Workin' Moms 1x01

© ast der Serie „Workin' Moms“ / (c) CBC
In der Serie Workin' Moms geht es um die Freuden des Mutterseins, aber vor allem die Schwierigkeiten, wenn man die wunderbare Blase des Kinderzimmers verlässt und mit der kalten Außenwelt konfrontiert wird. Mit einem schonungslosen Blick auf das Muttersein hat die Komikerin Catherine Reitman (Black-ish) eine urkomische Serie geschaffen, die sich vor den großen US-Serien nicht verstecken muss.
Worum es geht
Kate, Anne (Dani Kind) und Frankie (Juno Rinaldi) besuchen eine Babygruppe, in der es für die beiden jedoch weniger um die Kleinen als vielmehr um gegenseitige Bestätigung geht. Während sie sich noch an die neuen Kinder gewöhnen müssen, versuchen sie, wieder in die Arbeitswelt zurückzufinden. Im Umgang mit der Frage, ob Frauen alles - meint idyllische Familie und erfüllende Karriere - haben können, nehmen die drei kein Blatt vor den Mund.
In der Pilotepisode begleiten wir Kate durch ihren ersten Tag zurück im Büro einer großen Marketingfirma, wo man ihr ein gläsernes Büro als Milchabpumport zuteilt und ihr einen jungen Kollegen, frisch eingestellt, vor die Nase setzt. Doch sie schafft es, eine Kundin im Meeting zu überzeugen und sich so zu beweisen. Obwohl sie sich vorgenommen hatte, zur Badewannenzeit wieder zuhause zu sein, findet sie sich später mit Lieferessen am Konferenztisch wieder um nicht den Anschluss zu verlieren. Denn Kate ist ehrgeizig und kann sowohl einstecken als auch austeilen. Als ihr neuer Kollege Mo (Kevin Vidal) sie versucht mit der Frage, ob das Kind schon die Nanny Mama nenne, herausfordern will, bricht sie in Tränen aus. Auf den Vorschlag hin, doch nach Hause zu gehen, erwidert sie unter Schluchzen, dass sie arbeiten will.
Eine andere Begegnung mit Badezeit hat Frankie, die als Maklerin ebenfalls wieder durchstarten will. Doch schon auf dem ersten Besichtigungstermin landet sie mit dem Kopf im Swimmingpool, denn sie kämpft gegen bisher undiagnostizierte postnatale Depressionen, die sie dazu bringen, davon zu phantasieren, dass sie einen Unfall habe und hirntot sei, als würde es sich dabei um eine Art Urlaub handeln.
Unterdessen sieht sich Psychiaterin Anne mit einer anderen Art von Problem konfrontiert. Sie hat bereits zwei Kinder und die Sache soweit ganz gut im Griff. Zumindest bis sie erfährt, dass sich das dritte Kind ankündigt. Doch ihr Mann, ebenfalls Psychiater, nimmt das als willkommene Herausforderung, zu wachsen an und überrascht damit seine gestresste Frau.
Wie kommt es rüber?
Die ersten Szenen der Serie Workin' Moms zeigen uns die drei Hauptfiguren offenbar oben ohne, aber natürlich vom Bildrahmen züchtig unter der Schulter abgeschnitten, wie sie darüber fabulieren, wie ihre Brüste sich seit der Geburt verändert haben. Eine halbe Minute später sehen wir dann jedoch, dass hier kein Blatt vor irgendetwas genommen wird. Schön, dass sich dieser Trend in der kanadischen Serie nicht auf Nacktheit beschränkt, sondern auch auf die Sicht auf Freud und Leid des Elternseins bezieht.
Dabei nutzen die Autoren die zahlreichen Widrigkeiten, die das Leben einer arbeitenden Mutter zu bieten hat, nicht für einen erhobenen Zeigefinger, sondern entdecken darin eine wunderbare Komik.
Fazit
Was Motherland für Großbritannien und American Housewife für USA macht, erledigt Workin' Moms für Kanada und für alle, die sich nicht scheuen, der Comedy eine Chance zu geben. Und das sollte man ruhig tun, denn von den drei genannten trifft die Serie von Catherine Reitman einen besonders cleveren, schonungslosen Humor, den man auch genießen kann, wenn man mit dem Thema nicht persönlich verbunden ist.
Schon am Ende der Pilotepisode Bare lernen wir die Botschaft hinter der Serie kennen: Nachdem Kate im Meeting geweint hat, überraschend, ohne dass ihre Kollegen, die sie kennen, es haben kommen sehen, und damit zeigt, dass sie sich verändert hat, joggt sie mit dem Kinderwagen durch den Wald als sie sich plötzlich einem Bär gegenübersieht. Und erst dort zeigt sich die neue Stärke, die sie durch die Mutterschaft gewonnen hat, auch wenn es auf die anderen zunächst so wirkt als wäre sie, die sonst so cool war, weich geworden. Am Ende geht es um vier Frauen, die versuchen, ihren Weg zu finden und Mutter zu sein, ohne das zum einzigen Inhalt ihres Selbstverständnisses zu machen.
Trailer zu der kanadischen Serie „Workin' Moms“:
Verfasser: am Freitag, 27. Januar 2017(Workin' Moms 1x01)
Schauspieler in der Episode Workin' Moms 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?