Fear the Walking Dead 2x04

Fear the Walking Dead 2x04

Aufregend geht es in der Fear the Walking Dead-Episode Blood in the Streets zu. Wir erfahren dieses Mal nicht nur mehr über Strands Hintergründe, sondern sehen außerdem knallharte Action an Bord der Abigail.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Blood in the Streets“ (2x03) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Folge „Blood in the Streets“ (2x03) / (c) AMC

Seit seiner Einführung zum Ende der ersten Staffel von Fear the Walking Dead ist die Figur Victor Strand (Colman Domingo) ein Mysterium. Das ändert sich nun mit der Folge Blood in the Streets. Hier erfahren wir durch Flashbacks einiges aus seiner Vergangenheit. Gleichzeitig gerät die Crew der Abigail in tödliche Gefahr.

Nicks geheimer Auftrag

Zunächst losgelöst von allem treibt sich Nick (Frank Dillane) herum und schwimmt in die Nähe eines Grenzwalls, über den Hubschrauber kreisen und Boote patrouillieren. Dort angekommen begrüßt ihn in einem an ein Flüchtlingslager erinnerndes Zeltlager ein „Save us“ und starker Wind. Nick weiß, was er will, denn er nimmt einen großen Wasserkanister, um damit die Aufmerksamkeit eines Untoten auf sich zu ziehen.

Das erinnert an ein Videospiel, denn kurz darauf versteckt er sich nach gelungener Ablenkung in einem Zelt, um den Walker in eine Falle zu locken, ihn auszuschalten und sich mit dessen Innerem zu maskieren, damit er unter anderen Untoten nicht mehr auffällt. Der Ekel wird auch bei der erneuten Anwendung wieder einmal eine Überwindung für Nick. Zumindest anfangs, denn bald hat er seinen Spaß als wandelnder Toter.

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Blood in the Streets%26ldquo; (2x03) © AMC
Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Blood in the Streets%26ldquo; (2x03) © AMC

Mit der Zeit merken wir, dass Nick in Strands Auftrag handelt, denn er hat eine Adresse dabei, nach der er sucht. Nick kann es sich durch sein blutverschmiertes Auftreten sogar leisten, mit dem Basketball durch die verlassenen Straßen zu ziehen, zumindest, bis er auf Luis Flores (Arturo Del Puerto) trifft, der Strands Kontaktmann ist und schnell seine sieben Sachen in den Sportwagen packt.

Statt also dort in relativer Sicherheit zu bleiben, will er gemeinsam mit Strand die mexikanische Grenze überschreiten. Flores ist wohl noch nicht in der Zombieapokalypse angekommen, denn ihn kümmert es noch, ob sein Auto von Nick beschmutzt wird, statt ihm für seine Mühe dankbar zu sein. Gleichzeitig hat Strand Luis offenbar nichts vom Rest der Gruppe gesagt, weil er meint, dass die beiden nur zu zweit fortfahren werden. Die beiden kennen sich über Flores' Mutter, die für Abigail arbeitet. Denn Luis und der ebenfalls neu eingeführte Thomas Abigail (Dougray Scott) wurden quasi gemeinsam großgezogen. Über seine Mutter hat er nur gute Worte übrig, denn die wäre überall auf der Welt sicher. Was das wohl zu bedeuten hat? Ist sie ein hohes Tier mit mächtig Einfluss?

Was nun?

Travis (Cliff Curtis) und Madison (Kim Dickens) reden über Strands herzlose Tat, denn er hat Alex (Michelle Ang) und Jake auf offener See quasi sich selbst überlassen, als er das Beiboot einfach so abgetrennt hat. Allerdings sind sie klar auf ihn angewiesen, denn sie brauchen das versprochene Haus und die Sicherheit, die Mexiko bietet. Travis allerdings macht sich Vorwürfe, weil er die beiden Jugendlichen zu ihrem Schicksal verdammt hat. Unschlüssig sind sie sich, ob sie ihm vertrauen können, doch bisher scheint es, als ob er nicht gelogen hat.

Chris (Lorenzo James Henrie) und Ofelia (Mercedes Mason) dürfen ebenfalls ein bisschen Zeit verbringen und sprechen über die Zeit vor dem chaotischen Neustart. Dabei spricht Ofelia davon, dass sie einen beschwerlichen Weg von El Salvador in die USA hatten, auf dem sie einen kleinen Zwischenstopp in Mexiko eingelegt hatten. Trotz der katholischen Schule hat Ofelia es doch faustdick hinter den Ohren. Chris meint auch, dass er eine Freundin hatte, doch ein Umzug diese kurze Beziehung beendet habe. Immerhin hat Ofelia durch diese Unterhaltung in dieser Folge schon jetzt mehr Screentime als in den drei Episoden zuvor.

Geiselnahme

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Blood in the Streets%26ldquo; (2x03) © AMC
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Eine kleine Gruppe nutzt aus, dass nur Chris und Ofelia Wache schieben und legt einfach ungefragt an. Dabei ist eine schwangere Frau Teil der Gruppe, weswegen auch die dazukommenden Madison und Travis weich werden. Chris ist überfordert und fragt, ob er direkt schießen solle - hätte er es mal getan, dann hätte sich die Gruppe nämlich reichlich Ärger erspart. Allerdings ist es mehr als verständlich, dass er nicht einfach ungefragt auf andere Menschengruppen schießt.

Das ganze Bohei weckt auch Alicia (Alycia Debnam Carey), die merkt, was Sache ist: Es handelt sich um die Gruppe ihres Funkgerätkontakts Jack. Plötzlich geht alles schnell und Madison wird im WC angegriffen, Travis umgehauen und der Rest inklusive Daniel (Ruben Blades) gefesselt. Die Geiselnehmer wissen erschreckend viel über ihre Gefangenen, dabei schwört Alicia, die Namen nicht verraten zu haben. Alicia versucht, ihren Einfluss auf Jack geltend zu machen und Schlimmeres zu verhindern. Nick ist bekanntlich vom Boot und auch Strand hat sich auf ein Beiboot gerettet, wird jedoch unter Beschuss genommen.

Das genaue Ziel der Geiselnehmer bleibt lange Zeit geheim. Der Schlüssel zur Yacht ist aber dennoch begehrt und die Information dadurch wird aus Travis herausgepresst, als klar wird, dass man ihm mit Sohn Chris drohen kann. Der weiche Travis will direkt dabei helfen, das Boot kurzzuschließen, wenn schon der Schlüssel bei Strand ist. Er schindet so auch ein bisschen Zeit, damit Madison und Daniel sich etwas überlegen können. Besonders der jugendliche Reed scheint Gefallen an der Schmach zu haben, die er seinem Gegenüber zufügen kann.

Bald erfahren wir, dass ein gewisser Connor das Sagen hat und Jack ihn beeinflussen kann. Das verspricht er jedenfalls Alicia, die das ausnutzt, um ihn zu manipulieren. Es ist interessant, dass neben Strand auch Connor jemand ist, der seine Weggefährten danach aussucht, ob sie von Wert für die Gruppe sind. So eine Wahl wurde in der Mutterserie selten gemacht. Hier scheint das aber an der Tagesordnung zu sein. Doch wie beweist man seinen Wert? Travis etwa durch sein mechanisches Geschick.

Strand verliert derweil sein wertvolles Satellitentelefon im Wasser und scheint einfach nur der Dinge oder Personen, die da kommen, auszuharren. Travis schindet Zeit gegenüber Reed, während Madison und Daniel die vermeintliche Schwäche der Schwangeren ausnutzen wollen, als sie sie nach harmlosem Quatschen über die Schwangerschaft darüber zweifeln lassen, ob ihr Kind noch lebt oder gar schon in ihrem Bauch zum Untoten geworden ist. Dass die dabei im Angesicht des Todes auf solch ein Niveau sinken, ist zwar nicht unbedingt verwunderlich, aber schon hammerhart und grausam. Die Ablenkung wollen sie nutzen, um freizukommen. Travis kann das auch ausnutzen, um eine Waffe zu verstecken - für den späteren Rückschlag.

Jack kontaktiert derweil Connor über das Funkgerät. Dabei stellt Jack gegenüber Alicia klar, dass die Geschichte rund um seine Freundin wohl größtenteils wahr ist. Allerdings stellt man sich als Zuschauer die Frage, wie viel echte Alicia in der Interaktion steckt, wie viel Überlebende und wie viel Stockholm-Syndrom, denn bei der Umarmung sieht sie aus wie ein Roboter. Sie versucht jedenfalls, ihre ganze Familie zu retten oder mitnehmen zu wollen, doch der Platz der Gruppe scheint höchst limitiert.

Wer ist eigentlich Strand?

Strands Flucht von der Yacht verknüpfen die Serienmacher mit einem Flashback in dessen Vergangenheit. Sein Motto ist kurz nach dem Hurricane Katrina: „Create, control, own.“ Dabei beweist er nicht immer die richtige Nase für Investments, wie sein Kauf von Immobilien im Hurricane-Gebiet zeigt, welches ihn pleite macht.

Sein Redetalent scheint von seinem Vater zu kommen, der als Prediger in einem Einkaufszentrum seinen Lebensabend bestritten hat. Nach dem Hurricane muss Strand jedenfalls von vorne anfangen und lernt Thomas Abigail in einer Bar kennen.

Optimist or Opportunist

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Blood in the Streets%26ldquo; (2x03) © AMC
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Es stellt sich die Frage, ob Strand nicht vielleicht nur ein Opportunist ist, denn, als Abigail abgefüllt ist, schleppt er ihn auf sein Hotel hoch, wodurch man bereits kurz auf seine sexuelle Orientierung schließen könnte, auf die es immer wieder Hinweise während der Flashbacks gibt, die aber erst später bestätigt werden. Dann statt ihn zu verführen, bedient sich Strand an den Kreditkarten in dessen Brieftasche. Der Tatbestand „Identitätsdiebstahl“ schoss mir sofort durch den Kopf.

Wenig später wird Strand von Abigail und Flores besucht. Er hat 30.000 Dollar in Kreditkartenschulden angehäuft, die er vorhat, mit Zinsen zurückzuzahlen, womit Abigail wohl keine Probleme hat. Nur stellt sich die Frage: Ist Abigail selbst ein con man oder hat er sich nur verliebt und verzeiht deswegen die freche Aktion?

Schon bald wird klar: Die beiden genießen ihre gemeinsame Zeit, liegen nebeneinander und freuen sich über die Aussicht, während die Mutter sich um sie kümmert. Thomas Abigail scheinen Geld und Geschäfte fast zu egal zu sein, wenn denn Strand bei ihm ist.

Kurze Zeit später ruft allerdings die Gelegenheit wieder: die Zombieapokalypse - Strand wittert das Geschäft seines Lebens. Wenn immer das Blut über die Straße fließt, schlägt er zu und verspricht, nur zwei Tage weg zu sein. Wir wissen, was aus diesem Versprechen wurde. Was wir nicht wissen, ist, ob es nun bisher Thomas selbst am anderen Ende der Telefonleitung war oder doch seine Mutter oder gar Flores. Doch wir könnten es bald erfahren...

Flores and the Machine(Gun)

Zurück auf der Abigail sind es Nick und sein Begleiter, der Madison und Co durch sein gutes Schusstraining rettet. Auch Reed wird bestraft, was der Typ mit den psychopathischen Tendenzen auch nicht besser verdient hat. Witzig auch, dass Chris hier noch einmal zudrückt, nachdem Madison schon die Vorarbeit geleistet hat. Das waren auch zu viele Provokationen, um es ihm nicht heimzahlen zu wollen. Ein Gedanke bleibt: Wie groß ist ihre Gruppe eigentlich? Denn, als Connor ankommt, bringt er gleich wieder ein paar Bewaffnete mehr mit, die allerdings Kanonenfutter für Flores sind. Travis und Alicia werden dennoch von Connor mitgenommen, der aber eventuell mit sich reden lässt. Wir werden sehen...

Strand ist laut Flores jedenfalls unabdingbar wichtig, um nach Mexiko zu kommen. Also können wir annehmen, dass Thomas Abigail dort auf ihn wartet und irgendwie hat es auch eine poetische Schönheit, dass er für die Liebe dorthin gehen möchte. Nur fragt man sich dann, warum er San Diego als erstes Ziel genannt hat. Die Karten, die Daniel jüngst gefunden hat, legen aber ohnehin nahe, dass er immer nur nach Mexiko wollte. So sammelt Madison den von Bord gegangen Captain wieder ein. Doch: Wie viele Leute dürfen die Überfahrt wirklich mitmachen?

Fazit

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Mir gefällt die erzählerische Richtung der zweiten Staffel von Fear the Walking Dead ungebrochen gut. Die aktuelle Folge Blood in the Streets bietet uns nicht nur Hintergründe zu Strand, sondern auch eine spannende Geiselnahmestory auf hoher See. Außerdem bringt sie die Figuren in große Gefahr.

Wenn ich eins nicht erwartet hätte, dann wohl diese Entwicklung, die ich aber ziemlich spannend und mutig finde und die Strands Figur gleich um einiges sympathischer und menschlicher macht.

Eine Erklärung, wann und wie genau Nick aufgebrochen ist, wäre allerdings noch nett gewesen, denn so scheint es wieder mal, als ob der perfekte unperfekte Junkie auf Anhieb wieder mit mehr Glück als Verstand sowie etwas street smartness alles richtig macht. Von den Innereien über das Timing bis hin zur Rückkehr. Denn, sind wir mal ehrlich: Ein paar Minuten später und die Gruppe wäre wohl einige Mitglieder schwächer gewesen...

Trailer zur nächsten Episode, Captive (2x05), der US-Serie Fear the Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 2. Mai 2016

Fear the Walking Dead 2x04 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 4
(Fear the Walking Dead 2x04)
Deutscher Titel der Episode
Blut auf den Straßen
Titel der Episode im Original
Blood in the Streets
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 1. Mai 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 2. Mai 2016
Autor
Kate Erickson
Regisseur
Michael Uppendahl

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x04

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