House 7x12

House 7x12

Liebe Katzenhalter, die Episode You Must Remember This aus der Serie House könnte hart für euch werden! Für Menschen mit Prüfungsangst ist die aktuelle Folge auch nicht gerade hilfreich... Ein Review von Isabell Galindez.

Hugh Laurie (l.) und Lisa Edelstein in „House“ / (c) FOX
Hugh Laurie (l.) und Lisa Edelstein in „House“ / (c) FOX

... aber Personen, die Schwierigkeiten damit haben, ihre tiefempfundenen Gefühle zu offenbaren kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten: in Form von Verständnis, Trost und Akzeptanz!

Technisch gesehen ist die Folge You Must Remember This sehr gut. Die verschiedenen Handlungsstränge in dieser House-Episode sind clever und komplex konstruiert, der Fall der Woche ist medizinisch interessant sowie emotional ansprechend, und es gibt überraschende Wendungen. Subjektiv gesehen ist die zwölfte Episode der siebten Staffel von House allerdings eher langweilig, frustrierend und nervtötend.

Katzenhalter sind traurige, bemitleidenswerte Geschöpfe
So sieht House (Hugh Laurie) das jedenfalls. Wilson (Robert Sean Leonard) nimmt eine entzückende, flachgesichtige, James-Bond-Bösewicht-Katze auf und House sieht schwarz: „For a second I thought Wilson had a drug problem. But this is much much worse“. Oder: „You're rapidly approaching end stage male spinster-ism“. Dieses Katzen-Klischee hat doch nun wirklich ausgedient! Es ist so wie mit Menschen, die sich in Therapie befinden: Nicht jeder, der eine macht, ist wirklich gestört. Und nicht jeder, der keine macht, ist automatisch gesund. Katzenfreunde sind keine homogene Gruppe. Eine so intelligente Figur wie House (Hugh Laurie) auf diesem abgegriffenen Klischee herumreiten zu lassen - das wird ihm nicht gerecht!

Der missmutige Misanthrop hat Gefühle und ein Gewissen
Klischee Nummer zwei: harte Schale - weicher Kern, außen kalt - innen warm etc. Darüber hinaus dürfte selbst nach mehr als einem halben Dutzend Staffeln von House der sporadischste Zuschauer mitbekommen haben - Dr. Gregory House ist gar nicht so cool und tough wie er immer tut. Es ist nicht besonders originell, einen Seriencharakter im Großen und Ganzen gleichgültig und egoistisch darzustellen, nur um dann bei Bedarf zu enthüllen, das er sich tief innen drinnen sehr wohl für seine Mitmenschen interessiert. Aber er hat Angst es zu zeigen, weil es als Schwäche interpretiert werden könnte und weil er sich dadurch angreifbar machen könnte.

Somit ist es eher kitschig und kaum rührend, als Cuddy (Lisa Edelstein) ihren Liebsten am Ende demaskiert, indem sie feststellt, dass er seine freundschaftlichen Gefühle sowie sein schlechtes Gewissen gegenüber Wilson hinter Zynismus und Spott versteckt. Denn der vermeintlich sorglose Bad Boy fühlt sich schlecht, weil er glücklich verliebt ist, während sein Freund der Wohltäter Single ist!

Taub und die Abwärtsspirale
Taub (Peter Jacobson) hat eine wichtige medizinische Prüfung versemmelt und muss nun erneut ran. Er und Formean (Omar Epps) bilden eine Art Lerngemeinschaft und nach einigen spaßigen Anknüpfungsritualen kommt heraus: Taub hat eine Heidenangst davor, zu versagen!

Seit der Trennung von seiner Frau ist sein Selbstvertrauen dahin. So sehr, dass er daran denkt, bei seinem Wiederholungstest zu betrügen. Foreman reagiert pädagogisch wertvoll und versucht, seinen Kollegen aufzubauen. Das scheint zunächst auch zu funktionieren, doch dann erleidet dieser einen Rückfall. Im Schutze der nebligen Morgendämmerung sucht Taub schließlich den Hehler seines Vertrauens auf und ersteht die Antworten zu den Prüfungsfragen.

Lernpsychologie 101: Flucht ist keine Lösung. Wer vor Herausforderungen wegrennt, kann auch nicht die beglückende, bestärkende Erfahrung eines Erfolgserlebnisses machen. Also, ran an den Feind, sonst geht es immer weiter bergab mit dem Selbstbewusstsein und der Leistungsbereitschaft!

Masters kann nicht gewinnen
Masters (Amber Tamblyn) greift zu einem gemeinen, hinterhältigen Trick. Sie provoziert eine Auseinandersetzung zwischen ihrer Patientin Nadia (Tina Holmes) und deren Schwester Elena (Claire Rankin), um die Herzrate von Nadia zu erhöhen und somit der Diagnose ein Stück näher zu kommen. Dumm nur, dass die Schwestern ohnehin schon bitterlich zerstritten sind - und plötzlich braucht Nadia eine Nierenspende...

Ob man Elena jetzt noch fragen kann? Als einzige lebende Verwandte ist sie die erfolgversprechendste Spenderin. House spielt den Entsetzten und verdonnert Masters dazu, den angerichteten Schaden wieder zu beheben. Natürlich gelingt es der jungen Ärztin mit ihrem aufrichtigen, unschuldigen Klein-Mädchen-Charme, die beleidigte Schwester zu der so dringend benötigten Organspende zu bewegen - und Nadia nimmt dankend an.

House nervt ganz schön. Ist Masters moralisch, macht er sie zur Schnecke. Ist sie mutig-manipulativ, macht er sie auch zur Schnecke. Wieso lässt sie sich das eigentlich gefallen? In der vorherigen Folge Family Practice hat ihr ach so harter Vorgesetzter doch bewiesen, dass er nur ein alter Bluffer ist!

Wir erinnern uns: House drohte damit, Masters Karriere zu ruinieren, sollte sie den Verantwortlichen von seiner unorthodoxen Vorgehensweisen bei Cuddys Mutter berichten. Sie tat es und er machte einen Rückzieher. Von wegen vor so viel konsequentem ethisch korrektem Verhalten habe er Respekt. Wenn sie schon nicht gewinnen kann, gefeuert werden kann sie immerhin auch nicht.

Verfasser: Bernd Michael Krannich am Montag, 21. Februar 2011
Episode
Staffel 7, Episode 12
(House 7x12)
Deutscher Titel der Episode
Denke immer dran
Titel der Episode im Original
You Must Remember This
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 14. Februar 2011 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 27. September 2011
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 19. September 2011
Autor
Kath Lingenfelter
Regisseur
David Platt

Schauspieler in der Episode House 7x12

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