Arrow 3x14

Die Episode The Return ist in vielfacher Hinsicht eine besondere Arrow-Episode. Das Kostüm taucht die ganze Episode über nicht auf, die Flashback-Handlung findet diesmal in Starling City statt, und die Gegenwartshandlung spielt größtenteils auf der Insel mit dem Namen „Lian Yu“ (Fegefeuer), auf die Oliver (Stephen Amell) und Thea (Willa Holland) von Malcolm (John Barrowman) hingeschickt wurden, um sich ihrer Angst zu stellen. Natürlich bedeutet das nicht, dass die beiden dort picknicken können, vielmehr tritt der Super-GAU für die Queens auf.
Die Queens auf der Insel
Oliver ist beeindruckt davon, was Thea in nur neun Monaten von Malcolm gelernt hat - schmutzige Tricks eingeschlossen. Oliver erinnert die Insel daran, wer er einmal war und zu wem er inzwischen geworden ist. Ganz ehrlich ist er Thea gegenüber nicht, denn er hat ihr noch nicht mitgeteilt, wer Sara umgebracht hat.
Oliver selbst legt einen kleinen Spaziergang ein, um sich einem seiner Todfeinde zu stellen: Slade Wilson (Manu Bennett), der seit dem Ende der zweiten Staffel in einem Argus-Hochsicherheitsgefängnis sitzt. Doch zu seiner Verwunderung muss Oliver feststellen, dass die Zelle leer ist. Natürlich ist Malcolm verantwortlich für seine Freilassung. Er will damit den Killerinstinkt in Ollie wecken und bei Thea herauskitzeln, schließlich hat Deathstroke ihre Mutter Moira (Susanna Thompson) auf dem Gewissen. Gleichzeitig macht er ihre Situation noch gefährlicher, denn das Satellitentelefon wird nach dem Anruf nicht mehr funktionieren. Wenn die Macher beabsichtigen, Malcolm statt Al Ghul als wahren Big Bad zu präsentieren, dann sind sie erfolgreich. Denn nach wie vor spielt das Oberhaupt der League of Assassins kaum eine aktive Rolle, während Malcolm wie ein Flummi vom Schurken- zum Anti-Helden Status springt.

Slade lässt auch nicht lange auf sich warten und überrumpelt Ollie und Thea im Wald. Er sperrt sie in die Zelle, in der er die vergangenen Wochen und Monate verbracht hat. Dabei hat er gar nicht vor, sie umzubringen: Er will sich auf poetischere Art rächen, indem er zwei Leichen in Starling City als die Queen-Geschwister ausgibt und die echten auf Lebenszeit in die Zelle sperrt. Gleichzeitig säht er Zwietracht zwischen ihnen und fragt, ob Ollie seiner Schwester von Shado erzählt hat. Für Slade ist das ein zentrales Moment, das für seinen Knacks verantwortlich ist. Für Oliver hingegen stellte es einen von zahlreichen Verlusten dar, was ihn zwar auch mitnimmt, aber eben nicht so gebrochen hat wie Slade.
Tonight there's gonna be a jailbreak
Wilsons Worte machen Thea dennoch neugierig. Sie spricht wieder das Thema Sara an und bittet darum, nicht wie ein kleines, zerbrechliches Wesen behandelt zu werden. Das bringt Oliver auf den rettenden Einfall, denn die Zelle wurde von Argus speziell für einen ausgewachsenen Mann konstruiert und Thea ist eher klein, kompakt und gelenkig. Das normale Ausstrecken des Arms funktioniert allerdings nicht, weswegen Oliver zu härten Bandagen greift und ihr den Arm auskugelt, damit sie an den Knopf kommt. Das nennt Argus also ein Hochsicherheitsgefängnis? Wäre es Slade nicht möglich, sich auf irgendeine Art und Weise - sei es mit seiner Kleidung - etwas zu basteln, mit dem er auf den Knopf hauen kann? Auch für eine Serie, die auf einer Comicrealität basiert, ist dieser Moment zumindest fragwürdig.
Klartext
Damit ist das Geschwistergespann natürlich noch nicht aus dem Schneider, denn Slade befindet sich noch auf der Insel. Aber immerhin haben sie nun Optionen. Zwar hat Thea von Malcolm das Kämpfen gelernt, aber wohl nicht, die Augen aufzumachen, denn sie läuft einfach - vielleicht noch vom Adrenalin angeschoben - drauf los und löst eine von Ollie hinterlassene Stolperfalle auf, die Oliver auch streift. Die Nahtoderfahrung nutzt Thea, um nun endlich die Wahrheit von ihrem Bruder einzufordern. Wer hat also Sara getötet? Oliver formuliert es so vorsichtig wie möglich und schiebt Malcolm zunächst den schwarzen Peter zu, ergänzt seine Aussage aber auch mit den Details rund um die Fernsteuerdroge. Und so erfährt Thea, dass Malcolm einen Proxy benutzt hat - nämlich sie selbst. Für die junge Queen-Schwester bricht - wie zu erwarten war - eine Welt zusammen, da sie sich mit Sara sehr gut verstanden hat und sie für eine Freundin hielt. Doch lange zum Verarbeiten hat sie nicht, denn Slade taucht wieder auf und greift die Queens an, die ihn im Tag-Team-Mode aufhalten können, auch wenn es einen Ast und eine Pistole erfordert. Thea richtet sie auf ihn, drückt auch ab, kann ihn jedoch nicht töten. Ihr fehlt der Killerinstinkt und die Kaltblütigkeit der männlichen Personen um sie herum.

Für Slade ist der Freigang dann auch beendet, doch er lässt es sich nicht nehmen, mit Oliver über die Dunkelheit in Theas Augen zu sprechen. Er betont, dass es ganz schön krass sei, was Malcolm mit seiner eigenen Tochter angestellt hat. Das aus dem Mund von Slade zu hören, ist schon bemerkenswert. Die Gut/Böse-Verteilung bei Malcolm verschiebt sich hier also wieder in Richtung notwendiges Übel im Kampf gegen Ra's, was ihn jedoch sowohl den Respekt von Oliver als auch von Thea kostet, die nicht mehr seine Tochter sein will.
Eine weitere interessante Anmerkung von Slade bezieht sich darauf, wie viele Menschen Oliver noch verlieren kann, bevor sein altes Ich ganz verschwindet. Nach Vater, Mutter und Freundin darf er das bei Thea wohl nicht mehr zulassen. Zuletzt kann sich Slade eine Bemerkung zu Felicity (Emily Bett Rickards) nicht verkneifen, die wohl noch auf seiner Abschussliste steht.
Zurück in Starling bittet Oliver Thea darum, Laurel (Katie Cassidy) nicht zu erzählen, was sie nun weiß. Dieses Geheimnis wahrt Oliver also weiter. Malcolm heißt es nun gut, dass Thea von ihren Taten in Kenntnis gesetzt wurde. Seine Motivation, sie zu nutzen, ist allerdings weiterhin fadenscheinig. Steuert die Konfrontation darauf hin, dass Malcolm im Kampf gegen Al Ghul das ultimative Opfer bringt, oder wird er wieder opportunistisch handeln, wenn es dazu kommt? Seine Tochter hat er jedenfalls verloren und dafür einen Soldaten gewonnen. War das seine Absicht, als er sich mit seinem Ex-Ausbilder angelegt hatte?
Flashbacks in Starling
Wie sich schon in der letzten Episode angedeutet hat, geht es in den Flashbacks für Oliver und Maseo (Karl Yune) nach Starling City, weil China White (Kelly Hu) hier das Omega an den Meistbietenden verkaufen will. Zwar ist die chemische Waffe nutzlos ohne das Alpha, doch Amanda Waller (Cynthia Addai-Robinson) und ihre Bosse bei Argus glauben, dass es nicht auszuschließen sei, dass die Käufer es synthetisieren könnten. Einer der Verantwortlichen Peter Kang (James Rha) entpuppt sich als Geschäftspartner von Queens Consolidated.
Oliver nutzt den unerwarteten Besuch in Starling, um den stillen Beobachter mit Kapuze zu spielen. Dabei sieht er Thea, die um ihn trauert, dies aber auch mit Drogen betäubt, und einen Tommy (Colin Donnell), der in seinem Geiste versucht, auf sie einzuwirken und sie eigentlich auch von seiner Party auslädt. Thea selbst vermisst den Bruder zwar, ist aber auch verbittert, dass er sich nicht mehr um sie gekümmert hat.
In den Büros von Queens Consolidated soll Oliver die Informationen zur Auktion beschaffen, denn der Zugang ist mit Fingerabdruck-Sensoren ausgestattet. Ollie zweifelt zunächst an, dass das noch funktioniert, doch Maseo liegt richtig, und so können die Daten gesichert werden - und noch mehr: Oliver entdeckt einen Ordner, auf dem „Für Oliver“ steht und der von seinem Vater Robert stammt. Den muss er noch speichern, ehe er verschwindet.
Kurzzeitig droht er, von Felicity entdeckt zu werden, was wahrscheinlich ihre erste Begegnung gewesen wäre. Die Situation nutzen die Autoren für eine kleine Retcon, also eine nachträgliche Information, die gewisse Dinge in neuen Kontext rückt. Denn schon dort bezeichnet Felicity Oliver als süß, während sie nachts in der Firma herumstreift und Selbstgespräche führt, weiß aber, dass er als verstorben gilt und sie somit keine Chance hat.
Work hard, play hard
Oliver bleibt der Auktion zunächst fern, weil er sich selbst als Zaungast zur Party einlädt und dort mit runtergezogener Kapuze zuschaut. Auf und um die Party gibt es ein paar alte Bekannte zu sehen. So ist Diggle (David Ramsey) als Sicherheitsbeauftragter zusammen mit seinem Bruder Andy zugegen und muss sich mit den kotzenden Gästen abgeben. Andy stichelt in Diggles Richtung, weil er sich von Lyla hat scheiden lassen. Tommy flirtet mit Partygästen und auch mit Laurel, Thea verschafft sich Zugang mit einem gefälschten Ausweis und kann außerdem das Drogenkaufen nicht lassen, was auch Oliver nicht entgeht. Er konfrontiert den Dealer, der ihn erkennt und so seine Mission gefährdet - Ollie bricht ihm kurzerhand das Genick und schmeißt ihn vom Geländer. So kaltblütig war Oliver in den Flashbacks bis dato wohl selten.

Der Fund der Leiche beendet die Party jäh, und auch der depressive Quentin (Paul Blackthorne) lässt sich bald blicken, allerdings ist er ziemlich schlecht drauf. Nicht nur, weil er den Tod seiner Tochter Sara immer noch nicht verarbeitet hat, sondern auch, weil ihm die Personen, auf die er trifft, gegen den Strich gehen. Da ist der verwöhnte Millionärssohn Tommy, der lieber Partys gibt und Frauen angräbt als etwas bedeutsames zu machen. Thea, die eigentlich nichts auf der Party zu suchen hat. Und Laurel, die ihren Vater in Richtung San Francisco verlassen will, um für Bonzen zu arbeiten, statt sich für Menschen einzusetzen, die Hilfe brauchen. Oliver schaut auch hier aus der Distanz zu. Er hat bald genug von seinem Argus-Auftrag und lässt Maseo im Stich, der sich vorher noch über die Hoodie-Taktik lustig macht. Ein schöner Seitenhieb auf „The Hood“ in der ersten Staffel. Auch die Romanze zwischen Laurel und Tommy nimmt hier ihren Lauf, als die beiden sich für ein Abendessen verabreden.
Die Botschaft
Die Datei, die Oliver mitgenommen hat, ist eine Videobotschaft von seinem Vater, der Oliver seine Mission gibt, als er nach seinem Exil nach Starling City zurückkehrt. Robert hat versagt und die Stadt im Stich gelassen und glaubt, dass Oliver den Fehler wieder ausbügeln kann. So entsteht also die Liste, die Oliver zum Serienbeginn abgestrichen hat.
Das lässt Oliver wohl umdenken, sodass er China Whites Auktion crasht und Maseo unterstützt, der von Whites Männern beschossen wird. Das Omega soll für 100 Millionen Dollar den Besitzer wechseln, doch gemeinsam mit Oliver können Kang und White an der Flucht gehindert werden.
Dafür darf Oliver dann auch General Matthew Shrieve (Marc Singer) treffen, der ihn zwar zurück zum Debriefing nach China schicken will, ihm danach aber freies Geleit ins Land seiner Wahl verspricht. Löst Russland nun die Hong-Kong-Flashbacks ab? Oder wird es eine weitere Hürde geben, die ihn in China festhält?
Getrennte Wege
Die Wege von Laurel und Quentin trennen sich in der Gegenwart, nachdem er die Enthüllung bezüglich Saras Tod hat sacken lassen. Sein Vertrauen in Laurel, die stets eine wichtige Person für Quentin war und die ihm geholfen hat, als er in der Suff-Gosse steckte, ist erschüttert. Er steht offenbar kurz vor einem Rückfall und dem erneuten Griff zur Flasche. Deswegen schlägt auch Laurel den Besuch eines AA-Meetings vor. Er allerdings will zumindest diesmal auf Distanz zu seiner Tochter gehen und jeweils Treffen an verschiedenen Orten besuchen. Er gibt ihr die bereits gekaufte Flasche und bringt sie kurz in Versuchung, doch sie kippt sie über Saras Grab.
Fazit
The Return kommt ganz ohne kostümierte Auftritte aus und besinnt sich eher darauf, das Seelenleben der Figuren an verschiedenen Abschnitten ihres Lebens zu erforschen. Thea erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle. in der letzten Episode war sie euphorisch, weil sie eingeweiht wurde, nun, erfährt sie, dass sie Sara durch Malcolms Manipulation auf dem Gewissen hat.
Merkwürdig bleibt weiterhin der Fakt, dass Mörder - egal ob direkte oder indirekte (Roy, Malcolm, Thea) - gedeckt werden.
Das Wiedersehen mit Slade ist kurz, aber angemessen, denn wenn man ihn so schnell wieder permanent zurückbrächte, würde ihm das seinen Effekt rauben. So - als Erinnerung, dass stets eine weitere Bedrohung unter der Oberfläche brodelt - ist die Figur effektiver eingesetzt. Außerdem sorgt das dafür, das Malcolm noch einmal eine Schippe verabscheungswürdiger wird.
Der kurze Einblick in das Starling City ohne Oliver ist ebenfalls spannend, wenn auch manche Situation (Felicity) vielleicht ein wenig zu viel des Guten ist. Dafür ist es schön, Tommy noch einmal zu sehen, und auch die Diggle-Brüder stellen einen netten Touch dar. Ob Roberts Video noch einmal eine Rolle spielen wird oder einfach nur als verspäteter Abschluss für die Storyline rund um die Liste gilt, muss sich dann zeigen.
Diesmal fällt das Flashback anders als sonst auch nicht so negativ ins Gewicht und bringt sogar durch den General einen neuen Faktor ins Spiel, den man so früh nicht erwartet hat. Geht es wirklich raus aus Hong Kong? Hoffentlich.
Videovorschau auf die Episode Nanda Parbat (3x15) der US-Serie Arrow:
Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 19. Februar 2015Arrow 3x14 Trailer
(Arrow 3x14)
Schauspieler in der Episode Arrow 3x14
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