Arrow 6x07

© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Thanksgiving“ (c) The CW
In der sechsten Staffel von Arrow macht die Serie ausnahmsweise keine Pause rund um den US-Feiertag, der gleichzeitig der Originaltitel der aktuellen Folge Thanksgiving ist. Zelebriert wird der Feiertag des Dankbarseins dafür innerhalb der Handlung. Oliver (Stephen Amell) geht seinen Pflichten als Bürgermeister nach und sammelt Essen für bedürftige Familien, wobei er Sohn William und Partnerin Felicity (Emily Bett Rickards) involviert, was aber auch nervige Pressefragen bedeutet. Denn die Neugier, ob Oliver Green Arrow ist, interessiert die Öffentlichkeit erwartungsgemäß immens. Neben der Essensammlung soll auch eine Führung durchs neue Polizeirevier stattfinden, doch die wird von der FBI-Agentin Samandra Watson (Sydelle Noel) jäh unterbrochen, da sie Oliver wegen einer ganzen Reihe von Verbrechen, die ihm als Green Arrow angelastet werden, verhaftet und ihn verhören will. Dinah (Juliana Harkavy) muss dabei die administrativen Schritte zum Verhör einleiten, ob sie es will oder nicht.
Oliver ist vor allem sauer darüber, dass die FBI-Agentin, die einfach nicht aufgibt, ihn vor Sohn William verhaftet und eine große Show macht, weiß aber offenbar von den Männern (Roy und John), die ihm bereits ein Alibi verschafft haben, als er aufzufliegen drohte. Dennoch redet der Bürgermeister erst, wenn er seinen Sohn sprechen kann, dem er abverlangt, dass er stark für ihn sein soll und ihm erklärt, dass er aktuell nicht mehr Green Arrow ist, auch wenn es sich hier um eine semantische Wahrheit handelt... Flüchten möchte er wegen William nicht aus der Haft, weil das William zur Waise machen und er ihn im Stich lassen würde. Deswegen bevorzugt er den richtigen Weg, der über ein Verfahren abgewickelt wird.
Der District Attorney selbst nimmt sich des Falles gegen ihn an und meint, dass der Anklage eindeutige Beweise dafür vorliegen, dass er Green Arrow ist. Allerdings lässt ihn der Richter wegen seiner Tätigkeit als Bürgermeister und seiner Vaterschaft frei, wenn die Kaution von fünf Millionen Dollar angesetzt wird, wovon 500.000 Dollar als Sicherheit zu zahlen sind. Tatsächlich hat Felicity das Geld wegen einer Finanzierungsrunde ihres Unternehmens mit Curtis (Echo Kellum) auf der hohen Kante, weswegen Ollie zunächst auf freiem Fuß ist.

Versuchskaninchen

Curtis behandelt derweil Diggle mit einem Serum, das auf seiner Technologie basiert, welche auch Felicity wieder das Laufen ermöglicht. Er hofft, dass es auch bei Diggles Tremor anschlägt. Tatsächlich fühlt sich sein Arm schon schnell besser an. Genau rechtzeitig, weil Cayden James (Michael Emerson) auf Raubzug geht und es auf ein Nanotermit abgesehen hat, das allein zwar nicht gefährlich, aber in der richtigen Zusammensetzung mit anderen Stoffen tödlich sein kann. Dafür arbeitet er mal wieder mit Black Siren (Katie Cassidy) zusammen. Was der Hacker und Ex-Helix-Chef damit genau anstellen will, ist eine Kopfnuss, die Curtis nicht knacken kann, vielleicht aber Felicity.
Zunächst jedoch finden sie heraus, dass das nächste Ziel AmerTek ist, wo das Diggle-Team gegen sie kämpft und Diggle plötzlich zusammenbricht, weil die Behandlung wohl doch ihre Nebenwirkungen hat - das entgeht auch James nicht... Die Mischung aus dem Drogenentzug, den Steroiden, dem langen Warten und der experimentellen Behandlung fordert ihren Tribut und die Ärztin schaut sich Diggle im Krankenhaus genauer an, was ihn vorerst aus dem Team nimmt. Derweil kombiniert Felicity, dass James offenbar den Bau einer Aerosol-Bombe plant, einer besonders gefährlichen Bombe, die am richtigen Ort eingesetzt sehr viele Opfer zur Folge hätte. Und im Starling Stadium findet bald ein großes Konzert statt...
Thanks, but no, thanks
Als Felicity erfährt, dass Curtis Diggle mit ihrer Technologie behandelt hat, wird sie sauer - und das im unpassendsten Moment. Denn mitten in der Hitze der Recherche nach Hinweisen, die zur Verhinderung von James Plan führen, diskutieren die beiden darüber, dass sie alles, was die Firma angeht, an sich reißt und die Entscheidungen trifft, wenn es um den Namen geht zum Beispiel, bei dem er kein Mitspracherecht hatte. Allerdings verbleibt sie dabei, dass er machen kann, was er will, denn so läuft ihre Zusammenarbeit meistens.
Krach gibt es auch bei Diggle und Oliver, denn erst durch Diggles Krankenhausaufenthalt erfährt Ollie von dem Tremor und bereut, dass er ihn gefragt hat. Beziehungsweise zeigt er sich enttäuscht von seinem guten Freund. Hier beginnt ein unschönes blame game, in dem beide wirklich sehr hart miteinander ins Gericht gehen. Für meinen Geschmack, wegen des Konfliktes, sogar zu hart. Denn plötzlich holt Oliver ganz weit aus und bereut hier fast die Freundschaft und je Vertrauen zu ihm gefasst zu haben. Manchmal - so wie hier - schießen die Autoren einfach über das Ziel für Drama hinaus.
Dabei ist Diggle andererseits auch nicht unschuldig, wobei es längst überfällig ist, dass angesprochen wird, dass er immer wieder für Oliver zurückgesteckt hat und dabei seine Familie auch hinten angestellt hat. Solche Dialoge finde ich besonders dann schwierig, wenn Oliver in seiner Karriere unzählige sowie sehr viel schlimmere und gefährlichere Geheimnisse vor ihm und dem Rest des Teams verborgen hatte. Da setzen die Autoren aber vielleicht auch einfach auf akute Zuschaueramnesie.
Verpasste Chancen
Nebenbei werden wir auch noch daran erinnert, dass Thea im Koma ist, weswegen sich ein kurzer Besuch bei ihr anbietet, wenn Oliver ohnehin schon im Krankenhaus ist. Generell gibt es wahrscheinlich kaum eine Folge, in der das Krankenhaus keine Rolle spielt. Die Krankenkasse dankt. Dinah und Quentin (Paul Blackthorne) sprechen derweil darüber, dass beide Chancen ausgelassen haben, um Verbrecher aufzuhalten. Dinah bei ihrem Ex, der sich als Vigilante herausgestellt hat, und Quentin bei Laurel, deren Morde in Star City er hätte verhindern können, wenn er abgedrückt hätte. Doch beide verbinden mit den jeweiligen Personen einfach andere Erinnerungen, weswegen die Pflicht nicht so einfach auszuüben ist und man sich fühlen kann, als habe man eine Mitschuld an den Opfern.
Opfer möchte auch Oliver verhindern, als er sich in seiner Funktion als Bürgermeister mit dem Konzertveranstalter trifft, doch der Queen hat eine Glaubwürdigkeitskrise und der Veranstalter lässt sich nicht überzeugen. Reumütig kehrt Oliver zu Diggle zurück und bittet um Entschuldigung, wobei er mitbekommt, dass seine Ergebnisse da sind und die Verletzung ihn schlimmstenfalls lähmen könnte. Für Diggle war es immer ein Traum, einmal Green Arrow zu sein, wie die Traumwelt der Dominators schon gezeigt hatte, an die er sich erinnert. Diesmal muss er aussetzen, also übernimmt Oliver wieder die Kapuze, um die Besucher des Konzerts vor der Bombe zu retten.

Felicity wird diesmal aus den meisten Aspekten des IT-Managements von Cayden James ausgesperrt und kann nur bedingt helfen. Rene (Rick Gonzalez) merkt, dass etwas mit der Security vor Ort nicht stimmt, denn trotz eines ausgelösten Alarms, lassen die die Besucher nicht gehen und selbst, als er in die Luft schießt, passiert nichts. Also schreitet das Team ein, weil die Polizei ein Fake ist, was durch die Sicherheitskameras jedoch nicht zu erkennen ist - und schon gibt es belastendes Material.
James selbst nutzt die Gunst der Stunde, um mit Oliver im Green-Arrow-Kostüm zu reden. In dem Gespräch werden dann seine wahren Motive genannt, denn die Bombe ist nur eine Attrappe, er selbst kann sich durch ein Gadget vor seinen Pfeilen schützen und er spricht davon, dass er ihm seinen Sohn genommen hat. Um wen es sich genau handelt, wissen wir noch nicht. Dennoch plant er Rache und möchte die Stadt brennen sehen. Die Videoaufnahmen des Teams gegen die „Polizei“ leaken kurz vor der Abstimmung über das Anti-Vigilante-Law und sorgen dafür, dass die Stimmung kippt und Oliver den Willen des Volkes in einer öffentlichen Rede akzeptiert, auch wenn er ein kurzes Plädoyer für ihre Einsätze bringt.
Das FBI ist Oliver ebenfalls noch längst nicht los. Dieses Mal soll sein Einsatz als Green Arrow für ihn jedoch ein Intermezzo bleiben, weil er das William versprochen hat. Wir wissen jedoch alle, dass dem nicht so sein wird, denn spätestens im Crossover ist er wieder im Einsatz. Ach ja, und Thea wacht auf, weil die Episode noch ein Thanksgivingwunder nach den ganzen Niederschlägen braucht. Da hat der Flash offenbar ausgeholfen, um ihr ein Festmahl ans Krankenbett zu liefern, so kurz nach dem monatelangen Koma.
Fazit

Thanksgiving bleibt auf dem inzwischen gewohnten Niveau, das die sechste Staffel etabliert hat, was eine solide, aber keineswegs überragende Folge mit ein paar Ausfällen nach unten bedeutet. Vor allem der aufgebauschte Streit zwischen Oliver und Diggle und mit Abstrichen auch Felicity und Curtis fällt meiner Ansicht nach negativ ins Bewertungsgewicht. Da wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht, obwohl es an anderer Stelle sehr viel eher danach verlangt hätte. Michael Emerson macht größtenteils das, was er bei Person of Interest gemacht hat, nur auf der Seite des Bösen und von Rache angetrieben - sonderlich originell ist das dann leider doch nicht. Immerhin kommt nun das Crossover, was hoffentlich wie zuvor für ein Staffelhighlight sorgt.
Trailer zur „Crisis on Earth-X“:
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 24. November 2017Arrow 6x07 Trailer
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Schauspieler in der Episode Arrow 6x07
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