Fear the Walking Dead 4x04

Fear the Walking Dead 4x04

In der Fear-The-Walking-Dead-Episode Buried erfahren wir von dem Moment, in dem klarwurde, dass das Stadion keine langfristige Zukunft hat. Journalistin Althea hört von der Geschichte der Überlebenden rund um Alicia und Strand.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ (c) AMC
© zenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ (c) AMC

Die Fear the Walking Dead-Episode Buried ist eine TrauerbewĂ€ltigungsepisode nach dem plötzlichen Ableben der Figur Nick (Frank Dillane) in der vorherigen Folge. Da der Rest der Gruppe einen Deal mit Althea (Maggie Grace) eingegangen ist, schulden Strand (Colman Domingo), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Luciana (Danay Garcia) ihr ihre Geschichte und entscheiden sich alle fĂŒr den gleichen Tag, an dem alles begann, den Bach runterzugehen.

How did you end up here?

Nachdem sich die Vultures vor dem Stadion breitgemacht und die Ernte sabotiert haben, behilft sich die Protagonistengruppe mit Viehfutter, das zum Strecken der Pancakes benutzt wird, aber eher widerwillig konsumiert wird. Da hilft auch der Syrup, der sich dem Ende neigt, nur bedingt ĂŒber die Runden. Man merkt, dass die PrĂ€senz der Geier negative Konsequenzen hat, die allen zusetzen. Neuankömmling Naomi (Jenna Elfman) versucht man zu sagen, dass es irgendwann sicherlich wieder besser wird. Nur: Wird es das? Madison (Kim Dickens) versucht, optimistisch zu bleiben und kreativ zu werden, was Orte angeht, an denen man nach Essen suchen kann, beispielsweise eine Bowlingbahn.

An diesem einen besagten Tag in der Vergangenheit gehen drei Duos auf Erkundungsreise. Nick und Luciana verschlÀgt es in eine Bibliothek, Alicia und Naomi in ein Schwimmbad und Strand und seinen GefÀhrten auf generelle Nahrungssuche, wobei Strand ihm etwas zeigt, was er geheim gehalten hat.

Bisher blieb Strand auf Distanz zu ihm, aber nicht, weil er Angst vor ihm hatte, sondern offenbar, weil Freundschaft oder tiefere GefĂŒhle im Spiel sind. Nach einer Begegnung mit Untoten, die womöglich Bekanntschaft mit einem Stachelschwein gemacht haben, weiht er ihn spĂ€ter darĂŒber ein, dass er wieder einmal vorgesorgt hat und ein Auto mit VorrĂ€ten fĂŒr zwei Personen, die einen Monat halten, versteckt hĂ€lt. Strand denkt zwar immer an seine Selbsterhaltung, er muss jedoch feststellen, dass er Madison und ihrer Familie mehr zu verdanken hat und eine feige Flucht damit wahrscheinlich unpassend wĂ€re. Sein Angebot wird dementsprechend ausgeschlagen, bald kommt er aber zur Vernunft und erscheint im Stadion mit den VorrĂ€ten, was Madison einen Motivationsschub verpasst.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ - © AMC

Kulturoptimisten

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ - © AMC

Nick ist neben Madison der grĂ¶ĂŸte Optimist der Gruppe und möchte etwas Nachhaltiges aufbauen. Dazu ist die BĂŒcherei der richtige Ort, denn in BĂŒchern steht die Wahrheit und es geht nicht nur um die unmittelbare Nahrungsbeschaffung, sondern auch den Wiederaufbau, der im Stadion möglich ist. Zu diesem Zeitpunkt hat Nick außerdem an die Rehabilitation von Charlie geglaubt, die, wie wir inzwischen wissen, jedoch nicht geglĂŒckt ist, weil sie Nick in der grauen Gegenwart umgebracht hat.

Luciana musste bei ihrer Zeit in La Colonia allerdings auch erst ĂŒberzeugt werden, dass es Probleme in dieser Community gab und der dortige AnfĂŒhrer ein großer SchaumschlĂ€ger war. Trotzdem ist sie eine Person, die an ZufĂ€lle und Bestimmung glaubt, denn ein Atlas und die erste Seite, die man aufschlĂ€gt, sollen das neue Ziel fĂŒr sie sein. Nick zieht jedoch eine andere Botschaft daraus: die Expansion und einen Ausflug in bisher unbekannte Regionen. Mehr als ein Trip ist womöglich gar nicht notwendig, um die nötigen Materialien fĂŒr den Wiederanfang zu sammeln. Dabei ist allerdings völlig unbekannt, was in diesem unbekannten Gebiet lauert oder ob die Geier gerade diesen Schritt vorausahnen...

Alicia ist derweil mit Naomi unterwegs und sie verschlĂ€gt es, wie bereits erwĂ€hnt, zu einem verlassenen Schwimmbad, dessen ZĂ€une einst einen Unterschlupf fĂŒr einige Überlebende geliefert haben. Zudem ermöglicht eine hochgelegene Wasserrutsche einen geschĂŒtzten RĂŒckzugsort. Genau diese klettern die Frauen hoch, wo sie dann ein hochkalibriges Gewehr finden, aber von einem Verstorbenen ĂŒberrascht werden und in einen Teil der Rutsche abgleiten, wo sie ohne Messer um ihr Leben kĂ€mpfen mĂŒssen. DafĂŒr hat Alicia aber einen Teil des Laufs des Gewehrs auf dem Weg nach unten mitgenommen, der in der Gegenwart angespitzt wurde und wohl so etwas wie ihre Lieblingswaffe geworden ist.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ - © AMC

Naomi kennt sich außerdem ein wenig mit Automodellen und deren Benzinverbrauch aus und versucht kurzfristig erneut abzuhauen und Alicia im Stich zu lassen. Da das Auto aber wegen Spritmangels liegen bleibt, kommt sie nicht weit und Alicia erfĂ€hrt von ihren Gedanken. Naomis Erfahrung als Krankenschwester haben sie gelehrt zu sehen, wann Patienten nicht mehr zu retten sind. Dasselbe dachte sie nun beim Diamond-Stadion gesehen zu haben und wollte daher vorbeugend ihre Haut retten. Alicia kann sie aber noch einmal umstimmen, erzĂ€hlt von ihrer eigenen Sinnkrise, weswegen Naomi statt zu fliehen bei der RĂŒckkehr im Stadion eine Krankenstation einrichten will, wobei Alicia helfen soll, was sie bereits im Hotel und auf der Ranch getan hatte.

Die Untoten in dieser Episode, also sowohl die Stachelschwein-Walker als auch die chlorgrĂŒnen Pool-Walker zeigen, dass sich das Effektteam wieder ordentlich ins Zeug gelegt hat und neben einer ordentlichen Story, die stimmig ist und ein gemeinsames Thema in dieser Episode verfolgt, auch bei der Gestaltung gute Arbeit leistet. Die Idee mit dem Schwimmbad und der Wasserrutsche ist dabei mein Episodenhighlight, weil es durchaus ein Novum ist, was man in rund 150 Episoden Franchisegeschichte gar nicht hoch genug einschĂ€tzen kann.

Die Geschichte der drei Duos verbindet, dass man, im Nachhinein betrachtet, bereut, sich so entschieden zu haben. Aber alle drei verschwiegen Madison bei ihrer RĂŒckkehr auch die volle Wahrheit und hatten so vielleicht einen Anteil an dem folgenden Niedergang der Gemeinschaft.

Geierfraß?

Madison erfĂ€hrt im Vergangenheitsteil der Episode außerdem mehr ĂŒber Mel (Kevin Zegers), den sie als jemanden einschĂ€tzt, der schon immer ahnte, wann Gefahr droht, so dass er das Weite Suchen konnte. Er erwidert aber, dass er sich in der genau gegenteiligen Lage befunden habe, als ein Feuer drohte und seine gesamte Familie und Gemeinschaft dahingerafft hat, weil er die Situation falsch eingeschĂ€tzt und diese zum Bleiben ĂŒberredet hatte. Das Nomadenleben der Vultures ist entsprechend eine direkte Reaktion auf die VorfĂ€lle und eine fatalistische Sicht auf die Notwendigkeiten des Überlebens, die jedoch auf lange Sicht auch nicht gut gehen kann, denn, wenn alle VorrĂ€te weg sind und man sich den Bauch vollgeschlagen hat, folgt daraus unweigerlich, dass man sich selbst zerfleischen muss.

Erneut wird ĂŒbrigens die Parallele aufgemacht, dass ein Widersacher von Madison wie sie von einer Farm kommt, sich dann aber ganz anders entwickelt hat. Zudem scheint es ideologisch auf einen Generationenkonflikt hinauszulaufen, sowohl intern bei Madisons Gruppe als auch den Vultures. Madison als Vertreterin der alten Welt klammert sich an feste Zufluchtsorte und Strukturen, wĂ€hrend die junge Generation und Opportunist Strand bereit sind, wieder ins Nomadenleben einzutauchen. Den Konflikt hat Madison gegen eine noch Ă€ltere Generation bei der Brokejaw-Ranch gewonnen und gleichzeitig auch mit Jake und Troy ausgefochten, die sie alle ĂŒberlebt hat, im Fall Mel deuten die Zeichen darauf, dass es nicht noch einmal gelingt.

Ein Vorfall genĂŒgt

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Buried“ - © AMC

John (Garret Dillahunt) erzĂ€hlt Morgan (Lennie James) in der Gegenwart von seinem alten Job als Polizist und einem Kollegen, der Alkoholprobleme hatte, tĂ€glich eine Flasche Whisky zu sich nahm und eines Tages einen schweren Unfall hatte, der sein Leben hĂ€tte verĂ€ndern mĂŒssen. Allerdings fing er eine Woche spĂ€ter direkt wieder mit dem Trinken an. Die Geschichte will uns sagen, dass manchmal ein schlimmer Tag alles grundlegend verĂ€ndern kann. Johns Mission bleibt auf Laura fokussiert, die er finden und Morgan vorstellen will. Morgan hat jedoch nach der Beerdigung von Nick vor, wieder allein weiterzuziehen, weil er alleine besser funktioniert. Dazu kommt es aber nicht, weil die Geschichten zwar alle der Wahrheit entsprechen, aber der Kampf gegen die Vultures noch nicht zu Ende ist. Das Trio lĂ€sst sich von Althea zu einem Ort fahren, an dem sie Waffen vergraben haben und aus dem Auto von Mels Bruder Ennis Informationen zum nĂ€chsten Aufenthaltsort der Gruppe sichern konnten.

Ein wenig merkwĂŒrdig mutet die Tatsache an, dass Nicks GefĂ€hrten ihn einfach irgendwo begraben wollen, wĂ€hrend es ausgerechnet der fremde Morgan ist, der einen Vorschlag fĂŒr den Ort unterbreitet, an dem er dann seine letzte Ruhe findet. Das Trio ist auf Krawall gebĂŒrstet und eigentlich ist Althea sauer darĂŒber, dass sie sich die Wahrheit zurechtgedichtet haben. John will weiterhin Laura finden, sieht dann aber einen Rucksack, der ihm bekannt vorkommt. Es stellt sich heraus, dass Naomi offenbar Laura ist und ihm nie ihren echten Namen mitgeteilt hat. Laut Alicia und Co hat sie es nicht lebend aus dem Stadion geschafft und John findet in ihren Sachen seinen Revolver wieder, der ihm Beweis genug sein sollte, dass das stimmt, auch wenn er es zunĂ€chst nicht glauben möchte. Sagen wir mal so: Bei „FtWD“ sind schon des Öfteren Totgeglaubte wieder aufgetaucht (man denke an Daniel). Allerdings gibt ihm der vermeintliche Tod seiner Geliebten eine hinreichende Motivation, um sich spĂ€ter der Gruppe anzuschließen. Am Episodenende bleiben Morgan und er jedoch vorerst zurĂŒck. Eine klassische Taktik von „TWD“, um spĂ€ter eine Rettung in der Not zu ermöglichen. Wahrscheinlich wird das Spiel mit den Zeitebenen genutzt, um einen RĂŒckblick auf ihre gemeinsame Zeit zu zeigen.

Fazit

Die Episode Buried schneidet einige interessante Themen an und wirft ihren Schatten voraus auf angedeutete Ereignisse, die nichts Gutes verheißen. Das Spiel mit den Zeitebenen funktioniert weiter, irgendwann muss man sich jedoch fragen, was von der ursprĂŒnglichen Serie am Ende der Halbstaffel ĂŒbrigbleiben wird oder ob womöglich die neuen Figuren ĂŒbernehmen werden. Doch: Wagt man sich das? Zögert man Madisons Schicksal bis zum Midseason-Finale heraus? Kommt hier noch ein großer Twist?

Insgesamt gefĂ€llt mir die Art und Weise, wie man die Geschichte spinnt, aktuell sehr gut, allzu große Logiklöcher bleiben aus (abseits von dem passiven Aushalten der Vultures) und auch die Zombiemomente nehmen neben der guten Charakterarbeit wieder eine wichtigere Rolle ein. Aktuell macht es durchaus Laune, die Serie zu schauen.

Trailer zur Episode Laura (4x05) der US-Serie Fear the Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 7. Mai 2018

Fear the Walking Dead 4x04 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 4
(Fear the Walking Dead 4x04)
Deutscher Titel der Episode
Begraben
Titel der Episode im Original
Buried
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 6. Mai 2018 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 7. Mai 2018
Autor
Alex Delyle
Regisseur
Magnus Martens

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 4x04

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