Law & Order: Special Victims Unit 13x07

Law & Order: Special Victims Unit 13x07

Hinter einem Episodentitel wie „Russian Brides“ ist bei Law & Order: Special Victims Unit immer einiges zu erwarten. Und auch hier kann die Serie - wie so oft in letzter Zeit - überraschen. Dieses Mal, indem sie einen ansonsten sträflich vernachlässigten Charakter in den Mittelpunkt stellt.

Ein klarer Gewinner dieser Episode: Dann Florek als Capt. Donald „Don“ Cragen / Szenenbild aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) NBC
Ein klarer Gewinner dieser Episode: Dann Florek als Capt. Donald „Don“ Cragen / Szenenbild aus der US-Serie „Law & Order: Special Victims Unit“ / (c) NBC

Widmen wir uns zunächst mal - ganz SVU-like - den Fakten. Fakt ist, dass Dann Florek selten so viel Screentime bekommen hat wie in dieser Episode. (Quasi-)Fakt ist auch, dass dies in den 13 Jahren ruhig hätte öfter passieren können. Denn seine Rolle des Capt. Donald Cragen ist einfach einer der größten Sympathieträger des Teams. Ein typischer „Papa“, der immer ein offenes Ohr für sein Team hat, aber auf der anderen Seite auch genau weiß, wie er jeden einzelnen anzupacken hat.

Darüber hinaus gibt es kaum etwas, das er nicht weiß. Nichts, das er noch nicht gesehen hat. Und dennoch empfindet er genügend Empathie, sich weiterhin diesem schweren Job zu widmen. Einem Job, der ihn über die Jahre ausgelaugt hat - aber auch einem Job, bei dem er sich immer wieder (positiv) verpflichtet fühlt, den noch lebenden Opfern beizustehen und mit seinem Team für Hilfe zu sorgen.

Ja, es stimmt. Auch die Reviews auf dieser Seite drehen sich zu selten um den Kopf des Teams. Deswegen muss heute auch endlich mal eine Lanze für ihn gebrochen werden. Denn es gibt kaum jemanden im US-Fernsehen, der so authentisch wie Florek eine Art tiefsitzenden Schmerz in seiner Rolle verkörpern, dessen Blicke dermaßen Bände sprechen und dem man so sehr jedes einzelne Wort glauben kann. Das Potenzial, was Law & Order: Special Victims Unit in diesem Schauspieler, in dieser Figur hat und leider nur allzu sparsam ausspielt, ist einfach unglaublich groß. Andere Serien würden sich nur um solch einen Charakter drehen (und noch drei Spin-offs dazu fabrizieren). Anders bei dieser Produktion, bei der Understatement weiterhin ganz vorne steht.

Denn auch bei Russian Brides ist es einmal mehr das Team, das ansonsten wunderbar funktioniert. Det. Amaro (Danny Pino) bildet weiterhin mit Benson (Mariska Hargitay), wenngleich ihre Tage seit letzter Woche gezählt zu sein scheinen, ein Ermittlerteam und Det. Rollins (Kelli Giddish) brilliert weiterhin mit Tutuola (Ice-T). Punkteabzug könnte man wieder für das Fehlen von Sgt. Munch (Richard Belzer) geben - aber das höchstens aus dem Grund, weil er, soweit ich mich erinnern kann, der einzige ist, der etwas Russisch spricht und auch über den Kulturkreis Bescheid weiß (siehe Russian Love Poem). Das hätte hier von Nutzen sein können.

Ähnlich wie in der eben genannten Episode aus der ersten Staffel (hier werden sogar teilweise die gleichen Drehorte benutzt), zeigt sich SVU diese Woche trotz ADA Cabots (Stephanie March) Auftritt fast überhaupt nicht gerichts-, dafür umso mehr ermittlungsorientiert. Cragen geht undercover, um den Mord an einer mit einem älteren Mann verlobten Frau aus Russland aufzuklären. Dabei ist auch das Schauspiel des Gaststars Izabella Miko hervorzuheben. Man kann sich zwar denken, dass irgendetwas in der Geschichte ihrer Rolle Lena nicht passt, aber dass sie im Endeffekt das komplette Team hinters Licht führen will, nur um weiterhin ihre Betrugsgeschäfte schüren zu können, ist schon eine Überraschung.

Es ist allerdings auch ein Schwachpunkt in dieser siebten Episode der 13. Staffel. Denn selten hat SVU in dieser Staffel bisher so viele Löcher in der Logik der Geschichte gehabt wie hier. Und damit meine ich nicht nur den cheesy Schlusspunkt, in dem Lena natürlich dem Cop im Polizeiauto seine Waffe enteignen, ihn töten und sich dann (fast) aus dem Staub machen kann. Nein, auch die ganze Geschichte um ihre möglicherweise tote Tochter hatte kaum Sinn. Sie wird als Thema eingeführt, um weitere Spannung und ein Motiv für Lenas Taten einzuführen und dann wird am Ende alles in einem Nebensatz von Benson erklärt. Das kann die Serie schlichtweg besser.

Fazit

Dennoch: Capt. Cragen zum Frontmann - nicht nur des Teams, sondern diesmal auch der Episode - zu machen, ist eine gute Entscheidung. Und es tut gut, auch mal weitere Hintergründe zu seinem Charakter zu erfahren. Denn auch wenn er im Undercover-Einsatz erzählt, dass seine Frau schon lange tot ist und das Paar zuvor eine Fehlgeburt und eine - wegen seines harten Jobs und der Zeitnot - nicht stattgefundene Adoption zu überstehen hatte, scheinen dennoch von tiefstem Herzen zu kommen. Zumal wir das teilweise, wie seine frühere Alkoholsucht, bereits über Cragen wissen. Allein dafür ist diese Episode wertvoll und reiht sich weiterhin nahtlos in die Reihe der „fühlt-sich-an-wie-in-der-ersten-Staffel“-Episoden ein. Hoffentlich auch bald wieder mit besseren Einschaltquoten, denn nur 6,7 Millionen Zuschauer hatte die Serie seit der zehnten Staffel nicht mehr generiert - und damals gab es ansonsten auch je um und über zehn Millionen Zuschauer. Und nicht wie momentan generell nur um die sieben Millionen...

Verfasser: Sebastian Detzler am Samstag, 12. November 2011
Episode
Staffel 13, Episode 7
(Law & Order: Special Victims Unit 13x07)
Deutscher Titel der Episode
Braut auf Bestellung
Titel der Episode im Original
Russian Brides
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 9. November 2011 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 1. März 2013
Regisseur
Alex Chapple

Schauspieler in der Episode Law & Order: Special Victims Unit 13x07

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