Star Trek: Enterprise 4x04

Star Trek: Enterprise 4x04

Zeit für Supermenschen! Wenn ein genialer aber durchgeknallter Wissenschaftler nach der ultimativen Waffe strebt, bleibt nur noch einer, der ihn stoppen kann: „Captain America“ Archer.

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
© Paramount

Was passiert?

Als sich genetisch verbesserte Supermenschen, Überbleibsel der Eugenischen Kriege, eines klingonischen Schiffes bemächtigen, muss sich Captain Archer auf deren Schöpfer, den kriminellen Dr. Arik Soong verlassen, um die Abtrünnigen zu finden und den möglichen Beginn eines interstellaren Krieges zu hindern...

Dies & das

Brent Spiner durfte hier nach Data, Lore und Dr. Soong einen weiteren Charakter spielen. Genauer gesagt einen direkten Vorfahren von eben jenem Dr. Noonian Soong.

Alec Newman, der den Malik spielt, ist unter Umständen aus der Miniserie "Dune" bekannt. J. G. Hertzler (Martok aus DS9) erhielt hier erneut einen Auftritt als Klingone.

Autor Ken LaZebnik ist der Bruder von Philip LaZebnik. Dieser war unter anderem für die grossartige TNG-Episode "Darmok" verantwortlich.

Zitate

What brings you here? Are they naming the prison after you?“ (Arik)

Enterprise will come.“ (T'Pol)

Mankind is something to be surpassed.“ (Malik)

Been a pleasure Captain. Take my advice, go home and start learning how to speak klingon.“ (Arik)

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“ - © Paramount

Frischer Wind durch Mehrteiler?

Nach dem desaströsen Season-Opener und der verdienten Ruhepause zuletzt startet Hoffnungsträger Manny Coto nun mit „Borderland“ in den ersten Dreiteiler der Season, und somit in den ersten Arc des vierten Jahres. Damit begibt er sich nun auch endgültig auf freies Schussfeld - an diesem und den folgenden Abenteuern musste der neue Staffelträger der schlingernden Franchise sich messen lassen.

Als Zugpferd dreimal mit dabei: Brent Spiner, der während seiner TNG-Zeit nicht nur Data zu begeistern wusste und schnell zum Fanliebling avancierte. Mit dem Niedergang der Filmreihe wurde jedoch auch Data immer nerviger und Spiner langsam aber sicher zu alt für die Rolle des eigentlich nicht alternden Androiden.

Umso besser, dass er hier nun gänzlich ohne Make-up, in Würde gealtert und ohne Jumpsuit in die Rolle des Dr. Arik Soong, eines Vorfahren des oben erwähnten Dr. Noonian Soong schlüpfen darf.

Gut auch, dass Coto versucht, eine Brücke zwischen den Serien zu schlagen: Genauer zwischen der Episode „Space Seed“, dem äußerst beliebten Film „The Wrath of Khan“ und eben der Zeit von Archer & Co. - womit wir eindeutig beim Thema Eugenische Kriege landen.

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“ - © Paramount

Die Revolution muss noch warten

Um es vorweg zu nehmen: Hier bricht keine neue Ära an. Ob unter Berman & Braga das Thema an sich angepackt worden wäre, sei mal galant dahingestellt. Von der Umsetzung her hätte die Episode aber sicherlich auch ohne Coto größtenteils identisch so umgesetzt werden können. Es umweht kein merklich neuer Wind die Serie - diese Qualität hat man von den Machern schon oft und sogar besser gesehen.

Dennoch schafft „Borderland“ es, seiner Daseinsberechtigung voll zu entsprechen. Wir haben es hier mit einem langen Teaser zu tun, der die Charaktere (Soong & die Augments) vorstellt, grob positioniert und die Hintergrundgeschichte noch größtenteils unbeleuchtet in den Raum stellt. 

Dabei gelingt es ohne Einschränkungen, eine spannende Handlung mit charmanten Querverweisen, griffigen Charakteren, überzeugenden Kulissen und erstaunlich guten Effekten auf die Beine zu stellen. Auch der Score kann sich hören lassen - an dieser Front gibt es nichts zu meckern. Hoffentlich waren die ersten drei Episoden der Season somit nur kleine Aussetzer.

Mr. Tricorder!

Fokus des Interesses ist jedoch ohne Frage Brent Spiner. Ich muss zugeben, dass mir sein Spiel bereits in den letzten Jahren ein wenig auf den Keks ging - seine Art, ernsthafte Charaktere immer mit einer Prise Komik zu versehen, missfiel mir mit jedem weiteren gespielten Charakter. Zuletzt konnte ich seine Gaga-Darbietung selbst in einem wenig ernstzunehmenden Streifen wie Independence Day: Wiederkehr nur noch mit Magengrummeln ertragen.

Dennoch gelingt es ihm hier, auch aufgrund des Wortwitzes von Autor Ken LaZebnik, einen höchst sympathischen, dennoch verschlagenen und immer überzeugenden Charakter zu kreieren. Seine Darstellung ist sicher noch nicht perfekt, kann aber fesseln und macht Appetit auf die Fortsetzung.

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“ - © Paramount

Weitere Pluspunkte sind die durchweg interessanten Augments (besonders bemerkenswert: Malik und Persis), das stimmige Interieur des klingonischen Schlachtkreuzers, der opulente Sklavenmarkt und die Einbeziehung des Orion Syndikates - endlich sehen wie die grünen Sklavinnen wieder und bekommen auch erstmals ihre Sklaventreiber zu sehen. Gaststar Big Show wirkt dabei wie eine Jahrmarktsvariante von Shrek - herrlich.

Minuspunkte verbucht die Episode durch die erneute Entführung von Crewmitgliedern (hier allerdings zur allgemeinen Überraschung mal sinnvoll gestaltet) und durch zu viel Action als Handlungsersatz. 

Insgesamt lässt sich über „Borderland“ wenig mehr sagen - die Story beschränkt sich zu sehr auf Setup - für eine Einzelfolge ist das durchaus dünn, im Hinblick auf die Konstellation als erster Teil eines Dreiteilers jedoch muss man damit für den Moment zufrieden sein dürfen.

Ken LaZebnik ist es auf jeden Fall gelungen, in einem minimalen Plot vielschichtige Ebenen zu gestalten, die sowohl die Szenen mit der Crew, als auch mit Soong und den Augments interessant halten.

Für den Moment haben wir es daher mit einer unterhaltsamen, spannenden und sehr gut umgesetzten Auftaktfolge zu tun. Mehr nicht - weniger aber auch nicht.

Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“
Offizielles Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Borderland“ - © Paramount

Technisch betrachtet

Ob Kulissen (Sklavenmarkt, Klingonenkreuzer) oder die üblichen Enterprise-Sets: Die Optik macht Spaß und wird auch nicht von schwachen Effekten gestört. Score und Darstellerleistungen gehen zudem völlig in Ordnung.

Gib dem Kind einen Namen

Im Grenzgebiet geht es um Grenzgebiete der Wissenschaft. Dass zudem einige Charaktere hart an der Grenze guten Stils wandeln, komplettiert die Sinnhaftigkeit des Titels. Im Deutschen sparte man sich eine eigene Titelvariante - vielleicht war der zuständige Redakteur ja im Urlaub?

Fazit

Der Auftakt um Dr. Soong und seine Augments bietet souveräne Kost und liefert somit bei entsprechender Fortführung den stimmigen Auftakt zu einem interessanten Mini-Arc. Für sich genommen wäre die Episode zwar kein Highlight, Zuversicht für die kommenden zwei Teile kann sie aber mühelos anheizen.

Morgen geht es mit dem zweiten Teil weiter, das Ende des Dreiteilers behandeln wir dann in der nächsten Woche.

Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 28. Januar 2017
Episode
Staffel 4, Episode 4
(Star Trek: Enterprise 4x04)
Deutscher Titel der Episode
Borderland
Titel der Episode im Original
Borderland (1)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 29. Oktober 2004 (UPN)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 5. März 2006
Autor
Karina Arroyave
Regisseur
David Livingston

Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 4x04

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?