Arrow 6x05

Arrow 6x05

In der Arrow-Episode Deathstroke Returns muss Oliver Queen Slade Wilson bei einer Mission helfen, allerdings anders als zunächst gedacht. Außerdem kehrt der Vigilante zurück und wird demaskiert. Wer steckt hinter der Maske?

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / (c) The CW
© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / (c) The CW

Die Arrow-Folge Deathstroke Returns handelt von zwei großen Handlungsbögen. Da wäre das Hilfegesuch von Slade Wilson (Manu Bennett) in Richtung Oliver Queen (Stephen Amell) sowie ein Mordanschlag auf eine Politikerin aus Star City, die ein Anti-Vigilante-Law, also ein Gesetz gegen die selbsternannten maskierten Selbstjustizler auf den Weg bringen möchte. Es ist dabei ausgerechnet die Figur mit dem Namen „Vigilante“, die ihr nach dem Leben trachtet. Dinah (Juliana Harkavy) ist am Fall dran, beschützt die Politikerin und will Vigilante aufhalten.

Slade ruft Oliver wegen seines Sohnes zur Hilfe, der früher Joe hieß und sich nun Kane nennt. Er hat ihn nach Kanada, Russland und Kenia verfolgt und will herausgefunden haben, dass er für den australischen Geheimdienst arbeitet. Deswegen braucht er Oliver diesmal als diplomatische Hilfe. Denn sein Sohn soll Ärger bekommen haben und im Gefängnis gelandet sein, wobei Oliver mit den Behörden sprechen soll und Slade ein Lösegeld oder vielleicht eher eine Bestechung von 50.000 Dollar zahlen will. Oliver hadert, ob er dem alten Freund und Feind helfen soll, Ausschlag gibt offenbar Felicity, die meint, dass er es nicht für Slade, sondern für dessen Sohn tun soll. Das Motiv der Vaterschaft bleibt also weiter dominant in Staffel sechs. Zudem soll William - zumindest in groben Zügen - über die Reise seines Vaters informiert werden, wobei es dabei belassen wird, dass er einem Freund wegen dessen Sohn helfen soll.

Vater oder Killer?

Nebenbei sehen wir in Flashbacks, die 13 Jahre her sind, einen Campingausflug von Slade und Joe, der auf den ersten Blick wie ein normaler Trip von Vater und Sohn aussieht, hinter dem jedoch andere Motive von Slades Seite stecken. Seinem Sohn lügt er vor, für eine Fluggesellschaft zu arbeiten. Der kommt ihm jedoch wegen fehlender Freiflüge und anderen Ungereimtheiten auf die Schliche, was ihm seinen Appetit auf gerösteten Fisch versaut. Schnell sieht man, dass Slade eine Zielperson im Auge hat und später, wie er diese nach Yao Fei (den wir von Lian Yu und aus Staffel eins kennen) befragt. Obwohl es sich um einen Familienvater handelt, bringt Slade ihn um, nachdem er die Information hat und der Angegriffene nach einem Messer greift.

Die zwanghafte Verknüpfung von Slades Vergangenheit mit Lian Yu missfällt mir, denn ich frage mich, ob es nötig ist, immer wieder auf bereits bekannte Ereignisse anzuspielen. Die Autoren glauben manchmal offenbar, dass sie mit ihren Flashbacks eine tiefsinnige Geschichte erzählen, liegen damit aber meistens falsch. Ja, es gibt einige Hintergründe dazu, welch ein Vater Slade war, die triefen aber vor Klischees und kratzen oft nur an der Charakterisierungsoberfläche. Mir wäre es lieber, wenn etwas Neues präsentiert und die Vergangenheit hier nicht dauernd wieder aufgewärmt werden würde. Die Chance dazu besteht noch durch eine andere Entwicklung der Episode.

Zurück in der Gegenwart soll Oliver zum Einsatz kommen, erfährt im Gefängnis aber, dass Joe verstorben sein soll, was er Slade umgehend berichtet. Slade bereut es, die Chance verpasst zu haben, sich nicht mehr von seinem Sohn verabschiedet zu haben und so geht es erneut zum Gefängnismanager, um die Leiche zu beschauen. Dabei kommt allerdings etwas anderes heraus. Der Wärter hat gelogen, die sogenannten Jackals sollen ihn mitgenommen haben, weil er ein Spion ist. Slade ist verständlicherweise wütend und schwört den Entführern Rache, um an seinen Sohn zu gelangen.

Zwar möchte Oliver ihm helfen, er wird aber betäubt, um nicht in Deathstrokes Kreise gezogen zu werden. Die Bemühungen der Autoren wirken ehrenhaft, wenn es darum geht, Oliver von seinem alten Leben abschwören zu lassen. Bisweilen kommt es jedoch auch zu sehr gewollt rüber. Gerade in einem anderen Land und mit entsprechender Verkleidung, die eben nicht das Green-Arrow-Kostüm ist, hätte er durchaus helfen können, aber so gelingt es, den Konflikt auf zwei Episoden zu verteilen.

Wer ist Vigilante?

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / - © The CW

Das Arrow-Team in Star City ist mit dem Wiederauftauchen von Vigilante beschäftigt, deren Identität in Staffel fünf nicht enthüllt wurde. Seine Figur wurde als geschickte falsche Fährte benutzt, um einen Prometheus-Twist zu erschaffen, der auch gut gelungen ist, weil Vigilante in den Comics Adrian Chases Identität ist. Hier verhält es sich anders, allerdings war das Spiel in Staffel fünf nicht fair. Denn seine Stimme wurde definitiv von jemand anderem, der zwar ähnlich klingt, gesprochen, aber in der aktuellen Folge ist der Unterschied viel deutlicher.

Während Dinah, Diggle (David Ramsey) und Co also die Politikerin beschützen und Vigilante fassen wollen, erscheint FBI-Agentin Watson (Sydelle Noel) wieder auf der Bildfläche und hat diesmal Diggle, Felicity (Emily Bett Rickards) und auch Rene (Rick Gonzalez) im Visier. Bei Diggle gibt sie an, seine Militärakte gesehen zu haben, weil sie verwundert, was er am Tatort sucht, während er bereit für ein Gespräch ist. Felicity lädt sie in ihr Büro, um zu fragen, ob sie unter Eid wegen Olivers Alibis aussagen würde. Es braut sich etwas zusammen und ob das Team ihre Untersuchung ernst genug nimmt, bleibt abzuwarten. Allerdings würde mich auch nicht überraschen, wenn sie kurz vor einem Durchbruch steht und dann aus dem Weg geräumt oder überlistet wird, fast so wie Reporterin Susan zuvor.

Vigilante versucht derweil immer wieder, der Politikerin auf die Pelle zu rücken und sie zu töten. Relativ früh begegnet er dabei jedoch Dinah, die ihren Schrei einsetzt, seine Maske beschädigt und für seine Demaskierung sorgt. Es handelt sich um ihren Exfreund- und Partner Vince Sobel (Clayton Chitty), was allerdings noch nicht erklärt, wie er einen Kopfschuss aus nächster Näher überlebt hat und warum er diese Zweitidentität annimmt. Die Auflösung ist für mich unerwartet, allerdings auch kein großer „WtF“-Moment. Sie sorgt eher kurzzeitig für die Reaktion „Wer?“.

Schnell dämmert es jedoch, auch ohne dass die Figuren es aussprechen, dass es ihr Ex ist. Was ich davon genau halten soll, hinterlässt mich zwiegespalten. Denn natürlich werden solche Identitätsoffenbarungen nach sechs Staffeln für die Kreativen nicht einfacher. Wenn der Plan seit der Einführung Dinahs in den Köpfen vorhanden war, dann verdient das schon Respekt. Zumal man Comickenner schön aufs Glatteis führt. Die Tatsache, dass es Storylines für die neueren Figuren gibt, ist ebenfalls zu begrüßen, weil es an den Haaren herbeigezogen wäre, wenn es immer nur um Oliver ginge. Trotzdem hinterlässt das ganze keinen allzu großen Wow-Effekt.

Nach einem kurzen Abstecher in sein Versteck scheint Dinah ihn auf jeden Fall aufhalten zu wollen, weil sie ihn für einen Psychopathen hält. Ein Gespräch mit John soll ihr wohl eine neue Perspektive geben, denn er meint, dass Vince offenbar Hilfe braucht. In solchen Angelegenheiten offenbart Arrow bisweilen eine Schwäche des Formats. Denn Vigilante hat schon zahlreiche Menschen auf dem Gewissen, vergleichbar mit Olivers Frühphase, diese werden aber schnell unter den Teppich gekehrt, wenn jemand als verwirrt gilt oder eine andere Figur eine Beziehung zu ihr hat oder sie vermeintlich gut kennt. Die Schreiber möchten damit wohl andeuten, dass eine Läuterung sehr einfach möglich ist und das haben sie bei Slade Wilson oder Malcolm Merlyn auch mehr oder minder erfolgreich vollzogen. Als Stilmittel in Comicheften funktioniert das für mich allerdings meist besser als in „realistisch“ angelegten Serien.

Slade Wilson und die Jackals

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / - © The CW

Die Jackals sollen Joe beziehungsweise Kane Wolfman mitgenommen haben, weil in seinem Kopf millionenschwere Geheimnisse liegen, also muss Slade doch in sein Deathstroke-Kostüm schlüpfen, wobei eine schöne Actionszene im One-Take-Stil entsteht, die an alte Actionglanzzeiten der Serie erinnert. Sein Schießen und Schnetzeln durch die Reihen ist ein netter kleiner Höhepunkt der Folge, die zwar Slade Wilson zurückbringt, der aber wiederum an manchen Stellen wie eine Sparversion des Charakters wirkt.

Oliver sieht nach seinem Erwachen die Nachricht von Slade und telefoniert mit seinem Sohn William, der das richtige Gespür für Timing hat, merkt aber an, dass er seinem Freund nicht helfen konnte. Ein Hinweis darauf, dass Oliver wohl noch nicht bereit zur Heimkehr ist. Slade erfährt derweil, dass Nylander (Kris Holden-Ried, Lost Girl), der ihm überhaupt erst die Infos über seinen Sohn besorgt hat, gemeinsame Sache mit den Jackals macht. Slade will mit ihnen zusammenarbeiten, wenn sie seinen Sohn in Ruhe lassen. Doch es kommt noch härter für ihn: Joe ist der Anführer der Bande und taucht quicklebendig vor ihm auf. Muss er nun seinen eigenen Sohn bekämpfen oder machen sie gemeinsame Sache?

Heilung

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / - © The CW

In Star City gibt die Politikerin, die schärfere Gesetze fordert, ein TV-Interview, bei dem natürlich Vigilante lauert, aber auch Dinah sowie das FBI vor Ort sind. Deswegen gibt Dinah Diggle zu verstehen, dass das Team nicht auftauchen soll. Vigilante sorgt für einen Stromausfall und will dann zuschlagen, doch neben Dinah ist ein junger Polizist vor Ort, der auf Vigilante schießt und ihn - nachdem er sich in die Flugbahn stellt - in den Kopf trifft.

Man könnte meinen, dass das das Ende dieser Figur ist. Doch es handelt sich um eine Metahumankraft, die ihn per Selbstheilung auch vor solchen Verletzungen schützt. Nach einer kurzen Aussprache lässt Dinah ihren Ex ziehen, bevor die Polizei und das FBI auftauchen, findet aber später eine selbst gebastelte Rose in einer Streichholzschachtel, was ein Zeitvertreib von Vince war. Vince hat Dinah zwar vier Jahre belogen, aber irgendwas in ihr scheint ihm doch zu verzeihen. Sie selbst war nach seinem Tod ja auch auf einer Rachemission unterwegs, ehe ihr das Arrow-Team eine neue Richtung gegeben hat. Macht man Vigilante nun auch noch zum Teammitglied?

Fazit

Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ /
Szenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Deathstroke Returns“ / - © The CW

Ich hatte mir für Deathstroke Returns etwas mehr versprochen, wobei wieder einige Elemente in der Folge vorkommen, die ich nie ganz nachvollziehen kann. Die Bereitschaft, Mordserien zu decken etwa und das schnelle Vergessen von Verbrechen, die halbgaren Flashbacks, die Tiefe suggerieren, aber nicht abliefern können. Da hilft auch eine coole Actionszene nur bedingt weiter. Für mich bleibt die sechste Staffel deswegen auch nach Folge fünf weiterhin auf einem mittelmäßigen Niveau.

Trailer zur Episode Promises Kept (6x06) der US-Serie Arrow:

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 10. November 2017

Arrow 6x05 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 5
(Arrow 6x05)
Deutscher Titel der Episode
Tatsächlichkeiten
Titel der Episode im Original
Deathstroke Returns
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 9. November 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 4. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 4. September 2018
Regisseur
Joel Novoa

Schauspieler in der Episode Arrow 6x05

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