House 7x13

House 7x13

Man ist nie zu alt, um ins Büro der Schulleitung zitiert zu werden. House kann gut mit Teenagern - oder können die einfach nur gut mit ihm? Die größte Überraschung der Episode: Der Dickkopf zeigt sich einsichtig. Ein Review von Isabel Galindez.

Greg House (Hugh Laurie) wird auf Kinder losgelassen / (c) FOX
Greg House (Hugh Laurie) wird auf Kinder losgelassen / (c) FOX

Letzte Woche hieß es nach der Episode You Must Remember This an dieser Stelle noch: technisch gut, inhaltlich arm. Bei der aktuellen House-Folge, Two Stories verhält es sich nun genau andersherum: technisch unausgereift, inhaltlich aber durchaus unterhaltsam.

Sind den Machern von House für die aktuelle Folge nun die (medizinischen) Ideen ausgegangen? Oder wollten sie einen Ausbruch aus dem Schema F versuchen und scheiterten lediglich? „Two Stories“ liefert ein irrwitziges Hin und Her zwischen authentischen Rückblenden und solchen, die nie stattgefundenen haben, sowie dem Hier und Jetzt. Dem Ganzen fehlen leider Raffinesse, ein Sinn und vor allem: der rote Faden.

House, der Kinderschreck?

Wir erinnern uns: In der Episode Carrot or Stick versuchte House (Hugh Laurie) vergeblich, Rachel (gespielt von den Zwillingen Kayla und Rylie Colbert) in einer Vorschule für Hochbegabte unterzubringen. Nun mischt er sich erneut in die (Vorschul-)Karriere von Cuddys (Lisa Edelstein) Tochter ein und versucht, sie in einer noch besseren Schule unterzubringen. Die Hürde, die es diesmal zu überwinden gilt, hat nichts mit der kleinen Rachel zu tun: House hat sich bereit erklären müssen, am Karrieretag jener Schule vor einer Horde Fünftklässler zu sprechen.

Der mürrische Mediziner ignoriert natürlich seine Vorbildfunktion und lässt nichts aus: Er lügt bezüglich seiner Identität, erzählt von seinen unorthodoxen Methoden und einem - entschuldigt die Tautologie - heiklen, gynäkologischen Fall. Seine Erzählungen sind teilweise wahr, teilweise aufgemotzt, und vieles ist schamlos aus modernen Filmklassikern abgekupfert.

Greg House (Hugh Laurie
Greg House (Hugh Laurie

Leider unterschätzt House die kleinen Genies, und bedient sich für seine Ausschmückungen bei zu bekannten und beliebten Filmen: „Eine Frage der Ehre“ („A Few Good Men“), „Pulp Fiction“ und „Die Thomas Crown Affäre“ müssen daran glauben, werden jedoch augenblicklich erkannt. Als der Baron von Münchhausen sich schließlich in seinem Lügengespinst verfängt, bricht dieses zusammen, und House muss zur Rektorin.

Der Sinn dieser Filmbezüge bleibt unklar. Kurzzeitig sind sie als Zitate witzig, allerdings haben sie weder symbolisch noch für die Fortführung der Handlung irgendeine Funktion.

Jane Austen lässt grüßen

House hat sich also so einiges zu Schulden kommen und muss ins Büro der Direktorin. Auf der Bank in Vorzimmer gesellen sich bald Colleen (Haley Pullos) und Zack (Austin Michael Coleman) dazu. Die beiden waren im Begriff, sich hinter der Schule zu küssen.

Warten ist langweilig - deswegen wollen die jungen Teenager wissen, was der Arzt angestellt hat. Dieser ist seinerseits auch neugierig, und die Parteien beginnen zu verhandeln. Einiges wird erzählt, weitaus mehr wird verschwiegen. Das wiederum führt zu Vermutungen, Unterstellungen und Spekulationen. Dabei argumentiert Colleen den ohnehin schon gedemütigten Maulhelden in Grund und Boden. Selbst die legendäre Jane Austen hätte keine scharfsinnigere Xanthippe erschaffen können!

Von hinten durch die Brust ins Auge

In Endeffekt resultiert das Wortgefecht in einer Art Paarberatung: Man mag es kaum glauben, aber die drei auf der Bank verhelfen sich gegenseitig zu wertvollen Einsichten und Geständnissen in Sachen Liebe und Respekt. Colleen und Zack wird klar: Schluss mit den Spielchen und Strategien. House sieht ein: Er muss rücksichtsvoller gegenüber Cuddy werden, wenn er sie nicht verlieren will. Und davor hat er derzeit ziemliche Angst.

Woher diese nach all seinen Eskapaden in den vergangenen Episoden kommt? In den zahlreichen Rückblenden erfahren wir, dass Cuddy fuchsteufelswild ist, weil ihr Auserwählter im Alltag zuletzt einzig und allein an sich denkt - von der Badezimmerhygiene bis zum Müll-Runterbringen. So weit, so gut, nur ist das doch nichts Neues. Als langjährige Vorgesetzte von House wusste sie schließlich, wen sie sich da ins Haus holt. Die Tatsache, dass Cuddy sich aus dem Nichts heraus daran stört, wirkt daher unglaubwürdig.

Verfasser: Bernd Michael Krannich am Montag, 28. Februar 2011
Episode
Staffel 7, Episode 13
(House 7x13)
Deutscher Titel der Episode
Fehlerkultur
Titel der Episode im Original
Two Stories
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 21. Februar 2011 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 4. Oktober 2011
Autor
Thomas L. Moran
Regisseur
Greg Yaitanes

Schauspieler in der Episode House 7x13

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