Arrow 2x20

Arrow 2x20

In der Episode Seeing Red der US-Serie Arrow steht der unkontrollierbare Roy im Mittelpunkt. Wie hält man den Mirakuru-Roy auf? Außerdem geht es in die heiße Wahlkampfphase für Moira, die an einem Wendepunkt in ihrer Kandidatur ankommt.

Szenenfoto aus der Episode „Seeing Red“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der Episode „Seeing Red“ der US-Serie „Arrow“ / (c) The CW

Der englische Episodentitel Seeing Red der US-Serie Arrow ist wieder einmal treffend gewählt, denn nach der Ausnutzung durch Slade Wilson (Manu Bennett), der Roy (Colton Haynes) als lebende Blutbank für seine Mirakuru-Armee missbraucht hat, stimmt etwas nicht mit letzterem. Nach seiner Ohnmacht wütet Roy nicht nur im Arrow-Cave, wo er Diggle (David Ramsey) und Felicity (Emily Bett Rickards) eine Heidenangst einjagt, sondern auch auf den Straßen Starling Citys. Seine unkontrollierbare Rage kriegen bald einige wildfremde Männer, Sin (Bex Taylor-Klaus), Sara (Caity Lotz) und auch Oliver (Stephen Amell) sowie einige Polizeibeamte am eigenen Leib zu spüren. Oliver verletzt er so schwer am Bein, dass eine ärztliche Behandlung nötig ist.

Töten oder Retten?

Das sorgt für die erneute hitzige Diskussion zwischen Sara und Ollie rund um die Frage, ob man Roy töten sollte oder nicht. Sara ist klar Pro-Töten, während Ollie alles daran setzt, eine andere Lösung zu finden. Roy ist nun mal nicht Slade und die Fehler der Vergangenheit will er tunlichst vermeiden. Außerdem arbeiten die Star-Labs ja an einem Heilmittel. Sara bleibt stur oder möchte zumindest die Möglichkeit haben, ihn final aufzuhalten. Daher steckt sie eine Pistole ein, ehe sie die Arrow-Höhle verlässt.

Im Gespräch mit Felicity merkt Oliver dann an, wie sehr die ungestüme Sara ihn an ihn selbst erinnert, als er aus seinem Inselexil zurückkehrte. Aber auch er musste erst auf die die harte Tour lernen, dass das Töten nicht die Lösung aller Probleme sein kann, wenn man ein Held sein will. Das hat ihn der Verlust von Tommy gelehrt.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Seeing Red%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Moiras Wahl: Politikerin oder Mutter?

Die Ereignisse rund um Roy sind nicht die einzigen, die Oliver und Co auf Trab halten. Auch Moiras Wahlkampf nähert sich der heißen Phase. Dazu soll eine Veranstaltung im Verdant stattfinden, doch Thea (Willa Holland) sträubt sich, ihrer sie stets anlügenden Mutter den Club zur Verfügung zu stellen, und crasht ein Interview. Das bewegt Moira dazu, in Frage zu stellen, ob sie weiter um das Amt des Bürgermeisters kämpft oder sich ihrer Tochter widmet. Moira scheint sich für ihre Tochter entscheiden zu wollen und teilt diese Entscheidung auch dem Gegenkandidaten Sebastian Blood (Kevin Alejandro) mit. Blood freut dies natürlich, weil er nun ohne Gegenkandidaten antreten kann und somit die Stadt nach seinen Vorstellungen verändern könnte.

Oliver erfährt ihre Entscheidung von Wahlkampfmanager Mark (Nicolas Lea) und bittet sie, es sich noch einmal zu überlegen und ihrer Tochter als Bürgermeisterin durch gute Taten zu beweisen, dass sie gute Absichten hat. Das Gespräch nimmt eine unerwartete Wendung, als Moira Oliver damit überrascht, dass sie von seiner Doppelidentität weiß - und das schon seit der Nacht des undertaking. Sie zeigt nicht nur vollstes Verständnis dafür, sondern ist auch noch stolz auf ihren Sohn. Allerdings ist die Kenntnis der Geheimidentität in dieser Serie ein ums andere Mal mit der direkten Lebensgefahr für eine Figur verbunden, was sich an anderer Stelle noch zeigen soll.

Das Gespräch mit Oliver bewegt Moira tatsächlich dazu, ihre Kandidatur weiterzuverfolgen und auch Thea betritt die Bühne und unterstützt die Familie, obwohl sie anmerkt, das nicht unbedingt für ihre Mutter zu tun. Angeblich sieht sie es als Werbung für den Club an - und sicherlich auch als Gefälligkeit für ihren Bruder.

Roy läuft Amok

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Roy hat in dieser Episode, genau wie Slade, Visionen. Slade sieht darin eine Shado, die das Teufelchen spielt, bei Roy ist es Thea, die ihn dazu auffordert, sie zu töten. Das zieht ihn ins Verdant, wo er die Wahlkampfveranstaltung stört und es fast alle ihm nahestehenden Figuren braucht, um ihn aufzuhalten. Diggle, der in der Folge Theas Schatten ist, wird mühelos ausgeschaltet und Roy vergreift sich bald würgend an seiner Exfreundin Thea. Allerdings sind sowohl Sara mit der Pistole als auch Sin da, um auf ihn einzureden. Sara steht tatsächlich kurz davor, Roy in den Kopf zu schießen, was Roy sich auch von ihr erbettelt. Allerdings weiß Sin das zu verhindern, bis der mit Schmerzmitteln vollgepumpte Arrow erscheint und Roy mithilfe dreier besonderer Knockoutpfeile ausschalten kann. Das war wohl eine Rettung in letzter Sekunde.

Für Sara sorgt diese Erfahrung zur Einsicht, dass eine Restdunkelheit und der Morddrang immer in ihr vorhanden sein werden und dass Oliver jemanden verdient, der sein Licht und seine Hoffnung besser zur Geltung bringen kann. Darum verlässt sie das Team, um eine(n) alte(n) Bekannte(n) zu sehen. Vielleicht ja Nyssa? Vorher verabschiedet sie sich noch von Sin, bei der sie sich bedankt, dass sie dazwischengegangen ist. Interessant, dass dieser Abschied in der gleichen Folge geschieht, in der am Anfang noch ein gemeinsames Zusammenziehen diskutiert wird.

Auch wenn Sin nun schon einige Episoden nicht mehr aufgetaucht ist, ist es vielleicht hilfreich, sich daran zu erinnern, dass Sara dem abgestürzten Piloten auf der Insel versprochen hat, sich um sie zu kümmern. Außerdem kennt Sin Saras Identität. Weiß sie also auch wegen Oliver Bescheid? Roy kennt sie ja auch.

Im Fall des Roy-Handlungsstrangs muss man kritisch anmerken, dass das Timing des Ausrasters etwas erzwungen erscheint. Nun hat er Halluzinationen und ist ein ausgemachter Polizistenmörder. Ganz schön viel auf einmal. Klar, er hat sicherlich viel Blut verloren, aber schon sein Abgangszeitpunkt und das Aufgabeln durch Slade wirkten wie sehr glückliche Zufälle und nicht unbedingt wie ein Teil eines Masterplans.

Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass die Wirkungen des Mirakurus nicht immer nachvollziehbar sind. Roy hatte sich die längste Zeit über zumindest größtenteils unter Kontrolle. Ausgerastet war er immer dann, wenn es um Gewalt ging. Doch die Wahnvorstellungen sind neu, wohingegen sie bei Slade schon recht früh aufgetreten sind. Vielleicht liegt es bei Slade am plötzlichen Verlust seiner geheimen Liebe Shado, dass sich seine Psychose stärker manifestiert. Ein Stück weit ist die Schuld auch Oliver und dem Arrow-Team zuzuschreiben. Sie hatten zwar versprochen, ihn zu trainieren, haben von ihm aber auch Unmögliches verlangt und ihn bei jedem Ausraster kritisiert oder vor die Tür gesetzt (und bei Oliver kam auch noch der brüderliche Beschützerinstinkt dazu).

Da ist es auch fast nur fair, dass Roy nach dem Pfeil ins Bein nun Olivers Bein empfindlich verletzt hat. Wie mit Roy nun in den verbleibenden Episoden der Staffel umgegangen wird, bleibt spannend. Eigentlich ist er nämlich gegen eine Mirakuru-Armee unabkömmlich. Oder erhält er als einer der ersten das mögliche Heilmittel?

Überflüssiger Flashback

Der Flashback, der sieben Jahre in die Vergangenheit blickt, wirkt reichlich überflüssig. Zumindest auf den ersten Blick. Hier erfahren wir, dass Oliver Laurel (Katie Cassidy) nicht nur mit Sara betrogen hat, was nicht gerade für ihn als Mensch spricht. Für einen kurzen Moment könnte man sogar den Eindruck haben, die Affäre mit Sara hätte schon vor sieben Jahren begonnen und die Geschwängerte wäre die jüngere Lance-Schwester, doch die Auflösung ist eine andere.

Dass Oliver früher viele Fehler gemacht hat, wissen wir zur Genüge und auch, dass er im Verlauf der Serie schon mit etwa zwei Handvoll Frauen ins Bett gehüpft ist. Dass sich nun auch noch die Schwängerung einer flüchtigen Bekanntschaft aus Central City dazu gesellt, ist fast zu viel des Guten. Es sei denn, die Autoren halten sich hier die Tür offen für das Debüt eines aus den Comics bekannten Charakters (Stichwort Connor).

Oliver ist zu diesem Zeitpunkt alles andere als bereit, Vater zu werden und seine Mutter schafft durch zwei Millionen Dollar das Problem für ihn aus der Welt. Dabei lässt sie ein Dossier über die Affäre erstellen und bietet die Zahlung in zwei Raten an, wenn sie ihren Sohn in Ruhe lässt. Unklar bleibt dabei, ob sie das Kind tatsächlich bekommt oder einfach nur das Geld nimmt und das Weite sucht oder ob die Kindsmutter sogar vor dem Staffelfinale noch einmal auftauchen wird.

Sollte dieser Flashback sich nur als Beweis dafür entpuppen, wie sehr Moiras Einfluss sich auf Olivers Leben ausgewirkt hat, dann muss man den Versuch jedoch als gescheitert ansehen.

Malcolm Merlyn ist...

Die letzten Minuten der Gegenwartshandlung sind wieder einmal typisch für einen starken Episodenabschluss bei einer mittelprächtigen restlichen Folge. Die Queens nähern sich wieder einander an und Moira verspricht ihrer Tochter, ab sofort ehrlicher mit ihr sein zu wollen. Sie beginnt sogar damit, den beiden Kindern ein Geheimnis zu verraten. Nämlich, dass Malcolm Merlyn... am Leben ist? Aber dazu kommt es nicht, weil ihre Limousine in einen Unfall verwickelt wird, hinter dem Slade Wilson steckt.

Slade stellt Oliver wie auf der Insel vor die Wahl. Nur eine Person kann überleben: Thea oder Moira? Schwester oder Mutter? Oliver kann sich nicht entscheiden und bietet sich selbst an. Slade plant zwar, auch Oliver zu töten, aber noch nicht jetzt - erst, wenn er ausreichend gelitten hat. Und dann qualvoll und langsam.

Bis Moira sich als Opfer anbietet, was Slade respektiert und sie statt mit der Pistole mit seinem Schwert ermordet. Das Rennen um die Bürgermeisterschaft ist also doch wieder recht einseitig, es sei denn Oliver springt in die Bresche... Allerdings ist es für Slade damit noch nicht vorbei. Seiner Meinung nach muss nämlich noch eine weitere Person sterben, bis seine Rache komplettiert ist. Sara oder Laurel sollten sich also besser vorsehen. Die Erwähnung von Merlyn darf natürlich nicht außen vor gelassen werden. Kommt es, wie so mancher schon spekuliert hat, vielleicht tatsächlich zum undenkbaren team up? Und wo genau ist Merlyn die ganze Zeit?

Fazit

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Seeing Red%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Arrow%26ldquo; © The CW
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Die Arrow-Episode Seeing Red bringt einen ersten großen Todesfall in dieser zweiten Staffel. Schenkt man Slade Wilsons Worten Glauben, dann wird es nicht der einzige bleiben. Ansonsten kommt aus dieser Episode, die sich um Roys Ausraster und Moiras Konfikt zwischen Mutterschaft und politischer Karriere dreht, kaum einer der Helden ohne leichte Blessuren davon.

Gerade zu einem Zeitpunkt, als Slade mobil macht, kann das Arrow-Team eigentlich keine weiteren Verluste verkraften, weswegen Saras (temporärer) Abgang kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt hätte kommen können. Durch Moiras Ableben sind die Figuren außerdem verletzbar wie selten. Sollte sich Slade entscheiden, etwa die Beerdigung zu stören, wäre das wohl das ultimative Zeichen der Respektlosigkeit.

Ansonsten bleibt die Episode bis zum starken Ende recht mittelmäßig und stellenweise sogar schwach wie selten zuvor (der Flashback). Im Moment fehlt ein wenig die Struktur und die Stringenz in der fortlaufenden Handlung, die gerade zwischen der zehnten und der 18. Episode dieser zweiten Staffel oft für atemberaubende Episoden gesorgt hat.

Videovorschau auf die Arrow-Episode City of Blood (2x21):

Verfasser: Adam Arndt am Donnerstag, 24. April 2014

Arrow 2x20 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 20
(Arrow 2x20)
Deutscher Titel der Episode
Ein Mann sieht rot
Titel der Episode im Original
Seeing Red
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 23. April 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 28. August 2014
Regisseur
Douglas Aarniokoski

Schauspieler in der Episode Arrow 2x20

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?