Arrow 5x22

© zenenfoto aus der „Arrow“-Episode „Missing“ / (c) The CW
Nach der Konfrontation der letzten Woche sah es kurzzeitig so aus, als wäre das Prometheus-Problem aus der Welt geschafft und der Schurke hinter bruchsicherem Glas. Weil es jedoch nicht die 23. Folge ist, wir dementsprechend noch Zeit haben und weil der Plot um Olivers (Stephen Amell) Sohn William eingeführt wurde, wissen wir, dass finale Konfrontationen erst noch erfolgen.
Zwischenzeitlich wird in der neuen Arrow-Folge Missing jedoch zunächst Green Arrow wieder als Held gefeiert und auch der Bürgermeister steigt wieder die Beliebtheitsskala der Bewohner Star Citys auf. Zufällig hat er auch noch Geburtstag, was er eigentlich mit einem Abendessen mit der Exverlobten Felicity (Emily Bett Rickards) feiern will, doch stattdessen gibt es eine Überraschungsparty im Kreis der engsten Freunde und mit Green-Arrow-Kuchen.

Die Abwesenheit von Rene (Rick Gonzalez) schiebt Quentin derweil auf Feigheit, statt auf den stets mehrere Schritte vorplanenden Big Bad und so wird an ihn und auch an Dinah (Juliana Harkavy) kein weiterer Gedanke verschwendet, bis Curtis (Echo Kellum), der diese Rolle verdammt oft übernimmt, einmal bei ihr vorbeischaut und Spuren eines Einbruchs erkennt. Also müssen die Urlaubspläne wieder über den Haufen geschmissen werden. Verdächtigt wird Talia - und Oliver konfrontiert schnurstracks seinen Erzfeind in dessen Zelle. Dessen Plan ist, jedem einzelnen zu schaden, um Oliver zu schaden. Weil Oliver ihn nicht zu töten gedenkt, glaubt er, dass er leichtes Spiel hat und ihm überlegen ist. Allerdings geht sein Plan noch weiter...
Folter-Flashback
Der Flashback ist, im Grunde genommen, wie einige andere zuvor. Oliver ist von einem Feind gefangen und angekettet. Doch Kovar (Dolph Lundgren) hat eine besonders perfide Droge namens Red Death vom KGB besorgt. Diese erinnert die Opfer an frühere Wunden und Schmerzen, was bei Oliver verbildlicht wird, als Kovar seine Narben leicht berührt. So erinnert er sich an alle Freunde, die er verloren (beispielsweise Shado) und Opfer, die er gebracht hat (die ersten Foltermorde).
Sein russischer Gegner verhöhnt ihn, indem er ihm eine Waffe mit einer Patrone hinterlässt, damit er entweder sich selbst oder seinen Feind richten kann - obwohl sich Oliver diese Option überlegen sollte, weil er in einer abgeschiedenen Zelle sitzt. Üblicherweise werden die injizierten Menschen nach 12 Minuten verrückt, aber Oliver gibt er 14, verabschiedet sich dennoch und lässt ihn mit seinen Visionen zurück. Darunter Yao Fei, der ihm eine Motivationsrede hält oder auch Laurel, die der Schlüssel dazu ist, dass sich Oliver doch aufrafft und eine dritte Option findet: Er schießt das Zellenschloss auf und plant den Heimweg - wahrscheinlich mit dem Umweg über Kovars Leiche.
Im Endeffekt ist der Flashback besser als eine Mehrheit dieser Szenen, die wir zuletzt gesehen haben, und zeigt fanservicemäßig noch einmal ein paar alte Lieblinge.
The purest part of me

In der Gegenwart schwant Oliver Böses, denn er wird das Gefühl nicht los, dass Chase seinen Sohn William gefunden hat, auch wenn Felicity sich relativ sicher ist, dass Prometheus ihn nicht finden kann. Oliver hasst die Idee, dass das Reinste, was er je geschaffen hat, von seiner düsteren Seite korrumpiert und in Mitleidenschaft gezogen wird. Oliver möchte zudem, dass Felicity und Diggle (David Ramsey) die Stadt verlassen, um sie zu schützen. Allerdings spielt diese Logik sehr in die Denkweise seines Feindes mit rein, der sicherlich genau einen solchen Schritt erwartet.
Diese Arrow-Alleingänge wird die Serie wohl nie los und sie werden uns bis zum Ende der Serie verfolgen. Der Versuch, seine Liebsten zu schützen, endet eben in der Mehrheit der Fälle darin, dass sie in Gefahr geraten. Diggle und Felicity werden entsprechend von maskierten Fremden in einen Autounfall verwickelt.

Im Fall von Thea (Willa Holland) und Quentin (Paul Blackthorne) hat Chase nämlich Black Siren (Katie Cassidy) beauftragt, die beiden zu verschleppen und damit hat er genau die Person gefunden, die Quentin ins Straucheln bringen kann - und andersherum. Denn trotz ihrer bösen Seite kann sie ihre Gefühle nicht vollends abstellen. Da muss Thea noch etwas mehr Erklärungsarbeit leisten, um ihn zu überzeugen, dass es sich nicht um seine richtige Tochter, sondern einen Doppelgänger aus einer alternativen Welt handelt.
Enemy mine

Da nun also Thea in Gefahr schwebt, ist das wiederum das Stichwort für Malcolm Merlyn (John Barrowman), um auf der Bildfläche zu erscheinen und Schützenhilfe zu leisten, obwohl er im Vorjahr noch zum erweiterten Stab von Damien Darhk gehörte. Mir ist bewusst, dass die Autoren Malcolm schon lange zu so etwas wie dem Spike (um einen Buffy the Vampire Slayer-Vergleich zu bemühen) machen wollen. Doch ich bin mir nicht sicher, wie erfolgreich das gelingt. Die alte „Familie über alles“-Nummer soll zwar als Legitimation und Entschuldigung reichen und Oliver akzeptiert das in der Stunde der Not, aber ganz verdient fühlt es sich trotzdem nicht an.
Immerhin ist es seine Motivationsrede, die ihn dann dazu bringt, aktiv zu werden und sich zu überlegen, dass es einen Weg geben muss, alle zu retten. Oliver mag zwar ein Familienmensch sein, aber in gewisser Weise ist sein Team auch seine Familie oder gar eine bessere Familie als nur seine Blutsverwandtschaft, von der ohnehin nur noch Thea übrig ist.

Vorbereitung ist alles
Chase hat Oliver einen Deal angeboten, aber auf den ist der Bürgermeister nicht eingegangen. Als ultimative Verhöhnung verspricht er ihm, dass seine Freunde getötet werden sollen, sobald er in den Transporthubschrauber steigt und er gibt ihm zu verstehen, dass ihn ein Anruf erwartet. Der kommt natürlich vom angsterfüllten William, den er nicht wiedersieht, wenn Chase etwas zustößt. Malcolm hält sein Versprechen und gibt Oliver Rückendeckung.
Oliver möchte wissen, warum er seinen unschuldigen Sohn involviert, doch im kranken Verstand von Chase ist das eine Retourkutsche darauf, dass er seine Frau ins Spiel gebracht hatte, die dann ebenfalls ihr Leben verlor. Das ändert aber nichts daran, dass Chase entkommt und Kurs auf Richtung Lian Yu nimmt, wo der Showdown stattfinden soll.
Ohne sein eigentliches Team muss Oliver auf Malcolm und eine andere Person setzen: Seine (immer noch) Frau Nyssa Al-Ghul, die Malcolm bekanntlich den Posten als Demon's Head und Anführer der League of Assassins genommen hatte. Noch hat sie keine Ahnung, dass sie dabei bald gegen ihre Schwester Talia kämpfen wird. Sehr auffällig ist weiterhin, dass von Rene und Dinah jegliche Spur fehlt. Zufall oder Absicht?
Desperate times call for desperate measures
Der Knaller wird jedoch für die letzten Sekunden aufgespart und wurde manchem vielleicht schon durch Castingnews oder Trailer verraten. Auf Lian Yu schaut Oliver bei Slade Wilson (Manu Bennett) vorbei und bittet ihn, für sein Team und gegen Prometheus zu kämpfen. Mehr als einen kurzen Blick auf Deathstroke und ein „Hi, Kid. I'm glad you came back“ sehen wir aber nicht. Nimmt er das Angebot an oder erwartet uns hier noch ein weiterer Seitenwechsel? Was hätte Slade davon, ihm zu helfen, außer die Genugtuung, zu wissen, dass er es sein könnte, der die Rache bekommt? Wir werden sehen. Ein Wiedersehen mit Deathstroke und Bennett in der Rolle wird von meiner Seite aus jedenfalls immer begrüßt.
Fazit
Die Arrow-Folge Missing hat einige Elemente, für die man die Serie gerne schaut und sie bringt Randfiguren zurück, die man ganz gerne sieht. Dennoch frage ich mich, ob die Autoren wirklich eine lange Zeit damit verbracht haben, das neue Team aufzubauen, nur, um es dann gefangennehmen zu lassen und durch besagte Fanfavorites von früher zu ersetzen. Vielleicht trügt der Schein aber auch...
Dass man die alten Lieblinge noch einmal herausholt, passt natürlich dazu, dass nach fünf Jahren der Kreis zwischen Flashbacks und Gegenwart endlich geschlossen wird und es ist noch auf angenehme Weise offen, was genau das Endgame von Prometheus sein wird. Womöglich wurde der ganz große Twist noch gar nicht offenbart oder vielleicht ist das Finale auch wieder nur eine große Prügelei, immerhin augenscheinlich keine, in der es um die Seele von Star City geht...
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 18. Mai 2017Arrow 5x22 Trailer
(Arrow 5x22)
Schauspieler in der Episode Arrow 5x22
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