White Collar 4x02

Mozzie (Willie Garson) und Neal (Matt Bomer) war in der Serie White Collar nur eine kurze Zeit vergönnt, ihre neuen Reichtümer auf der paradiesischen Insel zu genießen. Als wir Neal das letzte Mal gesehen haben, stand er direkt in Agent Collins Schusslinie. Die Aufgabe, die die Episode Most Wanted vor sich hat, ist nicht leicht, doch das Ziel ist offensichtlich: Neal muss wieder zurück nach New York, an seinen Schreibtisch beim FBI, Fälle lösend mit Peter (Tim DeKay). Und die Episode erfüllt ihre Aufgabe, jedoch mit unterschiedlich eleganten Lösungen.
Der erfolgssüchtige Psychopath
In der letzten Episode schien er noch wie einer der ärgsten Widersacher, nun stellt sich heraus, dass Peter Neal von Agent Collins (Mekhi Phifer) ganz einfach loskaufen kann. Es ist die Sucht nach Erfolg, an der Peter den Agent packt und bekommt.
Am Flugzeug wirken die drei wie eine vertraute Gruppe, an einem Strang ziehend. Das wird wenig überzeugend wenn man bedenkt, dass Collins Neal kurz zuvor ohne zwingenden Grund ins Bein geschossen hat. Das Verhalten, das Agent Collins über die doch recht kurze Zeit, die wir ihn kennen, an den Tag legt, ergibt keinen richtigen Sinn. Kann wirklich alles mit Erfolgssucht erklärt werden? Die Figur bleibt einerseits blass, wirkt andererseits zu extrem überzogen.
Der kurze Weg zurück nach New York
Und plötzlich steht er wieder an seinem Tisch beim FBI und es ist, als wäre nichts geschehen. Zumindest sieht es zunächst so aus. Wie die Autoren es geschafft haben, Neal am Ende der zweiten Episode der neuen Staffel wieder an seinen angestammten Platz zu bringen, gehört sicher zu den eleganteren Operationen, die wir aus der Serie White Collar gewöhnt sind.
Die Idee des Gerüchtestreuens ist nicht originell, aber in ihrer Ausarbeitung hier doch sehenswert. Nicht zuletzt weil es Spaß macht, Peter in seiner falschen Identität als Kevin, den Barkeeper zu sehen. Ob es möglich ist, dass jemand in so kurzer Zeit derartige Fähigkeiten hinter der Bar erlernt, bleibt mal dahingestellt. In jedem Fall war es eine interessante Idee, Dobbs (Gregg Henry) zu entlarven.
Neal und die Frauen
Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass es aussieht als wenn eine Frau Neal verraten hat und durch einen Blick, ein kleines Lächeln verraten wird, wer der wahre Verratene ist. Die Frauen liegen ihm zu Füßen, besonders die, die sich am Anfang zieren. Das ist zwar verständlich, wird aber hin und wieder auch so strapaziert, dass es nervt. Maya (Mía Maestro) ist eine dieser Frauen, bei denen es doch etwas stört. Immerhin nimmt sie eine halbe Million Dollar aus der Sache mit.
Auch dass die Ärztin, die Neals Schusswunde versorgt, über die Maßen heiß ist, grenzt nur entfernt an das, was realistisch gesehen passiert, wenn jemand angeschossen wird. Zuweilen erscheint die Serie White Collar wie von einem Fünfzehnjährigen geträumt: Jede Frau dort, nicht zuletzt Peters Frau Elizabeth (Tiffani Thiessen), ist einfach heiß.
Bis jetzt zumindest, denn nun ist Ellen (Judith Ivey) da. Während June (Diahann Carroll) für eine Frau in fortgeschrittenen Jahren als überaus attraktiv gelten darf, wird für Ellens Rolle Wert auf andere Aspekte gelegt. Sie ist eher der mütterliche Typ, aber mit einem knallharten Kern.
Aber kann den Machern einen Strick aus ihrer Art der Rollenbesetzung drehen? Auch die weiblichen Zuschauer bekommen schließlich ausgleichenderweise einiges fürs Auge geboten.
Die Richtung wird festgelegt
Die zweite Episode der neuen Staffel fühlt sich an wie der zweite Teil der ersten Episode: Erst jetzt ist die Story wieder dort angekommen, von wo es weitergehen wird. Die letzten Minuten kristallisieren zwei Handlungsstränge für die kommende Staffel heraus: Peter ist aus der „White Collar“-Abteilung abgezogen worden und Neal macht sich auf die Suche nach seinem Vater.
Das klingt vielversprechend. Vielleicht erklärt diese Staffel eingehender, wie Neal wurde, was er ist. Vielleicht fordert sie auch Peter in einer neuen Form heraus. Auf eins konnte er sich bisher stets verlassen und das waren seine Frau und sein Team beim FBI. Was wird passieren, wenn er nicht mehr Teil des Teams ist?
Fazit
Keine zwei Episoden lang ging die Flucht, da steht Neal schon wieder mit Fußfessel an seinem Schreibtisch. Das ging doch etwas sehr schnell. Aber die Serie „White Collar“ ist auch am stärksten auf vertrautem Terrain. Man kann es ihnen nicht verdenken, so schnell wie möglich wieder dorthin zurück zu kehren.
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 19. Juli 2012(White Collar 4x02)
Schauspieler in der Episode White Collar 4x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?