Star Trek: Enterprise 3x05

Was erwartet uns?
Die Crew der Enterprise erhält einen Notruf von einem vulkanischen Schiff in der Delphic Expanse, dessen Crew sich unter dem Einfluss der Region zu mordenden Zombies entwickelt hat... Währenddessen versuchen Trip Tucker und Travis Mayweather auf einem Planeten eine Substanz zu fördern, die in Zukunft zum Schutz der Enterprise dienen könnte…
Dies & das
- Die Episode greift in gewisser Weise die Videoübertragung aus The Expanse wieder auf, die Soval Gary Graham dazu benutzen wollte, Archer Scott Bakula von der Mission abzuhalten.
- Sean McGowan erhält in der Rolle des MACO-Corporal Hawkins seinen zweiten Auftritt.
- Trellium-D zerstört die Fähigkeiten der Vulkanier, ihre Emotionen zu kontrollieren.
- Wenn Vulkanier die Kontrolle über ihre Emotionen vollkommen verlieren, werden sie paranoid und morden.
- T'Pol Jolene Blalock kann ein Shuttle fliegen.
Wenig Dialogballast diesmal
„I can't try to save humanity without holding on to what makes me human.“ (Archer hat einen klaren Moment)
„Part of the fun of a mystery is trying to solve it before it ends… using logic. You of all people should appreciate that.“– „Then use logic more quietly.“ (Trip und T´Pol)
„This Expanse destroyed everyone aboard the Seleya. Don't let it happen to Enterprise“ (T´Pol)
Kawumm. Flacker. Krach. Schrei.
Fertig ist die Kurzzusammenfassung von Impulse oder „Die Nacht der logischen Leichen“. Die Serie versucht sich also einmal mehr am Horror-Genre und zieht zu diesem Zweck ausgerechnet die so beliebten und beherrschten Vulkanier als metzelnde und blutrünstige Mutanten heran - „Resident Evil“ meets „Star Trek“.
Inhaltlich gibt es am Geschehen nichts zu kritisieren - alles bleibt im Fluss, die Charaktere gehen nicht in der Actionmasse unter und der Xindi-Arc kommt am Rande auch zu seinem Recht. Für eine Stand-Alone-Episode ist das eine durchaus zufriedenstellende Leistung. Hier sei vor allem an den unwürdigen Ausflug in Extinction erinnert, der deutlich zeigte, wie man mit dem Thema Stand-Alone nicht umgehen sollte.
Leider kommt das Ganze auf der anderen Seite aber auch nie über ein nettes Niveau heraus. Genauso wie in The Xindi ist der Inhalt zu dünn dosiert, die Konflikte nur schemenhaft erkennbar.
Einzig Jolene Blalock reißt die Episode in ihren Szenen zeitweise auf Spitzenniveau. Ihre Fähigkeiten brechen mehr und mehr aus ihr heraus und strafen ihre Kritiker Lügen (auch mich, keine Frage), die besonders während der Anfangszeit der Serie nicht an ihre schauspielerischen Fähigkeiten geglaubt hatten.

Aber auch an ihren Mitstreitern, den Effekten, dem Score, der inneren Logik und der Dynamik gibt es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Es ist nur schlicht und ergreifend kaum etwas vorhanden, dass man herausheben oder angreifen könnte.
Aus diesem Grund wird diese Kritik gerade auch zur kürzesten dieses Review-Projekts.
Sich den Kopf zu zerbrechen, ob Vulkanier die richtige Wahl für eine Zombie-Episode sind, ob wirklich T´Pol schon wieder Emotionen zeigen muss, ob Travis Anthony Montgomery schon wieder ein Shuttle fliegen sollte oder ob man sich an all dem einfach nur erfreuen könnte, macht hier letztlich einfach keinen Sinn. Die Episode ist nicht dumm, sie ist nur dezent gestrickt. Sie ist nicht beleidigend banal, nur arg reduziert ausgestaltet.
Die interessanteste Information bleibt somit, dass das Trellium für den Zustand der Vulkanier verantwortlich ist. Es lässt die neuralen Bahnen zusammenbrechen, die es ihnen normalerweise erlaubt, ihre Emotionen zu unterdrücken. Ungut, dass Archer Scott Bakula und Trip Connor Trinneer just dabei waren, eben jenes Trellium auch zum Schutz der Enterprise einzusetzen. T´Pols Angebot, das Schiff zum Wohle der Crew zu verlassen, ist folgerichtig und sicher äußerst nobel und Archers vehementes Ablehnen natürlich ebenso löblich - zu mehr als einem mitfühlenden Nicken reicht es beim Rezensenten jedoch nicht. Dafür fußt dieses Thema dann leider doch wieder auf zu wenig Setup um einen effektiveren Eindruck hinterlassen zu können.
Eines ist klar: Wer Star Trek eben gerade nicht als blutreiches Schauerspiel mit Action, Strobo und viel Geschrei erleben möchte, wird sich vermutlich einmal mehr das schüttere Haar raufen müssen. Wer mit dieser Art der experimentellen Action-Spielerei umgehen kann und eine Episode wie Impulse als pures Mainstream im Trek-Universum verstehen und erleben kann, wird hingegen mit einem zufriedenen Schmunzeln den Fernseher ausschalten.
Was den Rezensenten angeht: Nicht, dass ich so etwas jede Woche bräuchte... aber zwischendurch zum Berieseln lassen - warum nicht?

Gib dem Kind einen Namen
Genau wie der Impuls zum Verlust der Selbstkontrolle bei den Vulkaniern vom Trellium ausgeht, kann man ihr Verhalten durchaus als impulsiv betrachten - was sowohl dem Originaltitel als auch dem deutschen Titel Legitimation verleiht. Nebenbei ist das Geschehen aber für T´Pol auch noch eine Art Anstoß, weiter mit ihren Emotionen zu experimentieren, wie sich im Verlauf der Season noch zeigen sollte…
Fazit
Wenn eine Episode einfach nur laut, düster, aggressiv und unterhaltsam sein will und trotzdem mit starken Darstellerleistungen und höchstem Produktionsniveau aufwarten kann, bleibt nicht viel zu sagen als: Ziel auf gutem Niveau erreicht. Danke. Die Nächste bitte.
Verfasser: Björn Sülter am Samstag, 17. Oktober 2015(Star Trek: Enterprise 3x05)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 3x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?