Star Trek: Enterprise 1x25

Was erwartet uns?
Archer beschließt, so viele Ressourcen wie möglich zu verkaufen, um seiner Crew davon einen Urlaub auf Risa zu ermöglichen, dem auch zu dieser Zeit schon beliebten Vergnügungsplaneten. Leider reicht es jedoch nur für die Hälfe der Besatzung. Auf Risa angekommen erleben Archer und Porthos, Hoshi, Mayweather sowie Reed und Trip unabhängig voneinander einige Abenteuer...
Dies & das
- Michael Dorn (Worf) führte bei dieser Episode Regie.
- Die Folge beschert uns nicht nur ein Wiedersehen mit dem aus Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine bekannten Planeten Risa - auch die aus Strange New World und Dear Doctor bekannte Elizabeth Cutler (die inzwischen leider verstorbene Kellie Waymire) ist wieder mit von der Partie.
- Dey Young (Keyla) spielte bereits Arissa in Star Trek: Deep Space Nine (A Simple Investigation) und Hannah Bates in Star Trek: The Next Generation (The Masterpiece Society).
- Der Rüde Prada ist hier das letzte Mal als Porthos zu sehen - es übernahm ab diesem Zeitpunkt Hündin Breezy.
Starke Worte
T'Pol: „Captain, you need a vacation.“
Travis: „Have you ever been to an alien hospital?“
T'Pol: „Yes. In San Francisco.“
Trip: „What about you, Hoshi? Do anything constructive?“
Hoshi: „As a matter of fact, I learned several new conjugations.“
Reed: „You were willing to follow two aliens into a basement!“
Trip: „Gorgeous aliens! Remember, they were gorgeous!“
Reed: „They were male!“
Trip: „Not at first!“
Comedy!
Eines muss ich vorab gestehen: So sehr ich alle „Star Trek“-Serien als Science-Fiction-Serien schätze, so sehr haben mir dennoch stets gerade die etwas anderen, familiären Comedy-Episoden Freude bereitet. Sind einem die Charaktere erst einmal ans Herz gewachsen, sind es genau diese Momente, die viel zur Qualität einer Serie beitragen.

Als gute bis herausragende Beispiele sind unter anderem sicherlich zu nennen: Elementary, Dear Data, Family oder Data's Day aus Star Trek: The Next Generation; Fascination, Explorers, Our Man Bashir, Looking for par'Mach in All the Wrong Places, Trials and Tribble-ations, His Way, Take Me Out to the Holosuite und Badda-Bing Badda-Bang aus Star Trek: Deep Space Nine; Bride Of Chaotica!, Someone to Watch Over Me, 11:59, Tinker Tenor Doctor Spy, Virtuoso oder Author, Author aus Star Trek: Voyager sowie der bisherige serieneigene Versuch Shuttlepod One.
Endlich Urlaub
Nun kommt es also doch noch zum ersten Ausflug der NX-01 zum Vergnügungsplaneten Risa. Schon in Fallen Hero begann die Reise (und die Vorfreude), wurde jedoch durch die Mission um die vulkanische Botschafterin V'Lar jäh unterbrochen. Auch in Desert Crossing war man in Gedanken schon im Urlaub, als der Zwischenfall um Zobrals Freiheitskämpfer dazwischen kam. Archer (Scott Bakula) und Co. haben es sich also redlich verdient, ein wenig auszuspannen...
Dass nicht alles nach Plan laufen würde, dürfte jedem von vorneherein klar sein. Wie sich die Dinge entwickeln, überrascht dann aber doch - und macht durchweg Spaß. Die Verteilung der Handlung auf vier verschiedene Schauplätze und Personen (Archer/Porthos und die Frau von nebenan, Trip (Connor Trinneer) und Reed (Dominic Keating) und die klischeehafte Suche nach „Gesellschaft“, Hoshi (Linda Park) und ihre ungeplante Begegnung mit einem Fremden, T'Pol (Jolene Blalock), Cutler, Phlox (John Billingsley) und später Mayweather (Anthony Montgomery) auf dem Schiff) ergibt Sinn und wird auch durchgängig gut gelöst. Es ergeben sich vier völlig eigenständige Situationen und Geschichten, die alle zu überzeugen und zu amüsieren wissen.
Archer, der eigentlich auf dem Schiff bleiben wollte, um einen Platz für ein anderes Crewmitglied freizumachen, bekommt dabei den ernsthaftesten Teil ab - seine Bekanntschaft stellt sich als Tandaranerin heraus, die Informationen über die Cabal sammeln will. Die Verbindung zu den Geschehnissen aus Detained und die Erwähnung von Colonel Grat tragen erneut zur Kontinuität der Serie bei. Seit Wochen schon werden geschickt kleine Handlungsstränge verwoben. Wenn das erst der Anfang ist und Berman & Braga dieses Vorgehen noch ausbauen wollen, erwartet uns noch einiges. Anzumerken ist noch, dass Archer von T'Pol die Lehren des Surak als kleines Urlaubsgeschenk mitbekommt. Wirklich eine süße Idee.

Trip und Reed erhalten nach „Shuttlepod One“ erneut Gelegenheit, ihre aufkeimende Freundschaft zu pflegen. Wie echte Kerle nun einmal sind, suchen sie die nächstbeste Diskothek auf, um zwei passende Frauen für ein kurzes Abenteuer zu finden. Hier zeigt sich zum zweiten Mal, was für ein interessanter Charakter der schüchterne Waffenoffizier ist: auf dem Schiff der unnahbare, steife Brite, dagegen in Begleitung von Trip und mit einigen Drinks intus ein kleiner Draufgänger - perfekte Charakterisierung und perfektes Spiel.
Gemein nur, dass die beiden zum Schluss wieder kein Glück haben und in Unterwäsche gefesselt im Keller landen, nachdem zwei Gestaltwandler sich ihnen als attraktive Beute präsentiert hatten... Dennoch: diese Kombination wird noch für viele gute Stories gut sein!
Mehr Glück in der Liebe haben bekanntlich die, die nicht danach streben - Hoshi will eigentlich nur mal wieder ohne den Universalübersetzer mit neuen Spezies kommunizieren und lernt dabei einen mysteriösen Fremden kennen. Dass ausgerechnet sie am nächsten Morgen neben diesem jungen Mann im Bett aufwacht, ist dann doch eine Überraschung - es passt aber auch sehr gut ins Bild. Die sympathische Japanerin hat während des ersten Jahres schon viel von ihrer Furcht und Unsicherheit verloren - es sei ihr gegönnt.
Der vierte Handlungsstrang entwickelt sich erst nach und nach - Mayweather, der eine Bergtour geplant hatte (die wir leider nicht zu sehen bekommen), verletzt sich und kommt an Bord zurück. Jedoch befindet sich Dr. Phlox im lange angekündigten Winterschlaf (erwähnt in der Episode Dear Doctor) und soll für 48 Stunden schlafen. Als Komplikationen bei Mayweather auftreten, müssen T'Pol und Cutler ihn jedoch wecken. Was darauf folgt, ist die vielleicht lustigste „Trek“-Szene aller Zeiten. John Billingsley scheint es sichtlich Spaß zu machen, den kauzigen Doktor von seiner schrillsten Seite zu zeigen - und er spielt dabei alle an die Wand. Seine Darstellung ist so dermaßen überzeichnet, dass man sie wohl entweder hasst oder liebt. Ich persönlich freue mich darüber, dass er so komplett anders auftritt - beim nächsten Mal werden T'Pol und Cutler wohl eher selber Hand anlegen, bevor sie es riskieren, ihn noch einmal zu früh zu wecken...

Klar - Two Days and Two Nights ist kein intellektuelles Highlight - aber wer braucht so etwas jede Woche? Die hier gezeigten Geschichten würden alleine natürlich keine Episode tragen, in der Kombination machen sie jedoch einfach Spaß. Die Crew besteht aus echten Menschen mit Wünschen, Sorgen und Bedürfnissen. Und mit Fehlern. Hier kann man definitiv ein Kompliment aussprechen, denn diesem Anspruch ist die Serie bisher gerecht geworden (wenn auch nicht immer in vollem Umfang - man denke an Archers Sprunghaftigkeit).
Die Mischung in der ersten Staffel hat teilweise schon gestimmt, und mit dieser Episode bekommt sie nun auch ihren Comedyhöhepunkt. Ich fühlte mich blendend unterhalten und reihe diese 45 Minuten weit oben in meine ewige „Trek“-Bestenliste der „kleinen Episoden“ ein - danke!
Gib dem Kind einen Namen
„Two Days and two Nights“ ist ein wirklich süßer und ausgefallener Titel (wenn auch dezent geklaut), der bestens zur Episode passt. Mehr davon bitte!
„Zwei Tage auf Risa“ heißt das Ganze auf Deutsch. Wahrscheinlich wollte man den Planeten Risa gerne erwähnen - das ist durchaus okay. Dennoch fehlen mir die gerade in der Handlung entscheidenden Nächte.
Fazit
Humor und Herz bis zum Abwinken - wer solche Episoden mag, kommt voll auf seine Kosten. Billingsley ist eine Offenbarung, und auch alle anderen wissen zu begeistern. Ein ganz starkes Stück lockere Unterhaltung!
Verfasser: Felix Böhme am Sonntag, 8. Februar 2015(Star Trek: Enterprise 1x25)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 1x25
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?