Yellowstone 5x10

© Paramount Network
Vorher und nachher
Sechs Wochen vor dem Tod John Duttons (bekanntlich nicht mehr dabei: Kevin Costner) erleben die Yellowstone-Cowboys um Walker (Ryan Bingham, „Crazy Heart“) und Teeter (Jennifer Landon, FBI: Most Wanted) unter Rip (Cole Hauser, „Acts of Violence“) auf der 6666 Ranch in Texas einen ebenso gefährlichen wie unfreiwillig komischen Moment. Sie müssen erkennen, dass sie ihr Zeltlager in der Nähe eines Klapperschlangen-Nests aufgeschlagen haben.
Beth (Kelly Reilly, Black Box) stattet ihrem Mann einen Überraschungsbesuch auf der Ranch ab und die beiden erleben letzte unbeschwerte Momente in einem Hotel nahe der Ranch.
Kacey (Luke Grimes, „Fifty Shades of Grey“), Monica (Kelsey Asbille, One Tree Hill) und Tate (Brecken Merrill, „Lifeline“) renovieren derweil ihr neues Familienheim.
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Das Leben geht weiter
In der Gegenwart versuchen die Duttons auf höchst unterschiedliche Weise, mit dem Tod des Patriarchen fertig zu werden. Während sich Rip und Cowboy Lloyd (Stuntman und Rodeoreiter Forrie J. Smith, „Midnight, Texas“) sich über das Fortbestehen der Ranch Gedanken machen, setzt Beth als erstes Umweltschützerin Summer Higgins (Piper Perabo, „Notorious“) vor die Tür. Deren angeblicher Hausarrest erweist sich zudem als Finte John Duttons. Rip kümmert sich für seine Verhältnisse außerordentlich feinfühlig um Adoptivsohn Carter (Finn Little, „Storm Boy“), der den Tod seines großen Vorbildes nur schwer verkraftet. Kacey wiederum spricht mit Tate über Leben und Tod.
Glühende Racheschwüre
Jamie (Wes Bentley, American Horror Story) hingegen gibt sich nach wie vor als trauerndes drittes Kind, obwohl er die Wahrheit hinter dem Tod seines Adoptivvaters kennt. Beth konfrontiert ihn offen mit ihrem Verdacht, John ermordet zu haben und sieht sich durch seine Reaktion bestätigt. Sie schwört ihm, ihn zu töten. Dann geht sie handgreiflich auf Sarah Atwood (Dawn Olivieri, House of Lies) los, die gemeinsam mit ihrem Adjutanten Ellis (John Emmet Tracy, Batwoman) in Jamies Büro kommt.
Nachdem Beth gegangen ist, sprechen sie über ihr weiteres Vorgehen. Hierzu gehört unter anderem die Kandidatur Jamies als neuer Gouverneur von Montana. Kacey derweil reaktiviert alte Kontakte aus seiner Militärzeit, um hinter die wahren Hintergründe des Todes seines Vaters zu kommen.
Gestern und heute
Die neueste Folge von Yellowstone, The Apocalypse of Change, insgesamt die zehnte der fünften Season, beginnt so wie auch die vorhergehende mit einem Moment der Stille, diesmal auf der 6666 Ranch im fernen Texas. Allerdings nur kurz, da es gleich darauf zu einer äußert unerfreulichen (und für den Zuschauer schwarzhumorig lustigen) Begegnung mit anderen Bewohnern des Ranch-Geländes kommt.
Die Szenen, die Beth und Rip anschließend in letztmaligem Glück vor den großen kommenden Veränderungen oder Kacey beim Basteln an seinem neuen Haus zeigen, verdeutlichen das Ende zumindest halbwegs guter Zeiten bei den Duttons.
Das Echo von Stiefeln
Ab dem Moment, in dem die Handlung wieder in die Gegenwart zurückkehrt, vermeinen wir fast das laute Echo der Stiefel von John Dutton auf der Ranch in Montana zu hören. Schließlich wurde sein Tod ja in der ersten Folge der zweiten Hälfte von Staffel fünf nur gegen Anfang und Ende eher kurz behandelt.
Wenn eine legendäre Figur in einer Serie verstirbt (und dabei handelte es sich bei dem Patriarchen definitiv), dann ist es nur recht und billig, dem Nachgang zumindest eine Folge zu widmen. Und genau das tut man in der vorliegenden Episode. Allerdings wären wir nicht bei „Yellowstone“, geschähe dies nicht in gewohnter Weise. Schließlich ist die Dutton-Ranch nicht Southfork.
Gesichter der Trauer

Dass Tough Woman Beth nach ihrem Zusammenbruch in die Arme ihres Mannes am Ende der Folge voriger Woche nicht lange in diesem Modus verbleiben wird, dürfte niemanden sonderlich überraschen. So serviert sie zunächst gnadenlos und unverzüglich das letzte Love Interest ihres Vaters, Öko-Aktivistin Summer in gewohnter Kaltschnäuzigkeit ab. Und geht anschließend direkt in die Vollen, was ihre so oder so überfällige Rache am verhassten Adoptivbruder Jamie angeht. Fast könnte er einem dabei nach der dritten Backpfeife leidtun.
Aber nur fast. Auf seine Weise ist er aus dem gleichen Holz geschnitzt wie seine Schwester, obwohl keine biologische Verwandtschaft besteht. Seine Methoden indes sind andere und lassen sich erahnen.
Fazit
Die zweite Folge des zweiten Teils der fünften Staffel von „Yellowstone“ ist so etwas Ähnliches wie eine Ruhepause, wobei die Betonung auf „so etwas Ähnliches“ liegt. Zieht man sich in anderen Serien nach dem Tod einer Hauptfigur zurück und führt vielerlei hochemotionale Diskussionen über den Verstorbenen, meist verbunden mit diversen Rückblenden (die auch hier gutgetan hätten, vermutlich jedoch aus rechtlichen Gründen nicht möglich waren) geht man hier direkt in die Vollen.
Und man begibt sich natürlich sogleich auf die Suche nach Schuld und Sühne. Spätestens ab der nächsten Episode dürfte es angesichts der einen und anderen angedeuteten Wendung heftig krachen. Allzu viele weitere Folgen lang bleibt ja die Zeit nicht mehr dafür.
Dem Trauerspiel nach Dutton-Art verleihen wir auch diesmal vier von fünf Klapperschlangen.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 18. November 2024(Yellowstone 5x10)
Schauspieler in der Episode Yellowstone 5x10
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