Westworld Staffel 3
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„It's Frankenstein, but it's AI at the same time“ - Vincent Cassel.
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Vorweg sei angemerkt, dass ich nicht besonders viel auf die Details der Handlungen eingehen werde. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, denn wie schon in den beiden Staffeln zuvor, bieten Jonathan Nolan und Lisa Joy dem Zuschauer geradezu eine Unmenge an Handlungen, Wendungen und Überraschungen, deren Analyse schon aus Gründen der Fairness in wöchentlichen Reviews stattfinden müsste. Am Ende gehe ich aber dennoch ein bisschen auf die Aussichten einer vierten Staffel sowie ein paar Figuren ein, die uns in den Post-Credits-Szenen präsentiert werden.

Dennoch finde ich mich bei der dritten Staffel ein wenig zwischen den Stühlen wieder. Auf der einen Seite bin ich begeistert, was an einer Vielzahl von Faktoren liegt und Westworld zu einer weiterhin sehr guten Science-Fiction-Serie macht. Auf der anderen Seite macht sich aber auch Enttäuschung breit, denn die verschachtelte Erzählweise der ersten beiden Staffeln weicht einer insgesamt doch sehr „geradlinigen“ Präsentation, die weniger stark zum Miträtseln einlädt und daher schon fast gewöhnlich wirkt. Abgesehen davon - und das ist jetzt sowohl Kritik- als auch Pluspunkt - fällt es mir in der dritten Staffel schwerer, mit bestimmten Figuren mitzufiebern. Es ist ein Kritikpunkt deshalb, weil ich mir bis zum Ende unsicher war/bin, ob zum Beispiel Dolores (Evan Rachel Wood) ihr Ziel erreichen oder aufgehalten werden sollte. Andererseits ist es auch ein Pluspunkt, weil jede der vielschichtigen Figuren in gewissem Maße unberechenbar bleibt und jederzeit eine Wahl treffen kann, die zu einem Richtungswechsel führt - was übrigens wunderbar zur Thematik der Staffel (und der Serie selbst) passt, in der der freie Wille eine große Rolle spielt.
Denn genau dieser freie Wille existiert in der „realen“ Welt nur scheinbar. Das Leben jedes Einzelnen wird von einer Maschine beziehungsweise künstlichen Intelligenz namens „Rehoboam“ nicht nur vorhergesagt, sondern auch manipuliert, falls sich aus einem Individuum eine Gefahr für die Weltordnung ergeben sollte. Menschen werden aussortiert oder wie Caleb (Aaron Paul) „umprogrammiert“, um das System nicht zu gefährden. Das kommt uns natürlich bekannt vor, schließlich wird die gesamte Welt damit quasi zum Themenpark und es ist nur wenigen wie Engerraund Serac (Vincent Cassel) vergönnt, Einfluss auf die Narrative auszuüben.
Für einige Zuschauer mag diese Präsentation der „realen“, zukünftigen Welt (und mit Blick auf die ersten beiden Staffeln) repetitiv wirken, weil der Themenpark bloß vergrößert und der Spieß von Menschen und Hosts ein bisschen umgedreht wird. Aber die Frage, ob Rehoboam eine gute oder eine schlechte Lösung ist, beschäftigt mich auch nach dem Finale noch - und ist es nicht Sinn und Zweck von Science-Fiction, dass wir uns auch hinterher noch intensiv mit den präsentierten Szenarien beschäftigen?
Production Value

Dass HBO und die jeweiligen Produktionsstudios hinter den (größeren) Serien, die dort laufen, nicht gerade geizig sind, dürfte bekannt sein. In der dritten Staffel wird uns jetzt aber eine zukünftige Welt präsentiert, die jedwede Erwartungen an die Sets, technischen Gimmicks, Effekte und das production value allgemein noch mal übertrifft. Ich hätte mir die acht Episoden jedenfalls gerne im Kino angesehen, weil mir die (visuelle) Kinnlade des Öfteren heruntergefallen ist - es sieht einfach beeindruckend aus. Ähnliches lässt sich über die Actionszenen schreiben, ob es nun Verfolgungsjagden sind oder gut choreografierte Zweikämpfe wie zwischen Dolores und Maeve (Thandie Newton). An allen Ecken und Enden wird nicht gekleckert, sondern geklotzt und mit der musikalischen Unterlegung von Ramin Djawadi werden kaum noch Wünsche offengelassen. Obendrein gibt es mit den Cameos der Game of Thrones-Showrunner David Benioff und D. B. Weiss (inklusive Drachen) noch einen kleinen Bonus zu entdecken, der zumindest mir ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte.
Figuren

Bei den Figuren lasse ich es mir nicht nehmen, erst einmal den Cast zu loben. Ob nun die bekannten Gesichter oder die Neuzugänge, ob Haupt- oder Nebenfigur, ob Host oder Mensch oder ob der bekannte Host jetzt unter der Oberfläche ein anderer beziehungsweise eine andere ist - mich hat der Cast durch die Bank weg überzeugt, auch wenn es einige Persönlichkeiten gibt, die noch mal besonders hervorstechen.
Wie oben weiter bereits angemerkt, ergeben sich allerdings ein paar Probleme mit den einzelnen Charakteren. Das Mitfiebern hatte ich bereits angesprochen und das ist eine wichtige Komponente, die mir meist gefehlt hat - weil ich mir unsicher war, ob ich überhaupt möchte, dass Person X ihr Ziel erreicht oder nicht. Abgesehen davon werden einige Figuren bisweilen an den Rand des Geschehens gedrängt und auch im Finale laufen nicht ganz so viele Fäden zusammen, überkreuzen sich die Wege nur kurz oder auch gar nicht. Der Mann in Schwarz (Ed Harris) ist so ein Beispiel. Hier bin ich über den Staffelverlauf nie so wirklich in seinen weiteren Werdegang involviert gewesen, obwohl er in der ersten Staffel noch eine der interessantesten Figuren darstellte. Bei Bernard (Jeffrey Wright) und Ashley (Luke Hemsworth) sieht das ähnlich aus, wenngleich ihre Rollen gefühlt etwas größer ausfallen als die vom Mann in Schwarz.
Bei Dolores, Maeve, Charlotte (Tessa Thompson), Engerraund und Caleb - die wichtigsten Figuren dieser Staffel - war meine Aufmerksamkeit wesentlich höher. Wie Caleb in die Geschichte integriert wird und seinen Platz in der Welt findet, kann sich sehen lassen und bei den drei Damen wird stets mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt. Ich hätte zum Beispiel angenommen, dass Dolores und Maeve zusammenarbeiten würden oder dass Dolores die Auslöschung der Menschheit anstrebt und nicht für eine (in ihren Augen) Befreiung sorgen will. Über Charlottes Werdegang, die sich als eine der Kopien von Dolores entpuppt, ließe sich gar ein eigenes Kapitel schreiben und sehr gut über Menschlichkeit und die Bedeutung von Familie sinnieren. Ähnlich sieht das übrigens bei den Brüdern Engerraund und Jean Mi (Paul Cooper) aus, deren (Hintergrund-)Geschichte mich ebenfalls fesseln konnte und dem Antagonisten (?) Engerraund mehr als genug Motivation mit auf den Weg gibt.
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Ende und Ausblick

Das Finale stürzt die Welt schließlich endgültig ins Chaos, denn Rehoboam wird von Caleb abgeschaltet. Wobei das Chaos, was zuvor bereits ausgelöst wurde, schon fast eine Hauptrolle in Crisis Theory besitzt, so wie einige unserer Figuren es nutzen, um voranzukommen. Ob das, was Dolores beabsichtigt hat, wirklich eintreten wird? Und werden wir uns von Evan Rachel Wood verabschieden müssen?
Was die zweite Frage betrifft, gibt es mindestens noch zwei Kopien von Dolores - eine in Form von Charlotte und eine in Form von Lawrence (Clifton Collins Jr.), aber das Original (falls man es so nennen möchte) ist unwiederbringlich verloren beziehungsweise gelöscht. Ob wir Dolores in ihrem gewohnten Körper wiedersehen werden, bleibt fraglich, ist aber im Bereich des Möglichen (ich würde auf Lawrence tippen).
Bei der ersten Frage bin ich weniger zuversichtlich, denn die zweite Post-Credits-Szene mit Bernard, der nach sehr langer Zeit wieder die Augen öffnet und aus dem „Sublime“ zurückkehrt, lässt eher vermuten, dass die Welt einen weiteren großen Krieg erlebt hat. Ob die vierte Staffel hier ansetzen wird?
Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Hier muss ebenfalls die erste Post-Credits-Szene berücksichtigt werden, in der William von einem neuen Host mit bekanntem Gesicht, dem Mann in Schwarz, getötet wird. Und, wenn ich mich recht entsinne, gab es am Ende der zweiten Staffel ebenfalls eine Post-Credits-Szene, die den Mann in Schwarz in einer fernen (ebenfalls sehr angestaubten) Zukunft zeigte. Sehr wahrscheinlich im ähnlichen Zeitrahmen angesiedelt, in dem Bernard wieder aufwacht. Ob jetzt aber tatsächlich ein Sprung in die Zukunft geschehen wird oder wir zunächst dem beiwohnen, was direkt im Anschluss nach Rehoboams Abschaltung und mit der Host-Produktion passiert oder gar beides parallel, bleibt abzuwarten. In jedem Fall bin ich aber gespannt, wohin die Reise in der vierten Staffel gehen wird. Wobei Jonathan Nolan und Lisa Joy wohl kaum um eine Art Neustart herumkommen werden...
Fazit

Fraglos ist und bleibt Westworld auch mit der dritten Staffel eine sehr gute Science-Fiction-Serie. Schauwerte, Musik, Cast und Crew sind herausragend und die Handlung bleibt interessant, obwohl einige Sachen repetitiv wirken und am Ende leicht das Gefühl bleiben kann, nicht wirklich weit vorangekommen zu sein. Schade ist derweil, dass die dritte Staffel in Sachen Erzählweise nur bedingt an die beiden Vorgänger anknüpfen kann und das Mitfiebern bei den Figuren vergleichsweise seltener gegeben ist. Von mir gibt es trotzdem vier von fünf Sternen, wobei ich aber jeden verstehen kann, der jetzt meint, Westworld hätte seine „Seele“ verloren. Aber wie hat Euch die dritte Staffel überhaupt gefallen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen...
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Hier abschließend noch der Trailer zur dritten Season der US-Serie Westworld:
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