Star Trek: Enterprise 2x23

Star Trek: Enterprise 2x23

Zeitparadoxon zum Köpfe rauchen lassen: Die Borg sind zurĂŒck - und chronologisch ist es doch ihr erster Auftritt. Oder der zweite. Und sie werden zurĂŒckkehren. Wobei sie eigentlich erst jetzt wissen, dass sie das werden. Oder wie? Oder was? Ein Gastreview von Björn SĂŒlter.

Archer (Scott Bakula) und Trip (Connor Trinneer) in der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. / (c) UPN
Archer (Scott Bakula) und Trip (Connor Trinneer) in der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. / (c) UPN
© rcher (Scott Bakula) und Trip (Connor Trinneer) in der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. / (c) UPN

Was erwartet uns?

Die Arktis... drei Forscher finden unter dem Eis ein unbekanntes Wrackteil mit zwei kybernetischen Leichen an Bord, die zu unterschiedlichen Spezies gehören. Im Labor erwachen sie zum Leben, assimilieren die Wissenschaftler und fliehen im Shuttle. Admiral Forrest und sein Stab fordern Hilfe von Archer und seiner Crew an...

Dies & das

  • Es klingt nicht nur nach ihnen... sie sind es auch. Die Borg, der wohl ĂŒberstrapazierteste Feind der Föderation nach den Klingonen ist zurĂŒck.
  • An der Darstellerfront sehen wir erneut Vaughn Armstrong und Jim Fitzpatrick als Admiral Forrest und Commander Williams - zuletzt sah man beide in „Cease Fire“ - dazu gesellt sich die echte Ehefrau von John Billingsley - Bonita Friedericy als Forscherin Rooney.
  • Das aktuelle Datum der Handlung ist der 1. MĂ€rz 2153.
  • Denobulaner haben bereits mit Nanotechnologie experimentiert.
  • Archer (Scott Bakula) hat als Kind jede Rede von Zephram Cochrane (James Cromwell) gelesen. Außerdem alles, was je ĂŒber ihn geschrieben wurde.
  • In einer dieser Reden vor 89 Jahren erklĂ€rte Cochrane in Princetown, dass wĂ€hrend seiner Vorbereitungen auf den ersten Warpflug in Montana eine Gruppe kybernetischer Kreaturen aus der Zukunft von weiteren Zeitreisenden an ihren Sabotageversuchen gehindert wurden. Keiner glaubte dem als Spinner und SĂ€ufer bekannten Mann.
  • T'Pol (Jolene Blalock) glaubt, dass die am Ende von den Borg gesendete Nachricht circa 200 Jahre bis zum Deltaquadranten unterwegs sein wird.

It's all borg

There's no reason to assume they're hostile.“ - „They don't exactly look friendly.“ - „Keep them here for now; we'll see what happens.“ (Moninger und Drake)

What sort of people would replace perfectly good body parts with cybernetic implants?“ (Reed)

I am open minded, as long as it stays outside of my skin.“ (Reed)

Essentially these individuals are being transformed into some sort of cybernetic hybrid.“ (Reed)

There was something familiar about all this, but I couldn't put my finger on it until I found this speech Zefram Cochrane made 89 years ago. When I was a kid, I read everything I could about him. It took me a while, but I finally found it in the database. He was giving a commencement address at Princeton when he started to talk about what really happened during first contact. He mentioned a group of cybernetic creatures from the future who tried to stop his first warp flight, when he was living in Montana. He said they were defeated by a group of humans... who were also from the future.“ - „As I recall, Cochrane was famous for his imaginative stories. He was also known to be frequently intoxicated.“ - „No one took him seriously, and he recanted the whole thing a few years later; but, you have to admit, there are similarities.“ - „He said their ultimate goal was to enslave the human race.“ - „If he was right, they might be heading back to their homeworld... so they can try again.“ (Archer und T'Pol)

The computer analyzed Phlox' numbers. They're pulsar frequencies, with geometric light-year measurements.“ - „Spatial coordinates.“ - „They told their homeworld how to find Earth.“ - „Did you learn where the message was sent?“ - „Somewhere deep in the Delta Quadrant.“ - „Then I doubt there is any immediate danger, it would take 200 years for a subspace message to reach the Delta Quadrant, assuming it is received at all.“ - „Sounds to me like we've only postponed the invasion... until... what? The 24th century?“" (Archer und T'Pol)

Nein.

Es ist soweit. Ich wollte es lange Zeit nicht fĂŒr möglich halten... dann wollte ich den GerĂŒchten kein Gehör schenken... und schließlich die Fakten so gut es eben geht verdrĂ€ngen. Die Borg... mein schlimmster Albtraum... die (primĂ€r „dank“ Star Trek: Voyager) schleichend entweihte Ex-Bedrohung Nr. 1 - man hatte sie also tatsĂ€chlich zurĂŒckgebracht.

Doch was war passiert? Was war dafĂŒr verantwortlich gewesen, dass die einstmals so bedrohliche und innovative Rasse seit „Q Who“ immer und immer mehr den Gnadenschuss erhalten hatte? Hatte genannte Episode nicht ebenso wie „The Best of Both Worlds“ und „I Borg“ zu den Highlights von Star Trek: The Next Generation gezĂ€hlt? Waren nicht sogar die BeitrĂ€ge „Scorpion“, „Drone“, „Dark Frontier“, „Collective“, „Unimatrix Zero“ und „Imperfection“ (aus „Star Trek: Voyager“) zumindest immer fĂŒr gute Action zu gebrauchen gewesen? Und schließlich: war nicht der zweite Kinofilm der Crew um Captain Picard „Star Trek: First Contact“ ein wahres Erlebnis und letztlich der beste Eintrag dieser Crew gewesen?

Alles richtig.

Aber mit zunehmender Verwendung nutzten sich die Schlimmlinge aus dem Delta-Quadranten immer und immer mehr ab. Ihr einstiger Horror-Faktor schwand zusehends um schließlich mit der indiskutablen Abschlussepisode „Endgame“ von „Star Trek: Voyager“ auf einem nicht mehr messbaren Tiefpunkt anzukommen. Die Borg waren zu Witzfiguren, zu reinen Karikaturen geworden - Opfer ihrer vollkommenen Überbeanspruchung und immer unglaubwĂŒrdiger werdender EinfĂ€lle seitens der Autoren. Was fĂŒr eine Erleichterung, dass ich durch den Prequel-Charakter von Star Trek: Enterprise ohne völlige Zerstörung der KontinuitĂ€t keinen Besuch von ihnen erwarten musste. Ich war beruhigt. Äußerst beruhigt. Denn so viel Missachtung aller etablierter Fakten wĂŒrden die Produzenten nicht wagen... oder etwa doch?

Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“.
Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. - © UPN

Doch.

Regeneration gilt es auf zweierlei Arten zu betrachten. Zum einen als reine Action-Show ohne Sinn und Verstand, die - unabhÀngig von den Borg - auch mit jeder anderen bedrohlichen Spezies funktioniert hÀtte. Als zweites sollte man dann den KontinuitÀtsaspekt abklopfen - eine Angelegenheit, die sich dank der Vielzahl an Episoden zu diesem Thema gar nicht so einfach gestaltet.

Und um die laut schreiende Kritiker-Fraktion gleich zu Anfang zu beglĂŒcken, widme ich mich auch zuerst genau diesem zentralen Thema aller der meisten Anfeindungen gegen die Episode: dem Thema KontinuitĂ€t.

Was wissen wir bisher? Aufgelistet sind im Folgenden nur Borg-Episoden, die wichtige Infos zur Chronologie beinhalten und somit fĂŒr die Einordnung von „Regeneration“ erforderlich sind.

When Jean-Luc first met Mr. Borg

The Neutral Zone“: Es werden Außenposten am Rande der neutralen Zone durch eine fremde Macht zerstört. Die Verantwortlichen bleiben unbekannt. Als Sternzeit wird 41986.0 angegeben.

Q Who“: Q zeigt der Crew um Picard, was sie in KĂŒrze erwartet.

The Best of Both Worlds“: Wir erfahren, dass die Borg die Außenposten in „The Neutral Zone“ zerstört haben könnten. Kurz darauf bricht der erste große Kampf um die Erde los (die legendĂ€re Schlacht bei Wolf 359). Die Borg werden besiegt. Die Sternzeiten lauten 43989.1 und 44001.4 - also ein Jahr und zwei Monate nach der erzwungenen Begegnung durch Q. Als Jahreszahlen werden 2366 und 2367 gegeben. Somit spielt die Doppelfolge knapp zwei Jahre nach „The Neutral Zone“.

Star Trek - First Contact“: Bei Sternzeit 50893.5 kehren die Borg zurĂŒck, um einen neuen Versuch zur Assimilierung der Erde zu starten - knapp acht Jahre nach den Geschehnissen aus „Q Who“. Die Reise in die Vergangenheit fĂŒhrt die Crew um Picard zurĂŒck ins Jahr 2063. Also zu einem Zeitpunkt, circa neunzig Jahre vor dem Start der Serie „Star Trek: Enterprise“. Picard lĂ€sst hierbei eine Borg-SphĂ€re im Erd-Orbit abschießen. Weiteres ĂŒber deren Verbleib erfahren wir im Rahmen des Films nicht.

Meanwhile in the Delta-Quadrant

Dark Frontier“: Wir erfahren, dass Sevens Eltern, die Hansens, im Jahre 2355 aufbrachen, um die Borg zu erforschen. Sie wurden schließlich von diesen assimiliert. Die Realhandlung von „Dark Frontier“ spielt zu Sternzeit 52619.2 - also wiederum zwei Jahre nach dem zweiten Angriff der Borg aus „Star Trek: First Contact“. Das bedeutet ebenfalls eine Zeitspane von circa neun Jahren nach dem bisher bekannten „ersten“ Treffen aus „Q Who“. Damit ergibt sich, wie auch richtig in der Folge angegeben, dass „Dark Frontier“ knappe 20 Jahre nach „Q Who“ spielt und dass die Hansens zwischen ihrer Assimilierung 2355 und Sevens Befreiung 2373 ungefĂ€hr 18 Jahre in HĂ€nden der Borg waren. Auch mit Sevens Erscheinungsbild als Kind passen diese Daten zusammen.

Es bliebt die Frage, woher sie ĂŒberhaupt von den Borg wussten, wenn Picard erst im Jahre 2365, also zehn Jahre spĂ€ter von ihrer Existenz erfuhr. Beruhte ihre Mission auf streng geheimen Erkenntnissen, die man noch nicht einmal den wichtigsten FĂŒhrungsoffizieren der Flotte mitteilte?

Man konnte zu diesem Zeitpunkt von einem klaren Lapsus der Autoren von „Dark Frontier“ ausgehen...

Back and back and back to the future

Regeneration“: Die im Jahre 2063 durch Picard abgeschossene Borg-SphĂ€re wird nach knapp neunzig Jahren, genauer im Jahre 2153, in der Arktis gefunden. Die noch funktionierenden Drohnen ĂŒbernehmen ein Erden-Shuttle und starten Richtung Heimat. Sie werden von Archer und Co. gestoppt und senden im letzten Moment eine Subraum-Botschaft, die circa 200 Jahre bis in den Delta-Quadranten brauchen wird. Archer nimmt (richtigerweise) an, dass die Invasion der Erde unter UmstĂ€nden nur aufgeschoben wurde. Nebenbei erfahren wird, dass Zephram Cochrane bei zumindest einer Gelegenheit von den Ereignissen rund um den ersten Warpflug berichtet hatte - als bekannter SĂ€ufer und Spinner wurden seine Geschichten ĂŒber zeitreisende Cyborgs und die ebenfalls zeitreisenden Retter jedoch nicht allzu ernst genommen...

Was sollen uns all diese Fakten aber nun sagen? Los geht's - diesmal aber bitte chronologisch...

Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“.
Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. - © UPN

Von Adam bis Eve

Picard schießt im Jahre 2063 wĂ€hrend einer Zeitreise in die Vergangenheit eine Borg-SphĂ€re im Erdorbit ab. Die Überreste landen in der Antarktis und bleiben 90 Jahre unentdeckt. Sie werden schließlich im Jahre 2153 durch Wissenschaftler gefunden. Die Borg fliehen von der Erde in einem assimilierten Shuttle. Archer zerstört die Borg und ihr assimiliertes Schiff, kann aber eine Subraumbotschaft Richtung Delta-Quadrant nicht verhindern. Diese wird knappe 200 Jahre unterwegs sein.

Die Borg erhalten irgendwann um 2353 (plus/minus x) die Nachricht mit den Koordinaten der Erde. Sie starten (vermutlich) ein Schiff (SpĂ€hmission?) und zerstören circa um 2364 erste Außenposten am Rand der neutralen Zone. 

Im Jahr 2355 brechen die Hansens auf eine geheime Mission auf, die mögliche Bedrohung durch die Borg (die ja schließlich 200 Jahre lang ĂŒberliefert wurde!) zu untersuchen und werden bei diesem Versuch schließlich assimiliert. Die Sternenflotte erfĂ€hrt nie, was sie herausgefunden haben. Möglicherweise studierten sie genau das Schiff, welches sich gerade auf dem Weg Befand, erste Außenposten zu zerstören...

Im Jahre 2365 befördert Q (absichtlich und in dem Wissen um die tödliche Bedrohung) Picards Crew in den Delta-Quadranten und gibt ihr einen Vorgeschmack auf das, was da auf sie zukommt. Die Crew der Enterprise hat noch nie etwas von den Borg gehört - kein KunststĂŒck: ihr Flug in die Vergangenheit, der deren Interesse ĂŒberhaupt auslöst, ist in ihrer Zeitlinie noch nicht geschehen. Hier hilft: Augenbraue hochziehen und keinen Kopfschmerz riskieren.

2366 bis 2367 folgt dann die Schlacht bei Wolf 359. Die Borg werden zum ersten Mal besiegt.

Im Jahr 2373 kehren die Borg zurĂŒck - sie planen die Menschheit in der Vergangenheit zu assimilieren und reisen ins Jahr 2063 zurĂŒck. Dort schießt Picard eine SphĂ€re im Erdorbit ab...

Uff.

Das war hart, hat aber zumindest einiges klĂ€ren können. Zum Beispiel, dass ich endlich weiß, warum Janeway von Zeitparadoxien immer Kopfschmerzen bekam. Es ist die alte Geschichte von der Henne und dem Ei - was war zuerst da? Eines möchte ich auf jeden Fall hervorheben: Mike Sussman und Phyllis Strong haben es hervorragend verstanden, bestehende LĂŒcken in der bisherigen Borg-Logik aufzufĂŒllen und ein nicht zu klĂ€rendes Zeitparadoxon zu erschaffen, dass man nie angreifen, aber auch nie vollends verstehen kann.

Wir wissen nun, dass zumindest Teile der Sternenflotte von der Gefahr wussten (dank Archers Zusammentreffen...), dass man das Wissen nicht vollstĂ€ndig ignorierte und mit den Hansens einen Versuch startete, der Sache auf den Grund zu gehen, und dass Picards Taten wĂ€hrend seiner Zeitreise ins Jahr 2063 scheinbar erst zu alledem fĂŒhrten - fertig ist das lustige Paradoxon. Viel Spaß beim Rotieren. NebensĂ€chlich, aber erwĂ€hnenswert (weil immer wieder thematisiert) ist, dass es mir durchaus nachvollziehbar erscheint, dass ein Vorfall wie der unter Archers Kommando in 200 Jahren nicht mehr das Gewicht besitzt, das man annehmen sollte. Der Fall wurde einfach zu den (geheimen) Akten gelegt und erst spĂ€ter wieder aufgegriffen. Ich vermute, dass man im Verlauf der Zeit die mögliche Gefahr schlicht nicht richtig eingeschĂ€tzt hat. Deshalb nur dieser halbherzige Versuch mit der Mission der Hansen-Familie.

Fazit zur KontinuitĂ€t: wenn man so wenig MĂŒhen scheut, Fehler der Vergangenheit, beziehungsweise anderer Autoren auszubĂŒgeln, muss man einfach gratulieren. Wenn dann auch noch eine (innerhalb der Logik des Paradoxons) stimmige Handlung dabei herauskommt - tja, dann darf man einfach mal das Hirn abschalten und sich solche endlosen Abhandlungen eigentlich sparen. Doch dafĂŒr ist es nun zu spĂ€t.

Ist die Folge denn nun eigentlich gut?

Doch nach diesem anstrengenden Exkurs kommen wir nun endlich zu der Besprechung, die Regeneration wirklich verdient. Ein PrĂ€dikat nĂ€mlich konnte sich „Star Trek: Enterprise“ bisher wirklich selten verdienen - zum NĂ€gelkauen spannende Folgen zu prĂ€sentieren. Nun aber, ausgerechnet mit den kybernetischen Lachnummern aus der miefigsten „Trek“-Mottenkiste, gelingt dieses KunststĂŒck in Perfektion. Die ersten 15 Minuten sind die beste Hommage-Sammlung, die je eine „Trek“-Serie produziert hat. Die AtmosphĂ€re im arktischen Camp lĂ€sst schönste Gedanken an die fantastische The X-Files-Episode „Ice“ aufkommen. Die herumliegenden - und vermeintlich leblosen - Borg-Körper kopieren das Feeling aus dem dĂ€nischen Original von „Nightwatch“. In der Kombination ergibt das eine fesselnde, beklemmende und endlich einmal wieder furchteinflĂ¶ĂŸende Schreckensvision mit Beteiligung der Borg. 

Der Moment, als das borgifizierte Shuttle auftaucht, ist atemberaubend. Hier gewinnt diese Rasse endlich ihren Stellenwert als Vorzeige-Gefahr zurĂŒck. Fast noch besser gelungen ist in diesem Zusammenhang die spĂ€ter zu sehende Weiterentwicklung des Schiffes. Mehr als unterstĂŒtzt wird diese AtmosphĂ€re durch einen absolut herausragenden Score von Neuzugang Brian Tyler. Dieser brachte mich schon mit seinem Debut „Canamar“ im positiven Sinne in Rage. Endlich bekommt eine „Trek“-Inkarnation wirkliche Vorzeige-Musik - ein Bereich, in dem „Star Trek“ viel zu lange in farblosen Fahrstuhlmusikendlosschleifen sein Dasein fristete. Danke!

Die Schauspielerleistungen sind ĂŒber jeden Verdacht erhaben - wenngleich Jolene Blalock erneut keine allzu ausgewogene Darstellung heraufbeschwört. Aber das nur am Rande. Effekte, Tricks und Kulissen sind jedoch wieder absolut auf der Höhe - optisch betrachtet fĂŒr die Zeit der Ausstrahlung eine konkurrenzlose Serie und auch heute noch klasse. 

Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“.
Szenenbild aus der „Star Trek: Enterprise“-Episode „Regeneration“. - © UPN

Was die Story angeht, nun - Borg-Geschichten konnten nie durch inhaltsschwere und besonders niveauvolle Ideen glĂ€nzen. Sie waren immer das Mittel zum Zweck. Das Ă€ndert sich auch bei „Regeneration“ nicht, wird aber durch oben ausgefĂŒhrte KontinuitĂ€tswahrung clever ausgefĂŒhrt. Einziges deutliches Manko ist die Szene, in der Archer und Reed auf dem Shuttle circa sieben Borg töten, bevor diese sich anpassen können. Das steht nicht nur im Wiederspruch zu allen bisherigen Folgen, sondern auch zu dieser Episode selbst. Hier wĂ€re eine Szene ohne diesen gehĂ€uften direkten Kontakt und mit weniger Schießerei glaubhafter gewesen. Außerdem handelt es sich damit um einen  dummen, offensichtlichen und vermeidbaren Fehler - so etwas tut immer besonders weh.

ZusĂ€tzlich hatte ich nach „Cogenitor“ ja auf eine WeiterfĂŒhrung der Spannungen zwischen Trip und Archer gehofft. Diese halte ich weiterhin fĂŒr notwendig, kann aber verschmerzen, dass in einer solchen Krisensituation die militĂ€rische Disziplin dominiert und keine Auswirkungen zu spĂŒren sind. Man wird sehen, was in diesem Zusammenhang noch passiert.

Was bleibt noch zu sagen?

Ich wollte die Borg niemals in „Star Trek: Enterprise“ sehen mĂŒssen. Wenn jedoch ein solch furioses Feuerwerk herauskommt, das Horror, Action, Humor, schlaue Dialoge, amĂŒsante Anekdoten, perfekte Schauwerte und einen unfassbar guten Score vereint - dann bin ich gerne bereit, meine Meinung zu Ă€ndern. Ich leiste hiermit Abbitte, freue mich ĂŒber 45 Minuten tolles Fernsehen und verbleibe dennoch - wie sollte es anders sein - in der Hoffnung, nun aber wirklich zum letzten Mal einen der ollen Rohrenköppe gesehen zu haben...

Gib dem Kind einen Namen

Regeneration“ ist ein durchaus gelungener, wenn auch wie immer arg reduzierter Titel. Der schleichende Horror, der sich in den ersten Minuten aufbaut, lĂ€sst das Wort an sich aber in einem sehr passenden Licht erscheinen. Auf Deutsch erneut 1:1 ĂŒbersetzt. Keine Probleme hier, außer, dass es im Deutschen naturgemĂ€ĂŸ holpriger klingt.

Fazit

Die Borg sind zurĂŒck - und sie rĂ€umen mit allen Vorurteilen auf. So clever und spannend geschrieben kann keiner etwas gegen die Vampire aus der „Trek“-Vergangenheit einzuwenden haben. Action, Tricks, Suspense, Schauwerte - so laut und gut darf „Star Trek“ manchmal gerne sein. Ein klasse LehrstĂŒck in Sachen Popcorn-„Trek“!

Verfasser: Felix Böhme am Sonntag, 14. Juni 2015
Episode
Staffel 2, Episode 23
(Star Trek: Enterprise 2x23)
Titel der Episode im Original
Regeneration
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 7. Mai 2003 (UPN)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 13. November 2004
Autoren
Michael Sussman, Phyllis Strong
Regisseur
David Livingston

Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 2x23

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?