Ash vs. Evil Dead 1x02

Der Pilot El Jefe lieferte einen sehr starken Einstieg in Ash vs. Evil Dead und die neue Episode Bait fĂŒhrt die Geschichte um Ash und seine Begleiter weiter. SelbstverstĂ€ndlich geht es auch diesmal wieder sehr blutig zu und thematisch geht es diesmal um Vertrauen und Teamwork.
You used to be dead, right?
Nach einen kurzen RĂŒckblick auf die vergangenen Ereignisse wird man sofort ins aktuelle Geschehen gerissen. Ash (Bruce Campbell) steht zusammen mit Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana DeLorenzo) vor einem toten DĂ€mon, welcher die Gruppe am Schluss der Pilotfolge heimgesucht hat und von Ash einen Kopf kĂŒrzer gemacht wurde.
Ash greift sein ursprĂŒngliches Vorhaben wieder auf und will mit dem Necronomicon zu einem Experten gehen und hofft auf eine Möglichkeit, die umherstreifenden DĂ€monen wieder aus der Welt der Lebenden vertreiben zu können. Kelly hat allerdings eine andere PrioritĂ€t,die bereits im Serienauftakt angedeutet wurde. WĂ€hrend sie mit ihrem Vater telefonierte, tauchte plötzlich Kellys tot geglaubte Mutter bei ihm auf und anschlieĂend wurde die Verbindung unterbrochen. Nun ist Kelly voller Sorge um ihren alten Herren und möchte ihm unbedingt einen Besuch abstatten.

Ash ist von der Idee weniger begeistert und möchte stattdessen lieber schnellstmöglich die Geheimnisse des Necronomicon entschlĂŒsseln, um das Ăbel bei der Wurzel zu packen. Nachdem Kelly Pablos fahrbaren Untersatz stiehlt um auf eigene Faust zu ihren Eltern zu fahren, ist das Necronomicon plötzlich nicht mehr auffindbar. Ash vermutet das Schlimmste und macht sich mit Pablo auf den Weg zu Kelly.
Ash und Pablo gehen verstĂ€ndlicherweise davon aus, dass Kellys von den Toten wiederauferstandene Mutter Suzy (Mimi Rogers) als zĂ€hnefletschende Höllenkreatur zurĂŒckgekommen ist, aber zu ihrer Ăberraschung werden sie in Kellys Heim von einer gesund aussehenden und gut gelaunten Dame empfangen. Diese erzĂ€hlt ihnen eine einigermaĂen glaubwĂŒrdige Geschichte fĂŒr ihr Verschwinden und versichert, dass sie kein DĂ€mon ist.
These things are tricky
Die Frage danach ob Suzy in Wirklichkeit ein hinterhĂ€ltiger DĂ€mon ist oder ihre tragische Geschichte der Wahrheit entspricht, bildet den Kern der zweiten „Ash vs. Evil Dead“-Episode. Suzy prĂ€sentiert sich so freundlich und zuvorkommend, dass Kelly und ihr Vater (Phil Peleton) sofort daran glauben, dass die Ehefrau und Mutter wieder da ist. Pablo ist bei der Vertrauensfrage hin- und hergerissen und Ash will nicht eine Sekunde an Suzys Geschichte glauben, denn er kennt die hinterlistigen TĂ€uschungsmanöver der DĂ€monen bereits aus seiner eigenen Vergangenheit.
Bevor die Frage nach Suzys GlaubwĂŒrdigkeit sich endgĂŒltig aufklĂ€rt, wird man gekonnt in die Irre gefĂŒhrt. Als Höhepunkt dient dabei ein gemeinsames Abendessen mit Ash, Pablo und Kellys Familie, bei dem die Anspannung jederzeit spĂŒrbar ist. Ash wartet nur darauf, dass Suzy ihr wahres Gesicht zeigt und es werden immer wieder Anzeichen dafĂŒr eingestreut, dass Suzys Menschlichkeit nur eine Fassade ist. Allerdings werden diese Anzeichen immer aus der Sicht des misstrauischen Ash gezeigt, sodass man sich als Zuschauer bei der Vertrauensfrage nie wirklich sicher sein kann.
Aber nicht nur die Spannung ist hier ein wichtiges Element, auch der Humor kommt wieder nicht zu kurz. Wenn Suzy sich gegenĂŒber Ash immer wieder freundlich gibt und dieser darauf nur mit fiesen Bemerkungen und feindseligen Gesten antwortet, dann kann man sich ein Lachen nicht verkneifen. In solchen Momenten wird einem wieder bewusst, wie perfekt Bruce Campbell zu seiner Rolle als Ash passt.
We fight through the carnage
Ein wichtiger Aspekt bei der Episode Bait ist der Zusammenhalt des Dreiergespanns Ash, Pablo und Kelly, der hier auf die Probe gestellt wird. ErwartungsgemÀà ist es natĂŒrlich Ash, der den DĂ€monen ihre Grenzen aufzeigt und dabei besonders rabiat zur Sache geht. Aber auch Pablo hat einige starke Momente und steht Ash in einer besonders heiklen Situation tatkrĂ€ftig zur Seite. SchlieĂlich werden Ash, Pablo und Kelly ĂŒberzeugend als gefestigtes Team prĂ€sentiert, auf dessen nĂ€chste Herausforderungen man gespannt sein darf.

Andere aus der Pilotepisode El Jefe bekannte Charaktere tauchen in Bait entweder ĂŒberhaut nicht oder nur kurz auf. Auf einen zweiten Auftritt von Lucy Lawless wartet man vergeblich und Jill Marie Jones als Polizistin Amanda ist nur in zwei kurzen Sequenzen zu sehen. Nach der guten EinfĂŒhrung im Serienauftakt hĂ€tte man hier gerne mehr von ihr gesehen. Allerdings gibt es relativ deutliche Hinweise darauf, dass schon bald ein erstes Treffen zwischen Ash und Amanda ansteht.
Die geringe Screentime der Nebenfiguren ist natĂŒrlich nicht zuletzt der LĂ€nge der einzelnen Folgen geschuldet, die nicht ĂŒber eine halbe Stunde hinausgeht. Da ist es sicherlich eine gute Entscheidung gewesen, sich auf die Hauptfigur und ein Szenario zu beschrĂ€nken, anstatt in der kurzen Zeit zwischen mehreren Figuren zu hin- und herzuspringen.
Es bleibt abzuwarten, wie der Schwerpunkt bei den kommenden Episoden gelegt wird. Man will nach der Sichtung sofort sehen wie es mit Ash und den anderen Charakteren weitergeht und das ist einerseits ein groĂes Kompliment an die Serie. Andererseits wĂ€re bei einer zusammenhĂ€ngenden Geschichte mit mehreren Figuren eine lĂ€ngere Spielzeit pro Episode vielleicht besser gewesen.
Gorehounds kommen bei der neuen „Ash vs. Evil Dead“-Episode wieder voll auf ihre Kosten. Es gibt diesmal zwei lĂ€ngere Actionszenen, bei denen der rote Lebenssaft wieder den gesamten Bildschirm fĂŒllt. Wie schon in der Pilotepisode, hĂ€lt man sich mit CGI-Effekten bis auf einige Ausnahmen zurĂŒck und man bekommt wieder herrlich ĂŒberzogenen Splatter in bester „Tanz der Teufel“-Manier geboten. Regisseur Michael J. Barret hat hier wirklich einen guten Job gemacht und seine Inszenierung muss sich hinter der von Altmeister und Serienerfinder Sam Raimi nicht verstecken.
Fazit
Die zweite Episode von Ash vs. Evil Dead weiĂ zu gefallen und fĂŒhrt die StĂ€rken des Piloten auf einem zufriedenstellenden Niveau weiter. Zwar hĂ€tte die Folge von einer etwas lĂ€ngeren Laufzeit profitiert, aber dafĂŒr bekommt man eine unterhaltsame halbe Stunde geboten, die neben der spannenden Frage nach Suzys wahrem Gesicht auch wieder einige (un)appetitliche Details fĂŒr Freunde der hĂ€rteren Gangart parat hĂ€lt.
Verfasser: Robert Baron am Sonntag, 8. November 2015(Ash vs. Evil Dead 1x02)
Schauspieler in der Episode Ash vs. Evil Dead 1x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?