Falling Skies 2x09

Falling Skies 2x09

In der Episode The Price of Greatness der US-Serie Falling Skies gibt es einen ersten Blick auf Charleston und die dort herrschenden Strukturen. Terry O'Quinn und Matt Frewer haben ihren ersten Gastauftritt.

Terry O'Quinn als Arthur Manchester in der US-Serie „Falling Skies“ / (c) TNT
Terry O'Quinn als Arthur Manchester in der US-Serie „Falling Skies“ / (c) TNT

Was ist passiert?
Die 2nd Mass ist in Charleston eingetroffen und wird mit Applaus begrüßt (passend und unübersehbar dazu im Hintergrund: Die Flagge der Vereinigten Staaten). Weaver (Will Patton) erblickt sogleich seine Tochter Jean (Laci J. Mailey) unter den Einheimischen, und Tom (Noah Wyle) trifft auf seinen alten Mentor Arthur Manchester (Terry O'Quinn), der dort die politische Führung inne hat.

Auf militärischer Seite macht die Widerstandsgruppe Bekanntschaft mit General Bressler (Matt Frewer), der das Kommando über die Truppen von Charleston hat, wobei die meisten davon nur eine sehr begrenzte Kampferfahrung haben. Bressler hätte das gerne geändert und würde von sich aus lieber gegen die Aliens losschlagen, untersteht aber selbst ebenfalls Manchester, der Charleston im Verborgenen halten möchte und den sicheren Standort, an dem es genug Vorräte und Versorgung für alle gibt, nicht gefährden will.

Die Widerstandsgruppe wird kurz nach der Ankunft verschiedenen Bereichen zugeteilt. Jeder muss seinen Teil zu Charleston beitragen. Ersten Unmut gibt es als die Mitglieder der 2nd Mass ihre Waffen abgeben müssen. Pope (Colin Cunningham) und zwei seiner Berserker planen schon gleich nach der Ankunft einen erneuten Aufbruch, werden aber bei einem Versuch, sich vorher am Waffenlager zu bedienen, erwischt - erst von Maggie (Sarah Carter) und gleich darauf von Tector (Ryan Robbins), der sich bereits dem dortigen Militär angeschlossen hat.

Hinter verschlossenen Türen bekommt Tom ein privates Treffen mit Arthur Manchester und erzählt von der Skitter-Rebellion, die in seinen Augen von Charleston unterstützt werden sollte. Arthur ist anderer Meinung. Er hört zwar gerne vom internen Konflikt der Aliens, will aber nicht eingreifen und ist mehr an seinem politischen Werdegang als Gründervater einer neuen Regierung interessiert. Diesbezüglich stehen auch bald Wahlen an, die für ihn oberste Priorität haben. Da ist es ihm auch ein Dorn im Auge, dass erst Jean Weaver und dann Tom sich bei einer Ansprache gegen seine Methode des Abwartens aussprechen - Tom zitiert dabei sogar aus einem von Manchester verfassten Buch zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Die Situation spitzt sich weiter zu als einer der menschlichen Rebellen, vermutlich ein Kollege von Ben (Connor Jessup), in Charleston auftaucht und Tom um ein Treffen mit dem Rebellen-Skitter Redeye bittet. Alle Beteiligten - unter anderem auch General Bressler - sehen in diesem Treffen eine Chance. Nur Arthur ist dagegen, fürchtet um die Sicherheit Charlestons und lässt den Jungen wegsperren. Zudem ist er nicht gerade erfreut zu hören, dass Toms Sohn Ben ein Teil der Skitter-Rebellion ist und um Charleston Bescheid weiß. Er versucht sogar, aus Pope Informationen heraus zu locken, die Tom diskreditieren könnten.

Wenig später eskaliert die Lage, denn Tom und Weaver setzen alles daran, das Treffen stattfinden zu lassen. Zusammen mit anderen Mitgliedern der 2nd Mass sowie Colonel Porter (Dale Dye) befreien sie den Jungen durch Waffengewalt. Sie werden aber von Bressler gestoppt, der auf Anordnung von Arthur auch alle anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe verhaften lässt. Die Verhaftung ist aber nur von kurzer Dauer, denn Bressler ändert seine Meinung, verhaftet Arthur und ruft das Kriegsrecht aus. Mit diesem waschechten Putsch endet die Folge.

Charleston und Arthur Manchester

Das erhoffte Paradies ist die Untergrundstadt bestimmt nicht, kann sie auch nicht sein, solange außerhalb noch Kriegszustand herrscht und die Overlords führen. Arthur Manchester ist darum bemüht, allen Überlebenden einen sicheren Hafen zu bieten. Es gibt hydroponische Anlagen für Obst und Gemüse (auch wenn nur von ihm auserlesene Leute in den Genuß von Tomaten kommen), ein großes Waffenarsenal und gute medizinische Einrichtungen, obwohl das Personal noch weiter aufgestockt werden muss. Im Grunde hat er aber die gleiche Taktik wie die Kindergruppe, die wir in der Falling Skies-Folge Young Bloods kennenlernen durften: Verstecken, abwarten und hoffen, dass die Aliens von alleine wieder abhauen.

Arthur ist damit glücklich, und wirklich vorwerfen kann man ihm das nicht. Allerdings wirft er seine demokratischen Ideale am Ende der Folge komplett über Bord. In dem Moment, wo er alle verhaften lässt, ist er nichts anderes als ein besessener Anführer, der seine eigenen Ziele (die Gründung einer neuen Regierung mit ihm als Gründungsvater und permanenter, äh, gewählter Regierungsgewalt) gefährdet sieht. Eine Zusammenarbeit mit einer möglichen Skitter-Rebellion kommt für ihn nicht in Frage. Schöner Anführer, der gerade aufgrund seiner Geschichtskenntnisse eine etwas offenere Einstellung gegenüber einer Skitter-Rebellion haben sollte. Aber es wurde auch mehrfach während der Folge angedeutet, dass seine Bevölkerung hinter der sicheren Fassade von Charleston nicht gerade glücklich ist.

Bressler
General Bressler, als militärischer Arm von Arthur Manchester, hat schon lange auf die richtige Zeit gewartet, um gegen die Aliens loszuschlagen. Als der Rebellenjunge auftaucht, steht er auf der Seite von Tom und Weaver und sieht den richtigen Moment dafür gekommen. Trotzdem folgt er Arthurs Anweisungen bis kurz vor Ende der Folge, um dann - typisch Militär - mit einem Putsch die Seiten zu wechseln. Ein Schritt, von dem Tom und Weaver nicht gerade begeistert sind - dabei haben sie eben noch selbst versucht, mit Waffengewalt das Treffen herbeizuführen. Verrückte Welt.

Jeans Schicksal
Als am Ende der Falling Skies-Episode Young Bloods die Kindergruppe einfach so wieder von dannen zieht, war eigentlich schon klar, wie die Chancen für Jean, Diego und die anderen standen. So ist es auch kein Wunder, dass diese Gruppe kurze Zeit später erneut von den Aliens angegriffen wurde. Jean konnte entkommen und hat es bis Charleston geschafft. Aber auf Hilfe für die anderen musste sie vergeblich hoffen. Das eingeigelte Militär in Charleston blieb dank Arthur im Schutz des Untergrunds und schickte keinen Suchtrupp los.

Überhaupt mutet es verwunderlich an, dass Jean alleine den weiten Weg bis Charleston geschafft hat. Man konnte schon die Stirn darüber runzeln, dass Porter mit seinen fünf verbliebenen Leutchen dort angekommen ist (die wussten schließlich in der ersten Staffel noch nichts vom sicheren Hafen Charleston), aber die Nachricht scheint sich wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben.

Toms Geheimnisse
Dass Tom zunächst über Ben schweigt, war nicht verwunderlich. Er hätte auch gleich erwähnen können, dass die 2nd Mass sowieso jedem (inklusive der getroffenen Aliens) vom Reiseziel Charleston erzählt hat. Ein Angriff der Aliens dürfte damit über kurz oder lang unausweichlich sein. Das konnte man auch den Worten des Rebellenjungen entnehmen, der davon sprach, dass die Overlords etwas planen und Dringlichkeit für das Treffen mit Redeye geboten sei. Positiv erschien dabei, dass die Skitter-Rebellion mittlerweile eine bedeutende Größe angenommen hat, sonst wäre Ben wohl selbst in Charleston aufgetaucht.

Erwartungen
Was hat man als Zuschauer von Charleston erwartet? Dass irgendwo ein „star-spangeld banner“ rumhängt, war vorherzusehen. Dass viele bereits von der 2nd Mass und Toms Besuch im Raumschiff erfahren haben (woher?), wirkte ebenso wie der Applaus recht merkwürdig. So recht passen will das Bild von Manchester und Bressler auch nicht. Von Toms Mentor hätte man erwarten können, dass es zumindest so etwas wie ein Gremium an der Führungsspitze der Stadt gibt und nicht einen einsamen pseudodemokratischen Herrscher mit voller Befehlsgewalt. Vergleicht man die Ordnung in der Stadt mit der der 2nd Mass, dann hat unsere Heldentruppe demokratischere Züge. Und Bressler wirkte wie eine Marionette von Manchester, die erst in letzter Sekunde ihre Fäden mit einer Kettensäge durchtrennt hat. Dabei hätte er mit Arthur vielleicht nur mal Tacheles reden müssen. Situationen dafür gab es vorher schließlich genug.

Die Ruhe vor dem Sturm?
Auf der Seite der Außerirdischen blieb es noch ruhiger als letzte Folge. Was erwartet Tom und die anderen bei dem Treffen mit Redeye? Eine Vorschau auf Staffel drei?

Was planen die Overlords und warum sind sie überhaupt auf der Erde? Wird Charleston das Finale überleben oder dient es nur dazu, ein paar neue Gesichter in der 2nd Mass einzubauen und in der letzten Folge Abschied von ein paar vertrauten Figuren zu nehmen?

Fazit: Es passiert einiges in der Folge The Price of Greatness, aber leider nur auf durchschnittlichem Niveau. Da können auch Matt Frewer und Terry O'Quinn nichts dran ändern. Die Parallele zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war nett gemeint, kann aber nicht so richtig zünden. Mehr als 2,5 von 5 Sternen sind da von meiner Seite nicht drin.

Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 13. August 2012
Episode
Staffel 2, Episode 9
(Falling Skies 2x09)
Deutscher Titel der Episode
Machtkämpfe
Titel der Episode im Original
The Price of Greatness
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 12. August 2012 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 17. August 2012
Autor
Mark Verheiden
Regisseur
Adam Kane

Schauspieler in der Episode Falling Skies 2x09

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