Star Trek: Enterprise 4x13

© zenenbild der „Star Trek: Enterprise“-Episode „United“ / (c) UPN
Was passiert?
Captain Jonathan Archer und seine Crew versuchen verzweifelt, die Andorianer, Tellariten und Vulkanier zu einen, indem sie alles daran setzen, ein getarntes Schiff zu finden, dessen Hintermänner offensichtlich die ganze Region destabilisieren wollen...
Dies & das
- Schon Kirk durfte sich einst mit einem Andorianer duellieren ("Gamesters of Triskellion").
- Für die beiden Buchautoren Judith und Garfield Reeves-Stevens war es bereits das dritte Script in ihrem ersten TV-Jahr bei Star Trek. Manny Coto bekam nach Storm Front (1) erstmals den Story-Credit, wobei natürlich der ganze Season-Rahmen sein Verdienst ist.
Zitate
„Did you read the manual that came with that thing?“ (Reed)
„Let's get this over, I've got a ship to run.“ (Archer)
„I'll take your blood to Andoria and the wall of heroes.“ (Shran)
Count on the power of the three
Manny Coto, Judith Reeves-Stevens und Garfield Reeves-Stevens. Drei Namen, die im Vorfeld der Ausstrahlung bereits jegliche Sorge um eine kompetente Fortführung des dritten Arcs der Staffel hätten nehmen können. Dass es dennoch etwas anders kam, wollen wir uns heute einmal herleiten.

Never count too early on people who already fooled you
Es beginnt, wie es zuvor geendet hatte. Die finsteren Romulaner sitzen übellaunig auf Romulus in ihrem Kontrollraum und beackern ihren teuflischen Plan, das Mächteverhältnis im Quadranten durch Einsatz ihrer ferngesteuerten Drohne zu verschieben. Dass man als kleine Verbeugung vor den in „Star Trek: Nemesis“ aus dem Drehbuchhut gerupften Remanern selbige auch hier auftreten ließ, ist dabei ganz charmant, schmeckt im Abgang aber auch ähnlich schal wie der ausgetauschte Anakin Skywalker in den bösen Prequel-Filmen der „Star Wars“-Reihe. Schwamm drüber, hier gibt es in Sachen Content eh nicht viel zu holen.

Viel interessanter sind da schon Archers Bemühungen, mit Hilfe einer schnell zusammengezimmerten Flotte aus Menschen, Vulkaniern, Andorianern, Rigellianern und Tellariten die Drohne ausfindig zu machen.
Die Frage, wie es dazu kommt, warum ausgerechnet die Weltraum-Newbies von der Erde die Führung übernehmen und was diese Allianz für die Zukunft bedeuten könnte, ist den Autoren leider weniger wichtig gewesen als die akute Mission.
Der Fokus der Handlung sackt ein Geschoss tiefer, als Talas an ihren Verletzungen stirbt und Shran sich wie ein wildgewordener Klingone aufführt, der fortwährend nach Rache und Ehre krakeelt. Zugegeben: Jeffrey Combs kann jedem Zuschauer Overacting als Kunst verkaufen, und seine Darstellung des gramgebeugten, um Fassung ringenden Shran ist klasse. Dennoch umspielt seine Forderung nach einem Kampf bis zum bitteren Ende gegen den verantwortlichen Tellariten der abgestandene Duft der Classic-Serie. Dass schließlich gar Archer einspringt und somit Freund gegen Freund antritt, dürfte letzte Assoziationen zur Episode Arena befeuern.

Archer ist hier mal wieder Weltpolizist, Gutmensch, opferbereiter Schöndenker und Friedensstifter. Bereit zu sterben, in dem glückseligen Wissen, dass auch ohne ihn die Allianz weiter Bestand hat und die Völker des Quadranten gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten werden. Hach. Vielleicht ist er aber auch einfach nur lebensmüde oder ein bisschen doof.
Das alles wäre aber noch gar nicht so schlimm, würde sich der Kampf bis zum Tode nicht als lahmer Wettstreit herausstellen, bei dem am Ende nur einer der Beteiligten kampfunfähig sein muss. Hier implodiert das ganze ohnehin wenig kreative oder sinnvolle Setup und entlässt beide Kämpfer durch die Hintertür aus einer aufgebauschten Situation. Schade.

Der dritte Teil der Handlung befasst sich schließlich mit Reed und Trip, die gemeinsam an Bord der Drohne nach Kontrolle über selbige ringen und dabei einen Phaser überladen (zu oft gesehen). Zur Strafe bekommt Trip noch eine Dosis radioaktive Strahlung ab, diese scheint ihn in der Folgezeit aber nicht unnötig zu belasten. Auch hier bleibt es bei einem unbedeutenden Rumgehühner, um die Spielzeit der Episode voll zu kriegen.
Somit liefert das Drehbuch zwar kompetente Unterhaltung und bringt die Handlung rasant voran, zeigt aber auch ein erschreckendes Maß an mangelnder Phantasie. Diese bringt das Team erst in den letzten Sekunden zum Einsatz, als man an Bord der Drohne keinen Romulaner, sondern einen Alien Space Nazi präsentiert - nein, Spaß. Diesmal ist es ein Albino-Andorianer. Der WTF-Effekt ist aber vergleichbar.
Technisch betrachtet
Erneut gibt sich die Serie keine Blöße. Kulissen, Make-up, Effekte, Darsteller und Score spielen in einer hohen Liga ohne jedoch Glanzlichter zu setzen, an die man sich ewig erinnern würde.
Gib dem Kind einen Namen
United: Friede, Freude, Eierkuchen - hier kommt die erste allgemeine Weltraumflotte befreundeter Welten unter dem Kommando von Captain Earth alias Jonathan Archer. United we stand (bitte hier ein pathetisches Jingle einspielen).
Vereinigt: 1:1 übersetzt - passt.
Fazit
Gemächlicher und vorhersehbarer als der Auftakt, garniert mit weniger Suspense und zu viel by-the-number-Plotting wird United (2) zwar zu einer netten und fesselnden Episode, das Gefühl wahrer Größe will jedoch trotz der diversen beteiligten Parteien nicht aufkommen. Ein Versuch, sich auf den letzten Metern noch nach der Klasse von DS9 zu strecken, scheitert somit leider aus Zeitmangel und an zu wenig Phantasie. Was bleibt ist gute Unterhaltung.
Mit dem Dreiteiler geht es kommendes Wochenende zu Ende.
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 25. März 2017(Star Trek: Enterprise 4x13)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 4x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?