ist sehr sympathisch als durch die Zeit funkende NYPD-Polizistin und trotz des Serienkiller-Elements scheint es nicht so, als könne sich die Handlung in Zukunft zu sehr in einen Procedural-Takt schaukeln. Selbst das Make-Up, mit welchem die in den 90er-Jahren ihrem Alter entsprechenden Schauspieler für 2016 gealtert werden, ist überzeugend genug, um nicht störend aufzufallen.

Kleine Zugeständnisse, was die Zeitreiselogik betrifft, muss man natürlich auch hier machen. Speziell, wenn es um die doppelten Erinnerungen geht, oder das Antreffen von Daniel und seiner Alternativ-Realität-Freundin zur selben Zeit im selben Restaurant, wo Raimy mit ihm in der alten Zeitlinie verabredet war. Hier ein Auge zuzudrücken fällt jedoch sehr viel leichter, da wir zum Teil die Herleitung der neuen Realität mitverfolgen können und der Rest des Piloten einen so stimmigen Serienanfang liefert.

Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 6. Oktober 2016

Frequency 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Frequency 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Suche Funkkontakt
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 5. Oktober 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 2. Januar 2018
Regisseur
Brad Anderson

Schauspieler in der Episode Frequency 1x01

Darsteller
Rolle
Devin Kelley
Lenny Jacobson
Daniel Bonjour
Anthony Ruivivar

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