Star Trek: Enterprise 4x17

Star Trek: Enterprise 4x17

Warnung: Im Review zu dieser Episode wird viel zu viel Alkohol konsumiert. Zartbesaitete sollten von Review und Episode in jedem Fall die Finger lassen. Wir hatten euch gewarnt!

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ / (c) Paramount
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ / (c) Paramount
© ffizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ / (c) Paramount

Was passiert?

Es ist definitiv der Glückstag des Captains: Als Geschenk für erfolgreiche Verhandlungen mit dem Orion Syndicate erhält Archer vollkommen kostenfrei und ohne eine Gegenleistung drei Sklavinnen. Dem geschenkten Gaul schaut er zwar nicht lange ins Maul, steht am Ende - wie die Zuschauer - aber doch mit einem sehr langen Gesicht da…

Dies & Das

  • Es handelte sich hier um die erste komplett von Manny Coto geschriebene Episode der Season nach "Storm Front". Dass er gerade eine - schon auf dem Papier - wenig interessante Thematik dafür wählte, verwunderte durchaus.
  • Auch die Wahl von Regisseur Allan Kroker, der sich immer besonders in opulenten Episoden auszeichnete, war ein wenig irritierend.
  • Cyia Batten war eine der Ziyal-Darstellerinnen aus DS9. Hier spielte sie nun eine Sklavin. Derek Magyar war erneut als Kelby mit von der Partie.

Zitate

We've dealt with your people before. The experience wasn't one I'd care to repeat.“ (Archer)

The Syndicate wants your head, Captain, and they don't really care whether or not it's attached to your body.“ (Harrad-Sar)

I assure you, if I ever decide to make a joke, you'll know about it.“ (T'Pol)

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ - © Paramount

Alkohol gefährdet die Gesundheit. Schlechtes TV aber auch.

Sollte ich dankbar sein? Dankbar, dass Manny Coto mir kurz vor Ende der Serie noch einmal die Chance gibt, einer Episode so richtig in den Allerwertesten zu treten? Nein, nein. Nicht, dass mir Verrisse Spaß machen würden! Mitnichten! Aber sie können befreien, wenn das Gesehene einem den Tag vermiest hat.

Doch fangen wir lieber ganz langsam und auch ganz von vorne an. (Der Rezensent öffnet eine Flasche Romulanisches Ale und nippt.). Es ist eindeutig, was Coto mit „Bound“ versucht hat. Nämlich eine Hommage an die Classic-Serie, die so eindeutig deren Stil zitiert, dass es jedem Fan der ersten Stunde sofort warm ums Herz werden muss. 

Problem hierbei ist nur: Ich dachte eigentlich, dass Star Trek im Verlauf von 40 Jahren eine - na sagen wir mal - andere Sensibilität für Themen dieser Art entwickelt hätte - und vielleicht auch ein - ohne beleidigend sein zu wollen - höheres Niveaubewusstsein. Doch was rede ich? Die Serie hat Perlen wie „Precious Cargo“ und „Bounty“ hervorgebracht, die in ihrer Peinlichkeit jedem Rumfässchen den Boden ausschlagen würden. (Der Rezensenten nimmt dieses verbalen Glanzstück dankend auf und nippt ein weiteres Mal.)

Schade nur, dass gerade Manny Coto, der Erlöser und Retter der wahren Fans, diesen Müll verzapft hat und nicht die beiden Höllenhunde des Franchise (für alle die mir nicht mehr folgen können: Bervis & Braghead alias Rick Berman und Brannon Braga). (Der Rezensent bedauert diese verbale Entgleisung und nimmt verschämt einen großen Schluck aus der Flasche).

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ - © Paramount

Manny Coto scheint das jedoch alles komplett anders zu sehen. Die Story ist so simpel wie nur irgend nötig. Verschlagener und laut bisherigen Erkenntnissen sicher auch krimineller Orion-Händler bietet ein supi-dupi-klasse Geschäft an und schenkt Archer gleich noch eine heiße Tanzdarbietung nebst seiner drei Pracht-Sklavinnen. Alles für lau und weil Johnny-Boy so ein cooler Typ ist. Ne, schon klar. (Ein weiterer großer Schluck brennt den Rachen des Rezensenten hinab).

Die drei spärlich bekleideten Damen vernebeln die Sinne der männlichen Crewmitglieder mit ihrem Sexappeal (Der Rezensent muss selber lachen.) und treiben so alle Besatzungsmitglieder nach und nach in den selbst auferlegten Wahnsinn. Nur „Magic“ (T')Polly und „Natural-Cool-Guy“ Trip (der immer noch auf der Enterprise aushilft und dem armen neuen Chefingenieur Kelby das Leben zur Hölle macht) sind aufgrund vulkanischer Physis und/oder eines telepathischen Links (dank Sex in Season 3) immun. Hoch die Tassen! Hier fließt das Niveau kübelweise ins Klo.

Am Ende retten beide die Situation und der große Twist drückt uns in die Sitze. Die Sklavinnen sind die wahren Herrscher! Wow! Cool! Das frage ich mich schon seit fast vierzig Jahren! Wieder eines der Mysterien gelöst, die uns seit Anbeginn der Zeit um den Schlaf bringen. (Die erste Flasche ist leer; mit unsicheren Schritten holt der Rezensent eine weitere aus der Kühlung).

Ach - was dazwischen passiert? Die drei grünen Mädels tragen ihre schlecht sitzenden Perücken durchs Schiff, wackeln musikalisch mit dem Hintern und verteidigen erfolgreich den Standpunkt, dass Models & Tänzerinnen einfach nicht schauspielern sollten. Okay, die arme Cyia Batten lasse ich mal außen vor. Sie konnte nichts retten. Und auch die ultimative Classics-Hommage am Ende - auch bekannt als der große Gruppen-Gag - kann hier nichts mehr retten. Charmant ist diese Szene sicher, aber wen kümmert es nach dieser Farce?

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ - © Paramount

Himmel! Wie viele Flaschen Romulanisches Ale muss ich trinken, um den Unterhaltungswert dieser Dreiviertelstunde zu erkennen? Noch mehr als bei jedem beliebigen Helge-Schneider-Film? Was muss ich tun, um zu durchschauen, was Manny Coto in diesem Tohuwabohu gesehen hat? 

Bevor mir die Drähte aus der Mütze fliegen, stelle ich lieber die Flasche außer Reichweite. (Bevor er das tut, nimmt der Rezensent einen letzten, großen Schluck. Die Flasche ist nun ebenfalls leer).

Die Gags zum Schluss: Die Musik ist großartig und stimmungsvoll ohne Ende (zumindest mit zwei Flaschen Ale in der Birne; für alles weitere übernehme ich keine Haftung) - und die abschließende Szene mit T´Pol und Trip ist herrlich geschrieben und gespielt. Hier vereinen sich Humor, Charakterarbeit und Handlung zu einem dieser starken Momente, die normalerweise als Highlights guter Folgen im Gedächtnis bleiben. Ja, wirklich. Oder war ich am Ende vielleicht einfach schon zu betrunken?

„Bound“ ist die schlechteste Episode seit langer Zeit. Nur bereits genannte „Precious Cargo“, „Bounty“ und die unseligen Versuche „Marauders“ & „Chosen Realm“ (auch von Coto) können in diesen Niederungen überhaupt noch mithalten. Vom viel gepriesenen Retter des Franchise hätte ich mir irgendwie doch mehr erwartet.

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Bound“ - © Paramount

Gib dem Kind einen Namen

Bound: Da die Episode definitiv die Grenze zur Frechheit darstellt, ist der Titel treffend wie selten. Vermutlich wurde aber etwas anderes gemeint...

Die Verbindung: Inhaltlich passend entzieht sich die deutsche Variante einem Kalauer.

Fazit

Hier wird es leider doch nochmal richtig peinlich. Erst der qualitativ minderbemittelte Klingonen-Arc und nun das! Wenn wir es in diesen (fast) letzten Episoden der Serie mit der großen Vision Manny Cotos zu tun bekommen haben sollten, dann gute Nacht. Und noch ein Tipp für alle Ungläubigen: Es kann keiner schnell genug trinken, um letztlich einen akzeptablen Teil der Episode gut zu finden. Wirklich nicht. Versuch macht zwar wie so oft klug (und hier auch betrunken), in diesem Falle wäre er aber Ale-Verschwendung. Glaubt mir.

Kein guter Punkt für eine Pause? Mag sein. Dennoch sehen wir uns leider erst im Juni wieder - dann mit dem großen Mirror-Universe-Zweiteiler, dem inoffiziellen Abschluss-Zweiteiler und dem GAU ganz zum Schluss. Zu Babylon 5 sei gesagt: Auch hier muss bis Juni gewartet werden. Leider kamen mir das Leben & der Urlaub dazwischen. Sorry!

Verfasser: Björn Sülter am Sonntag, 30. April 2017
Episode
Staffel 4, Episode 17
(Star Trek: Enterprise 4x17)
Deutscher Titel der Episode
Die Verbindung
Titel der Episode im Original
Bound
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 15. April 2005 (UPN)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 4. Juni 2006
Autor
Greg Ellis
Regisseur
Allan Kroeker

Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 4x17

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?