Fear the Walking Dead 2x08

Fear the Walking Dead 2x08

Fear the Walking Dead meldet sich mit der Episode Grotesque zurück. Dabei steht von unseren altbekannten Überlebenden fast ausschließlich Nick im Mittelpunkt, was eine durchaus faszinierende Charakterstudie zur Folge hat.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Grotesque“ (2x08) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Grotesque“ (2x08) / (c) AMC

In der vorherigen Fear the Walking Dead-Episode trennten sich die Wege so mancher Überlebender: Strand (Colman Domingo), Alicia (Alycia Debnam-Carey) und Madison (Kim Dickens) sind mit einem Fluchtfahrzeug in eine Richtung vom brennenden Anwesen geflohen, was sie zuletzt beherbergt hat. Währenddessen sind Travis und Chris gemeinsam unterwegs und müssen zunächst ihre Differenzen klären. Und Nick (Frank Dillane) streift auf eigene Faust umher, inmitten der Untoten und geschützt durch den Geruch ihrer Innereien.

Zu Beginn der aktuellen Folge Grotesque sehen wir nun, dass Nick schnell Freunde findet, wie etwa eine Frau und ihren Sohn Juan, der ein Freizeitkicker ist. Was genau zwischen ihnen vorgefallen ist, wissen wir nicht, aber Nick scheint ihnen geholfen zu haben. Die beiden wollen nach Juans Vater suchen und die Hoffnung auf dessen Überleben nicht aufgeben. Nick bekommt - wie ein tapferer Videospielheld - etwas Verpflegung und Wasser mit auf dem Weg, was ihm bei seiner weiteren Reise helfen soll.

So streunt Nick durch die Landschaft, was wunderbare Bilder und einen passenden Soundtrack mit sich bringt. Noch viele Kilometer entfernt liegt Tijuana, die frühere Partymeile - doch was ist dort in Zeiten des Zombieaufkommens? Wir werden es vielleicht noch sehen.

Tribut an den %26bdquo;TWD%26ldquo;-Serienpiloten? Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC
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Die fast wortlose Isolation Nicks nutzen die FTWD-Autoren um ein paar Flashbacks in Nicks Vergangenheit einzustreuen, und zwar in eine Zeit, bevor die Untoten die Welt bevölkerten und auch vor dem Zeitpunkt, an dem die Serie losgeht. Dort verbringt Nick Zeit mit der Frau, die uns in der Pilotfolge als erste Untote über den Weg gelaufen ist. Nick kannte sie also tatsächlich sehr gut, denn sie scheint eine Ex-Freundin zu sein. Eine, der er intime Details über seine schwierige Beziehung mit seinem Vater anvertrauen und eine, mit der er etwaige Reha-Aufenthalte besprechen konnte.

Nick, der Überlebenskünstler

Nick spielt tot auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC
Nick spielt tot auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC

Die Gegenwartshandlung verdeutlicht, wie gut Nick darin ist, zu überleben. Er passt sich dieser neuen, größtenteils untoten Umgebung an, übt sich beim Looten in Vorsicht, nimmt sich, was er zum Überleben braucht, aber lässt auch andere leben. Einzig das Wasser könnte er sich etwas besser einteilen, möchte man meinen.

Doch er findet bei einer Untoten noch ein paar Wasserreste und genießt diese bis zum letzten Tropfen. Dazu findet er ein Radio, das ihm aber keine neuen Informationen, dafür aber ungewollt Ärger bringt, als ein gut bewaffnetes Trio im gleichen Bereich wie er auf Beutezug geht. Anders als er sind diese aber nicht in friedlicher Mission unterwegs, sondern ermorden rücksichtslos einen älteren Überlebenden, der versucht, die Situation auszusitzen. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd kann Nick das Trio loswerden. Er muss sich dann aber um seine verlorene Energie kümmern, denn die Vorräte und seine körperlichen Reserven sind verbraucht.

Kein grüner Daumen

Witzig, ja gar cartoonhaft, ist die anschließende Szene im Kakteenfeld, in das der Ex-Junkie nicht nur hineintapst, sondern auch ohne jegliches Fachwissen versucht, die Pflanze auf ihre Nährstoffe zu prüfen. Auf bildlicher Ebene sieht er dabei bisweilen wie ein Höhlenmensch aus, der aber nicht das Wasser erforscht, sondern das nasse Element. Und auch das grüne Innere der stacheligen Pflanze scheint gar nicht zu munden und wird wieder erbrochen. Nicks Verzweiflung reicht sogar so weit, dass er seinen Urin probiert, nur um hydriert zu bleiben. Was würde man sich wohl - an seiner statt - einen Überlebenskurs bei Bear Grylls oder Rüdiger Nehberg wünschen...

Es sind die Tücken des Auf-sich-allein-gestellt-Seins, die uns die Autoren hier eindringlich demonstrieren und deswegen bei mir überdurchschnittlich gut ankommen, da man oft hört, dass solche Aspekte des Überlebens gerne in Serien wie Fear the Walking Dead ausgespart werden. Nun sehen wir sie in ihrer ganzen Härte und das einen Großteil der Folge ohne Dialoge. Es ist auch mutig, da es sich um den Auftakt der zweiten Staffelhälfte handelt und man so mit den Erwartungen der Zuschauer spielt.

Autounfall

In den Flashbacks erfahren wir mehr über Nicks Seelenleben und den sehr wahrscheinlichen Grund für sein erneutes Abgleiten in die Drogensucht am Anfang der Serie. Sein Vater war offenbar eine wichtige Bezugsperson für ihn, auch wenn er nicht immer so für seinen Sohn dagewesen ist, wie der es gerne gewollt hätte. Doch das plötzliche Wegfallen seines Erzeugers trifft ihn schwer. Kurze Zeit später hängt er wieder an der Nadel, obwohl er schon große Fortschritte in seinem Kampf gegen die Drogen gemacht hat.

Womöglich ist Nick wegen seines tragischen Verlusts aber auch empfänglich für neue Autoritätspersonen in seinem Leben: Strand oder Celia Flores haben ihm neue Denkweisen aufgezeigt und seit einigen Wochen ist er nun auch trocken. Das kann man als Fortschritt bezeichnen.

Nicks Verfolger sind tödlich. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC
Nicks Verfolger sind tödlich. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC

Außerdem hängt er am Leben: Als ihn die wilden Hunde in der Gegenwartshandlung attackieren, tut er alles, um zu überleben. Dennoch wird er von einem der Vierbeiner am Bein erwischt. Ohne das Trio, das schon vorher für Ärger gesorgt hat, sähe es eventuell kritisch aus für ihn. Denn die Hunde locken weitere Zombies an, von denen einer glücklicherweise einen Gürtel hat, mit dem Nick seine Blutung stoppen kann, während die Zombies sich um die Hunde kümmern und ihm so, als die Hupe des Autos sie weglockt, wenigstens etwas Nahrung dalassen. Bald geht er in der Zombie-Meute auf. Das wird ihm aber gefährlich, als das Trio versucht, die Beißer auszuschalten, was mehrere Individuen auf beiden Seiten mit dem Leben bezahlen. Nicks Wunde scheint derweil durchaus an ihm zu nagen, denn bald halluziniert er seine Ex neben sich.

Unerwartete Hilfe

Nick und seine neuen Verbündeten auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC
Nick und seine neuen Verbündeten auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Grotesque%26ldquo; (2x08) © AMC

Nick ist ein Glückspilz, denn ein weiteres Trio, diesmal bestehend aus zwei Männern und einer Frau namens Luciana (Danay Garcia), wirft ein Auge - respektive Fernglas - auf ihn und scheint daran interessiert zu sein, ihn zu retten. Ein interessantes Detail dabei: Auch diese Gruppe scheint den Trick mit den Zombie-Gedärmen zu kennen und ist folglich damit eingeschmiert.

Doch zunächst schauen sie weiter. Regen sorgt dafür, dass Nicks Schutz abgewaschen wird, während er in den nächsten Ort humpelt und nach Versorgung für seine Wunde sucht. Dort geben sich Luci und Co. zu erkennen, wobei Nick seine paar Brocken Spanisch abrufen muss, denn es sieht schließlich so aus, als wurde er gebissen. Das Missverständnis wird aus der Welt geschafft und Nick bekommt medizinische Hilfe und eine Einführung in eine neue Ortschaft, die sich gut gegen die Bedrohung von Außen gerüstet zu haben scheint.

Der Ort scheint Nick zu gefallen und neue Hoffnung zu geben. Tatsächlich sieht es dort vielversprechend aus. Kinder können unbekümmert spielen, es gibt Vorräte, Technik, Handwerk, Kampftraining, eine ordentliche Sicherung (große Mauern und ein abgesicherter vorderer Bereich), eine gute Location (nahe der Felsenwand), Aussichtstürme und noch einiges mehr. Fragt sich nur, ob und wie Nick mit dem Rest seiner Gruppe wieder zusammenfindet und ob dieser Ort in bester Walking-Dead-Manier womöglich bald zerstört werden könnte, nun, da einer der Protagonisten eingetroffen ist.

Fazit

Grotesque ist eine Folge nach meinem Geschmack. Es gibt sowohl neue Überlebenskniffe zu sehen, als auch eine Charaktervertiefung für Nick, sowie einen neuen Mikrokosmos und eine neue Gruppe, die es zu erkunden gilt.

Dabei stimmen der Ton, die Bilder und auch das Drehbuch. Die Episode bietet zwar Dramatik, verzichtet aber weitestgehend auf durchaus vorhandene Schwächen der Serie. Gleichzeitig bleibt man neugierig und möchte mehr erfahren. Mehr über die neue Gruppierung, aber auch über die anderen Familienmitglieder und Weggefährten Nicks.

Der Serientrailer zur Episode Los Muertos der Serie Fear the Walking Dead (2x09):

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 22. August 2016

Fear the Walking Dead 2x08 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 8
(Fear the Walking Dead 2x08)
Deutscher Titel der Episode
Grotesk
Titel der Episode im Original
Grotesque
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 21. August 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 22. August 2016
Autor
Kate Barnow
Regisseur
Daniel Sackheim

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x08

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