Fear the Walking Dead 2x09

Fear the Walking Dead 2x09

In der Fear the Walking Dead-Episode Los Muertos erfahren wir, wie es der Gruppe rund um Madison ergangen ist, seit wir sie zuletzt gesehen haben und auch Nick erhält Einblicke in sein neues, temporäres Zuhause.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Los Muertos“ (2x09) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Los Muertos“ (2x09) / (c) AMC

Manche nennen sie Walker, andere Roamer; die Gruppe, bei der Nick (Frank Dillane) in den neuen Fear the Walking Dead-Folgen untergekommen ist, nennt die Untoten einfach Los Muertos, was passenderweise auch der aktuelle Episodentitel ist.

Wie es sich gehört, gelten auch hier wieder ganz eigene Regeln im Umgang mit den stöhnenden, nicht mehr ganz lebendigen Begleitern. Nick ist an einem Ort, wo viele Kranke und Schwache beheimatet sind, wie etwa die Frau neben ihm, die Blut hustet, während es ein Ritual an der sogenannten Wall gibt, wo einer der ihren den Toten übergeben wird, in der Hoffnung, dass er das Treffen überleben könnte. Hier ist es ein junger Kindsvater, dessen Tochter zusehen muss, was mit ihrem Papa geschieht, während Nick genauso wie die Zuschauer zunächst ahnungslos ist. Auf Anhieb wirkt der Ort wie eine weitere Ansammlung von religiösen Totenverehrern, doch es steckt noch etwas mehr dahinter.

Schnell scheint sich Nick unter ihnen nicht mehr wohl zu fühlen. Dennoch hilft er einer Frau, obwohl er kein Wort versteht von dem, was sie zu ihm sagt. Alejandro Nunez (Paul Calderon) macht derweil seine Runde und kommt bei einem Mann vorbei, der sein Schicksal wohl schon akzeptiert hat. Er möchte lieber Medikamente sparen und ist vielleicht bald der nächste, der den Zombies an der Mauer begegnet.

Da das Wasser sich dem Ende neigt und eher braun als durchsichtig ist, wird Neuankömmling Nick von Luciana (Danay Garcia) auf eine gefährliche Mission mitgenommen. Nachdem sich beide mit Untotenblut einreiben und sie ein paar Grundregeln erklärt (kurz gesagt: Klappe zu), begeben sie sich in ein Ganggebiet, wo Schwarzmärkte und Tauschhandel an der Tagesordnung sind. Ihre Wahl fällt auf Nick, weil niemand ihn vermissen würde, während ihre einzige Bezugsperson bereits vermisst wird. Gleichzeitig bringt sie jemanden ins Spiel, der zwar gebissen wurde, aber sich nicht verwandelt hat. Wird TWD etwa nach sieben Jahren doch mit der Tradition brechen, dass es kein Heilmittel oder Personen gibt, die immun sind? Wir werden sehen. Es scheint unwahrscheinlich, besonders wenn man Kirkmans bisherige Aussagen dazu miteinbezieht.

Nick un Luci wollen einkaufen auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC
Nick un Luci wollen einkaufen auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC

Gegen ein paar Medikamente darf sich das Duo einen (früher zwei) Einkaufswagen mit lebensnotwendigen Vorräten, allen voran Wasser, befüllen. Der ehemalige Supermarkt bietet neben einigen gut gefüllten und gut bewachten Regalen auch Unterschlupf für die Familien der bewaffneten Männer, die mich ein wenig an die Vatos-Gangs aus Staffel 1 von The Walking Dead erinnern, welche auch irgendwo einen weichen Kern hatten.

Luciana nimmt tatsächlich nur solche Waren in den Wagen, die die Gemeinschaft braucht, während Nick auch etwas Naschkram einpackt, diesen aber wieder zurücklegen soll. Genau dieser wird zum großen Konfliktpunkt, als sie fertig sind und einer der Männer erkennt, dass Nick etwas mehr eingesteckt hat und es versteckt. Der geklaute Naschkram kostet Nick fast die Hand (die Comicvorlage lässt wieder mal grüßen, wenn auch bei einer anderen Figur und in einer anderen Situation). Doch Nicks Auffassungsgabe erweist sich wieder mal als fantastisch. Er merkt, dass der Anführer seine Schwester mit Oxycodon, einem süchtigmachenden Schmerzmittel, das Nick bestens bekannt ist, behandelt. Nick nutzt Luciana nun als Dolmetscherin, um eine bessere Verhandlungsposition für die Gruppe zu erlangen. Will der Gangbanger sie weiter verarzten, so sollen wieder zwei Einkaufswagen pro Besuch und Geschäft fällig werden, denn sonst wird sie ohne die Medikamentenlieferung sterben. Das waghalsige Spiel gelingt, wobei man sich fragt, warum Nick sich so sicher war, dass man beide nicht einfach aus dem Weg schafft und sich die Gangs holen, was sie brauchen. Doch Ende gut, alles gut und sie kehren mit zwei vollen Wagen und Süßigkeiten für die kleine Dame zurück, die vorher den Tod ihres Vaters mit ansehen musste.

Nicks Hand in Gefahr auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC
Nicks Hand in Gefahr auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC

Goodbye Abigail?

Strand (Colman Domingo), Madison (Kim Dickens), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Ofelia (Mercedes Mason) haben zwei Tage damit verbracht, nach Madisons Liebsten - und Psycho-Chris - zu suchen, und das ohne Erfolg. Alicia, die wie die Stimme der Vernunft erscheint, glaubt, dass es besser wäre zur Abigail zurückzukehren, während auch Strand ähnlich argumentiert. Madison lässt sich überreden, doch die Yacht ist verschwunden. Für immer? Vorerst? Wir werden sehen und hoffen, dass es ein Wiedersehen gibt, vielleicht zum Ende der Staffel. Alicia schaltet gedanklich am schnellsten und will eine alternative Unterkunft finden. Auch wenn ihre Mutter nicht ganz bei sich ist, gibt sie ihr zu verstehen, dass die beiden momentan nur einander haben. Für Travis, Chris oder Nick hinterlassen sie aber eine Botschaft bezüglich der Abigail und ihrer Marschroute.

In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Hotel, das allerdings gut verriegelt wurde. Zumindest im Eingangsbereich lassen sich keine Untoten ausmachen, auch nicht als Strand die Rezeptionsklingel etwas zu ausgiebig testet, das aber aus gutem Grund. Der Hotelaufenthalt wird genutzt, um uns etwas mehr Hintergrund über die Figuren zu verraten, ob das nun passt oder nicht. Ofelia ist dabei als erste dran und verrät, dass sie einmal mit einem William verlobt war, der jedoch nach New Mexico ging, während sie sich um die kranken Eltern kümmern müsste. Alicia ist in diesem Quartett zu diesem Zeitpunkt bei weitem die rationalste und zurechnungsfähigste. Allerdings glauben auch die restlichen drei Begleiter Familienmitglieder oder Partner verloren zu haben. Das trifft zwar auch auf Alicia zu, die immerhin glauben könnte, dass Nick etwas passiert sei, dennoch bewahrt sie einen vergleichsweise kühlen Kopf und holt ihre Mutter mehrfach aus dem Trauerloch.

Madison und Strand genießen ein paar Drinks zuviel auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC
Madison und Strand genießen ein paar Drinks zuviel auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Los Muertos%26ldquo; (2x09) © AMC

Dass sie darauf aber nicht allzu viel Lust hat, merkt man, als sie mit Ofelia den oberen Bereich auf verwertbare Beute absuchen will. Statt sich unten nützlich zu machen, entschließen sich Strand und Madison derweil die Bar zu plündern. Erwachsene und Jugendliche/Kinder tauschen also die Rollen, Freaky Zombie Friday. Madison entpuppt sich dabei als Südstaatendame aus Alabama und Strand als Seducer of People, der womöglich bisexuelle Tendenzen hat, denn beide flirten durchaus ein wenig durch den Alkohol. Dabei kommen sie auf den Autounfall ihres erstes Mannes zu sprechen, der Madison immer noch mitnimmt, während der Alkohol überdies zu Tage fördert, dass das Muttersein nicht immer ihre erste Wahl war und sie es eventuell sogar bereut. Außerdem scheint Nick sein Verhalten ein Stück weit vom Vater geerbt zu haben. Dabei erkennt Madison immer noch nicht, wie sehr sich Nick seit dem Ausbruch der Zombieplague verändert hat, während Strand felsenfest davon überzeugt ist, dass er noch lebt.

Das Besäufnis sorgt auch dafür, dass beide die Selbstkontrolle verlieren und vergessen, dass die Untoten auch durch Geräusche angelockt werden, denn irgendwann zerstört Madison nur noch Gläser, während Strand stümperhaft in die Tasten eines Klaviers haut. Bisweilen fühlt sich diese betrunkene Intermezzo wie Füllmaterial an, um die Figuren unnötig in Gefahr zu bringen, denn eigentlich müssten sie es besser wissen. Aber ab und zu sind solche Situation bei „FTWD“ wohl einfach unvermeidbar um Sendezeit zu füllen. Fest steht, dass Madison den Alkohol wohl nicht sonderlich gut verträgt und Strand - und auch mir als Zuschauer - ein ungutes Gefühl verleiht. Ist es vielleicht doch nicht der Vater mit den düsteren Tendenzen, sondern sie selbst? Hatte sie vielleicht sogar Suchtprobleme?

Do not disturb

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Relativ schlau haben die ehemaligen Hotelbewohner gelöst, wie man erkennt, ob sich Zombies in den Zimmern verstecken. Anhand des „Nicht Stören“-Zeichens markiert man einfach die entsprechenden Räume, was auch Alicia und Ofelia bald bemerken. Ein Hotelgast, der sich in der Dusche erhängt hat, bringt die beiden jungen Frauen zum Nachdenken und während Ofelia wohl schön öfter mit Selbstmordgedanken gespielt hat, will Alicia die Hoffnung nicht aufgeben. Ein sauberes Hotelzimmer nutzt Alicia jedenfalls, um sich frisch zu machen, während Ofelia zunächst verschwunden ist und bis zum Ende der Folge nicht mehr auftaucht.

Das Klimpern und Klirren im unteren Bereich sorgt dafür, dass sich einige weg- oder ausgesperrte Untote zu den Geräuschen hinwenden und teilweise von den Balkonen werfen, wobei sie den Sturz überleben und weiter zum Reiz hin laufen. Das bemerkt auch Alicia, die jedoch ohne Waffe auf die Suche nach Ofelia geht und ihre Mutter warnen will. Doch durch das Treppenhaus kommt sie gar nicht erst, da es voll von Untoten ist.

Madison und Strand werden derweil umzingelt, haben jedoch von allen Seiten noch gut zwei Meter Abstand von den Untoten und auch Waffen in der Hand, sodass die Lage nicht völlig hoffnungslos aussieht.

Andernorts erfährt Nick von Alejandro, dass der Apotheker seinen Patienten teilweise wirkungslose Präparate spritzt und die Ortschaft wie bei Celia auch eine Art Totenkult darstellt. Alejandro meint, dass sie die Auserwählten sind, die Toten kurz vor ihrem letzten Marsch stehen und es in gewisser Weise einen Todeskreislauf geben muss („From death we come and to death we deliver ourselves“), deswegen auch die Zombie-Mauer, wobei Alejandro eine Wunde am Schulterbereich zu haben scheint, die alles anderes als normal aussieht. Haben wir es mit einem Selbstmordkult zu tun? Alejandros letzte Aussage ist, dass man nie vorhat zu gehen. Ist der Tod in diesen Wänden für alle schon vorbestimmt? Was passiert, wenn die echten Medikamente ausgehen? Ein Chaos ist dann vorprogrammiert. Es ist an Nick und vielleicht auch an Luciana, das zu verhindern.

Fazit

Obwohl es in Los Muertos mehr handelnde Personen gibt, gibt es auch mehr Leerlauf als in der Episode zuvor. Die Handlung rund um Madison und Strand fühlte sich überflüssig und ziellos an - wobei das in einer Episode, wo viele Figuren den Sinn des Überlebens anzweifeln, durchaus passend erscheint. Alicia und Nick wirken momentan wie die einzigen mit einem Überlebenswillen, während der Rest aufgrund von Verlusten durchhängt. Insgesamt packte mich diese Folge nicht so sehr wie die Nick-Soloshow, darum gibt es hier ein paar Abzüge in der B-Note.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 29. August 2016

Fear the Walking Dead 2x09 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 9
(Fear the Walking Dead 2x09)
Titel der Episode im Original
Los Muertos
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 28. August 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 29. August 2016
Autor
Alan Page
Regisseur
Deborah Chow

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x09

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