Evil Staffel 1
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Hatten wir alles schon?
Eine Gruppe von Ermittelnden, die angeblich übernatürlichen Phänomenen und Fällen mit Hilfe von Logik, Wissenschaft und Glauben auf den paranormalen Pelz rückt? Hatten wir schon, könnte man meinen, und doch ist es möglich, dem spätestens seit The X-Files bewährten Konzept immer wieder neue Facetten hinzuzufügen. So geschehen 2020 mit der ursprünglich für das Network CBS kreierten Mysteryserie Evil. In der Show sind es nämlich keine FBI-Agenten wie in The X-Files oder Fringe, die ihre Spürnasen tief in den Verschwörungssumpf von Regierungen oder Parallelwelten stecken.
Vielmehr stellt der stark von Mike Colter gespielte Priesteranwärter David Acosta im Auftrag der katholischen Kirche ein dreiköpfiges Team zusammen, um sich mit Themen wie Besessenheit, teuflischer Präsenz, Wunderheilungen, Wiederauferstehungen und Visionen zu befassen. Der sakrale Aspekt ist dabei zwar nicht ganz neu, kommt hier aber in erfrischend geballter Form zum Tragen. Dabei lässt es sich das Autoren-Team um die Serienerfinder Michelle und Robert King (The Good Wife, The Good Fight) nicht nehmen, sozusagen auch so manchen Lanzenhieb in Richtung des klerikalen Rippengewebes zu schicken.
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Eine spaßige Angelegenheit

Das Endergebnis in Form der ersten 13 Episoden macht entsprechend viel Spaß. Den größten Anteil daran trägt sicherlich der von Colter angeführte hervorragende Main-Cast sowie die spannende Figurenzeichnung. Neben dem tiefgläubigen Acosta untersuchen die von Katja Herbers einfühlsam gespielte Psychologin Kristen Bouchard und der wundervoll zynische Technikexperte Ben Shakir (witzig: Aasif Mandvi) die (vorgeblich) übernatürlichen Ereignisse. Eine stets herrschende kritische Tonalität ist erfreulicherweise unüberhörbar, was dazu führt, dass dem geneigten Publikum am Ende vieler Episoden natürliche Ursachen anstatt biblischer Mysterien präsentiert werden.
Das Pfiffige sind indes die zunächst vom Writers Room eingestreuten nagenden Zweifel. Ist der grandios von Michael Emerson gespielte Erzbösewicht von „Evil“, Leland Townsend, wirklich mit dem Teufel im Bunde? Oder ist er nur ein seit Kindheitstagen traumatisierter Psychopath ohne Selbstbewusstsein, der sich einredet, Beelzebub auf seiner Seite zu haben? Ein für Townsend unschön verlaufendes Gespräch mit Bouchard (Justice x 2, „Doppelte Gerechtigkeit“) legt den Gedanken nahe, obwohl der übernatürliche Touch andererseits bis zum großen Staffelfinale immer stärker ausgebaut wird.
Eine große Rolle spielt naturgemäß die in der Serie verwendete manchmal recht klischeehafte Symbolik mit Wiedererkennungswert. Der beispielsweise in der Halloween-Episode October 31 („31. Oktober“ gezeigte Exorzismus könnte ebenso dem Horrorklassiker von 1973 entstammen, in dem sich Pater Damien Karras (Jason Miller) gegen die von einem Dämon besessene Regan (Linda Blair) behaupten muss. Hinzu gesellen sich geifernde, in Latein kreischende menschliche „Dämonenhüllen“, Brandwunden hinterlassende Kreuze auf der Haut von Sünderinnen und Sündern, bildgewaltige Visionen, Menschen, die sich schmerzverzerrt unter den Worten des Vaterunsers winden und so weiter.
Die Technik

Das alles ist routiniert und genretypisch in Szene gesetzt und wird von Komponist David Buckley (The Sandman) stilecht musikalisch untermalt. Wenn man technisch etwas aussetzen möchte, dann das der Staffel bisweilen leider anzumerkende relativ geringe Budget. Vornehmlich das CG-Kreaturendesign hätte hier und da etwas mehr Fürsorge und Geld vertragen. An erster Stelle der Kritik steht hier sicherlich der Gehörnte selbst, der den gewissen Retro-Charme eines Videogames der frühen 2010er-Jahre nicht ganz verleugnen kann. Das geht heute selbst mit mittelprächtigen finanziellen Mitteln besser, wie zahlreiche Fanfilme auf YouTube und Co eindrucksvoll belegen.
Erfreulicherweise sind die entsprechenden Sequenzen aber rar gesät und werden nur dann eingesetzt, wenn sie für den Plot unvermeidlich sind. Daher lässt sich über jenes kleine Manko leicht hinwegsehen, zumal die Schauspielriege ohnehin das tragende Element von „Evil“ ist. Hinzu kommt, dass die Serienmacher dem im Verlauf der Staffel zum heimlichen Liebling avancierten Nachtschreck George einige bitterböse Dialoge und Kommentare in den Mund legen, die über die technischen Unzulänglichkeiten hinwegtrösten und beim Publikum immer mal wieder für ein fieses Grinsen auf den Lippen sorgen.
Der Staffelverlauf

Werfen wir abschließend einen kurzen Blick auf den Staffelverlauf, der Network typisch einige Schwankungen aufweist. Die Pilotepisode (im Deutschen: „Höhere Mächte“ führt die Zuschauenden in die Welt von „Evil“ ein und stellt die Hauptfiguren in einer ansprechenden Geschichte um einen angeblich besessenen Killer in spannender und unterhaltsamer Manier vor. Besonders auffällig ist, dass das Dreiergespann aus einem Gläubigen und gleich zwei Kritikern besteht, wobei vor allem die letztgenannten in den 13 Episoden einiges erleben, das an ihrem wissenschaftlichen Verstand zerrt.
Nach der Einführungsrunde geht es in 177 Minutes mit einer von den Toten auferstandenen jungen Sportlerin weiter. Der Fall stellt sich als seltenes, medizinisches Phänomen heraus, obwohl am Ende ein einfallsreich präsentiertes Rätsel bleibt, das leider keine Beantwortung findet. Während sich der Staffel übergreifende Handlungsbogen um den Teufelsdiener Leland Townsend langsam aber stetig aufbaut, bekommen es die Heldin und die Helden anschließend mit mehreren Varianten der Besessenheit zu tun, wobei der Ideenschmiede im Mittelteil ein wenig die Luft auszugehen scheint. Folgen wie Vatican III („Die Siegel“) und Exorcism Part 2 („Angeklagt“ sind zwar spannend und bringen die Geschichte voran, führen aber nicht wirklich neue Phänomene ein.
Der skurrile Höhe- und gleichzeitig narrative Tiefpunkt von „Evil“ stellt womöglich die Folge Room 320 dar, in der David schwer verletzt im Krankenhaus liegt und es mit einer mordlüsternen Krankenschwester zu tun bekommt. Die Geschichte ist zwar mit voller Absicht stark überzogen, aber auch extrem schlecht recherchiert und daher höchst unglaubwürdig. Wer aber über diese Schwäche hinwegsehen kann, erlebt herrlich verrückte 45 Minuten. Geschmäcker sind eben verschieden. Überhaupt weist das letzte Drittel der Season manchen kleinen Durchhänger auf. Versöhnlich stimmt dafür das fesselnde zweiteilige Finale mitsamt Twist und Cliffhanger, der Lust auf Staffel zwei macht.
Fazit

Okay, an einigen Stellen mag man der ersten Staffel von „Evil“ ihren „Networkcharakter“ vielleicht noch zu sehr anmerken. In anderen Szenen mangelt es an Budget und manchmal auch Mut. Auf das Endergebnis bezogen sind das jedoch verschmerzbare Kleinigkeiten, denn die Serie punktet mit starken Figuren, einem tollen Ensemble, unterhaltsamen Geschichten und einem ansprechenden Finale. Mysteryfans, die die Serie bisher noch nicht gesehen haben, sollten ihr unbedingt eine Chance geben, zumal sich die Folgen locker-flockig binge-watchen lassen und dank des recht ausgeprägten seriellen Charakters ohnehin besser für den Streaming-Sektor geeignet sind.
Von uns gibt es für den gelungenen Start vier von fünf Exorzismen.
Trailer zur 1. Staffel der Serie „Evil“
Hier abschließend noch der Trailer zur ersten Staffel der Serie „Evil“:
«Evil» Trailer
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