Fear the Walking Dead 4x07

© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Die falsche Seite“ (c) AMC
Zu Beginn der Fear the Walking Dead-Episode Die falsche Seite erleben wir in der Gegenwartshandlung den Ausgang der Schlacht zwischen den Überlebenden aus dem Stadion aka der erweiterten Familie von Madison (Kim Dickens) und den Vultures, die nach dem Schuss von Alicia (Alycia Debnam-Carey) auf John (Garret Dillahunt) doch einseitiger ausfällt als gedacht. Alicia, Strand (Colman Domingo) und Luciana (Danay Garcia, die an einer Stelle fast Charlie erschießt) können die übrig gebliebenen Geier nämlich ziemlich gut abwehren, während Naomi (Jenna Elfman) der Gruppe wohl nicht ganz so treu ergeben ist, wie uns der erste Eindruck weismachen wollte. Ihre Sorge gilt John, den sie so lange nicht gesehen hat und für den sie Gefühle hegt, was den Konflikt für sie nebensächlich werden lässt. Mit Morgans (Lennie James) Hilfe kümmert sie sich um seine Behandlung, doch inmitten der Kriegszone ist das zu riskant, so dass Althea (Maggie Grace) aktiviert werden muss, die zunächst als Reporterin mit der Kamera draufhält und ihre Story weiter festhalten möchte.
Hardcore Alicia
Als Anführer Mel (Kevin Zegers) abhauen möchte, unterbindet Alicia die Flucht mit einem Schuss aus dem Granatenwerfer. Diese Alicia ist wirklich kalt und abgebrüht, wahrscheinlich aber auch wegen der Ereignisse, die wir Stück für Stück in der Vergangenheitshandlung erfahren...
Althea mischt sich irgendwann dahingehend ein, dass sie die Waffen des SWAT-Truck auf Alicia richtet, damit der verletzte John fortgeschafft werden kann. Morgan kümmert sich darum, dass Charlie (Alexa Nisenson) überlebt, auch ohne die anderen Vultures, während Alicia sieht, dass Mel den Anschlag auf sein Leben schwer verbrannt überlebt hat und nun wissen möchte, wie lange Charlie Teil ihrer Gruppe war. Das erfährt sie aber nicht und es ist im Endeffekt auch egal, weil sie Mel kaltblütig tötet oder von seinem Leiden erlöst - wie man es auch sehen möchte. Nach dem, was mit Bruder Nick (Frank Dillane) passiert ist, kann man Alicias Rachegedanken durchaus verstehen und was mit Madison passiert sein dürfte, hat er auch direkt oder indirekt zu verantworten - noch wissen wir es auch nach dieser Folge nicht hundertprozentig.
Die Gegenwarts-Alicia sowie Strand und Luciana sind jedenfalls so angefressen, dass sie auch auf den fortfahrenden SWAT-Truck noch schießen, während die Zweckallianz mit Althea, John, Morgan und Co wohl erst mal zerbricht. Sehr interessant ist dabei, dass Morgan in eine Mediatorenposition gezwungen wird und einerseits dafür sorgt, dass Althea aktiv wird, und andererseits Charlie rettet und sich außerdem für John einsetzt. Nicht auszumalen, was sonst passiert wäre...

Althea ist jedenfalls erwartungsgemäß daran interessiert, was wirklich vorgefallen ist, zumal es bis vor wenigen Momenten noch hieß, dass Naomi im Stadion gestorben sei. Alles beginnt offenbar damit, dass Charlie im Stadion um Hilfe gebeten und in der Vergangenheit damit eine Kettenreaktion ausgelöst hatte.
Mitgefühl bedeutet das Anfang vom Ende

In der Vergangenheit klopft Charlie im Stadion an und wendet sich an Madison, weil Mel offenbar einen Unfall mit dem Bus hatte. Das Ganze soll nach einem Zerwürfnis mit Bruder Ennis passiert sein, der nachhelfen will, was die Integrität des Stadions und der dort zu holenden Vorräte angeht. Im Stadion werden derweil neue Äcker bestellt, was aber Monate dauern kann. Bis dahin sollen die Rationen die Gruppe über Wasser halten. Allerdings hat Nick große Bedenken wegen der Vertrauenswürdigkeit Charlies und Mels, da beide beim letzten Mal schon den Anbau sabotiert haben. Dennoch gewinnt die Menschlichkeit Madisons und Mel wird im Stadion von Naomi behandelt. Mels Gedanken gelten vor allem Charlie, die er nicht für sicher hält, weil Ennis einen Angriff plant, den er offenbar nicht mehr stoppen kann. Die Beweise, die Strand und Co finden, sprechen dafür, dass er die Wahrheit sagt, denn große Fuhren von Untoten wurden mit den entsprechenden Bannern gesammelt und sollen nun auf das Stadion und die Umgebung losgelassen werden. Madison und Co haben sich in den letzten Tagen auf solch einen Angriff vorbereitet und Wände verstärkt.
Im Gespräch mit Naomi versucht Mel, ihr klarzumachen, dass die medizinisch versierte Frau bei ihnen besser aufgehoben wäre und verspricht ihr Schutz als Gegenleistung für ihre Hilfe. Persönlich bin ich mir bei dem Handlungsstrang unsicher, was Sache ist, aber Verletzungen solcher Natur, die nach einem Autounfall entstehen, sind schwer zu fingieren und auch das Zusammensammeln der Untoten braucht einige Zeit, weswegen es durchaus hinkommen kann, dass es zu spät ist, den Angriffsplan abzublasen. Auch Naomi warnt Madison davor, sich zu sehr an das Stadion als Zufluchtsort zu klammern, weil sie gesehen hat, wie so etwas schiefgehen kann. Als Madison erfährt, was der Plan von Ennis ist, zwingt sie Mel dazu, in krankem Zustand abzuhauen, was sie wenig später bereut, da Nick und Madison seine Haut retten müssen.

In gewisser Weise ist es auch Madisons Stolz, der verhindert, dass sie trotz mehrerer Warnungen Mel wegfahren lässt, denn sie glaubt, dass ihre Ressourcen für einen Gegenschlag reichen und auch, dass sie und ihre Patchwork-Familie schon andere Situation durchgestanden haben. Im Kern geht es Madison weiterhin darum, ihre Kinder zu schützen und auch Nick erklärt, dass er seit dem Stadion klar auf ihrer Seite ist und deswegen eine Zeit lang Bedenken hatte, raus zu gehen. Ironischerweise ist ihm in den vielen riskanten Trips wenig zugestoßen, während er dann ja im Endeffekt von einem harmlosen Mädchen erschossen wird...
Parkplatz der wandelnden Toten

Wären Alicia, Nick und Mel nicht auf dem Parkplatz, müsste man sich wahrscheinlich gar keine großen Sorgen machen. Doch die Angreifer sorgen durch Brandattacken dafür, dass sich die Lage zuspitzt, das Auto umstellt wird und eine Befreiung unter diesen Umständen lebensgefährlich sein könnte. Wir wissen, dass sowohl Alicia, Nick und Mel zu dieser Zeit mit ihrem Leben davonkommen. Noch wissen wir nicht, was Madison dafür tun muss - die Vermutung: Sie stirbt beim Versuch und den sehen wir im Midseason-Finale. Strand und Luciana, die ihr helfen wollen, schaffen es bekanntlich auch. Oder kommt der große Twist und Madison hat sich irgendwie im Stadion verschanzt? Wir haben bei „FtWD“ immerhin schon andere wundersame Überlebende (Profi-Bauchklatscher Daniel) erlebt... Wenn sich Madison irgendwie in der Vorratskammer eingeschlossen hat, könnte sie noch leben. In der Gegenwart sehen wir nämlich die Rückkehr per SWAT-Truck ins Stadion, wo die Untoten in den Innenraum gesperrt wurden und aussehen wie nach einem Vulkanausbruch. Sie sind zwar verbrannt, aber weiterhin in der Lage, sich fortzubewegen und auch die Zähne von so manchem Exemplar scheinen unbeeinträchtigt zu sein, denn sonst könnte man davon ausgehen, dass zumindest eine Gefahr neutralisiert wäre.
Naomi verspricht sich, bei der Rückkehr zur Krankenstation etwas zu finden, womit sie John behandeln kann. Wer weiß, vielleicht finden sie ja noch eine weitere Überraschung. Irgendetwas lässt mich an ein Madison-Wunder glauben...
Fazit

Die falsche Seite ist die bisher vielleicht actionreichste Folge aus der vierten Staffel und scheut wieder einmal nicht davor zurück, einige Figuren endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Dass gerade Mel vor dem Halbstaffelfinale aus dem Spiel genommen wird, überrascht mich dann dennoch. Außerdem habe ich aktuell keinerlei Ahnung, wie die zweite Hälfte der Staffel auch nur ansatzweise aussehen wird, weil man an dem Punkt angekommen ist, an dem Vergangenheit und Gegenwart langsam parallel verlaufen. Wegen der aktuellen personellen Entwicklungen bei der Mutterserie The Walking Dead halte ich inzwischen selbst die Theorie der baldigen Fusion beider Serien gar nicht mehr für so abwegig... Zumal Morgan der Gruppe den Weg nach Virginia leiten könnte, nachdem sie alles verloren haben. Wo sonst sollten sie momentan hin? Eine Fusion mit den Vultures ist außerdem ausgeschlossen, da ohnehin nur noch wenige übrig sind. Die Zukunft ist also weiterhin überraschend offen, was mir ganz gut gefällt.
Die Actionszenen und ihre Verteilung passen auch gut. Dabei gelingt die Gewichtung besser als in der Mutterserie, auch wenn ich bei Ennis' Plan teilweise Probleme hatte, zu erkennen, was im Detail passiert. Mehr als zu wissen, dass Untote freigelassen werden, Feuer ins Spiel gebracht wird und dass die Clark-Geschwister in Gefahr sind, muss man aber wohl kaum verstehen.
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 4. Juni 2018(Fear the Walking Dead 4x07)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 4x07
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