Fear the Walking Dead 2x03

© zenenfoto aus der âFear the Walking Deadâ-Folge âOuroborosâ (2x03) / (c) AMC
Die Episode Ouroboros ĂŒberrascht bereits zu Beginn mit Gesichtern, die wahrscheinlich nicht jeder Zuschauer auf Anhieb einordnen kann. Bis zum Vorspann sind nur Protagonisten aus der Webserie Flight 462 zu sehen. Allen voran Alex (Michelle Ang) und Jake (Brendan Meyer).
Cold Open mit Absturzopfern vom Flight 462
In ziemlich spannenden kurzen Szenen sehen wir, wie Charlie nach Jake sucht und bald auf einem Rettungsboot landet, auf dem auch drei andere MĂ€nner sind. Ein Gebissener wird zuerst totgepaddelt und dann vom Boot geschmissen. Auch Jake soll ein Ă€hnliches Schicksal ereilen, doch Alex beschĂŒtzt ihn mit ihrem Leben, was auch der Paddel-Mann zu spĂŒren bekommt, als er es trotzdem versucht. Also bleibt nur der Polohemden-Kerl ĂŒbrig, der allerdings auch meint, man solle Jake erlösen. Kurze Zeit spĂ€ter sieht man seine Leiche einem tauchenden Travis (Cliff Curtis) entgegenschwimmen. Alex ist also nicht zimperlich, wenn es um das Verteidigen ihres WeggefĂ€hrten geht, dem sie ihr Leben zu verdanken hat.
Hier die komplette Webserie zu âFlight 462â

Wo geht es fĂŒr die Abigail hin?
Strand (Colman Domingo) ist wieder mal am Sat-Telefon und bestĂ€tigt seinem GesprĂ€chspartner, dass er sich auf dem Weg befindet. Travis und Madison (Kim Dickens) finden derweil keinen Schlaf und wollen ihren körperlichen LĂŒsten frönen, als es technische Probleme bei der Weiterfahrt gibt. Der technisch begabte Travis schaut sich die Sache einmal an und stellt fest, dass das Wasser nicht richtig verarbeitet wird. Nun muss noch diskutiert werden, ob man sich dem Problem noch mitten in der Nacht annimmt (was Stand möchte) oder auf Tageslicht wartet (Madisons Vorschlag). Da Strand das Sagen hat, taucht Travis mitten in der Nacht ab und schaut, was Sache ist. Man muss sagen: Beide haben gute Argumente, die sich beide um die Sicherheit der Besatzung drehen. Im Endeffekt sind es aber Strands Regeln und sein Boot, wĂ€hrend der Rest nur geduldet wird.
Allerdings erwartet der Schiffsbesitzer von Travis auch Wunderwerke beim Reparieren des kaputten Filtersystems. Travis mag sich zwar ein wenig auskennen, Yachten, Schiffe und Boote sind aber sicherlich nicht sein Spezialgebiet. Demnach könnte es einen ganzen Tag dauern, ehe das Problem beseitigt ist. Doch aus irgendeinen Grund, drÀngt die Zeit bei Strand. Zwar ist er ungehalten und schnauzt Travis an, entschuldigt sich spÀter aber und lobt die FÀhigkeiten des ehemaligen Englischlehrers.
Die Salazars haben andere Probleme, denn die Verletzung von Ofelia (Mercedes Mason) verheilt nicht, sondern ist inzwischen entzĂŒndet und auch die Antibiotika neigen sich dem Ende. Ofelia wĂ€re bereit, Madison zu fragen, doch das lehnt Daniel vehement ab. Er will nicht dauernd in der Schuld anderer stehen. Er will sich selbst darum kĂŒmmern. Schon sehr bald ergibt sich dazu die Gelegenheit. Bademeister Strand ermahnt vorher aber Alicia (Alycia Debnam Carey), nicht auf seinem Boot zu rennen. Doch sie ist ganz aufgeregt und will eine Entdeckung mit den anderen teilen: Lauter herren- und zombielose Koffer sind angespĂŒlt worden. Das ist die perfekte Gelegenheit, fĂŒr einen supply run. Die Teens wollen sofort los, doch die Eltern stellen sich quer, bis Daniel seine FĂŒhrung anbietet und natĂŒrlich ganz eigene Motive hat.
Das groĂe Koffer-Looten

Nick (Frank Dillane) hat den richtigen Gedanken. Man braucht mehr von allem: Kleidung, Medikamente und was man sonst noch findet. Mit Daniel hat man wohl auch die fĂ€higste Aufsichtsperson dabei - was mir sehr gut gefĂ€llt, da er so mal etwas mehr zu tun bekommt. Bevor er von Bord geht, gibt er Madison aber zu verstehen, dass er von Strands eigentlichem Ziel, nĂ€mlich Mexiko, weiĂ. Demnach soll sie mal ein diplomatisches GesprĂ€ch mit ihm fĂŒhren.
Daniel klĂ€rt an Land vorab die Regeln: in Sichtweite bleiben und die Taschen fĂŒllen. Doch die interessieren Chris (Lorenzo James Henrie) herzlich wenig und scheint von seinem Zaunzombie-Kill berauscht zu sein. Bald befindet er sich in der NĂ€he des Flugzeugwracks und begegnet einigen Walkern, denen er sich etwas zu unvorsichtig und selbstsicher nĂ€hert. Allerdings sind nicht alle Passagiere tot, denn ein Mann, den er mit seiner Waffe angreift, lebt tatsĂ€chlich noch, ist aber schwer verletzt. Das bringt Chris auf den Boden der Tatsachen zurĂŒck.

Es sah kurzzeitig so aus, als wĂŒrde Chris hier nĂ€mlich leicht soziopathische Tendenzen an den Tag legen und Gefallen am Zombieschnetzeln finden - was gar nicht mal so unwahrscheinlich scheint, wenn man als Teenager beispielsweise gerne gewisse Videospiele spielt. Doch hier holt ihn die blanke RealitĂ€t wieder ein und der Mann bittet ihn um Hilfe. Doch die Verletzungen scheinen so stark zu sein, dass kaum etwas zu machen ist. Also muss Chris nach den ersten Untoten auch seinen ersten Menschen töten, was ihn sichtlich fertig macht. Der junge Henrie spielt in dieser Szene stark auf, man nimmt ihn den Schmerz und die Ăberwindung hier tatsĂ€chlich ab.
Madison behÀlt die Gruppe die ganze Zeit per Fernglas im Auge, sorgt sich aber um Travis, dessen Tauchgang bei Tageslicht lÀngert dauert, als ihr lieb ist. Besonders als Blasen auftauchen und kurz darauf ein Untoter (unser PolohemdtrÀger aus dem Flugzeug), macht sie sich sorgen. Doch es geht alles glimpflich aus.
Alicia und Nick haben derweil viel mehr SpaĂ bei der Kofferaktion. So findet Nick, der ein schickes Abigail-Shirt trĂ€gt, bald einen feschen Hut fĂŒr seine Schwester, die wiederum ein stylisches Captainhemd zu Tage fördert, das Nick voller Stolz trĂ€gt. Nick hat auch ein passendes KleidungsstĂŒck fĂŒr Daniel parat, doch der findet es respektlos, Leichenfledderei zu betreiben. Eine Ausnahme bildet da das Wohl seiner Tochter, aber die Medikamente wĂ€ren ohnehin verschwendet, wenn man sie nicht sichern wĂŒrde. Immerhin hilft Nick ihm zu bestimmen, ob seine Auswahl etwas taugt. Dabei fĂ€llt Daniel auf, dass Chris nicht mehr in der NĂ€he ist, und macht sich sofort auf die Suche. Nick setzt die Medikamente-Suche derweil fort und knackt den Medikamenten-Jackpot. Seine Schwester macht sich aber Sorgen um die beiden fehlenden Personen.
Was plant Strand wirklich?
Madison nimmt sich Daniels Worte zu Herzen und konfrontiert Strand mit dem Zielort. Angeblich gibt es in Baja California in Mexiko ein von HĂŒgeln geschĂŒtztes Anwesen mit VorrĂ€ten und Luftversorgung, die Schutz bieten könnte. Nun steht jedoch die Frage im Raum, ob Strand auch seine Begleitung dorthin einladen wird. Denn er meint, dass aktuell die echte Gefahr die Menschen auf den GewĂ€ssern seien, wĂ€hrend Madison ganz eindeutig klar macht, dass sie zwar noch mitspielt, aber eine andere Seite aufzieht, wenn er ihrer Familie etwas antun sollte. Die Krallen sind ausgefahren. Doch wird Madison ihrer Killerseite tatsĂ€chlich herausholen?
Das Wissen teilt Madison bald mit Travis, wobei sie durchaus zahmer als im Dialog mit Strand erscheint und gar die Position des Abigail-Eigners teilt. Nun ist Travis derjenige, der fragt, ob man ihm Vertrauen kann. Doch in gewisser Weise haben sie keine Wahl. Was wĂŒrden sie ohne seine Yacht und seine Ressourcen machen?
Kampf in den DĂŒnen
Statt Chris findet Daniel allerdings Alex vor, die auf ihn zu gerannt kommt und ihn vor den wandelnden Toten warnt, die in extrem bedĂ€chtiger Geschwindigkeit, dafĂŒr aber in groĂer Zahl auf sie zu trotten. Daniel macht sich bereit, ĂŒberschĂ€tzt dabei aber wohl die Anzahl der Untoten und seine Munition. AuĂerdem scheint er nicht zu ĂŒberlegen, was der Schall fĂŒr Auswirkungen haben könnte.
Nick beobachtet derweil einen im Sand versunkenen Untoten, der von Krabben zersetzt wird. Ein schönes Bild und ein netter visueller Gag, den sich die Macher und besonders die Effektabteilung da haben einfallen lassen. Die Vorstellung, dass sich die Krabben an einem laben können, löst bei mir jedenfalls groĂes Unbehagen aus. Nick wird jedenfalls unvorsichtig und fĂ€llt in die Grube, wo er sich nur mit MĂŒhe und Not und einem Messer wehren kann. Kurz darauf kommt auch schon der nĂ€chste Untote gefallen. Alicia findet derweil Chris, der stolz ĂŒber seinen Zombiekill berichtet. Es wird nicht sein einziger sein, denn die Slow-Walker kommen immer nĂ€her, sodass es bald heiĂt: Teens and Daniel vs. Strandzombies.

Das ZĂŒnglein an der Waage spielt der mit Blut und Schleim besudelte Nick, der somit von den Untoten nicht wahrgenommen wird und sie so einfacher ausschalten kann. AuĂerdem ahmt er auch ihre GerĂ€usche nach. Etwas, was wir in der Mutterserie so, glaube ich, noch nicht gesehen haben. Eine neue Taktikvariante also?
Bei der Wiedervereinigung mit seiner Schwester versichert er ihr, dass es ihm gut gehe, dabei gibt sein Blick jedoch RĂ€tsel auf. LĂŒgt er oder erleben wir gar den Fall, dass jemand immun sein könnte?
Back to the Boat
Die Teens inklusive Jake und Alex kehren also mit zwei Booten zur Abigail zurĂŒck, allerdings ist Strand strikt dagegen weitere Passagiere an Bord zu lassen. Besonders, da Jakes Zustand eine groĂe Gefahr fĂŒr alle sein könnte. Dabei wird eine Grundsatzdiskussion gefĂŒhrt. Travis und Madison versuchen dabei den Rest der Familie zu ĂŒberzeugen, dass das eigene Ăberleben Vorrang hat. Zudem wird Strands Mexikoplan angeschnitten. Travis versichert, dass man nicht ewig auf dem Wasser bleiben kann.
Als Kompromiss bietet Travis ĂŒber Strands Kopf hinweg an, dass das Boot angeleint werden könne, auĂerdem geben sie den beiden Ăberlebenden des Flugzeugabsturzes Wasser und etwas Proviant. Alicia und auch die anderen Teenager lassen die Sache nicht so einfach auf sich beruhen, doch Madison meint nur, dass sie vorerst nicht mehr fĂŒr sie tun könne. SpĂ€ter gibt es eine kleine Machtdemonstration von Strand: Als Alex sich einredet, dass es schlimmer kaum werden könne, da durchtrennt Strand eiskalt das Seil. Dabei kriegt eine andere Szene aus der Episode noch mal eine Retextualisierung: Als Travis meint, er sei nicht the help, entschuldigt sich Strand unverzĂŒglich, nur um jetzt seine Wohltat doch wieder mit einer Ăbersprungshandlung zu unterminieren und zu zeigen, wer hier der Boss ist.
Fazit

Die Fear the Walking Dead-Episode Ouroboros hat es mir angetan. FĂŒr mich vereint sie Spannung, Action, Witz und auch ein wenig Herz in einer Episode. Das beginnt schon mit dem Exkurs zu den Absturzopfern und zieht sich wie ein roter Pfaden durch die Folge hindurch. Positiv sticht Daniels Ausflug mit den Teenagern hervor, die wieder wenig nerven und sogar ĂŒberaus sympathisch und menschlich daherkommen. Strands Geheimnis, Madisons Nachfragen und auch die unerwartete HĂ€rte von Alex dĂŒrfte noch fĂŒr einige Spannung sorgen.
Nur frage ich mich momentan, warum Wasserwalker als Gefahr angesehen werden. Oder ist das nur der unerwartete Schreck, der die Ăberlebenden handicapt? Ăhnlich verhĂ€lt es sich bei den Sandwalkern, die mit ihrem Tempo eigentlich gemeistert werden können oder zumindest eine Flucht möglich machen, wenn denn alle vor Ort sind und sich an den Plan halten.
Nicks Verhalten fĂŒhrt wieder einmal dazu, dass wir und die Gruppe potentiell etwas wichtiges zu den Untoten lernen, man sollte jedoch im Blick haben, dass Nick nicht stĂ€ndig in Lösungen reinstolpert. Doch vielleicht löst sich dieses Problem ja auch bald auf.
Gespannt kann man sein, wie es mit Jake und Alex weitergeht. Wird sich der Rest der Abigail-Besatzung schon jetzt aufbÀumen oder nehmen sie Strands Aktion hin? Ich möchte es umgehend erfahren.
Serientrailer zur Episode Blood in the Streets der Serie Fear the Walking Dead (2x04):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 25. April 2016Fear the Walking Dead 2x03 Trailer
(Fear the Walking Dead 2x03)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 2x03
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