Continuum 1x05

Continuum versucht zu gleichen Teilen futuristische Technologien und menschliche Emotionen zu behandeln und dieser Balanceakt gelingt. Es ist eine Grauzone, in der sich Protagonisten und Antagonisten bewegen. Wer hat Recht und wer Unrecht? Ist diese Frage überhaupt relevant? Denn im Verlauf der Zeit kann sich alles verschieben. Bis jetzt wurde das Thema „Zeit“ an sich nur gestreift, aber nicht ausführlich behandelt.
A Test of Time setzt sich genau damit auseinander, mit den Fragen nach Zeit und Raum. Ist diese Gegenwart, aus dem Jahre 2012, schon geschehen? Sind Kieras und Liber8s Eingriffe mitgezählt und ergeben dann eben diese Zukunft, die verändert werden soll? Es zählt, es wird gezählt und im Gezählten ist das Zählende schon drin... Zeitreisen ermöglichen einen großen Spielraum für die Autoren und erlauben nahezu jede erdenkliche Entwicklung.
Continuum konfrontiert uns aber erst einmal mit zwei Möglichkeiten - entweder die Eingriffe in die Vergangenheit werden zu der Zukunft führen, die man vermeiden will oder die Zeitreise an sich hat zu einem Paralleluniversum geführt, dessen Zukunft noch gestaltet werden muss. Damit würde man sich auf Fringe-Territorium begeben. Aber „Continuum“ liefert keine klare Antwort - was gut ist - sondern lässt neue Fragen aufkommen.
In einer intensiv geführten Episode fällt umso mehr auf, dass Carlos (Victor Webster) Präsenz nicht unbedingt notwendig ist. Abgesehen von relativ uninteressanten Konversationen mit Kiera (Rachel Nichols) hat er kaum in dem Plot was zu suchen. Es scheint so, als würden sich die Autoren nicht entscheiden können, wie sehr er mit einbezogen werden soll. Klar eilt er zur Hilfe, wenn Kiera ruft, aber irgendwann muss man ihm auch mehr Informationen zukommen lassen oder aber mit eigenem interessanten Hintergrund ausstatten.
Ganz anders sieht es mit der „neuen“ Figur Kagame (Tony Amendola) aus. Er nimmt sofort das Heft in die Hand und geht zu einer perfiden Strategie über. Um Kiera zu beseitigen, will er einfach ihre Großeltern töten. So wird es Kiera nie gegeben haben. Das zwingt Kiera dazu selbst ihre zukünftige Großmutter (Katie Findlay) zu entführen und vor Liber8 zu schützen. So fängt ein erbittertes Katz-und-Maus-Spiel an, das mehrere Schusswechsel involviert.

Mittlerweile kann man behaupten, dass diese Schusswechsel eine Art Markenzeichen von Continuum geworden sind. In jeder Episode gib es längere Szenen, in welchen die Kugeln fliegen. Und Regisseur Pat Williams schafft es, diese Auseinandersetzungen sehr „lebendig“ zu inszenieren, so dass man als Zuschauer den Bedarf verspürt in Deckung zu gehen.
Kellogg (Stephen Lobo) wiederum ist keiner, der in Deckung bleiben kann, sondern er setzt sein Spiel mit Kiera und Liber8 fort. Nur dieses Mal hat Kagame das Ass im Ärmel, als er Kelloggs Großmutter entführt und sie zum Tausch gegen Kieras Großmutter anbietet.
Kieras Antwort auf diesen Schachzug erfolgt prompt und sie präsentiert Kagame seine eigene mit ihm selbst schwangere Mutter. Überraschenderweise hat Kagame nicht mit Kieras Entschlossenheit gerechnet und scheint nachzugeben, als ein Schuss fällt und Kelloggs Großmutter getroffen wird. Travis (Roger Cross) hat sich nicht an Kagames Anweisungen gehalten, was einen weiteren Konfliktherd kreiert.
Kelloggs Großmutter stirbt, aber er selbst bleibt am Leben. Auf diese Art und Weise verzichten die Autoren auf eine Entwicklung, die schnell zu Langeweile und Komplikationen führen könnte - nämlich wenn in jeder Episode irgendwelche Verwandten vor dem Tod geschützt werden müssten.
Die Frage bleibt - und diese stellt sich auch Alec (Erik Knudsen): Warum starb Kellogg nicht? War die Tote doch nicht seine Großmutter oder handelt es sich um eine neue Zeitlinie, die durch diese Zeitreise kreiert wurde?
Es bleibt spannend...
Verfasser: Mariano Glas am Montag, 15. April 2013(Continuum 1x05)
Schauspieler in der Episode Continuum 1x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?