Fear the Walking Dead 3x01

© zenenfoto aus der âFear the Walking Deadâ-Episode âEye of the Beholderâ / (c) AMC
Am Ende der zweiten Staffel von Fear the Walking Dead war die zentrale Familie um ein Mitglied Ă€rmer, aber auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Denn Madison (Kim Dickens), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Travis (Cliff Curtis) haben sich auf die Suche nach Nick (Frank Dillane) begeben, der sich in La Colonia heimisch gemacht hatte. Da dort auch alles zu zerfallen drohte, wollte er sich Richtung Grenze aufmachen, wo eine böse Ăberraschung wartete: Viele seiner SchĂ€fchen wurden verletzt, darunter auch Freundin Luciana (Danay Garcia).
Im Auftakt werfen uns die Macher rund um Dave Erickson direkt in die Action, dort werden Madison, Alicia und Travis in ein MilitĂ€rlager an der US-Grenze gebracht und nach Geschlechtern voneinander getrennt, was schon die ersten Fragezeichen verursacht. Travis wird gewogen und gemessen und zu anderen Verletzten gebracht, wĂ€hrend man im Hintergrund SchĂŒsse mitkriegen kann. Auch merkwĂŒrdige Kommentare bezĂŒglich der Hautfarbe mancher Festgehaltener sind zu vernehmen.
TatsĂ€chlich gehören zu diesen auch Nick und Luci, zu denen sich Travis heimlich rĂŒberschleicht, um sich mit ihnen zu unterhalten und sie auf den aktuellen Stand zu bringen, wĂ€hrend Nick noch einmal seine FehleinschĂ€tzung mit ihm teilt, dass er glaubte, es wĂ€re ein FlĂŒchtlingslager.
Alicia und Madison werden derweil deutlich besser behandelt, sind aber auf Flucht und Selbstverteidigung eingestellt. Ein Soldat namens Troy (Daniel Sharman) hat offenbar das Kommando, bringt Tee mit und will von den beiden Frauen erfahren, wie sie ĂŒber die Runden gekommen sind. Er erfĂ€hrt dabei, dass Travis und Madison liiert sind. Der Soldat hingegen meint, dass nur die Soldaten Amerikaner sind. Madison versucht, auf psychologischer Ebene bei ihm zu landen und spielt die Mutterkarte, doch Troys Mutter ist augenscheinlich schon verstorben. Dennoch verspricht er nach einer kurzen Testphase freies Geleit. Doch so etwas sollte man in der neuen Welt wohl nie glauben, auch wenn er relativ entgegenkommend erscheint...
Experimente
Schon bald sehen wir beim Blick zurĂŒck ins Lager, wo Travis und Co sich befinden. NĂ€mlich an einem Ort, an dem die Soldaten unmenschliche Experimente durchfĂŒhren, um zu schauen, ob Körpertyp, Alter, ethÂnischer Hintergrund oder Ăhnliches darĂŒber entscheiden, wie lange eine Wandlung zum Untoten andauert. Allerdings sind ihre Versuchspatienten dabei allesamt unschuldige und willkĂŒrliche Kandidaten und ihre Methoden alles andere als wissenschaftlich. Vielmehr wird sogar Geld gesetzt und das Ganze wirkt wie ein krankes Spiel, um gegen die Langeweile anzukĂ€mpfen. Wozu man in dieser Welt ĂŒberhaupt noch Geld braucht, bleibt fraglich.
Troy erfĂ€hrt von Travis' Maori-Hintergrund und scheint das interessant zu finden. Ein gewisser Wissensdurst lĂ€sst sich also nicht absprechen und von allen Beteiligten scheint Troy wohl den gröĂten Wissensdurst zu besitzen, schreibt er doch stĂ€ndig Beobachtungen auf, was das Verhalten allerdings in keiner Weise entschuldigt. Travis versucht, mit seinem Altersvorsprung ein wenig seine AutoritĂ€t auszuspielen, was, wie wir schon in anderen Stationen, etwa rund um die âFreundeâ von Chris sehen konnten, nur bedingt funktioniert. Er wĂŒrde gerne Luciana helfen, doch er wird stattdessen mit einer vorgezogenen Waffe bedroht.
Ein anderer Todeskandidat namens Steven wird durch Travis' Widerstand inspiriert, sich mit ihm zusammenzuschlieĂen und will im passenden Moment angreifen. Seine Idee: Die Kanalisation könnte eine Fluchtmöglichkeit darstellen und die Zeit arbeitet gegen sie, denn die MilitĂ€rs wollen in 24 Stunden abziehen und in der Zeit noch möglichst viel âBallastâ loswerden, was bedeutet, dass bald auch Nick, Travis und Co auf die Schlachtbank gebracht werden sollen. Diese geheim gehaltene âForschungsabteilungâ erinnert in gewisser Weise an Terminus aus The Walking Dead, nur eben ohne Kannibalen. Aber die Situation, die unmittelbare und sehr reale Todesgefahr und das systematische Töten - hier zu fadenscheinigen Forschungszwecken - teilen einige Gemeinsamkeiten.
Travis versucht es ĂŒber die Moralschiene und möchte die HintergrĂŒnde und Motivationen der MĂ€nner erfahren, doch die haben nur die ĂŒblichen Ausreden parat, die auch schon andere menschliche Monster benutzt haben. Er bietet sich freiwillig als nĂ€chster an, bevor sie Nick erschieĂen können und will ihnen weismachen, dass die Maori immun gegen die Wandlung sind (was an sich eine interessante Idee wĂ€re), was Travis, Nick und Steven den Angriff mit Zombiehilfe und die Flucht ermöglicht.
Was genau ist los mit Troy?
Alicia gieĂt den Tee, den Troy ihnen bringt, in eine Pflanze, wĂ€hrend Mutter Madison alles Mögliche zur Waffe umfunktionieren will. Alicia hat aber schon eine, nĂ€mlich ihr Butterfly-Messer, was sie am Körper versteckt. Madison sagt ihrer Tochter, die in dieser Hinsicht noch immer traumatisiert ist, dass sie alles tun und zur Not auch töten wĂŒrde.
Einige Zeit spĂ€ter kehrt Troy zu den Frauen zurĂŒck und hat diesmal frischen Kaffee mitgebracht, ihnen beim Schlafen zugeschaut (WtF?!? Der Creep!) und ein paar Beobachtungen festgehalten. Madison möchte wissen, was mit ihrem Partner ist, doch er hĂŒllt sich in verdĂ€chtiges Schweigen, wĂ€hrend die Frauen den angeblichen Test wohl bestanden haben und Troy betont, dass er kein schlechter Mensch ist (etwas, das meistens nur von schlechten Menschen gesagt wird).

Als dann jedoch ein Schuss fĂ€llt, haut er sofort ab. Die Familie hat es mit einer Ăbermacht zu tun, wobei vordergrĂŒndig die Rettung der verletzten Luciana im Mittelpunkt steht, die zusammen mit Nick ihr GlĂŒck in der Kanalisation versucht. Helfer Steven hat weniger GlĂŒck, wird mehrfach angeschossen, dann per Kehlenschnitt getötet und mit hinuntergeworfen. Wobei Luciana auch so schon Probleme hat, sich auf den Beinen zu halten.
Let's get ready for an action movie fight

Troy macht sich derweil ĂŒber Travis lustig und zieht ihn auf, dass Madison bei ihm ist und muss dabei von vier MĂ€nnern zurĂŒckgehalten werden. Er soll eine Sonderbehandlung erhalten und wird Teilnehmer einer Gruben-Battle-Royal/Cagematch. Das heiĂt, er muss gegen zahlreiche Untote antreten und beweist dabei, dass der Maori-Krieger in ihm nicht zu unterschĂ€tzen ist. Im Wrestling wĂŒrde man so etwas wohl einen Main-Event-Push nennen, denn wie ein Berserker fertigt er alles ab, was sie ihm vorwerfen.
Doch nicht nur Travis lĂ€sst die Sau raus. Als Troy wieder bei den Clark-Frauen vorbeischaut, greifen die zu zweit an und versuchen, das Messer einzusetzen, was jedoch nicht so recht gelingen will. Doch Madie ist auch mit einem Löffel lebensgefĂ€hrlich und sticht Troy diesen brutal ins Auge. Also hĂ€lt sie Troy als Geisel, bis sie ihre Familie zurĂŒckkriegt. FĂŒr mich ist die Löffelattacke widerlicher als einige der Zombieszenen und ich konnte nur schwer hinsehen.
Die beiden FamilienoberhĂ€upter realisieren langsam, dass sie in manchen Situationen Grenzen ĂŒberschreiten mĂŒssen und sind willens, fĂŒr eine FamilienzusammenfĂŒhrung ĂŒber Leichen zu gehen, besonders, da sie schon einige Mitglieder verloren haben. WĂ€hrend Madison den tödlichen Löffel einsetzt, schaut sich Alicia nach einem fahrbaren Untersatz um und findet dabei Nick, der gegen Walker-Steven kĂ€mpft, wobei das wieder aufgesammelte Messer der Lebensretter ist.
Die Madison-Situation löst sich derweil auf, weil Troys Bruder Jake, der zum GlĂŒck kein lupenreiner Psychopath ist, sie friedlich lösen will und offenbar keine Ahnung hatte, was sein Bruder so treibt. Nach langer Zeit sind die Clarks also wieder zusammen.

Doch der Friede wĂ€rt nicht lange, weil einer der Soldaten in der Wand GerĂ€usche hört und ihnen nachgeht und damit eine Rattenarmee inklusive hungrigem Untoten aus der Kanalisation freilĂ€sst. So wird eine Kettenreaktion ausgelöst, deren Resultat es nun zu bekĂ€mpfen gilt. Dabei mĂŒssen sich die eben noch verfeindeten Parteien zusammenraufen und die Flucht ergreifen. Jake hat ihnen nĂ€mlich angeboten, mit auf die vĂ€terliche Ranch zu kommen, was Travis und Madison jedoch nicht wollten. Nun bleibt ihnen in der Hektik keine Zeit fĂŒr einen alternativen Plan. Kurzzeitig (?) wird die Gruppe jedoch wieder getrennt, denn Alicia, Travis und Luciana sind im Helikopter (wie richtige Actionhelden) unterwegs und Madison und Nick fahren zusammen mit Troy im Pick-up-Truck.
Fazit

Action von Anfang bis zum Ende bietet die Fear the Walking Dead-Folge Eye of the Beholder und lÀsst uns dabei nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Treibende Motoren sind dabei Travis und Madison, die offenbar jeweils genug haben, sich von anderen herumschubsen zu lassen und zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, wenn ihre Verwandten in Gefahr schweben.
Straighte Action, wenig Familiendrama und kaum unlogische Entscheidungen machen diesen Auftakt zu einem sehenswerten Start in die dritte Staffel. Schauen wir mal, wie es weitergeht.
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 5. Juni 2017(Fear the Walking Dead 3x01)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 3x01
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