Star Trek: Enterprise 2x03

Was erwartet uns?
Die Enterprise fliegt mitten in ein riesiges Minenfeld. Als Reed gezwungen ist, an der äußeren Schiffshülle eine Mine zu entschärfen, gerät er in Lebensgefahr und ist auf die Hilfe von Captain Archer angewiesen...
Dies & das
- Romulanische Schiffe besitzen auch hier schon eine Tarntechnologie.
- Das vulkanische Oberkommando hatte noch keinen direkten Kontakt mit den Romulanern.
- Lieutenant Reed (Dominic Keating) leidet an Aquaphopie - genauer an der Angst vor dem Ertrinken. Dieser Umstand brachte ihn dazu, nicht wie seine Vorfahren zur British Royal Navy zu gehen.
- Neu-Autor John Shiban war früher zum Beispiel für Akte X tätig und für einige gute Episoden verantwortlich.
Der Schiffskoch heißt offenbar Hannibal
„I would consider letting you amputate, but if chef got hold of it, he'd be serving 'roast Reed' for Sunday dinner.“ (Reed)
Shiban soll es richten
Da ist sie nun also: die erste Arbeit des langjährigen X-Files-Produzenten und Autoren John Shiban. Schon kurz nach seiner Ernennung von Dauernörglern zum potentiellen Messias und Retter der Serie ernannt, baute sich eine riesige
Erwartungshaltung auf, der er natürlich weder hier noch später jemals gerecht wurde.
Und tatsächlich ist sein erstes Stück Star Trek nicht mehr als eine konventionelle Charakterepisode, angereichert mit guten Dialogen und starken Effekten. Allerdings eben auch nicht weniger. Die Episode hätte genauso gut von jedem anderen Autor der Serie oder gar von den Produzenten Berman & Braga stammen können. Mag kein Lob sein, ist aber leider Fakt. Ob das am Ende des Tages nun gut oder schlecht ist, mag natürlich jeder selbst entscheiden - ich vermute, dass Shiban zuerst einmal den Weg der "Mitte" gewählt hat und eine unauffällige, aber doch starke Episode einem abgehobenen Konstrukt vorzog. Eine verständliche Wahl.
Nur mal kurz den Reed retten
Die Berührungspunkte mit Shuttlepod One sind dabei jedoch augenfällig. Zwei Crewmitglieder, die sich privat bisher wenig miteinander beschäftigt haben in einer schier ausweglosen Situation. Einer der beiden ist erneut der fatalistische Reed, der diesmal in Lebensgefahr genau das tun möchte, was er dem vom Rang eher Gleichgestellten Tucker (Connor Trinneer) damals verbot - selbst den Stecker zu ziehen. Doch sein Pendant und Captain Jonathan Archer (Scott Bakula) hindert ihn (natürlich) daran - eine leichte Widersprüchlichkeit des Briten übrigens, da man meinen sollte, Reed hätte aus Tuckers Verhalten und Aussagen gelernt und seinen vorschnellen Pessimismus etwas eingestampft. Vielleicht war es aber auch nur die besondere Situation: Außenhülle, Todesangst, Vorgesetzter in seiner Nähe - wer weiß.
Das Verhältnis zwischen den beiden Protagonisten der Episode wird auch sonst auf eine recht verschrobene Art und Weise dargestellt. Beide scheinen sich unwohl miteinander zu fühlen; das steife Frühstück zu Beginn spricht Bände. Archer wollte sich anscheinend bemühen, sein "Phantom" an Bord besser kennenzulernen - Reed jedoch kann sich in des Captains Gegenwart gar nicht entspannen oder gar öffnen. Ob das gemeinsame Erlebnis diese emotionale Verspannung lösen kann, bleibt abzuwarten.
Hier beweist Shiban jedoch ein gutes Gespür für die Charaktere. Ein Plus, das sicher einer guten Vorbereitung zu verdanken ist.
Hervorzuheben an Minefield ist in jedem Fall, dass Shiban eine recht schlicht gestrickte Episode abgeliefert hat, deren Einfachheit aber nicht zwangsläufig störend wirkt. Erst bei näherer Beschäftigung fällt auf, dass es kaum Ansatzpunkte für Lob oder Kritik oder sogar eine spezielle Behandlung gibt.

- Das Minenfeld bleibt, was es ist - ein Gimmick, um die Handlung voranzubringen.
- Reed und Archer werden zu ihrem Glück gezwungen und überstehen die schwierige Situation gemeinsam.
- Mayweather (Anthony Montgomery) darf das Schiff mit einem Joystick (hahaha - schon in Star Trek: Insurrection nicht gelacht…) und hochkonzentriertem Gesichtsausdruck durch das Feld manövrieren.
- Die Vorrichtung aus Shockwave, Part II zum Sichtbarmachen getarnter Objekte wird wiederbenutzt - eine gute Idee, die aber in Zukunft auch Stories kosten könnte ... Es sei denn, das Stück Technik wird in Kürze (leider) zerstört. Oder vergessen.
- Und - tja - die Romulaner haben ihren ersten Auftritt. Jedoch nur über Funk und in Form ihrer - zumindest sehr schön gestalteten - Schiffe. Man hätte sie jedoch nicht vermisst. Sie kommen, drohen, gehen, kommen zurück, drohen mehr, gehen - und so geht es weiter. Als Appetizer für eine weitere Behandlung gut geeignet, dem Hype im Vorfeld jedoch in keiner Weise angemessen.
Das sollte den Inhalt der Folge bereits abdecken ohne sie oder den Autor zu beleidigen.
Die Schauspielleistungen sind gut, die Effekte wie so oft überzeugend und die Musikuntermalung stimmig. Eine Empfehlung ist mir Minefield also wert, wenn sie auch vermutlich niemanden, der die Serie hier austestet, absolut zum Weiterschauen anregt.
Der Schaden, den die Enterprise davonträgt, ist katastrophal. Oder erscheint zumindest so. Zwar ist niemand dabei ums Leben gekommen, aber weitreichende Auswirkungen müssen hier bedacht werden.
In Star Trek: Voyager hätte man in der darauffolgenden Woche nichts mehr von den Beschädigungen gesehen oder je wieder gehört. Sollte das hier auch passieren, wäre es ein Indikator für die Blickrichtung der Produzenten. Ich denke aber - den Spoilern nach zu urteilen - dass uns eine Art Weiterführung der Story bereits nächste Woche erwartet.
Gib dem Kind einen Namen
Die Crew trifft auf ein Minenfeld und die Episode heißt *gäääähn*.... im Deutschen bekommen wir gar noch einen Artikel spendiert. Immerhin den Richtigen. Heureka.
Fazit
Minefield ist eine Folge, die durchaus unterhält, bei näherer Betrachtung jedoch etwas simpel gestrickt erscheint. Immerhin liefert sie aber die Basis für eine möglicherweise interessante Fortführung.
Verfasser: Tim Krüger am Samstag, 18. April 2015(Star Trek: Enterprise 2x03)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 2x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?