Fear the Walking Dead 2x15

© zenenfoto aus der âFear the Walking Deadâ-Folge âNorthâ (2x15) / (c) AMC
Hier findet Ihr das Review zur VorgÀngerepisode Wrath (2x14).
Travis (Cliff Curtis) hat Brandon und Derek nach ihrem MordgestĂ€ndnis bezĂŒglich Chris auf brutale Weise umgebracht und auĂerdem Oscar (Andres Londono) schwer verletzt. Hector (Ramses Jimenez) muss in der Fear the Walking Dead-Episode North nun per Stuhl die Scheibe einschlagen, da sich Travis mit den beiden Jugendlichen eingesperrt hatte, um ungestört Rache ĂŒben zu können.
Erst kĂŒrzlich war es Madison (Kim Dickens), die nach der Messerattacke auf Strand (Colman Domingo) festgelegt hatte, dass Gewalt gegen Menschen mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft bestraft wird - und diesem sieht sich Travis nun konfrontiert, denn die Regeln gelten auch fĂŒr sie. Bevor sie jedoch weitere Schritte einleitet, verhindert sie erst einmal, dass Brandon und Derek als infected weiteren Schaden anrichten.
Elena (Karen Bethzabe) und Co sind jedenfalls auĂer sich, als sie sehen, was Travis angestellt hat und dass nun auch Oscar schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde - und zwar nur, weil er dazwischengehen wollte. Gegenwind bekommt Madison zunĂ€chst auch von Strand, der klar fĂŒr eine Exilierung von Travis ist. Doch Madison und Alicia (Alycia Debnam-Carey) können das nicht zulassen, auch wenn es heiĂt, die erkĂ€mpfte und erarbeitete Sicherheit des Hotels hinter sich zu lassen. Strand scheint zunĂ€chst nicht dazu bereit zu sein. Als sein Liebhaber Thomas gestorben ist, hatte er auch an Selbstmord gedacht, aber diese zweite Chance will er nicht wegen Travis und Co wegwerfen.
Travis wird zunÀchst in einem Poolhaus sicherheitsverwahrt. Madison möchte Elena allerdings anbieten, dass sie und ihre Familie gemeinsam gehen, was sie auch, trotz Hectors Einspruch absegnet und ihnen noch eine Nacht gibt. Alicia soll derweil checken, wie es um Oscar steht, weil er beim Abtransport nicht gut aussah.
Madison redet Travis derweil gut zu, denn sie weiĂ, was es bedeutet, einen Menschen umzubringen. SchlieĂlich hat sie Celia (Marlene Forté), um Nick zu schĂŒtzen, ins Verderben geschickt. Gleichzeitig weiĂ sie bereits, dass das sehr wahrscheinlich nicht das letzte Mal notwendig sein wird, wenn sie in der verĂ€nderten Welt ĂŒberleben wollen. Doch wird Travis diese Hemmschwelle wirklich wieder ĂŒberschreiten können oder war das nur die extrem emotionale Reaktion auf die Mörder seines Sohnes?
Ekel-OP und ihre Folgen

Andernorts muss AndrĂ©s (Raul Casso) mit den begrenzten Mitteln arbeiten und eine OP mit Cuttermesser und Bohrer stemmen. Die hier gezeigten Bilder sind trotz regelmĂ€Ăigen Zombieauftritten allerdings nichts fĂŒr schwache Nerven. Doch die Rettungsversuche sind vergebens und er stirbt, was wiederum die Vergeltungsinstinkte der Latinos weckt, die Travis bestrafen wollen.
TatsĂ€chlich konfrontieren sie Travis wenig spĂ€ter und ĂŒben Vergeltung. Es ist sogar eine Pistole bei AndrĂ©s im Spiel und Travis scheint mit seinem Schicksal abgeschlossen zu haben, wenn da nicht Alicia wĂ€re, die den Arzt ihrem Stiefvater zuliebe absticht und gemeinsam mit dem nun auch dazugekommenen Strand die Flucht ermöglicht. Strand jedoch will bleiben und wĂŒnscht der ĂŒbriggebliebenen Patchworkfamilie Manawa-Clark alles Gute auf dem weiteren Weg.
Abstecher in den Supermarkt
Bevor Madison weiterzieht, verfolgt sie die Spur, die sie zu Nick hatte und die fĂŒhrt in den nun leeren Supermarkt, in dem sie allerdings nichts als die Leichen der verhörten flĂŒchtigen Familie aus La Colonia finden. Dort aber immerhin tatsĂ€chlich eine Adresse, der sie folgen, auch wenn Alicia es nicht versteht.
Das letzte Gebet der Colonia

WĂ€hrend Nick tatsĂ€chlich allein aufgebrochen ist, sprechen Luciana (Danay Garcia) und Alejandro (Paul Calderon) noch einmal ĂŒber das weitere Vorgehen und das Schicksal der Bewohner der Ortschaft. Lucy glaubt inzwischen, dass Nick Recht hatte und Alejandro die Leute noch einmal adressieren muss und sie anlĂŒgt. Das macht er auch und fordert, dass sie sich schĂŒtzen und verteidigen sollen.
Hoffnung gibt es aber ebenfalls von Nick, der zurĂŒckkehrt, weil er im Grenzgebiet Helicopter kreisen sieht. Mithilfe Oxycodon verlĂ€ngert er Alejandros Leben und mindert seine Schmerzen fĂŒr eine letzte Aktion.
Da Marco, seine Crew und andere Gangs unterwegs sind, verlassen die Bewohner den Ort und ĂŒberlassen ihn den Angreifern, doch Alejandro gibt nicht kampflos auf und fĂ€hrt den Bus fort, der die Zombieherde in Schaft hĂ€lt.
Die MĂ€nner feiern nĂ€mlich schon mit ein paar FreudenschĂŒssen ihren Triumph, werden den einströmenden Untoten dann aber doch nicht Herr. Vielleicht hĂ€tten sie weniger in die Luft schieĂen sollen...

Derweil sind Nick und Lucy mit den restlichen Bewohnern auf in Richtung Grenze und den Norden, wo sie sich ein FlĂŒchtlingsdorf erhoffen. Die ganze Gruppe ist im Untoten-Make-up, so dass diese sie nicht behelligen, dazu lĂ€uft ein schöner Song. Doch Ă€hnlich wie Ofelia in der vorherigen Episode begegnen ihnen dabei die bewaffneten Soldaten (?), die sich ein Gefecht liefern, wobei auch Luciana angeschossen wird und einige Verluste zu beklagen sind. Hat Nick die Gruppe also direkt ins Verderben gefĂŒhrt? Er selbst wird ausgeknockt und das Schicksal der Gruppe bleibt offen. Wahrscheinlich steht also in Staffel drei ein Wiedersehen von Nick und Ofelia an, doch was dann?
Alejandros letzte Worte

Travis und Madison erreichen also gemeinsam mit Alicia La Colonia, sehen aber nur die Konsequenzen von Alejandros letzter Tat. Denn die Angreifer sind nun selbst wandelnde Tote. Noch gerade rechtzeitig findet das Trio Alejandro, der Madison zunĂ€chst fĂŒr einen Engel hĂ€lt, ehe er ihr den Hinweis zur Grenze geben kann, zu der Nick sich bewegt. Dann wissen wir nun also, wo es fĂŒr die Familie hingeht. Zudem ist Abigail nun tatsĂ€chlich nicht wieder aufgetaucht, was ich schade finde.
Fazit
North endet zumindest in einem Handlungsbogen - Àhnlich wie schon die erste Staffel - damit, dass eine Zombieherde eine Widersachergruppe aus dem Weg rÀumt. Hoffentlich wird das nicht zum Running Gag, denn irgendwann wÀre das zu vorhersehbar.
Anders als erwartet wurde die Patchworkfamilie nicht im Finale wieder vereint, ist dafĂŒr aber The Walking Dead-typisch mal wieder on the road und somit erneut in Gefahr.
Die Gruppe selbst wird immer kleiner: Chris ist tot und Strand vorerst (?) nicht mehr dabei, wÀhrend Nicks Status mal wieder in der Schwebe hÀngt - wie in der letzten Halbstaffel.
Insgesamt gibt es in den letzten beiden Episoden fĂŒr mich ein paar Wiederholungen zu viel, was besonders in dem Colonia-Strand-Teil deutlich wurde. Da ist der Konflikt zwischen Glauben und Liebe zu redundant.
Bei Madison und Travis wird es vorerst wohl auch so bleiben, dass der familiĂ€re Zusammenhalt alles andere schlĂ€gt und deswegen dieser Bund nicht zerschlagen werden wird. Leidtragende könnte Alicia sein, die aber zeigt, dass auch sie bereit ist, harte Entscheidungen zu treffen, wenn es Familienmitglieder schĂŒtzt.
Schade wĂ€re es tatsĂ€chlich um Strand, den ich persönlich gerne wiedersehen wĂŒrde und dafĂŒr wahrscheinlich viel eher auf Ofelia verzichten könnte. Es sei denn, ihre Entwicklung wird so sehenswert, dass die vereinzelten Auftritte sich erzĂ€hlerisch irgendwie auszahlen, indem ihre Figur interessanter wird.
WĂ€hrend die erste HĂ€lfte der zweiten Staffel teilweise recht interessante AusflĂŒge in kleine Mikrokosmen gebracht hatte, plĂ€tscherte die zweite HĂ€lfte nach einem vielversprechenden Start rund um das Soloabenteuer von Nick eher so vor sich hin. Weder La Colonia noch die Einblicke in den Supermarkt oder das Hotel konnten wirklich begeistern.
Chris wurde zur tragischen Figur aufgebaut, die dann auch konsequent ausgeschaltet wurde und zum Katalysator fĂŒr eine Wandlung von Vater Travis benutzt wurde. Nun geht es wieder in Richtung Norden und die USA - und offen bleibt die Frage, was den Ableger dann noch von The Walking Dead unterscheiden wird. Die amerikanische Sicht haben wir dort schon hinreichend kennengelernt. Im kommenden Sommer geht es dann weiter und dann hoffentlich wieder etwas spannender und einfallsreicher zu als in den letzten Folgen.
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 3. Oktober 2016(Fear the Walking Dead 2x15)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?