Fear the Walking Dead 2x13

Fear the Walking Dead 2x13

Die Fear the Walking Dead-Episode Date of Death zeigt uns, wie es zum Zwist zwischen zwei Figuren kam und wie es eventuell zur offenen Eskalation zwischen den beiden kommen könnte. Außerdem hat Madison eine überfällige Aussprache.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Date of Death“ (2x13) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Date of Death“ (2x13) / (c) AMC

Madisons (Kim Dickens) Erleuchten der Hotellichter führt dazu, dass in der Fear the Walking Dead-Episode Date of Death zahlreiche Hilfesuchende aufgenommen werden wollen. Darunter ist auch Travis (Cliff Curtis), der sich ganz allein seinen Weg dorthin gebahnt hat. Madison merkt schnell, dass es eine wenig durchdachte Aktion war, denn so vielen Menschen wird sie ohne Weiteres nicht helfen können. Dennoch lässt sie ihren Lebenspartner natürlich rein, auch wenn der Rest der Anwesenden es nicht begreift. Warum Chris nicht bei ihm ist, erzählt er seiner Partnerin dann aus erster Hand.

Whatever happened to Baby James?

Baby James leidet im Flashback weiterhin an der durch den Farmbesitzer zugezogenen Beinverletzung, die Travis als Durchschuss diagnostizieren kann. Durch seine regelmäßigen Erste-Hilfe-Kurse an der Schule weiß er ungefähr, was zu tun ist und kümmert sich daher mit ein paar Stichen und Desinfektionsmittel aka Alkohol um den verletzten Jugendlichen. Nebenbei sorgt er sich auch noch um die Beisetzung des Farmers, den er neben seiner Familie zur letzten Ruhe bettet.

Der Rest der Bande macht sich derweil an den Hühnern zu schaffen und röstet sie, statt die Eier als Nahrungsquelle heranzuziehen, wie Travis ihnen rät.

Im Endeffekt geht es in der Storyline und über weite Teile der Folge um den Konflikt zwischen Erfahrung und jugendlichem YOLO-Lifestyle. Um das In-den-Tag-hinein-Leben oder das Sich-um-Nachhaltigkeit-Scheren. Für Brandon und seine Begleiter, denen die Erde ja nach eigener Aussage untertan ist, ist es egal, ob sie verbrannten Boden hinterlassen, solange sie sich die Bäuche vollschlagen können - das ist nun mal der einfache Weg. Wenn auch der moralisch falsche...

Darum verwundert es nicht, dass Travis von seinem Sohn Chris (Lorenzo James Henrie) wissen möchte, was in seinem Kopf vor sich geht. Er hat getötet und es hat weder seinen Appetit beeinflusst noch sonst für eine Gefühlsregung gesorgt. Was denkt der Junge sich dabei, wenn er ein Leben nimmt? Tut er es überhaupt oder läuft er auf Autopilot und Geschwindigkeit Mitläufer? Fest steht, er zieht die falschen Schlüsse aus den alten Ratschlägen seines Vaters. Als er in der Mittelstufe gehänselt wurde, hat er ihm geraten, so zu tun und mitzuspielen, als würde ihn das nicht stören, doch hier klappt das laut Travis nicht. Die beiden Manawas brauchen sie nicht, doch Chris fühlt sich zu ihnen hingezogen, nennt sie sogar Freunde.

Den Bückling macht auch Baby James, der so tut, als ginge es ihm gut. Darum laden sie ihn auch auf den Pick-up, denn, obwohl Travis ihnen von San Diego erzählt hat, wollen sie sich selbst überzeugen - ganz wie die eingeschnappten Jungen, die alles besser wissen wollen. Daraufhin verbietet Jason Travis auch den Mund, doch schon bald kommt die Quittung: Baby James verliert auf dem Auto das Bewusstsein und der Trip muss abgebrochen werden.

Survival of the Douchiest

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Date of Death%26ldquo; (2x13) © AMC
Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Date of Death%26ldquo; (2x13) © AMC

Statt sich um ihren Kumpel zu kümmern, wollen sie ihn tatsächlich sich selbst überlassen. Doch Travis schnappt sich eine Waffe und will klarmachen, wer der Herr im Haus ist. Zumindest für eine Nacht klappt das auch, währenddessen erfährt er von James, dass die Erfahrung, einen von ihnen zurückzulassen, nicht unbedingt neu ist. Brandon konnte es jedoch bei ihrem Freund Troy nicht übers Herz bringen, so dass er einschreiten musste.

Am Morgan darauf klopft Chris an, macht auf reumütig und gibt vor, seine Lektion gelernt zu haben. Doch er ist vollständig indoktriniert von den anderen, so dass das nur ein Ablenkungsmanöver ist. Brandon traut sich plötzlich, seinen Kindheitsfreund zu erschießen - und das, obwohl er nie gebissen wurde und Chancen auf Heilung hat, während Chris sich nicht davon abbringen lässt, mit der Gruppe mitzufahren.

Goddamn you Chris!

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Date of Death%26ldquo; (2x13) © AMC
Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Date of Death%26ldquo; (2x13) © AMC

Travis kann einfach nicht mehr zu ihm durchdringen, er ist völlig weg und für rationale Argumente seines Vaters nicht mehr empfänglich. Mit seinen gerade einmal 16 Jahren begeht Chris also diese folgenschwere Entscheidung und ist bereit, ihn zu verlassen. Doch die TV-Logik schreibt vor, dass es so einfach nun mal nicht geht. Am Ende der Episode taucht die Gruppe wieder auf - und zwar beim Hotel, in dem Madison, Strand, Alicia und Co untergekommen sind. Doch Chris konnte ich auf den ersten Blick nicht sehen. Wo ist er hin? Hat er es sich doch noch einmal anders überlegt? Und warum ist die Gruppe nicht in Richtung San Diego unterwegs?

Wie es aussieht, steuert „FtWD“ auf zwei große Konflikte hin: Supermarkt vs. La Colonia und Jugendliche vs. Hotel, wobei die Hotelcrew zahlenmäßig eigentlich den Jugendlichen überlegen sein sollte, die aber wohl eher, ohne mit der Wimper zu zucken, töten würden.

Travis bereut einiges

Gegenüber Madison gibt Travis derweil zu, dass er sein Verhalten bereut und auch, dass er nicht „Ich liebe dich“ gesagt hat, statt seinen Sohn zu verfluchen. Doch die meisten Zuschauer dürften ähnlich wie Travis gedacht haben und wollten Chris sicherlich auch maßregeln. Alternativ wünscht man ihn nun den Tod an den Hals, denn eine Rehabilitation ist bei dieser Figur eigentlich wenig vorstellbar.

Die Welt von The Walking Dead, wie wir sie kennengelernt haben, verzeiht Mord an Menschen nicht. Madison hat erst kürzlich Regeln fürs Zusammenleben festgesetzt, die eben einen solchen Fall verurteilen. Abgesehen davon, dass es schwer sein sollte, Alicia (Alycia Debnam-Carey) oder Madison zu überzeugen, denen er nach dem Leben getrachtet hat. Und irgendwann könnte vielleicht auch Travis einsehen, dass jede Rettung für seinen Sohn zu spät kommt, auch wenn seine Vatergefühle ihm immer wieder etwas anderes sagen.

Kein Unfall

Travis' Worte bezüglich des Abschieds von Chris nimmt Madison sich nun zur Motivation, um die Aussprache mit Alicia zu suchen, die sich seit langer Zeit ignoriert und von ihrer Mutter missachtet fühlt. Alicia kümmert sich derweil um die Asylsuchenden, die in einem Parkaus vorerst unterkommen und schaut sich dort die gröbsten Verletzungen an. Platz oder Proviant gibt es aber dennoch keinen für sie.

Beim Vier-Augen-Gespräch kurz darauf stellt Madison klar, dass sie sie natürlich liebt und dass sie sie angelogen hat, was den Tod des Vaters angeht, denn er ist nicht bei einem Unfall gestorben, sondern hat sich ganz bewusst aus dem Leben verabschiedet und einen Brief hinterlassen. Darin stehen die knappen Worte „I love you but enough is enough“.

Zur Abwechslung weiß selbst Nick nichts darüber, denn er ist auch der Grund, warum sie das bis dahin geheim gehalten hat, da sie so viel von ihm in seinem Vater sieht - im Guten wie im Schlechten. Es ist unwahrscheinlich, dass Nick diese Offenbarung nicht irgendwann erreichen wird, fraglich ist nur, wie das seine Weltsicht verändern wird. Ist er inzwischen so gereift, dass ihn das nicht aus der Bahn wirft (fraglich in einer Dramaserie) oder könnte ihn das vom Glauben abfallen lassen?

Fazit

Trotz aller Bemühungen, der Geschichte um Travis und Chris mehr Tiefe zu verleihen, erreichen sie bei mir eher das Gegenteil. Die Episode Date of Death ist für mich ein Tiefpunkt der Staffel und verfügt über wenig Brisanz oder Spannung. Es plätschert mir gerade ein wenig zu sehr vor sich hin und mir fehlt etwas die Richtung oder die Motivation der Figuren. Sie sind zu sehr Opfer ihrer Umwelt und insgesamt zu passiv und abwartend - ohne festes Ziel.

Was wollen sie längerfristig? Wo wollen sie sein? Was ist der Plan für das Überleben? Gibt es einen? Wenn bereits wenige frische Mäuler, die gestopft werden wollen, das Hotel an die Grenzen bringt, dann ist es wohl auf längere Sicht doch kein guter Ort zum Verweilen. Ob jemand darauf kommt, dass La Colonia, der Supermarkt und das Hotel zusammen und als Minigesellschaft eine mittelfristige Lösung wären?

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 26. September 2016
Episode
Staffel 2, Episode 13
(Fear the Walking Dead 2x13)
Deutscher Titel der Episode
Das Sterbedatum
Titel der Episode im Original
Date of Death
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 25. September 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 26. September 2016
Autor
Brian Buckner
Regisseur
Christoph Schrewe

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x13

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?