The Neighborhood: Review der Pilotepisode

The Neighborhood: Review der Pilotepisode

In der Sitcom The Neighborhood zieht eine Familie nach Los Angeles und muss mit einem ganz neuen Umfeld zurechtkommen. Die Komödie läuft auf CBS und hatte gestern ihren Auftakt. Wir bei Serienjunkies.de haben uns die Pilotfolge für Euch angesehen.

Promo-Poster zu der Sitcom „The Neighborhood“ (c) CBS
Promo-Poster zu der Sitcom „The Neighborhood“ (c) CBS
© romo-Poster zu der Sitcom „The Neighborhood“ (c) CBS

Worum geht es?

Die Familie Johnson zieht aus dem Mittleren Westen Amerikas in einen Vorort von Los Angeles. Allerdings haben sie etwas Probleme, Anschluss zu finden. Außer ihnen leben zum großen Teil Afroamerikaner in dem Viertel und vor allem ihr Nachbar Calvin (Cedric the Entertainer), ein selbsternanntes Standbein der Gemeinde, steht den Neuen sehr skeptisch gegenüber, denn er hatte eine weitere schwarze Familie erwartet, die er willkommen heißen wollte. Calvins Familie lebt seit Generationen in dem Vorort und er befürchtet, dass die Johnsons erst der Anfang sind und eine neue demografische Gruppe die Gemeinde überlaufen wird und ihn wegdrängen. Dave Johnson (Max Greenfield) macht die Sache nicht besser. Er will nur ein guter Nachbar sein, tritt aber beim gemeinsamen Grillabend von einem Fettnäpfchen ins nächste.

Und wie ist es umgesetzt?

Die Serie ist (genau wie eine weitere CBS-Sitcom, Happy Together) von wahren Ereignissen inspiriert. Der Urheber der Sendung, Jim Reynolds, der selbst in eine überwiegend von Afroamerikanern bewohnte Gegend zog, müsste also wissen, was er tut, oder? Aber trotzdem läuft bei The Neighborhood einiges schief. Die Serie könnte eine erfolgreiche Sitcom über zwei unterschiedliche Nachbarfamilien sein, aber sie möchte unbedingt deutlich Bezug zu den ethnische Beziehungen in Amerika geben und schießt sich damit selbst ins Knie. Die Pilotfolge versucht offensichtlich, gesellschaftlich sensible Themen aufzuarbeiten, benimmt sich dabei aber wie ein Elefant im Porzellanladen und ist bar jeder Subtilität. Weder ist das Skript gut noch sind die Schauspieler in ihren Rollen glaubwürdig. Eine Überraschung, denn die Besetzung besteht unter anderem aus Max Greenfield (New Girl), Beth Behrs (2 Broke Girls) und Stand-up-Star Cedric the Entertainer. Aber zwischen den Schauspielern stimmt die Chemie nicht und das Comedy-Timing, gerade in der Szene zwischen On-Screen-Ehepaar Greenfield und Behrs, klickt einfach nicht.

Szenenfoto aus dem Piloten von The Neighborhood
Szenenfoto aus dem Piloten von The Neighborhood - © CBS

Situational... comedy?

Vor allem aber fehlt im Drehbuch der Humor. Zwar gibt es genug Publikumsgelächter im Hintergrund, aber blendet man das aus, erkennt man schnell, dass viele Witze flach ausfallen oder einfach nicht lustig sind. Die Charaktere sind genauso hohl geschrieben wie die Punchlines. Nicht nur ist Dave so überkandidelt, dass man sich schon nach den ersten fünf Minuten wünscht, er würde endlich ein bisschen runterkommen (was er nicht tut), er scheint auch keinerlei persönliches Schamgefühl zu haben und leistet sich munter einen Schnitzer nach dem anderen, ohne seine gute Laune zu verlieren. Ob er überhaupt einen anderen Gesichtsausdruck aufsetzten kann als ein fast schon manisches Grinsen? Schwer zu sagen. Denn selbst, als er von Calvin angeschnauzt wird, lächelt Dave noch unentwegt. Seine Frau Gemma ist genauso überfreundlich wie er, auch wenn sie sich wenigstens nicht so oft blamiert. In der allerletzten Szene versucht die Pilotfolge dann doch noch, etwas emotionale Gravitas in die Episode zu bringen, aber der Stimmungsumschwung ist so abrupt, dass er der Serie auch nicht mehr helfen kann.

Fazit

Weder die Geschichte noch der Cast noch der Humor können mich hier in der Pilotepisode überzeugen. „The Neighborhood“ ist eine Serie, die man ohne schlechtes Gewissen überspringen kann. Bei einer so weitreichenden Fernsehlandschaft, wie sie jetzt gerade existiert, sollte diese Sendung - vorausgesetzt sie bleibt so wie im Piloten - lieber im Sumpf des Vergessens untergehen.

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