Fear the Walking Dead 2x10

Fear the Walking Dead 2x10

In der Fear the Walking Dead-Episode Do Not Disturb erfahren wir, wer das Hotel betreut, während es auch ein Wiedersehen mit Travis und Chris gibt. Ist letzterer mittlerweile bereit für eine neue Chance?

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Do Not Disturb“ (2x10) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Do Not Disturb“ (2x10) / (c) AMC

Erneut fängt eine Folge von Fear the Walking Dead mit einem Cold Open an. Do Not Disturb zeigt uns die Hochzeit der Tochter von Herr und Frau Stowe (Brenda Strong), deren Gäste einen der schönsten Tage ihres Lebens feiern wollen. Doch Stowe weiß von Bekannten bereits um die Gefahr, die durch das Virus herumgeht und möchte nach den Tänzen die Segel streichen und die ganze Gesellschaft mitnehmen. Den Walzer mit seiner Tochter lässt sich der Papa jedoch nicht entgehen, bezahlt den Tanz aber mit seinem Leben, ähnlich wie einige der Anwesenden - die Braut eingeschlossen. Die Hotelangestellte Elena (Karen Bethzabe) hat von dem Virus ebenfalls erfahren und versucht nun, die Situation auf diesen Raum zu beschränken, indem sie die Hochzeitsgesellschaft dort einschließt. Eine blitzschnelle und knallharte Entscheidung, die deutlich macht, was für eine Person sie ist.

Lone Travis and Chris

Travis und Chris besorgen sich ein Auto. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Do Not Disturb%26ldquo; (2x10) © AMC
Travis und Chris besorgen sich ein Auto. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Do Not Disturb%26ldquo; (2x10) © AMC

Nach zwei Episoden ohne Lebenszeichen sehen wir nun auch Chris (Lorenzo James Henrie) und Travis (Cliff Curtis) wieder. Letzterer humpelt wegen der Auseinandersetzung mit seinem Sohn noch ordentlich und sie schlagen sich so durch. Etwa, indem sie verlassene Autos aufbrechen oder aber verlassene Lokale nach Vorräten durchsuchen. Nur widerwillig erlaubt Travis seinem Sohn, das zu tun, denn er möchte ihn vor erneuten Gewalttaten bewahren und auch sein Leben schützen. An die festgelegten Regeln hält er sich auch nur bedingt, so stiehlt er einer Gruppe ein paar Trinkflaschen und Konserven und legt sich mit Untoten an, ehe er zu seinem Daddy zurückkehrt.

Der wiederum nutzt jede Gelegenheit, um ihm lebenswichtige Lektionen zu erteilen: Autos kurzzschließen oder fahren im Dunkeln (doppelte Schwierigkeit?) bei wenig Verkehr etwa. Das Fahren hat er schnell raus. Kurzzeitig wirkt es zwar so, als wolle er einen Untoten am Straßenrand direkt überfahren, er weicht ihm aber doch noch aus. Nebenbei wird diskutiert, was das Leben in dieser schweren Zeit noch bringen soll. Travis gibt nicht auf und glaubt, dass eine Form von Zivilisation wiederkommen wird.

Als das Benzin verbraucht ist, unterhalten sie sich über ihre weitere Überlebenstaktik. So möchte Travis etwas mit Weitsicht und Überblick finden, möglichst mit einer Wasserquelle, aber bloß nicht an die gegebenenfalls umkämpfte Grenze, um dort neu zu starten. Dies aber womöglich auch, um Madison nah zu bleiben.

Die Jungs von vorher schließen schon bald auf sie auf und wirken zunächst aggressiv, stellen aber doch einige Gemeinsamkeiten fest. Die Gruppe besteht aus Sprachführer Brandon, Derrick und Baby James und bald teilt man sich ein Lagerfeuer und erzählt sich Geschichten. Auch das Frühwarnsystem mit dem gespannten Seil und Dosen dürfte sich noch bezahlt machen.

Die Jungs aus San Diego haben in Mexiko gefeiert, müssen nun aber erfahren, dass ihre Heimat vom Militär bombardiert wurde.

Mitfahrgelegenheit

Brandon bietet den beiden an, sie mitzunehmen, etwas Benzin möchte er aufgrund der Knappheit dieser Ressource allerdings nicht abtreten. Auch das sorgt zwischen Vater und Sohn wieder für Diskussionen, denn Chris scheint die Bande relativ schnell ins Herz zu schließen, weil er sich vor ihnen als badass inszenieren kann und er von ihnen nicht für einen Psychopathen gehalten wird. Ein Thema der Folge ist die Frage, was Heimat in dieser schrecklichen Ausgangslage noch bedeutet und wie man sie definiert. Travis wäre in diesem Augenblick der Zeit glücklich darüber, wenn er und sein Sohn abgelegen in einem geschützten Ort leben könnten, wo man sie in Ruhe lässt. Chris will trotz seines Verhaltens wieder in eine Gruppe integriert werden und erhofft sich bei Brandon und seinen Begleitern Anerkennung. Während die Figur, die Alicia im Hotel begegnet, eine ganz eigene Vorstellung von zu Hause hat.

Im Kern steht dabei aber doch oft die Familie. Ob nun Travis und Chris oder Elena und ihr Neffe, Alicia und ihre Mutter. Für die Liebsten sind sie bereit, einiges zu riskieren. Eine Ausnahme scheint Brandon zu bilden, der mit seinen Kumpels unterwegs ist und sich nach eigener Aussage fühlt wie ein Gott, denn alle einschränkenden Regeln sind weggefallen. Ein Paradies also für Heranwachsende seines Alters, die nur an Bros, Party und die holde Weiblichkeit denken. Dabei werden vorherige Besitzverhältnisse außer Acht gelassen, wie etwa der Besitzer der Farm, die Chris bald erspäht.

Für Travis scheint das ein idealer Ort zu sein, der mit frischem Wasser aus dem Brunnen mehrere seiner Punkte für eine neue Bleibe erfüllt. Dazu gibt es einen Hühnerstall, aber eben auch noch den Farmer, der hier lebt und seine Frau und Kinder überlebt hat. Während Travis das respektieren möchte, tun sich die Jugendlichen schwerer. Allerdings ist es ausgerechnet Chris, der den Mann dann erschießt. Wobei die erste Provokation von Baby James kommt, der ein Hühnchen tötet und sich dafür eine Kugel fängt. Trotzdem ist Travis bald wieder bei Schritt eins seines Wiedereingliederungsversuchs für Chris. Was nach diesem Mord passiert, ist völlig offen. Zwar zieht es Chris zu Brandon und Co, aber, dass er seinen Vater nach dem Vorfall noch einmal verlässt, wirkt unwahrscheinlich.

Mörder! Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Do Not Disturb%26ldquo; (2x10) © AMC
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Alicia, Queen of the Butterfly

Alicia (Alycia Debnam-Carey) sitzt derweil immer noch im oberen Bereich des Hotels fest und zeigt ihr Talent mit dem Klappmesser. Dabei beobachtet sie durch das Guckloch die Untoten, deren Anzahl sie in der Wand feststellt. Sie fasst all ihren Mut zusammen, wird jedoch noch einmal von einem Zombie erschreckt. Als sie es dann doch endlich nach draußen schafft, stemmt sie die Aufzugtür auf und hängt sich ans Seil. Man könnte meinen, dass sie nach oben klettert, um die Zombies in den Schlacht fallen zu lassen. Doch sie bleibt zunächst auf deren Höhe hängen und zieht sich dann mit Mühe und Not auf die nächste Etage. Dort wartet auch schon Elena auf sie, die wissen möchte, wo er (gemeint ist Hector, ihr Neffe) ist.

Alicia und Elena kämpfen ums Überleben. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Do Not Disturb%26ldquo; (2x10) © AMC
Alicia und Elena kämpfen ums Überleben. Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Do Not Disturb%26ldquo; (2x10) © AMC

Schnell erfährt sie, dass Elena diejenige ist, die die Hotelzimmer mit den „Do not Disturb“-Zeichen markiert und auch einige verstreute und noch lebendige Hotelgäste (etwa ein Dutzend) versorgt. Dabei sieht sie nach nur so kurzer Zeit das Hotel als ihr Zuhause an, das sie nach Möglichkeit nicht verlässt. Ein paar Getränke und Vorräte helfen ihr dabei, um über die Runden zu kommen und die Kenntnis über den Gebäudeplan verschafft ihr einen Vorteil, zumindest so lange ihr Neffe ihr helfen kann. Der ist jedoch weg und Alicia bietet Hilfe gegen Hilfe an, denn statt geschockt darüber zu sein, was Elena der Hochzeitsgesellschaft angetan hat, meint sie, dass ihre Gruppe ebenfalls schon Schlimmes und Schlimmeres getan hat. Wahrscheinlich meint sie damit die Ereignisse bei Celia.

Außerdem erfahren wir die Taktik, um die Streuner in ein Zimmer zu locken. Eine Person spielt den lauten Lockvogel, während die andere Person die Flucht mit einem Laken über den Balkon ermöglicht. Alicia gelingt das nur knapp und mit einer großen Portion Angst, denn sie sieht, welches Schicksal ihr droht, sollte sie abrutschen. Denn die Scheiben des Hotels sind nicht besonders groß, womit sich auch erklärt, warum in der vorherigen Folge so viele der Untoten auf dem Balkon strandeten.

Elenas Selbstsicht ist durchaus interessant. Sie glaubt nämlich, im besten Interesse des Hotels und der Betreiber sowie der anderen Gäste gehandelt zu haben, als sie die direkte Bedrohung sieht, die sich hätte ausbreiten können. Dabei riskiert sie lieber ein paar Opfer als die komplette Hotelanlage. Loyalität gegen den Arbeitgeber, Kapitalistisches Denken oder doch eher Selbsterhaltung um jeden Preis?

Überraschenderweise haben einige Menschen, die Hochzeit gefeiert haben, überlebt und verlangen nun nach Vergeltung. Allen voran Frau Stowe, allerdings hält Alicia ihr Versprechen und beschützt sie, indem sie einige Infizierte auf sie loslässt, damit sie sich den Weg an einen sicheren Ort bahnen können, wo tatsächlich auch Madison und Strand warten. Ob dort allerdings auch Ofelia ist, wissen wir momentan noch nicht.

Fazit

Auch wenn es einfacher ist, Chris zu hassen, so ist seine Entwicklung zum Mörder und Psychopathen und Travis' Kampf dagegen durchaus faszinierend anzusehen. Elenas Dilemma ist ähnlich taff und aus der Sicht eines nicht Betroffenen kaum verzeihbar. Gleichzeitig hat sie aber auch tatsächlich so einigen anderen Menschen das Überleben ermöglicht. Gerade diese schweren Entscheidungen, die Folgen und ihre Konsequenzen sind es, die Fear the Walking Dead eine Spannung verleihen, die man der Serie nur schwer absprechen kann.

Die Folge hat dennoch wieder ein paar kleine Spannungslöcher, die sie ein bisschen abwerten, während wir im Dunkeln gelassen werden, wie genau Strand und Madison entkommen konnten und Ofelia noch konsequenter als zuvor keinerlei Rolle mehr spielt.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 5. September 2016
Episode
Staffel 2, Episode 10
(Fear the Walking Dead 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Bitte nicht stören
Titel der Episode im Original
Do Not Disturb
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 4. September 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 5. September 2016
Autor
Lauren Signorino
Regisseur
Michael McDonough

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x10

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