Arrow 6x06

Arrow 6x06

Die Arrow-Episode Promises Kept setzt den Deathstroke-Zweiteiler fort. Außerdem spitzt sich die Storyline rund um Diggles Gesundheitsprobleme und seine Art, damit umzugehen, zu. Durch eine neue Entwicklung sind Ausflüchte nun nicht mehr möglich.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / (c) The CW

In der aktuellen Folge Promises Kept der US-Superheldenserie Arrow wird nicht nur die Saga rund um Deathstroke aka Slade Wilson (Manu Bennett) und seinen Sohn Joe/Kane (Liam Hall) fortgesetzt, sondern auch die um Diggles (David Ramsey) anhaltende körperliche Probleme durch den Tremor, die er versucht, mit Steroiden zu bekämpfen. Nimmt die Serie wieder etwas mehr an Fahrt als noch zuletzt auf?

Wie der Vater, so der Sohn?

Slade ist zwiegespalten, wie er nach dem Wiedersehen mit seinem Sohn reagieren soll, weswegen er versucht, sich ihm anzuschließen. Er begründet dies damit, dass sein Sohn alles ist, was ihm geblieben ist und sagt zumindest, dass er bereit ist, alles zu töten, was sich ihm in den Weg stellt. Das beobachtet Oliver (Stephen Amell) zunächst aus der Ferne. Die Trennung von Vater und Sohn schiebt Slade zunächst auf die Mutter, die Joe offenbar den Namen Kane verpasst hat.

Im Flashback sehen wir, dass die Beziehung von Vater und Sohn vor sieben Jahren noch besser war. Es handelt sich um den Zeitpunkt, als Slade nach dem Kampf auf der Amazon sein Auge verloren hatte und fortgespült wurde. Diesmal gibt es dazu ein paar Details, beispielsweise, dass er auf den Philippinen angespült wurde und schon damals Rache gegen Oliver im Kopf hatte. Joe besucht ihn im Krankenhaus und kurze Zeit später sieht man beide beim australischen Geheimdienst A.S.I.S. trainieren. Allerdings wird er die Dämonen von der Insel nicht so einfach los und der Geist von Shado verfolgt ihn ständig mit bösen Gedanken, die seine Rache antreiben.

Das führt zu einer katastrophalen Entladung, als er - mehrere Jahre später - davon erfährt, dass Oliver nicht auf der Amazo gestorben ist und in Star City erscheint. Ab hier treibt Slade also seine Rache aktiv voran und hat dazu auch einen neuen Deathstroke-Anzug-Prototyp. Die Botschaft, dass Oliver lebt, bringt ihn regelrecht zum Amoklaufen, wobei die unschuldigen Agenten in Mitleidenschaft gezogen werden und auch sein Sohn von ihm verstoßen wird. Tatsächlich finde ich die Flashbacks in dieser Folge deswegen deutlich interessanter, auch wenn sie wieder fast nur Dinge bestätigen, die man sich eigentlich schon längst denken konnte. Besonders das Bild des blutverschmierten Slade, der aus dem Schatten tritt, als er von Joe konfrontiert wird, hat mir gefallen.

Doch was führt Joe eigentlich im Schilde? Er nennt es reassignment of ressources, was ziemlich schwammig klingt und in meinen Augen auch nie näher definiert wird, wobei es auch darum geht, sich an der Wasserversorgung zu vergreifen, was viele Menschen in Gefahr bringen würde. Fest steht, dass er gefährlich ist und über Leichen geht. Insgesamt brechen es die Autoren teilweise darauf runter, dass Joe ein schlechter Mensch ist, weil Slade ein schlechter Vater war, was mir zu kurz greift und mich nur bedingt überzeugt. Slade ist natürlich ein schlechtes Vorbild und Joe hat auch den Mord beim gemeinsamen Campingausflug mit angesehen und ist sechs Monate später auf die schiefe Bahn geraten, aber dennoch wirkt das abgedroschen. Oliver werkelt derweil im Hintergrund und soll den Receiver finden und manipulieren, wird dabei aber erwischt.

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / - © The CW

Collect the debts

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / - © The CW

Joe glaubt, dass alles gut wird, wenn Slade seine Rache an Oliver nehmen kann, ahnt aber natürlich nicht, dass die beiden ihren Konflikt längst ausgefochten und geklärt haben. Deswegen ist es für die Zuschauer eigentlich weniger spannend, ob Slade Oliver betrügt. Es ist aktuell etabliert, dass er anders als ein Malcolm eigentlich sein Wort halten würde, auch wenn es um seinen eigenen Sohn geht. Slade ist zudem jemand, der seine Fehler einsieht und um Wiedergutmachung bemüht ist. Darum befreit er Oliver auch aus seinen Fesseln und plant, seinen Sohn aufzuhalten. Vielleicht sind die Autoren aber auch der Meinung, dass das eine spannende Frage war, die nicht so eindeutig rüberkommen sollte. Denn Oliver war sich offenbar nicht so sicher, woran er ist, was man in der Situation akzeptieren kann. Allerdings gibt es in der Performance einige Anzeichen dafür, dass Slade auf Olivers Seite ist, weil sonst die Serie ja auch so gut wie vorbei wäre.

Dass Slade seinen Sohn direkt töten möchte und das als einzigen Weg sieht, zeigt den Fakt, dass in ihm immer noch ein kleiner Teil des alten Slade schlummert. Während sich Oliver um die Verhinderung der Sprengung kümmert, versucht Slade, seinen Sohn zur Besinnung zu bringen - auf Olivers Anraten hin, als der Mann, der er früher war. Joe ist nämlich auch ohne Einwirkung des Mirakuru vom rechten Weg abgekommen und Slade hat Schwierigkeiten nachzuvollziehen, ob es da noch Rettung geben kann.

Slade schafft es nicht, Joe zu bändigen, der sich per Rauchgranate die Flucht ermöglicht, allerdings erfährt er vorher noch, dass es einen zweiten Sohn namens Grant gibt, von dem Slade offenbar nie etwas wusste, während Joe sich wünscht, dass sein Vater damals einfach tot geblieben wäre. Oliver und Slade einigen sich darauf, dass man Familie nicht aufgeben sollte und so will Slade dranbleiben und Grant finden, wobei Oliver ihm seine Hilfe zusichert, wenn er sie braucht, während die Jackels nach dem Kampf wieder ins Gefängnis wandern. Oliver freut sich bei seiner Rückkehr derweil auf Felicity (Emily Bett Rickards) und William, dessen gute Note beim Wissenschaftsprojekt und verzeiht da auch, dass es mal Eis zum Abendessen gab. Der Metagag der Woche ist übrigens das Auftauchen vom Prügelspiel „Injustice 2“, das Felicity und William spielen und welches hauptsächlich von DC-Figuren bevölkert wird.

Chase the Dragon

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / - © The CW

Diggle und das Team kümmern sich derweil um einige Schurken, die zu einem gewissen Dragon gehören. Dieser hat es auf einen kostbaren 3D-Printer des Militärs abgesehen, wobei der Verdacht besteht, dass man damit Waffen drucken kann. Bald stellt sich heraus, dass dahinter Ricardo Diaz der Dragon (Kirk Acevedo) steckt, der außerdem die gleiche Person ist, die Diggle mit seinen Steroiden versorgt. Das behält Diggle jedoch zunächst für sich.

Die erste Person, die er einweiht, ist seine Frau Lyla (Audrey Marie Anderson), sowohl über seinen neuen Gig als Green Arrow, als auch seinen Tremor und seine Drogenprobleme. Das ist wieder ein typisches narratives Problem von „Arrow“, was bei mir für Stirnrunzeln sorgt. Lyla ist zwar die Argus-Chefin, sollen wir aber dennoch glauben, dass sie sich entweder Wochen und Monate lang nicht gesehen haben oder er erst jetzt mit allem rausrückt und es vor allem vor einer Frau in ihrer Position verbergen konnte? Allerdings finde ich gut, dass er dann auch mit der Tür ins Haus fällt und ihr quasi alles sagt, was für die Reife ihrer Beziehung spricht. Lyla braucht allerdings ein wenig Zeit, um zu verstehen, was das alles bedeutet. Die Enttäuschung darüber, dass er als moralische Instanz ein solches Verhalten an den Tag legt, sitzt tief.

The most moral man

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Promises Kept“ / - © The CW

Diggles Frage, ob Argus ihm helfen kann, wirft spannende weitere Fragen auf, deren Antworten es allerdings vorerst nicht gibt. Vielmehr begeht er einen Fehler, der schwerwiegend sein kann, entscheidet sich nach kurzer Überlegung jedoch, dass es das Richtige ist, seinen Dealer zur Strecke zu bringen. Auch wenn die Details hanebüchen sind, sind Drogen, Komponenten oder Equipment dafür, die aus dem 3D-Drucker kommen, ebenfalls ein spannender Einfall.

Es dauert bis zum Ende der Episode, ehe Diggle seinem Team sagt, was Sache ist und bis dahin erhält er durch einen „Informanten“ die Adresse des Drogenlabors. Dabei sieht er, dass Diaz nicht lange fackelt und dazu bereit ist, seine eigenen Arbeiter zu opfern und wie schwer es ihm fällt, sich von seiner Sucht zu lösen, als das Heilmittel in Flammen steht. Beim erneuten Gespräch mit Lyla erzählt er ihr von der Versuchung, die Drogen aus dem Feuer zu retten, wobei er aber rechtzeitig zur Besinnung kommt. Offenbar sind ihm dabei aber seine Frau und sein Kind eingefallen, für die er Verantwortung trägt.

Geheimnisse in Arrow und im gesamten Arrowverse sind oft ein seltsames Biest, denn eigentlich müssten sich alle persönlichen Probleme mit dem gesammelten Hirnschmalz der Figuren klären lassen. Doch natürlich müssen die Serienmacher genug Episoden generieren, um die langen Networkstaffeln mit Material zu füllen. Im Fall Diggle ist es Curtis (Echo Kellum), der, wie er selbst sagt, Felicity aus dem Rollstuhl helfen konnte und daher auch Diggles Tremor wieder in den Griff bekommen sollte - und wahrscheinlich wird. Dass man nicht gleich darauf kommt, wird oft damit erklärt, dass keine Zeit oder es nicht der richtige Moment war, um es anzusprechen. Doch würde man sich die/den nehmen, wäre alles einfacher... Aber dann wäre eben auch kein Drama vorhanden und die Serie langweilig.

Dass es zu großen Brüchen innerhalb des Teams kommen könnte, ist ebenfalls unwahrscheinlich, denn irgendwie haben alle früher schon mal Dummheiten gemacht, waren auf ihren eigenen Rachefeldzügen oder geheimen Missionen oder haben einander zigmal das Leben gerettet. Dinah (Juliana Harkavy) erhält eine eigene Sonderentschuldigung, weil sie als Erstes gemerkt hatte, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Man verständigt sich, dass man keine Geheimnisse mehr voreinander haben will, was sie sofort bricht, denn sie hat wohl etwas von der Droge einstecken können. Diggle muss allerdings zusehen, wie er künftig ohne Drogen über die Runden kommt. Eine Katastrophe ist eigentlich vorprogrammiert.

Fazit

Insgesamt hat mir die Episode Promises Kept leicht besser gefallen als die Vorgänger. Das liegt am etwas runderen Deathstroke-Teil, aber auch an dem Umgang mit Diggles Sucht, den ich überraschend erwachsen finde für eine Serie wie Arrow. Dass es dennoch Probleme gibt, habe ich hoffentlich deutlich gemacht. Des Weiteren frage ich mich aktuell, was der Masterplan ist, was die Staffel angeht. Dragon entkommt, hat aber wohl doch eher nicht das Zeug zum Big Bad, Vigilante wurde auch fast schon aufgelöst und der Ex-Helix-Boss Cayden James (Michael Emerson) plant etwas rund um das Internet. Wo geht es also hin? Lassen wir uns überraschen.

Trailer zur Episode Thanksgiving (6x07) der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 17. November 2017

Arrow 6x06 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 6
(Arrow 6x06)
Deutscher Titel der Episode
Eigene Wege
Titel der Episode im Original
Promises Kept
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 16. November 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 11. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 11. September 2018
Regisseur
Antonio Negret

Schauspieler in der Episode Arrow 6x06

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