Yellowstone 4x10

Yellowstone 4x10

Die vierte Staffel von Taylor Sheridans „Yellowstone“ lässt die ohnehin angeschlagenen Familienbande bei den Duttons weiter bröckeln. Nur mit Mühe und Not überlebt die dysfunktionale Sippe die feigen Mordanschläge aus der vorherigen Season.

Kevin Costner und Piper Perabo in der vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“
Kevin Costner und Piper Perabo in der vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“
© Paramount Network

Das passiert in der 4. Staffel der Serie „Yellowstone“

Zusammengeschossen kann John Dutton (Kevin Costner, „Der mit dem Wolf tanzt“) in der vierten Staffel von Yellowstone einen Hinweis auf die Attentäter auf die Straße kritzeln, ehe er von Rip (Cole Hauser, „Acts of Violence“) in letzter Sekunde gefunden wird.

Kayce (Luke Grimes, „Fifty Shades of Grey“) wird ebenfalls schwer verletzt, als er die flüchtenden Täter stellt und in einer gemeingefährlichen Aktion niederstreckt. Sein Sohn Tate (Brecken Merrill, „Lifeline“) rettet inzwischen sich und seine Mutter Monica (Kelsey Asbille, One Tree Hill), in dem er einen Eindringling auf der Ranch niederschießt, was ihn schwer traumatisiert.

Beth (Kelly Reilly, Black Box) wiederum erleidet schwere Verbrennungen durch die explodierte Paketbombe. Einzig Jamie (Wes Bentley, American Horror Story) kommt unverletzt davon. Viel Zeit bleibt den Duttons anschließend jedoch nicht, sich von alledem zu erholen.

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Reservatschef Rainwaters (Gil Birmingham, Animal Kingdom) rechte Hand Mo (Moses Brings Plenty, The Good Lord Bird) fällt im Casino der großspurige Checker Spears (Brad Carter, Sons of Anarchy) auf, der in die Anschläge verwickelt war. Durch Druck auf ihn erfahren sie vom inhaftierten Anführer der rechtsradikalen Miliz. Riggins (Bruno Amato, Abbott Elementary) hat mit den Duttons noch ein Hühnchen zu rupfen und gab die Attentate in Auftrag. Doch der wahre Drahtzieher bleibt vorerst im Dunkeln.

Beth Dutton, durch einen geschickten Winkelzug in die Chefetage von Market Equities aufgestiegen verdächtigt Jamie, was Kayce zu widerlegen versucht. Ansonsten kümmert sie sich um den aufsässigen jugendlichen Streuner Carter (Finn Little, „Storm Boy“), den sie beim Tod seines Vaters im Krankenhaus kennenlernt. Nach einigen Wirrungen wird Carter zu ihrem und Rips Quasi-Adoptivkind.

Jamie versucht indes, mit Hilfe seines leiblichen Vaters Garrett Randall (Will Patton, Falling Skies) aus dem übergroßen Schatten der Duttons herauszutreten. Randall holt Jamies Exfreundin Christina (Katherine Cunningham, Condor) und den kleinen gemeinsamen Sohn der beiden auf Jamies kürzlich gekauften Grund und Boden. Für Ärger sorgt Johns One-Night-Stand mit der militanten Umweltschützerin Summer Higgins (Piper Perabo, Covert Affairs), die eigentlich gegen die Ranch demonstriert.

Auch unter den Cowboys gibt es Konflikte. Nachdem Jimmy (Jefferson White, Chicago PD) erneut durch einen weiteren schweren Reitunfall verletzt wurde, schickt John ihn mit Pferdetrainer Travis (Serienschöpfer Taylor Sheridan persönlich) und seinen neu erworbenen Wettkampfpferden auf die 6666 Ranch nach Texas, um ein echter Cowboy zu werden. Freundin Mia (Eden Brolin, Beyond) bleibt traurig zurück. In Texas findet Jimmy neues Glück bei Tierärztin Emily (Kathryn Kelly, Nashville).

Alt-Cowboy Lloyd (Stuntman Forrie J. Smith, als Schauspieler unter anderem in Midnight, Texas) hingegen gerät wegen Mias Freundin Laramie (Hassie Harrison, Tacoma FD) wiederholt handgreiflich mit Walker (Ryan Bingham, „Crazy Heart“) aneinander. Dies wird mit harten Bandagen beigelegt.

Der Verfall der angeschlagenen Familienbande spitzt sich weiter zu, als Gouverneurin Perry (Wendy Moniz, The Guardian) zugunsten ihrer Senatskandidatur zurücktreten will und John ihre Nachfolge anstrebt, um Jamie diese Chance zu verbauen. Beth wiederum entzweit sich mit ihrem Vater, als sie Summer für ihre Zwecke einspannt und sie nach einer Demonstration im Gefängnis landet. Kurz darauf konfrontiert Beth ihren Adoptivbruder mit dem düsteren Geheimnis, das seinen leiblichen Vater umgibt.

Eskalation

Kevin Costner in der vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“
Kevin Costner in der vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“ - © Paramount Network

Die erneut zehn Folgen von Staffel vier tragen hierbei die Titel Half the Money („Die Hälfte des Geldes“), Phantom Pain („Phantomschmerz“), All I See Is You („Alles, was ich sehe, bist du“), Winning or Learning („Gewinnen oder Lernen“), Under a Blanket of Red („Unter einer roten Decke“), I Want to Be Him („Ich möchte er sein“), Keep the Wolves Close („Halten sie die Wölfe in der Nähe“), No Kindness for the Coward („Keine Freundlichkeit für den Feigling“), No Such Thing as Fair („So etwas wie fair gibt es nicht“) und Grass on the Streets and Weeds on the Rooftops („Gras auf den Straßen“).

Sie vertiefen den Eindruck, dessen man sich bereits in der vorhergehenden Staffel nicht erwehren konnte. Langsam, aber stetig wird es zunehmend schwieriger, die Dramatik der Geschehnisse noch weiter zu steigern, ohne dabei gleichzeitig ins Unglaubwürdige abzugleiten.

Das an sich gelingt Staffel vier zwar noch zumindest in weiten Teilen. Doch mag sich der eine oder andere Zuschauer etwa durchaus an John Duttons Hingezogenheit zu einer energischen Umweltaktivistin stoßen. Zumal besagte Summer Higgins Motivationen zeigt, die denen des Patriarchen förmlich meilenweit entgegenstehen, was eben auch auf Gegenseitigkeit beruht. Doch bekanntlich ziehen sich Gegensätze oftmals an...

Insgesamt wirkt das Dramengebilde rund um die bedrohte Großranch mittlerweile einfach zu überladen und hinterlässt zumindest für den Augenblick zahlreiche lose Fäden. Was ist aus Johns Fürsorge für seinen Enkel Tate geworden? Stattdessen avanciert der strenge Boss stellenweise zum gütigen Ersatzgroßvater für Herumtreiber Carter, den Beth mit auf die Ranch gebracht hat.

Ihr eigener Antrieb hierfür ist klar: Sie möchte augenscheinlich das geben, was sie selbst ihr Leben lang vermisst hat. Dies mildert ihre Biestigkeit jedoch nur in Teilen ab, denn insgesamt bleibt Beth sich und ihren Methoden auch weiterhin absolut treu. Der geschickte Aufbau ihres Charakters macht sie nach wie vor zu einer der interessantesten Frauenfiguren des modernen Fernsehens.

Jamie hingegen, der ebenso nach väterlicher Liebe und Anerkennung sucht, steht so wie fast immer kurz vor einer weiteren schlimmen Bauchlandung, wie er sie im bisherigen Serienverlauf schon öfter hingelegt hat. Fast könnte er einem dafür leidtun, aber nur fast. Seine eigene Kompromisslosigkeit zeigt sich deutlich im letztlichen Umgang mit seinem leiblichen Vater. Kayce wiederum entdeckt seine mystische Ader und versucht, seiner tiefen inneren Zerrissenheit durch eine Seelenreise nach Art der Indigenen entgegenzusteuern.

Gnadenloser moderner Western

Szenenfoto aus vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“
Szenenfoto aus vierten Staffel der Westernserie „Yellowstone“ - © Paramount Network

Die typischen Elemente des Neo-Westerns ändern sich jedoch auch in der vierten Staffel von „Yellowstone“ nicht. So wie die vorherigen Seasons präsentiert Serienmacher Sheridan weiterhin konsequent die Geschichte einer knüppelharten Sippschaft, in der Harmonie ein Fremdwort ist. Und die Konflikte nicht selten mit der Waffe austrägt, wenn auch nicht mehr mit der gleichen öffentlichen Zurschaustellung wie im klassischen Wilden Westen.

Auf diesen gibt es in Staffel vier von „Yellowstone“ übrigens zwei Rückblicke auf das Leben der Gründer der Ranch, James und Margaret Dutton, gespielt von den vorwiegend als Country-Sängern bekannten Tim McGraw und Faith Hill (welche diese Rollen auch im ersten Serien-Ableger 1883 verkörperten). Die Familiengeschichte der Duttons versteht es nach wie vor, das Publikum abzuholen. Allerdings bremst das aufgekommene Übermaß unterschiedlicher Handlungsstränge zeitweise einzelne Entwicklungen aus.

Doch für vier von fünf Lassos reicht es auch diesmal alle Male.

Hier abschließend noch der Trailer zur vierten Staffel der Serie „Yellowstone“:

Verfasser: Thorsten Walch am Sonntag, 10. März 2024
Episode
Staffel 4, Episode 10
(Yellowstone 4x10)
Deutscher Titel der Episode
Gras auf den Straßen
Titel der Episode im Original
Grass on the Streets and Weeds on the Rooftops
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 2. Januar 2022 (Paramount Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 6. September 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Dienstag, 6. September 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Dienstag, 6. September 2022
Autoren
Taylor Sheridan, John Linson
Regisseur
Stephen Kay

Schauspieler in der Episode Yellowstone 4x10

Darsteller
Rolle
Wes Bentley
Brecken Merrill
Jefferson White
Forrie J. Smith
Denim Richards
Ian Bohen
Jennifer Landon
Gil Birmingham

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