Star Trek: Enterprise 1x17

Was erwartet uns?
Es kommt zu einer Begegnung mit abtrĂŒnnigen, emotionalen Vulkaniern, die pure Logik ablehnen und eine andere Seite des vulkanischen Lebens erforschen wollen. Das stĂŒrzt T'Pol in einen Konflikt, in dem sie entscheiden muss, ob sie diese Denkweise ablehnt oder ob sie ihr vielleicht gar nicht so sehr missfĂ€llt...
Dies & das
- Die hier gezeigten Vulkanier versuchen, eine Balance zwischen Emotionen und Logik zu finden.
- Der âMind-Meldâ existiert in der vulkanischen Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt nicht. Â
- Ein Drittel der Crew der Enterprise besteht aus Frauen. Â
- HĂ€hnchen Masala wird als eines von Chefs Geheimrezepten bezeichnet. Â
- T'Pol (Jolene Blalock) trinkt anscheinend gerne Pfefferminztee. Â
- T'Pol war zwei Jahre auf der Erde - und ist nun schon sieben Monate auf der Enterprise. Â
- AuĂerdem wird ĂŒber sie gesagt, dass sie einmal tĂ€glich meditiert. Â
- T'Pol erfĂ€hrt zum ersten Mal den âMind-Meldâ. Â
- Archer (Scott Bakula) nennt seine Crew die âfeinste in der Sternenflotteâ. Â
- Der Schauspieler Robert Pine (Tavin) ist der Vater von Chris Pine (Kirk in den neuen Filmen).
Starke Worte
Kov: „Vulcan males are driven to mate every 7 years...“
Trip:Â „7 years?!?!“
Reed:Â „Frightening!“Â
Â
T'Pol:Â „I felt... invigorated.“
Tolaris: „Emotion? You felt emotion?“
T'Pol: „Briefly...“
T'Pol: „From the library of Admiral âJonny Archerâ?“
Archer: „I had high hopes when I was a kid.“

Vulcans with a smile
Mit dieser Episode kehrt Star Trek: Enterprise wieder zurĂŒck zum beliebten Vulkanier-Thema, welches ja bereits in The Andorian Incident, Breaking the Ice und Shadows of P'Jem ausfĂŒhrlich thematisiert worden war. Diesmal prĂ€sentiert man uns jedoch eine völlig andere Art. Die Crew des Raumschiffs namens Vahklas besteht aus einer Gruppe AbtrĂŒnniger, die versuchen, auf der Grundlage einer anderen Interpretation der Lehren Suraks eine Balance zwischen Logik und Emotionen herzustellen. Ein Spagat, der ihnen augenscheinlich ganz gut gelingt.
Interessant hierbei ist, dass der uns gut bekannte âMind-Meldâ in dieser Zeit kein Bestandteil der vulkanischen Kultur zu sein scheint. Selbst T'Pol (Jolene Blalock) ist das Konzept unbekannt. Das fĂŒhrt natĂŒrlich zur Frage, wie es in den folgenden Jahrzehnten dazu kommen wird, dass die Vulkanier an den uns bekannten Punkt der Geschichte gelangen werden.
Der AufhĂ€nger der Story - das ĂŒbliche âWir helfen euch gerne bei euren Reparaturenâ - ist erneut nicht sehr innovativ, dient aber in diesem Falle der Story auf angemessene Weise. Schnell entwickeln sich zwei Konfliktherde, wobei der eine eher dahinplĂ€tschernder Natur ist (Trip, Kov und dessen sterbender Vater), der andere jedoch emotional ans Eingemachte geht (T'Pol und Tolaris).
Die Story um den etwas unförmigen Kov (John Harrington Bland) (endlich mal ein korpulenter Vulkanier!), seinen sterbenden Vater, den er jahrelang wegen seiner Einstellung nicht mehr gesprochen hat, und seine aufkeimende Freundschaft zu Trip (Connor Trinneer) ist, platt ausgedrĂŒckt, ânettâ, aber sicherlich kein emotionales Highlight. Dennoch passt es sich in die Rahmenhandlung der (freiwillig) AusgestoĂenen sehr gut ein und beschert uns einen weiteren Kurzauftritt des immer willkommenen Admiral Forrest (Vaughn Armstrong).
Die Tatsache, dass Kov am Ende seinen Vater dann doch kontaktiert und somit alles wieder gut ist, mutet natĂŒrlich recht gefĂ€llig an (und lĂ€sst mich fast auf das obligatorische Abschlussdinner mit Wunderkerzen an Bord der MS Deutschland warten). Es kann aber nicht wirklich stören, da sich die Episode sowieso fast ausschlieĂlich auf T'Pols inneren Konflikt konzentriert und, wenn ĂŒberhaupt, damit zu punkten gedenkt.

Seven Redux
Ich frage mich inzwischen aber wirklich, was die Produzenten mit der (fĂŒr Vulkanier) noch recht jungen Dame vorhaben. Momentan wirkt es so, als sollte sie in etwa den gleichen Weg einschlagen wie Seven of Nine (Jeri Ryan aus Star Trek: Voyager) - weg vom unterkĂŒhlt logischen, hin zur gesteigerten EmotionalitĂ€t. Ob das jedoch eine gute Idee ist? Klar war die Entwicklung Sevens hochinteressant geschrieben und gespielt, aber T'Pol ist durch ihren dĂ€mlichen Catsuit schon so stark an die oft herbe Ex-Borg angelehnt, dass eine solch wenig originelle Verfahrensweise wirklich nicht ratsam ist. FĂŒr eine Vulkanierin mag es ja etwas RevolutionĂ€res sein - fĂŒr den TV-Zuschauer ist es allerdings völlig egal, ob eine Borg menschlicher wird oder eine Vulkanierin, ein Hirogen oder eine phladrolinische Stubenfledermaus...
Nicht, dass man das jetzt falsch versteht - ich möchte einfach nicht schon wieder das gleiche aufgetischt bekommen wie jahrelang mit Seven und vor allem auch noch mit dem Holodoc (Robert Picardo)! Aber wer weiĂ schon, was Berman & Braga vorhaben? Wir werden abwarten mĂŒssen.
Manchmal muss okay eben ausreichen
In den BeschrĂ€nkungen ihrer Story funktioniert Fusion auf jeden Fall sehr annehmbar. Jolene Blalock liefert ihre beste Performance bisher ab und die Gaststars können ebenfalls durchweg ĂŒberzeugen. Die RĂŒckblende zu einer neugierigen T'Pol in San Francisco ist originell, wird jedoch durch die völlig absurde Jazz-Untermalung etwas gestört. Hierbei könnte ich mir nur vorstellen, dass man die Faszination einfangen wollte, die Jazz bei T'Pol aufgrund ihrer mathematischen Kenntnisse auslöst. Oder eben style over substance im Zweifelsfall.
Zu den glatten Minuspunkten zĂ€hlen weiterhin die BrĂŒcke des vulkanischen Schiffes, die wie eine minimale Neubearbeitung der BrĂŒcke aus Unexpected aussieht und der mir persönlich viel zu unsympathische, dĂ€monisch grinsende Tolaris. Glanzpunkt, zumindest schauspielerisch, ist die „Mind-Meld“-Szene, die in ihrer BrutalitĂ€t nicht zu ĂŒberbieten ist - wobei auch hier die immer quietschiger werdende Musik alles auseinanderreiĂt. Schade.

Gib dem Kind einen Namen
Fusion ist leider erneut wenig originell oder spektakulĂ€r - mir ist dezent zwar lieber als reiĂerisch, aber Star Trek: Enterprise neigt bisher doch zu sehr simplen Titeln. „Fusion“ steht natĂŒrlich fĂŒr die wörtlich ĂŒbersetzte âVerschmelzungâ zwischen T'Pol und den anderen Vulkaniern - ebenfalls könnte man es auf die AnnĂ€herung zwischen Archer und seiner Crew und T'Pol und allen anderen Vulkaniern beziehen.
Fazit
Insgesamt bleibt eine interessante Charakterfolge, die jedoch in einigen FĂ€llen die falschen Entscheidungen trifft und somit auch nur bedingt ĂŒberzeugen kann. Der befremdliche psychologische Ansatz kann sich nicht wirklich entscheiden, ob er eine banale Idee durch Verwirrung zu retten versucht oder gerade durch seinen Tiefsinn Anlass zu Diskussionen geben sollte. Eine kleine, nicht unbedeutende Folge, die zwar erneut den Eindruck eines FĂŒllers hinterlĂ€sst, zumindest aber konsequenter und durchdachter daherkommt als die in der Summe qualitativ vergleichbare VorgĂ€ngerfolge „Shadows of P'Jem“.
Verfasser: Felix Böhme am Sonntag, 11. Januar 2015(Star Trek: Enterprise 1x17)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Enterprise 1x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?