Star Trek: Enterprise 4x16

© ffizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Divergence“ / (c) Paramount
Was passiert?
Auf der Suche nach Doktor Phlox muss sich die Crew mit Hilfe der Columbia mit fieser Sabotage herumschlagen. Nicht fehlen dürfen dabei noch viel mehr Klingonen, ein abtrünniger aber schnell rehabilitierter Sicherheitschef und ein Chefingenieur mit Heimweh.
Dies & Das
- Geschrieben wurde der zweite Teil von den Hardcore-Fans des Autorenstabs, dem Ehepaar Reeves-Stevens.
- John Schuck war zum zweiten Mal nach "Affliction" als Antaak zu sehen. Auch Ada Maris als Hernandez (zum dritten Mal nach „Home“ und „Affliction“) blieb dem Zweiteiler erhalten.
- Regisseur Dave Barrett gab sein Trek-Debüt! Schade für ihn, dass es das damit dann auch gewesen war.
Zitate
„You're not getting away with our chief engineer that easy.“ (Hernandez)
„Appreciate the house call Mr. Tucker.“ (Archer)
„Some one hasn't been taking care of my engine.“ (Trip)

Mehr Blutwein, das ist zum Weinen!
Sorry, ich möchte hier wirklich kein Exempel an Mittelmäßigkeit statuieren. Aber auch „Divergence“ kann keine ernsthaft bessere Kritik als „Affliction“ erhalten.
Der Einstieg - und somit die Auflösung des unfassbar sinnfreien Cliffhangers der vorausgegangenen Episode - ist dabei noch der stärkste Part der Episode. Allerdings auf einem ähnlich stumpfen Level, wie die Autobahn-Verfolgungsjagd in „Matrix 2“. Die Effekte sind okay, der Spannungslevel hoch - inhaltlich ist das alles aber natürlich jenseits von Eden.
Kann es wirklich einfacher sein, exakt diesen Stunt durchzuziehen, anstatt Kelby die Prozedur mal eben kurz fernmündlich parlierend zu erklären? Tuckers Nachfolger ist schließlich durchaus qualifiziert, oder? Warum hatte er den Job sonst noch gleich bekommen? Aber nein, die erstbeste Krise bedarf der helfenden Hand des einzig wahren Trip Tucker. Logisch.
Fazit des Ganzen: Eine Sequenz zum Vergessen, die keinerlei Rücksicht auf die Charaktere nimmt sondern schlicht den Unsinn des Drehbuchs vorantreibt. Ärgerlich ist das vor allem in einer Geschichte, die inhaltlich so dürftig daherkommt, wie dieser Zweiteiler.

Schweigen
Was gibt es also überhaupt noch zu ergänzen? Wenig. Wir bekommen die unvermeidlichen Classic-Klingonen zu sehen (Mission erfüllt), erleben standardisierte Drohgebärde, blutleere Schusswechsel, eine Happy-End-Auflösung des Reed-Konflikts (sorry, liebe Autoren - kein Aufbau, kein emotionaler Eindruck beim Zuschauer) und viel Blabla.
Ich versuche trotzdem noch etwas tiefer einzusteigen. Archers rigoroses Eingreifen am Ende passt durchaus ins Bild. Sein Verhalten war den kompletten Zweiteiler hindurch - wie so oft in Season 1 und 2 - schlichtweg merkwürdig. Gut, die Szene an sich ist spannend und kompetent gespielt, aber diese extreme Gefahr in jeder Episode - langweilig, ideenarm, flach.
Reeds Verbindung zu Sektion 31 scheint am Ende vollkommen in Vergessenheit zu geraten. Zumindest ist er wieder voll dabei und keiner schert sich um seinen internen Verrat. Nimmt man mal Archers echauffiertes Verhalten in „Affliction“ als Basis, ist das kaum nachzuvollziehen. Schon witzig: in „Breaking the Ice“ wurden damals sogar T'Pols private Briefe gelesen, weil sie vermeintlich mit Vulkaniern kommunizierte. Hier wird ein lügender, seit Jahren von einer undurchsichtigen Geheimorganisation rekrutierter Lieutenant ohne großes Hallo wieder auf den Posten des Sicherheitschefs und Waffenoffiziers gesetzt. Happy Family? Sicher. Hirnaktivität? Leider null.
Zuletzt - die unvermeidliche Rückkehr des Trip Tucker: Er bleibt nun „erstmal“ wieder auf der Enterprise - um zu helfen. Ja, klar. Kelby kriegt ja auch nichts alleine gebacken. Und schon implodiert der nächste Mini-Arc. Wenngleich man natürlich zugestehen muss, dass die Zeit einfach knapp wird. So ist das halt mit der Krux der Absetzung.

Gib dem Kind einen Namen
Divergence: Irgendwo zwischen Abweichung und Verschiedenheit definiert der Titel den Inhalt und Versuch der Erklärung der Klingonen-Optik. Alles wie gehabt also.
Die Abweichung: 1:1 - völlig okay.
Fazit
Nix zu machen. Auch die talentierten Reeves-Stevens können den ärgerlichen Mix nicht mehr retten. Der Klingonen-Arc verliert auf ganzer Linie und bleibt in der Summe nur als actionreiches Ärgernis mit Unterhaltungswert im Gedächtnis.
Weil wir so gut im Flow sind gibt es nächste Woche noch ein paar Sklavinnen - und was soll ich euch sagen? Die gibt es sogar geschenkt! Jaja! Glaubt es ruhig! Nächste Woche tanzen die grünen Puppen. Und nein - es geht hier leider nicht um die Muppet-Show.
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 22. April 2017(Star Trek: Enterprise 4x16)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 4x16
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?