Fear the Walking Dead 1x03

Die Fear the Walking Dead-Episode The Dog beginnt dort, wo die vorherige aufgehört hat. Sie zeigt die alte Familie von Madison (Kim Dickens) im Haus verharrend, während Travis (Cliff Curtis) seinen Sohn Chris (Lorenzo James Henrie) und seine Exfrau Liza (Elizabeth Rodriguez) im Friseurladen der Salazars untergebracht hat, wo man dem Krawall auf den Straßen aus dem Weg gehen will.
Weiterhin werden von beiden Erwachsenen keine Schritte unternommen, um ihre Kinder über ihren Kenntnisstand der Lage zu informieren. Wobei vor allem bei Chris die Neugier überwiegt - und auch der Drang, eines der coolen Barbiermesser mitzunehmen. Allerdings werden sie ohnehin bald gezwungen, ihr Asyl zu verlassen, als nebenan eingebrochen wird und ein Feuer dafür sorgt, dass es bald ungemütlich werden könnte.
Daniel Salazar (Rubén Blades) ist ein Mann, der seine Schuld begleichen möchte und lieber für sich allein einsteht, weswegen er vorschlägt, dass sich die Wege der Gruppe trennen sollten. Doch das Chaos ist allein kaum zu bewältigen und so verletzt sich Griselda Salazar (Patricia Reyes Spindola) beim Fluchtversuch schwer am Bein, als sie unter einem Gerüst begraben wird. Zum Glück sind Travis und seine Familie jedoch in der Nähe und so gelingt die Flucht mit dem Pick-up-Truck, auf dessen Ladefläche die Salazars unterkommen. Ein Blick auf das Bein zeigt, dass dieses ganz schön böse erwischt wurde.

Die Idee ist, ein Krankenhaus zu finden, doch dort zeigt sich ein Horrorszenario. Die Polizei hat es umstellt und schießt auf die Kranken beziehungsweise auf die an ihren Wunden und Krankheiten Verstorbenen. Das ist also keine Option mehr, genauso wenig wie andere Krankenhäuser, die so zu Todesfallen werden. Also möchte Daniel mit zu Travis nach Hause und dort angeblich einen Cousin verständigen. Ein schöner Shot bei der Fahrt dahin ist der stadtweite Stromausfall, der etwas sehr Unheimliches, aber auch Schönes zugleich hat.
Monopoly als Ablenkmanöver
Madison versucht weiterhin, Nick (Frank Dillane) von den Drogen abzubringen und versorgt ihn mit Oxycodon als Substitut, das er sich allerdings weiterhin durch die Nase zieht und nicht oral einführt. Tochter Alicia (Alycia Debnam Carey) sorgt sich derweil weiter um die Nachbarn und die gruseligen Geräusche, die von draußen kommen. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, holt Madison das Monopoly aus dem Schrank - man könnte meinen, dass das eine gute Ablenkung sei, aber irgendwie wirkt das auch etwas deplatziert, schließlich ist Alicia 16 und nicht sechs Jahre alt.
Zwischendrin fragt Nick kritisch nach, warum seiner Schwester die Wahrheit vorenthalten wird und wo Travis bleibt, denn inzwischen sind sechs Stunden vergangen. Dabei sät er Zweifel, ob der Lehrer nicht vielleicht mit seiner Ex und seinem eigenen Sohn abgehauen sein könnte. Daran sieht man also, dass die Beziehung der beiden zumindest ein wenig auf wackeligen Beinen steht und Nick Travis noch nicht ganz als Ersatzvater akzeptiert haben dürfte.
Bald tauchen die Geräusche erneut auf und die Neugier ist stärker als die Vernunft. Doch es handelt sich „nur“ um einen Schäferhund, der einige Blutspuren aufweist. Nick hält es für eine gute Idee den Vierbeiner reinzulassen. Doch seine Anwesenheit hat einen anderen Zweck, die Macher wollen damit den neuen und alten Zuschauern deutlich machen, dass die Untoten durch Lärm angelockt werden. Ob sich die Charaktere das auch merken, muss sich noch zeigen. Denn nebenbei sehen sie noch einen untoten Nachbarn auf sich zu stapfen. Nick hat die rettende Idee: Die Shotgun der Nachbarn muss her.
Also wird ein kleiner Ausflug durch die Hintertür gemacht, während diese allerdings offengelassen wird und der Hund im Haus bleibt. RIP, Kläffi. Just in dem Moment, als der infected ins Haus schleicht, um den Hund zu verspeisen, biegen auch Travis und Co in die Einfahrt ein. Eine telefonische Warnung kommt wegen der Schwankungen im Stromnetz nicht zu Travis durch und so bricht Panik aus.
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Shotgun!

Der Garten der Nachbarn hat im Dunkeln etwas von einem Irrgarten und obwohl die Waffe und die passenden Patronen gefunden werden, vergessen die drei, sie in der allgemeinen Panik mitzunehmen. Allerdings merkt Alicia so zumindest endlich, was sich abspielt, als sie Bekanntschaft mit der untoten Version ihrer Nachbarin Susan macht. Die schnappt nach ihr und nur das beherzte Eingreifen von Chris verhindert wohl Schlimmeres. Dafür bedankt sie sich mit einem ordentlichen Ellenbogencheck. Zunächst leugnet Alicia es, doch dann bemerkt sie, dass wohl auch Matt dieses Schicksal blühen könnte.
Die Situation in Madisons Haus droht zu kippen, als Travis versucht, auf seinen Nachbarn einzureden, statt in Deckung zu gehen oder die Waffe zu benutzen. Zum Glück ist Daniel da, der ihm die Waffe entreißt und schießt. Erst der zweite Schuss durch das Gehirn sitzt richtig und eliminiert die Bedrohung. Somit haben wir unseren ersten badass der Serie.

Aus rein erzählerischer Sicht ist es interessant, dass die Gruppen schon in der dritten Episode zusammengefunden haben. Man hätte ja aus der Erfahrung als The Walking Dead-Zuschauer heraus davon ausgehen können, dass sich das länger hinzieht. Allerdings ziehen die Gruppen nicht an einem Strang. Während Madison direkt aufbrechen möchte, als Travis wieder da ist, argumentiert er, dass man die Nacht abwarten sollte, weil es zu viele Gefahren und unbekannte Faktoren gibt. Punkt für Travis. Daniel Salazar hingegen hat gar keinen Cousin, der ihnen helfen könnte, ist aber zu stolz, um offen um Hilfe zu bitten, auch wenn seine Tochter Ofelia (Mercedes Mason) klar dafür ist, mit Travis und Madison zu gehen. Daniel will irgendwie einen Arzt holen, der sich um seine Frau kümmert und die Situation dann im Haus aussitzen, doch das dürfte schwieriger sein, als er meint. Die Sturheit könnte seiner Frau und vielleicht auch ihn das Leben kosten.
Eine andere Perspektive auf die Heilungschancen von Griselda Salazar hören wir derweil von Liza, die ohne fachmännische Hilfe von einer Blutvergiftung ausgeht, weil schon jetzt zu viel Schaden am Bein vorhanden ist. Liza und Travis wirken tatsächlich wie ein gut eingespieltes Team und ob das letzte Wort in Sachen Liebe zwischen den beiden bereits gesprochen ist, muss sich noch zeigen.
Die beiden Frauen Liza und Madison wollen sich in dieser schweren Situation beistehen und kooperieren - beziehungsweise zumindest Liza möchte das. Madison bittet sie, sie zu erlösen, sollte sie einmal in die Lage von Nachbarin Susan kommen, da es ihren Mann Travis zerstören würde. Mit der Nachbarin verbindet sie einige emotionale Erinnerungen, denn sie hatte ihr nach dem Tod ihres ersten Mannes sehr geholfen und dementsprechend findet sie ihre Situation traurig.
Daniel erklärt Chris den Umgang mit der Schrotflinte und gibt ihm eine kurze Munitionskunde. Das findet Travis allerdings gar nicht so gut, während Madison meint, dass es nicht schaden kann. Die klassische smoking gun wird also demnächst bestimmt noch einmal wichtig werden. Mal sehen, wann Travis merkt, dass sich diese weiche Einstellung noch rächen könnte. Ganz so sensibel ist er allerdings auch nicht, weil er sich um die Überreste kümmert und sie der Müllabfuhr hinstellt, statt sie zu verbrennen, wie Daniel vorschlägt. Bevor sich die Patchworkfamilie aufmachen kann, will Madison sich um ihre Nachbarin kümmern und nimmt den Hammer zur Hand. Allerdings kommt dann wieder Travis dazu und redet ihr ins Gewissen. Er hat Hoffnung auf Heilung, so dass die infizierte Susan weiterhin ihr Untotendasein fristet, was dazu führt, dass Daniel ihn aus der Distanz für einen Schwächling hält.
Ausnahmezustand

Von Susans Mann Patrick fehlt aber momentan jede Spur, so dass die folgenden Ereignisse ziemlich tragisch sind. Als die beiden Autos der Familie sich zur Abfahrt bereit machen, sieht Madison den zurückgekehrten Nachbarn, den sie diesmal tatsächlich klar erkenntlich warnt, also anders als in der letzten Episode. Er weiß allerdings nicht, was los ist. Obwohl seine Frau optisch deutlich anders aussieht, umarmt er sie naiverweise. Genau dann kommt das Militär, nimmt den Wohnblock ein, erschießt Zombie-Susan und nimmt Patrick in Gewahrsam. Auch unsere Protagonisten werden katalogisiert und befragt, ob sie mit dem Blut der Infizierten in Kontakt kamen. Das Militär weiß also auch nicht unbedingt, womit sie es zu tun haben. Aus der Mutterserie wissen wir als Zuschauer zumindest, dass der Kontakt mit dem Blut allein noch keine Verwandlung nach sich zieht, sonst wären Rick, Daryl oder Michonne schon lange Walker.
Nick nutzt die Gunst der Stunde, um sich nach weiteren Drogen umzusehen, wird jedoch von einem ihn beobachtenden Mädchen abgehalten. Er hat im Auto gesehen, dass sein Vorrat knapp wird, zumal Madison Griselda einen Teil der Schmerzmittel gegeben hat. Travis glaubt, nun, da die Kavallerie des Militärs da ist, könnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Daniel hingegen denkt, dass es schon zu spät sei. Man kann gespannt sein, was genau das Militär macht. Bis auf deren Überreste und vereinzelte Mitglieder, beispielsweise Abraham oder einige Opfer vom Governor sowie dem toten Soldaten im Piloten, hat The Walking Dead bisher darauf verzichtet, diese Komponente zu zeigen.
Da tatsächlich eine große Menge von Soldaten in den letzten Minuten der Folge zu sehen sind, könnten hier also ein paar neue Theorien, Vermutungen und Gedanken vorgestellt werden. Serienschöpfer Robert Kirkman hat mehrfach betont, dass es nichts zur direkten Entstehung der Epidemie geben werde, was auch gar nicht nötig ist - die militärische Perspektive kann dennoch spannend und bereichernd sein. Fraglich ist, was nun aus dem Plan der Familie wird und wie ausgeklügelt dieser eigentlich ist. Dass sie in die Wüste wollen, sich aber nicht ordentlich Gedanken dazu gemacht haben, was Verpflegung, Verteidigung, Wettersituation oder die Versorgung von Nick angeht, ist jedenfalls ein stark verbesserungswürdiger Plan.
Ein kleines Detail aus der Episode wirkt noch interessant, wenn man sich eine Neuigkeit vor Augen führt. Wir sehen, wie sich ein Flugzeug im Sinkflug befindet. Könnte das schon der erste Hinweis auf die neue Webserie zu Staffel 2 sein? Wir werden bald vielleicht schon mehr dazu erfahren...
Fazit
Auch in der Episode The Dog gibt es zahlreiche fragwürdige Handlungsentscheidungen, wie etwa das Hereinlassen des bellenden Hundes oder das Vorenthalten von Informationen, doch mittlerweile sollte man wissen, dass das pure Absicht der Autoren ist. Die Entwicklung der Episode ab der Hälfte der Laufzeit sorgt doch für einige Spannung und besonders die letzten paar Minuten geben mir Hoffnung auf einige neue Perspektiven und Eindrücke, die in der Mutterserie so noch nicht zu sehen waren.
Begrüßenswert ist außerdem, dass die Gruppe relativ schnell wieder zusammengekommen ist und dieser Aspekt nicht künstlich in die Länge gezogen wurde. Wie es nun weitergeht, ist schwierig vorherzusagen und genau das macht die Lage gerade spannend. Mehr braucht es gar nicht, um mich bei der Stange zu halten und mich auf die nächste Episode freuen zu können.
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 14. September 2015(Fear the Walking Dead 1x03)
Schauspieler in der Episode Fear the Walking Dead 1x03
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