Fear the Walking Dead 1x04

Fear the Walking Dead 1x04

In der vierten Episode von Fear the Walking Dead hat das Militär das Sagen, und das verändert einiges. Die Figuren müssen schnell einsehen, dass vieles nicht besser für sie wird. Das Militär wird zu einer neuen Bedrohung.

Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Not Fade Away“ / (c) AMC
Szenenfoto aus der „Fear the Walking Dead“-Episode „Not Fade Away“ / (c) AMC

Die vierte Episode von Fear the Walking Dead startet mit dem Lou-Reed-Song „Perfect Day“ und zeigt unsere Protagonisten bei alltäglichen Tätigkeiten, etwa im Pool, beim Joggen, Filmen oder Streiten über Kleinigkeiten. Doch schon bald merken wir, dass eigentlich gar nichts perfekt ist.

Voll Normal?

Seitdem das Militär aufgetaucht ist, sind neun Tage vergangen, wie Chris (Lorenzo James Henrie) uns per Vlog mitteilt. Damit scheint ein wenig Normalität zurückgekehrt zu sein und die Bewohner der Safe Zone wissen wohl, dass sie es mit einer Seuche zu tun haben. Man hat sich mit dem Schicksal also mehr oder weniger abgefunden. Chris bleibt allerdings trotz allem neugierig und entdeckt in der Ferne, dass jemand versucht, mit einem Licht Kontakt aufzunehmen. Während sein Vater Travis (Cliff Curtis) ihm gegenüber abweisend reagiert, ist Madison (Kim Dickens) später doch offener. Sie möchte sich offenbar beschäftigen, wartet ab, dass der Strom wieder anspringt und kümmert sich - so gut es eben geht - um Nick (Frank Dillane), der im Pool dankend auf neue Oxys verzichtet und sogar Griselda (Patricia Reyes Spindola) seine Pille anbietet.

Madison spielt mit dem Gedanken, die Wand neu zu streichen, was sie später gemeinsam mit auch Chris tut. Beschäftigungstherapie eben. Alicia (Alycia Debnam Carey), Madisons Tochter, kann kaum glauben, dass ihre Mutter sich wieder um solche Trivialitäten kümmert, und verlässt gemeinsam mit Ofelia (Mercedes Mason) das Haus.

Militärregime

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Episode %26bdquo;Not Fade Away%26ldquo; © AMC
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Wir erfahren dabei, dass das Militär für einen Bereich, der größer als sechs Meilen ist, eine Art Sicherheitszone inklusive Zaun eingerichtet hat. Allerdings hat diese Sicherheit ihren Preis, denn die Bewohner dürfen die Zone nicht verlassen, sonst riskieren sie, verhaftet zu werden. Insgesamt gibt es dabei im Großraum Los Angeles zwölf solcher Zonen. So weit, so organisiert. Das Sagen hat Lt. Moyers (Jamie McShane), der auch eng mit Travis zusammenarbeitet.

Der Gesundheitszustand von Ofelias Mutter hat sich derweil noch nicht verbessert, ganz im Gegenteil. Sie braucht dringen Medikamente oder eine OP, sonst verliert sie ihr Bein oder es passiert Schlimmeres. Doch trotz der organisierten Sperrzone schafft das Militär es bislang nicht, sich um ihre Versorgung zu kümmern. Daran ändert auch Ofelias offensiver Flirt mit dem Soldaten Adams (Shawn Hatosy) nichts.

Bürgermeister Travis

Travis scheint derweil zum Repräsentant der Zone gewählt worden zu sein und kümmert sich um einige Nachbarschaftsprobleme, da alternativ das Militär auf unschönerem Weg eingreift. Eines davon ist Nachbar Doug, der sich eingesperrt hat und seiner Familie Kummer bereitet. Was genau - außer Angst - sein Problem ist, wird nicht ganz klar. Aber es ist verständlich, dass Militärpräsenz ganz schön einschüchternd sein kann. Travis gelingt es, ihn davon zu überzeugen, sich medizinisch untersuchen zu lassen. Später allerdings nimmt er mit seinem Sportwagen Reißaus und wird verhaftet. Das Militär unterlässt es jedoch, seiner Familie Bescheid zu geben. Das schafft nicht gerade Vertrauen, weder bei Travis noch bei dem Rest der Gruppe.

„Nurse“ Liza

Liza (Elizabeth Rodriguez) hilft derweil den Kranken in der Nachbarschaft mit bisweilen sehr unkonventionellen Methoden. Dafür ist man ihr dankbar und bekocht sie, während Nick, wie sich herausstellt, nur so tut, als könnte er auf seinen Kick verzichten. Bei einem ihrer Patienten zwackt er Morphium ab und verpasst sich so einen Rausch, während er den Nachbarn leiden lässt.

Liza scheint allerdings auch nicht ganz ehrlich zu sein, denn Dr. Bethany Exner (Sandrine Holt), findet heraus, dass sie gar keine richtige Krankenschwester ist. Dennoch lässt sie sich von ihr dabei helfen, die Kranken aus der Safe Zone in ein Hospital zu schaffen. In einer Notfallsituation ist man wahrscheinlich für jede helfende Hand dankbar.

Nichts zu tun

Während Nick Schmerzmittel klaut, Liza sich nützlich macht und Chris Madison hilft, schleicht Alicia auf dem Nachbarsgrundstück herum. Dort sieht sie nicht nur, dass jemand wohl eine Pillendose geleert hat, sondern schaut sich auch ein Bild an, dass sie vor vielen Jahren einmal gemalt hat. Zudem findet sie Susans Abschiedsbrief und verbringt Zeit damit, sich mit einigen Tattoonadeln das Herztattoo von Matt nachzustechen.

Wer steckt hinter dem Licht?

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Episode %26bdquo;Not Fade Away%26ldquo; © AMC
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Travis und Madison können aufgrund der Tatsache, dass die Salazars bei ihnen untergekommen sind, momentan nicht in ihr Ehebett, weswegen das Auto als Ort für Make-Up-Sex nach einem Streit herhalten muss. Dabei kommen Dinge zur Sprache, die sich zuletzt wohl aufgestaut haben. Die Tatsache, dass Travis Chris keine richtige Aufmerksamkeit im positiven Sinne schenkt etwa. Madison hat derweil den Kopf voll, sorgt sich darum, dass es keine Neuigkeiten gibt und ob das Militär die Kommunikation vielleicht absichtlich blockiert. Auch das von Chris aufgenommene Video ist wieder ein Thema.

Travis spricht seinen Ansprechpartner von der Armee sowohl auf Dougs Verbleib, als auch auf die Sperrzone an, die angeblich gesichtet und geprüft wurde. Doch allzu kooperativ ist sein Gegenüber nicht und schlägt viel lieber ein paar Golfbälle ab. Etwas ist ganz schön faul in der Safe Zone.

Wenn es passiert, dann schnell...

Später versucht Madison auf eigene Faust herauszufinden, was in den Sperrzonen los ist. Und was sie dabei entdeckt, ist erschreckend. Es gibt überall Vermisstenanzeigen und der Gestank des Todes liegt in der Luft, während die Straßen von Leichen gepflastert werden. Im letzten Moment versteckt sie sich unter einem Auto vor einer patrouillierenden Militäreinheit. Bei ihrem Trip sieht sie, dass nicht nur die Kranken erschossen wurden, sondern auch solche, die keine Zeichen von Infekt gezeigt haben.

Was sie gesehen hat, beschreibt sie zunächst Daniel, der ihr ein paar warnende Worte auf den Weg mitgibt und ihr eine Geschichte aus seinem Heim erzählt, aber aufgrund der Hilfe, die seiner Frau versprochen wird, nicht anders kann, als sich darauf einzulassen. Er fürchtet im Bezug auf das Militär das Schlimmste und bittet Madison auf Ofelia acht zu geben, wenn er nicht zurückkehren sollte.

They tried to make me go to rehab...

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Nick enttäuscht seine Mutter, als sie ihn dabei erwischt, wie er nach Drogen sucht. Denn für seine Sucht hat sie bekanntlich ihr Leben und das anderer riskiert, um ihn schonend davon zu entwöhnen. Darum kennt sie kein Halten mehr und wird ihm gegenüber äußerst gewalttätig. Ob Nick das allerdings als Lektion auffasst oder jetzt erst recht wieder zur Nadel greift, wird sich zeigen. Alicia merkt bei ihrer Rückkehr nach Hause, dass ihm das hart zusetzt und spendet ihm Trost.

Doch bald wird es wieder dramatisch. Als Griselda ins Krankenhaus gebracht werden soll, darf ihr Mann Daniel sie plötzlich nicht mehr begleiten, stattdessen steht Nick auf der Liste derjenigen, der ins Hospital soll. Der Versuch wegzulaufen endet in erneuter Gewalt und Madison, Daniel und Travis können gegen die geballte Militärpräsenz mit Worten nichts ausrichten. Somit wird die Gruppe erneut getrennt: Griselda, Nick und Liza, die angeblich im Krankenhaus gebraucht wird, und Daniel, Ofelia, Alicia, Travis und Madison müssen nun um ihre Angehörigen fürchten.

Madison und der Alkohol

Unpassenderweise scheint Madison selbst ein kleines Suchtproblem zu entwickelt und gerne mal zu tief ins Glas zu schauen. Sie verkriecht sich nach dem Stress in der Garage und trinkt. Während Alicia sich den berührenden Abschiedsbrief ihrer Nachbarin zu Gemüte führt, sitzt diesmal Travis auf dem Dach und schaut in die Ferne. Er sieht das Licht, das Hoffnung auf Rettung macht. Allerdings ist dafür nun jede Chance vertan, denn es erlischt und weicht dem Kugelhagel des Militärs.

Schon in der letzten Folge wurde Travis als Optimist eingeführt, der sich dachte, dass die Armee die Rettung sei. Hoffentlich sieht er nun ein, dass das wohl ein falscher Eindruck war. Sein Kontaktmann beim Militär jedenfalls ist nicht aufrichtig und hat wohl nun die Räumung veranlasst. Wacht Travis nun auf?

Was ist der Plan?

Szenenfoto aus der %26bdquo;Fear the Walking Dead%26ldquo;-Episode %26bdquo;Not Fade Away%26ldquo; © AMC
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Fear the Walking Dead entwickelt sich in eine Richtung, die nicht besonders gut vorherzusehen ist. Das ist aufgrund der Tatsache, dass die Mutterserie einer Vorlage folgt, besonders erfrischend. Die Helfer in der Not scheinen dabei allerdings nicht unbedingt daran interessiert zu sein, die Lage zu verbessern. Vielmehr dünnen sie die Herde aus. Doch mit welchem Ziel? Offensichtlich glaubt man noch immer, dass dies eine Seuche ist, der man Herr werden könnte, wenn man die infected von den Gesunden trennt.

In neun Tagen (Plus/Minus ein Paar) müssten die Armee oder die anderen Machthaber, sofern sie noch da sind, inzwischen gesehen haben, wie sich die Wiederauferstehung der Untoten gestaltet. Demnach könnte eine Bezaunung sich über kurz oder lang auch als Todesfalle entpuppen, da schon ein unbemerkter Toter inmitten der Unwissenden dafür sorgen könnte, dass noch mehr Menschen umkommen. Es ist also gar nicht so verkehrt, die Kranken aus der Sicherheitszone zu holen. Doch eine weitere Taktik ist nicht ersichtlich. Hofft man, dass sich der Ausbruch dann von alleine erledigt? Dass man nicht komplett transparent kommuniziert, könnte man sogar nachvollziehen, weil man Paniken und Krawall vermeiden will. Doch was soll die Armee machen?

Auch der Plan von Travis und Madison muss nach dem, was sie nun wissen, unbedingt angepasst werden. Ganz offensichtlich haben die Autoren der Folge sie getrennt voneinander Informationen erhalten lassen. Madison über die Sperrgebiete und Travis über das Licht. Hoffentlich dauert es nun nicht wieder mehrere Episoden, bis sie miteinander sprechen und ihre Schlüsse ziehen. Dennoch gibt es hoffentlich einen besseren Plan als in die Wüste zu gehen. Zunächst wird es allerdings wahrscheinlich darum gehen, dass man die Spur von Nick und Griselda aufnimmt. Wir werden sehen. So lange dauert es bis zum ersten Staffelfinale ja auch nicht mehr.

Fazit

Das Militär als neue Handlungskomponente bei Fear the Walking Dead ist vielversprechend. Ob der kleine mehrtägige Zeitsprung zwischen den Folgen die beste Wahl dafür war, muss sich noch zeigen. Spannend wäre auch gewesen, welche Schwierigkeiten sich bei der Inbetriebnahme der Zone aufgetan haben. Immerhin hat man die Konflikte, die man daraus ziehen kann, schnell auf den Punkt gebracht und zugespitzt, während man bei manchen Figuren (Alicia) schon den Eindruck haben könnte, dass man sie nicht unbedingt zu beschäftigen weiß. Ansonsten fallen manche Figuren schon jetzt in alte Muster zurück und scheinen nur bedingt daraus zu lernen, was ihnen bereits widerfahren ist. Bleibt man so ruhig, wenn man weiß, dass eine Seuche grassiert? Würde man nicht über Notfallpläne und ähnliches diskutieren oder sie zumindest ansprechen?

Diese Folge führt einige Figuren ein, die nicht gerade leicht zu durchschauen sind. Was genau die Männer und Frauen der Armee für Befehle haben, ist noch nicht bekannt, ihre Taten deuten jedoch auf nichts Gutes hin.

Ob man sich in einer solchen Situation auf Dritte verlassen oder doch für sich selbst kämpfen sollte, wird hier ebenfalls problematisiert. Doch hätten die Figuren überhaupt eine Chance gegen die bewaffnete Übermacht gehabt? Die Katastrophe ist eigentlich vorprogrammiert. Wie kommen Travis, Madison und Co. da wieder heraus?

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 21. September 2015
Episode
Staffel 1, Episode 4
(Fear the Walking Dead 1x04)
Deutscher Titel der Episode
Nicht vergehen
Titel der Episode im Original
Not Fade Away
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 20. September 2015 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 21. September 2015
Autor
Meaghan Oppenheimer
Regisseur
Kari Skogland

Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 1x04

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