House 7x14

House 7x14

House versucht nett zu sein, doch keiner glaubt ihm. Taub sucht den Kontakt zu Foreman, doch der will seine Ruhe. Und Masters stellt fest, dass übertriebene Korrektheit einsam macht... Ein Review von Isabel Galindez

Hugh Laurie als Dr. Gregory House in „House“ / (c) FOX / Foto: Justin Stephens
Hugh Laurie als Dr. Gregory House in „House“ / (c) FOX / Foto: Justin Stephens

Die Serie House entwickelt sich mehr und mehr zu einem Einarmigen Banditen: Man weiß nie, was als nächstes kommt. Oftmals wird man enttäuscht. Aber plötzlich - wenn man schon gar nicht mehr daran glaubt - landet man einen Volltreffer. Der Jackpot namens Recession Proof hat wirklich alles: interessante, überraschende zwischenmenschliche Entwicklungen, einen dramatischen Fall der Woche und jede Menge verschrobenen Humor.

Liebe ist, wenn man's trotzdem macht!

Zunächst scheint es so, als hätte House (Hugh Laurie) nichts dazugelernt: Er spielt Spielchen mit Cuddy (Lisa Edelstein) und schert sich kein bisschen um gesellschaftliche Gepflogenheiten. Cuddy soll bei einer Wohltätigkeitsgala mit einem Preis geehrt werden, und ihr Liebster hat natürlich keine Lust, sie zu begleiten und lässt sich in gewohnter Weise lange bitten. Schließlich jedoch gibt House zu: Er hat trotz seiner Abneigung gegen solche Veranstaltungen längst zugesagt...

Darüber hinaus sucht er sogar noch nach einem Weg, den Abend für Cuddy unvergesslich zu machen. Als er Wilson (Robert Sean Leonard) in der Sache um Rat bittet, ahnt dieser Schreckliches und House wundert sich: „Why do people believe I'm incapable of doing anything nice?“ Wilsons Antwort: „Experience!

Die Verwandlung von House, von gleichgültig zu aufmerksam, ist überaus gelungen und einnehmend, da der Zuschauer nie ganz sicher sein kann, ob es der griesgrämige Arzt wirklich ernst meint. Will er Cuddy eine Freude machen oder sich ein für alle mal als gesellschaftsfähigen Begleiter disqualifizieren, um zukünftigen Verpflichtungen zu entgehen? Die Tatsache, dass House schließlich eine Mariachi Band anheuert, lässt Wilson letzteres annehmen. Doch dann - überraschend für Wilson wie die Zuschauer - Cuddy mag diese Art von Musik, und House wusste es!

Männerwirtschaft

Bei Foreman (Omar Epps) und Taub (Peter Jacobson) herrscht Achte-Klasse-Alarm: Die beiden zeitweiligen Mitbewohner streiten sich wie zwei zickige Schulmädchen. Die Art, wie Taub versucht eine Verbindung zu Foreman aufzubauen, und dabei jegliche Grenzen überschreitet, ist jämmerlich und rührend zugleich. Lustig hingegen ist der missglückte Männerabend: Taub kocht freundlicherweise Abendessen, und kurze Zeit später gibt es ein Wettrennen zur Toilette!

Diese Tat bringt Taub natürlich nicht gerade Pluspunkte ein. Nach zahlreichen bitterbösen und irrationalen Schimpftiraden (Foreman behauptet, Taub habe versucht ihn zu vergiften), macht der geschundene jedoch Zugeständnisse und vergibt seinem Hausgast. Seine Motive sind allerdings nicht ganz selbstlos: Mit Entsetzen hat Foreman festgestellt, dass er zu einem verschlossenen Einzelgänger geworden ist. Die Freundschaft zu Taub und die fortgesetzte Wohngemeinschaft soll in seinen Augen nun verhindern, dass er zu einem zweiten House wird.

Foremans Abneigung gegen seinen Vorgesetzten, verbunden mit der Befürchtung so zu enden wir er, ist ein altes Lied und mittlerweile total sinnlos: Um House ist es privat ja ziemlich gut bestellt...

Masters wird erwachsen

House ist stolz auf Masters (Amber Tamblyn): Die jüngste im Bunde ist inzwischen abgebrüht genug, um einen Patienten vor House als Lügner zu entlarven - und bekommt prompt eine Umarmung vom Chef. Ihr gequälter Gesichtsausdruck spricht Bände. Als sie dann aber gesteht, sie habe den als Lügner entlarvten Patienten noch nicht mit seiner durchschauten Lügerei konfrontiert, macht House einen Rückzieher. Masters' Bedenken: Sie könnte sich ja irren und folglich den Patienten beleidigen... Doch House rät ihr: „Consider that part a bonus!

Was jetzt kommt ist ein alter Hut, zumindest vorerst: Masters und Chase (Jesse Spencer) diskutieren über Ehrlichkeit und Anstand. Sie ist die gute, er der böse - bis Masters merkt: im Leben gibt es mehr als schwarz und weiß. Bleibt abzuwarten wie sich diese Entwicklung in Zukunft äußern wird - wird Masters möglicherweise ein vollwertiges Teammitglied, ohne ständig ausgeschlossen und hintergangen zu werden?

Fall gelöst, Patient tot

Gerade als Dr. House im Fall der Woche endlich die richtige Diagnose stellt und sein Team zur entsprechenden Behandlung losschickt, erleidet der Patient einen Herzstillstand - und stirbt. Wie nicht anders zu erwarten gibt House sich Wilson gegenüber zunächst abgeklärt: Warum solle es ihm schlecht gehen, er habe doch seinen Fall gelöst?

Dann jedoch eskaliert die Situation: House schwänzt die Gala und Cuddys Ehrung, und betrinkt sich in einer Bar. Hinzu kommt die erschütternde Einsicht: Die Liebe zu Cuddy macht ihn zu einem schlechteren Arzt.

Es ist genial, wie die Zuschauer bei dieser Episode an der Nase herumgeführt werden. Als House betrunken, und dramatischerweise vom strömenden Regen durchnässt, mitten in der Nacht bei Cuddy auftaucht und ihr seine Erkenntnis mitteilt, antwortet sie: „You are too drunk to end this relationship“. Aber das ist gar nicht seine Absicht! Im Gegenteil, er sagt ihr, sie sei jeden toten Patienten wert! Alleine diese unerwartete, makaber-romantische Liebeserklärung macht Recession Proof absolut sehenswert!

Verfasser: Bernd Michael Krannich am Montag, 7. März 2011
Episode
Staffel 7, Episode 14
(House 7x14)
Deutscher Titel der Episode
Beziehungsweise
Titel der Episode im Original
Recession Proof
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 28. Februar 2011 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 11. Oktober 2011
Autor
John C. Kelley
Regisseur
S.J. Clarkson

Schauspieler in der Episode House 7x14

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